05.11.09
14:09 Uhr

Mehr Werberschmalz für die Ohren

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Akustische Markenführung. Ein kümmerliches Dasein?

Oft frage ich mich, warum das Thema Sound in der Werbung so verdammt stiefmütterlich behandelt wird. In der Tradition typischer Positionen in Agenturen geht es immer noch primär um die visuelle Kommunikation bzw. Text. Das Thema Sound, Klang oder Musik folgt häufig nachrangig und mit deutlich weniger Berücksichtigung bei den strategischen Planungen und Vorüberlegungen.

So bleibt die „Markenführung für´s Ohr“ am Ende auf der Strecke und ihr verbleibt die kümmerliche Aufgabe einer „akustischen Untermalung“ visueller Werbebotschaften. Woran liegt das? Traut man dem Sound nicht zu, was wir den Visuals täglich an Bedeutung zugestehen? Würden wir für eine Marke zentrale Elemente der visuellen Identität (corporate Design) immer wieder einmal kampagnenbezogen verändern oder aufgeben?! Eben.

Der „Sound-Mix“ einer Marke

Aber der oft vernachlässigte Aspekt von Sound in der Werbung liegt natürlich nicht nur an den Agenturen sondern auch an den Kunden selbst, die zwar gelernt haben, dass ein durchgängiges „Corporate Design“ für professionelle Kommunikation elementar ist. „Corporate Design“ ist aber nur ein Teil der „Corporate Identity“…

Die Sound ID eines Unternehmens exisitert häufig gar nicht. Da wird beim Anrufbeantworter irgendeine „Fahrstuhlmusik“ abgedudelt, in der Telefonwarteschleife läuft -je nach Technik- eine 8-bit Melodie aus der Anlagenkonserve oder der Lieblingshit des Büroleiters, das Call-Center spielt währenddessen vielleicht „I´m still waiting… und der aktuelle TV -Spot will uns mit klassischen Bach Kantaten in den Weihnachts-Kaufrausch konditionieren.

Visuelle und akustische Markenführung im Einklang

Die visuelle Ebene von Kommunikation ist eben förmlich „offensichtlich“, es sei denn, man schließt die Augen…
Akustische Information dringt hingegen völlig anders in unser Bewusstsein und Unterbewusstsein ein, was der Markenführung und ihren angedockten Teildisziplinen eine große Chance zur Differenzierung und Emotionalisierung der Marke bietet.

Erfolgreiche Brands, die das Thema Sound bereits strategisch nutzen, wissen, dass sich durch die konsistente Nutzung von Sound und Musik ein enormes Erinnerungs-Potenzial (Recall)  eröffnet und schon durch ganz kurze Klänge eine spontane Assoziation zu Marke und Produkt aufgebaut werden kann.

Die visuelle und akustische Identität einer Marke sind also zwei Seiten einer Medaille, die ohne beidseitige „Prägung“ an Wert verliert.

Zu diesen und anderen Themen findet  am 14. 11. 2009 der erste „Audio Branding Congress“ statt, bei dem sich viele Kreative und Markenverantwortliche zum gemeinsamen Austausch begegnen. Der Werbeblogger (J. und ich) werden dort als Medienpartner anwesend sein und mein Partner John (Groves) wird ebenfalls als Teilnehmer der abschließenden Podiumsdiskussion dort aktiv.
Über ihn stieß ich auch auf folgende spannende Doku zum Thema:

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5 Kommentare

  1. Britta Stahl

    Dass die Wirksamkeit der Audioklänge inpunkto Werbung nicht unterschätzt werden sollte, sieht man doch schon an einigen großen Marken, die sich eben dieses Erinnerungsvermögen des menschlichen Gehirns zunutze machen. Man denke nur an die Werbung eines großen Telekommunikationskonzerns, der die Kurzwahl über 5 Tasten mit entsprechenden Tönen unterlegt hat. Diese Klangfolge steht heute in den Köpfen der Menschen eindeutig für die Auskunft!

  2. Christian Rohweder

    @Britta: Nicht ausschliesslich für die Auskunft, sondern für das ganze Unternehmen. Einfach, aber prägnant. Und spannender Weise musste ich beim Lesen des Artikels auch als erstes an genau diesen Klang denken.

  3. Erster Audio Branding Congress in Hamburg findet Anklang | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Erster Audio Branding Congress in Hamburg findet Anklang

    […] der Markenentwicklung- und Führung wie alle anderen Elemente einer Markenidentität. Aus nicht immer direkt nachvollziehbaren Gründen finden sich aber gerade auf der “Sound-” Ebene einer Marke oft noch ein abenteuerlicher […]

  4. Symphonie of Science. Forschung und Wissenschaft in Sound gebettet. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Symphonie of Science. Forschung und Wissenschaft in Sound gebettet.

    […] und Musik sind äußerst wirksamer Bausteine und Schlüssel, um Gefühle, Spannung und Athmosphäre mit einer sonst eher trockenen […]

  5. Sound Branding in der Praxis: Audio Branding Congress 2010 | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] geworden, auch wenn es nicht “ins Auge sticht” wie die visuellen Elemente, auf die die Werbebranche gerne primär den Fokus setzt. Dafür geht Sound “ins Ohr”, verankert sich wirksam in der Erinnerung und kann die […]

Eure Kommentare

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