20.10.09
16:38 Uhr

Janus Wolfshaut oder Jack Wolfskin?

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Mit den aktuellen Abmahnaktionen erweist die berühmte Wolfspfote sich selbst einen wahren Bärendienst. Nach JAKO erleben wir auch hier ein Paragraphengemetzel unbeschreiblichen Ausmaßes. Zurecht?

Die Marke als (emotionaler) Schlüsselwert des Unternehmens

In den heutigen Zeiten fehlender – bzw. flächendeckend inkrementeller – Innovation ist die Marke längst zum einzigen Unterscheidungskriterium ansonster austauschbarer Produkte und Leistungen geworden. Verständlich also, daß Unternehmen ihre Marken schützen wollen, und gut, daß es Gesetze gibt, die dies ermöglichen.

Marken-Schutz oder Marken-Suizid

Wie so oft aber bei Gesetzen, werden diese nicht von Betroffenen oder Experten, von der Intuition oder dem Gesunden Menschenverstand geschrieben, sondern von Lobbyisten, Egoismen, Engstirnigkeit und materieller Gier. Entsprechend können sie zum Guten und Bösen verwandt werden.

Diese Paragraphen und Gesetze dann ohne Gesunden Menschenverstand, mechanistisch und bürokratisch anzuwenden, schadet umso mehr dem Ansehen aller Beteiligten, der Gesetzgebung und den Gesetzen selbst.

Der Grat zwischen dem Schutz und dem Suicid der Marke ist ein schmaler. Jeder nächste Schritt kann der falsche sein. Marken- wie Trekking-Enthusiasten können ein Lied davon singen.

Die Fragilität der Marke

Mit Engelsgeduld baut man über Jahre hinweg eine Marke auf, feilt an Botschaft und Positionierung in den Köpfen der Menschen. Lädt die Marke mit positiven Emotionen auf. Reichert sie an mit Abenteuer und Verantwortung, läßt sie gar zum Lifestyle- und Status-Symbol wachsen, vervollkommnet sie – nicht mit Worten, sondern – mit humanitären Aktionen, auf die man zurecht stolz sein kann.

Man hegt und pflegt die kleine Markenpflanze, nährt sie mit millionen-schweren Marketing-Investitionen, beschäftigt Rudel von Beratern, die gemeinsam die graue Mäusehaut zu Germany’s Next Top-Wolf machen sollen.

Im Web, Print und auf Plakaten lebt man die heile, unberührte Markenwelt. Eine abenteuerliche Kulisse, in der der Mensch kein Störenfried, sondern gerngesehener Gast, Bewunderer natürlicher Vielfalt und Spielesfreude, Bewahrer des Schönen, Guten und Wahren gar, ist. Man ist schließlich angelangt auf dem Markengipfel, dem Klimax der Markenführung.

Die Virilität der Marke

Man fühlt sich sicher, unbezwingbar. Ein Gefühl der Macht, des Sieges. Niemand kann einen bezwingen, sich einem in den Weg stellen. Auch nicht diese Sieben Zwerglein in den Dawanda-Bergen! Die erst recht nicht! Hier wird man einfürallemal ein Exempel statuieren lassen. Saubere, schnelle Schnitte, geringe Collaterals. Fertig.

Nun, der Rest ist Geschichte: Nie ist eine Marke schneller abgestürzt im öffentlichen Bewußtsein des Netzes. Selten haben sich Manager plumper benommen als mit der schamhaft untergeschobenen Pressemitteilung, die nochmal richtig Stärke und Entschlossenheit beweisen sollte. Manager-Testosteron par excellence.

Die Zukunft der Marke

Wie nie zuvor steht Jack Wolfskin an einem Scheidepunkt in seiner Marken-Karriere. Er hat es noch gar nicht bemerkt, für ihn ist es noch Business as usual. Wir mahnen alle paar Wochen ein paar arme Trottel ab.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Die neuen Konsumenten besitzen eine neue Unabhängigkeit, Individualität und Ungeduld – gewonnen aus Digitalisierung, Mobilität und dem Internet selbst. Gewonnen aus einer Wissens-, Kreativitäts- und Partizipations-Ökonomie. Gewonnen aus revolutionären Geschäftsmodellen und innovativen Services, denen traditionelle Unternehmen und Marken – geschweige die traditionelle Kommunikation – nicht mehr gewachsen sind.

Diese unabhängigen und ungeduldigen Individualisten(!) fragen sich momentan, ob Jack Wolfskin noch ihre Marke ist!? Sie fragen sich, ob sie es überhaupt jemals mit Jack Wolfskin zu tun hatten – oder doch nur mit Janus Wolfshaut, der nach außen opportun sich darstellt, nach innen aber seine eigenen Philosophien mit Füßen tritt?

Diese unabhängigen, ungeduldigen Individualisten haben Fragen und verlangen Antworten. Sie sind hin- und hergerissen. Sollen sie den Worten des Jack Wolfskin trauen – oder seinen Taten?

Fragen, die sich auch Jack/Janus beantworten sollte, um nicht Schaden zu nehmen an seiner Persönlichkeit:

Warum werden Paragraphenreiter gegen Menschen eingesetzt? Wie unsicher bin ich, daß ich nur mit der Gewalt des Gesetzes reagieren kann? Wie unsicher bin ich, daß ich mich nicht mal selbst traue, mit den Damen zu sprechen? Wie unsicher bin ich, daß ich gedungene Anwälte vorschicken muß? Wie unsicher bin ich, ich mich nicht traue, souverän, salomonisch, weitsichtig und weise aufzutreten?

Warum will ich draussen in der Natur die “unglaubliche Vielfalt an schützenswerter Natur” erhalten, gleichzeitig drinnen bei Dawanda aber alles gleich- und ausschalten?

Warum in Uganda die Resozialisierung von Kindersoldaten fördern, aber in Dawanda kleinst-wirtschaftliche Existenzen mit den Buchstaben des Gesetzes im Keime ersticken?

Wenn ich soviel auf Ethik gebe, auf soziales Engagement, warum verhalte ich mich doch wie der Fuchs im Hühnerstall, sobald ich meine, ich sei unbeobachtet?

Warum vervollkommne ich werbeintensiv das Image der Stärke, wenn ich mich gleichzeitig an den Schwächsten vergreife? Oder gehört das gar für mich zusammen?

Jack Wolfskin oder Janus Wolfshaut!?

Wie konnte aus Jack Wolfskin bloß dieser Janus Wolfshaut werden, der diametral anders im Kleinen handelt als er im Großen spricht? Ist eine eine Marke überhaupt zu retten, die so ignorant ist, daß der gesammelte Gesunde Menschenverstand der Blogosphäre nicht reicht, um sie ihre Meinung ändern zu lassen?

Wir meinen JA!, denn für uns steckt in Janus Wolfshaut noch Jack Wolfskin drin. Man muß ihn nur wieder zu Wort kommen lassen!

Zu Persönlichkeit, Stärke und Charakter der Marke Jack Wolfskin gehört, auf die Menschen einzugehen, sie sprechen zu lassen, ihre Sicht zu respektieren, sie als verlorene Schafe einzusammeln und gemeinsam einen Weg aus dem Sturm heraus zu finden.

Jack sagt, daß Leistung sich wieder lohnen muß. Er belohnt Leistung, er bestraft sie nicht

Jack Wolfskin bedeutet ‘gemeinsame Anstrengungen’ nicht ‘Jeder gegen Jeden’. Jack Wolfskin braucht keine Anwälte, die für ihn sprechen. Jack versteckt sich nicht hinter Pressemitteilungen. Jack würde den Anwälten die Köpfe abreißen dafür, wie sie mit seinen Konsumenten umgehen.

Jack Wolfskin will, daß man sich an die ungeschriebenen (Marken-)Gesetze hält. Er weiß, welch schmalen Grat sie bedeuten. Jack liebt die Vielfalt. Jack würde die Abgemahnten zu sich holen und sie schulen, er würde sie anlernen, sie zu Meistern machen, damit sie nicht verlorengehen in der Wildnis da draussen.

Jack würde sie auf ihre eigenen Beine stellen und ihnen nicht den Stuhl unter dem Hintern wegziehen. Jack würde die Menschen zu seinen Botschaftern machen. Jack würde den Menschen vorangehen!
Jack muß sich entscheiden: Will er wieder Jack sein? Oder will er, daß die Menschen sich ständig fragen, wer Jack wirklich ist? Sie ihn für Janus Wolfshaut halten und ihn ziehen lassen? Ihn für immer tilgen aus ihrem Relevant Set, ihren Wunschzetteln und Träumen?

Jack allein hat es in der Hand … auf sich gestellt, den Urgewalten der menschlichen Natur ausgeliefert, nur bedeckt mit einem Stückchen Jackenstoff und einem Logo … den ewigen Dreiklang der Marke in den Ohren: Was will ich? Was kann ich? Wofür stehe ich?

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69 Kommentare

  1. Gordon

    Schöner Kommentar!

    Auf den Punkt gebracht. Nur schade, dass man vermuten muss, dass JW auch dieses nicht liest, geschweige denn versteht.

  2. Daniel

    Sehr schöner Beitrag!

    Der Fall hat mir einmal wieder die Fragilität eines Markenimage vor Augen geführt. Zu meiner Schulzeit galt Jack Wolfskin als peinlich. Warum, kann ich nicht sagen. Über die Jahre wich dieses Image in mir, ich schlich um die Kleiderständer und hätte das ein oder andere fast gekauft.
    Dank der Anwälte und schlechten Reaktion ist JW für mich auf die nächsten Jahre wieder unkaufbar geworden. Glückwunsch ;)

  3. Mike Schnoor

    Man beachte das klassische “Substitutionsgut”. Klamotten kann man jederzeit ersetzen. Wenn es nicht eine Jacke des Wolfes sein soll, kann man auch Produkte von z.B. Mammut, The North Face oder Fjällräven anschaffen – oder vielleicht das eine oder andere günstige “no-brand” Produkt.

    Letztendlich geht es um Wärme, Kälteschutz, Kuschelfaktor und Wohlfühlen, ein gutes Aussehen und vielleicht auch ein gewisses Markenvertrauen. Wenn genau dieses Markenvertrauen jedoch beschädigt ist, lassen sich anderen Anforderungen durch jeden anderen Markenhersteller substituieren.

  4. Polysarcus

    Interessant ist die Entwicklung, die die Marke Jack Wolfskin in den letzten Jahren mit ihrem Sortiment genommen hat. Im Grunde hat sie als erste von mehreren Outdoormarken ihren Bereich deutlich erweitert – gerade noch Funktions-Textil (auch wenn hier öfter Kritiken laut wurden, hier würde es bereits Abstriche an der Qualität geben, was ich persönlich bisher nicht festgestellt habe), aber gleichzeitig schon angekommen in der Mitte derer, die gar nicht so viel am Nordkap unterwegs sind, sondern vielmehr vielleicht im Harz oder Taunus oder an der Nordsee und ansonsten ihre Outdoor-Jacken vorwiegend in der Stadt tragen.

    Konsequent war insofern die Erweiterung auf den Kinder- und Jugendbereich, wo Jack Wolfskin rein von der Sortimentsbreite den anderen Outdoormarken weit voraus ist. Ich lebe in einem Stadtteil, wo Outdoorkleidung für Kinder zum guten Ton gehört, auch weil die Kinder ganzjährig viel draußen sind, im Wald, im Matsch, auf Spielplätzen und städtischen Gärten – und, das sei zugegeben, das Geld im Viertel vorhanden ist, solche Kleidung zu kaufen. An Wochenenden wird wieder gewandert oder Aktiv-Freizeit verlebt, und zwar mit den Kindern, egal wie alt.

    Markenbewusstsein ergänzt hier die funktionellen Anforderungen, und die aus meiner Kindheit klassischen Markenklamotten (Lacoste, Boss, Polo Ralph Lauren) tragen bei uns heute nur noch wenige Kinder, weil sie nicht so viel draußen spielen dürfen, damit sie sich nicht »dreckig machen« ;-) Aber die sind in der Minderheit und kaum zu beneiden,

    Gerade in dieser beschriebenen Zielgruppe der neuen Draußen-Kinder aber richtet Jack Wolfskin meiner Meinung nach mit seinem Marken-Amoklauf den größten Schaden für sich selbst an, jetzt und für die Zukunft. Zugleich fasern sie im reinen funktionellen Outdoorbereich als Marke bereits aus und haben durch die Breite und Marktdurchdringung an Kompetenz und Profil verloren. Für die echten Hardcore-Outdoorler sind sie nicht mehr kompetent genug, für manche Kunden als Marke nicht mehr exklusiv genug, wenn das Logo in jeder Fussgängerzone von 5% aller Personen getragen wird, und mit der breiten Zielgruppe der “normalen Käufer plus Familien mit Kindern” verscherzen sie es sich gerade…

    Diese Konflikte bekommen durch den aktuellen Fall eine ganz neue Brisanz für das Unternehmen.

  5. Bachus

    Man darf nicht vergessen, dass Jack Wolfskin wie kein Zweiter weiß, dass man Marken auch rechtlich schützen muß, denn Jack Wolfskin konnte die schicke tazze nur deshalb als eigenes Logo aufbauen, weil die taz es versäumt hat, die Marke zu schützen. Das Kind, das andere verbrannt hat, scheut das Feuer.

    Ich bin gespannt. Das Ganze wird noch ziemlich spannend, wenn JW das Ding durchzieht. Werden die damit wirklich ihre eigene Marke beschädigen oder schreit in zwei Wochen kein Hahn mehr danach, weil gerade eine andere Sau durchs Dorf gejagt wird. Hat die Blogsphäre tatsächlich die Macht, einer Marke wie JW wirtschaftlich zu schaden oder kann man das als große Firma einfach aussitzen? In ein bis zwei Jahren werden wir es wissen, wenn sich dann überhaupt noch jemand daran erinnert.

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Bachus:
    Aus der Blogosphäre ist die Story ja nun schon lange heraus. Es nimmt definitiv internationale Ausmaße an und der Flurfunk spricht von Reportagen in TV und Print.
    Aber bei allem Respekt:
    Hier will niemand der Marke JW wirtschaftlich schaden und ich halte -offen gesagt- auch nichts von allzu rotzigen Bashings.
    Uns geht es darum, dass -endlich- Unternehmen bei so einer “Panne” auch die Chance sehen und der gesunde Unternehmergeist wieder das Handeln bestimmt.
    Oder wie Obama mal sagte:

    “We must ask, not just is it profitable, but is it right.”
    -Barack Obama (18.12.08)

  7. pnyce

    Dem ist nichts mehr hizuzufügen.
    RT @marenhessler: PR-Gaus wie bei #jackwolfskin sind häufig auf den Narzismus des GFs zurückzuführen und nicht auf die Unfähigkeit der PRler

    RT @marenhessler: Und noch was: Der grauhaarige Mann, der in allen #jackwolfskin Anzeigen und Spots auftaucht, ist der GF.

  8. Hand of Evil™

    Neuer Artikel mit den letzten Updates bei Wikinews in Vorbereitung. Falls jemand mithelfen mag, findet er/sie den Artikel unter: de.wikinews.org/wiki...

    Grüße,
    Hand of Evil™

  9. Hannes

    Ich glaube kaum das JW einen bleibenden Schaden davon tragen wird. Trotzdem werden sie den “kleinen Dämpfer” bemerken. Hoffen wir das andere potentielle Abmahner daraus lernen.

    Zum Artikel: schreibt man “Suicid” nicht “Suizid”?

  10. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Hannes:
    #suizid Ja. ist korrekt. Danke.

  11. pnyce

    Hat eigentlich niemand diesen Artikel im Stern gelesen?
    stern.de/lifestyle/m...

    “El Commandante”, aber sicher nicht wegen der revolutionären Unternehmensführung.

  12. Bachus

    @Roland Kühl-v.Puttkamer

    Ich habe und will auch nicht unterstellen, dass die Sache hochgekocht ist, weil jemand Jack Wolfskin wirtschaftlich Schaden will. Aber wenn JW nicht einlenkt, läuft das ganze auf die Frage hinaus, ob so eine Angelegenheit wirklich eine Marke beschädigen kann oder es sich dabei nicht um einen Sturm im Wasserglas handelt, den man auch aussitzen kann.

    Bisher wurde (abermals) der Beweis erbracht, daß so eine Angelegenheit durchaus die Blogspäre verlassen kann und durchaus in “relevante” Medien diffundieren kann. SPON als Multiplikator sei dank. Aber wird das darüber hinaus wirklich nachhaltige Konsequenzen für JW haben oder legt sich das ganze Theater nach ein paar Tagen wieder? Massive negative Berichterstattung haben bisher langfristig weder Firmen wie z.B. LIDL, KIK usw. geschadet. So schnell wie sich die Wahrnehmung auf einen Punkt richten läßt, so schnell ist sie auch wieder weg.

    Unabhängig davon hat sich JW äußerst geschickt verhalten und hätte mit einer anderen Reaktion vieles besser machen können.

  13. Bachus

    Ich meine natürlich: ungeschickt verhalten

    Wo ist die Korrekturmöglichkeit wenn man sie braucht…

  14. Jörn Hendrik Ast

    Ganz Groß!
    Danke!

    Ich mag ja den destruktiv- subjektiven Ton vieler Blogger nicht. Man muss nicht imme rgleich virtuelle Spukis kleben und diffamieren. Kontakt halten und den Raum öffnen für konstruktive Lösungen ist doch genau das was die Blogosphäre so gut kann. Vielen Dank Ralf für die Anregungen, auf das Jack reagieren und lernen möge!

    Cheers

    Jörn Hendrik

  15. saibot

    Ist immernoch kaum zu glauben, was die sich hier für ein Ei gelegt haben. Allerdings überrascht die Web-Reaktion dann doch.

    Meiner Ansicht nach wird das genauso Schule machen müssen wie der Streisand-Effekt. Allerdings wird es auch viele geben, die es wieder nicht lernen und dann die nächste Marke gegen die Wand fahren…

  16. Baynado

    EIn wirklich toller artikel zum JW Abmahnwahn. Ich wollte mir diesen Winter eine neue Winterjacke von dieser Marke kaufen. Jetzt werde ich mir den kauf wirklich überlegen und von der weiteren Entwicklung abhängig machen.

  17. Joerg

    Bisschen viel Jack Wolfskin, oder? Die ganze Startseite ist voll damit, bringt mal was neues. :(

  18. Dieter

    Dieser ganze JW Unsinn geht mir gehörig auf die Nerven. Es wird zeit, dass man diesen Leuten zeigt, wie hart ein Aufprall von oben sein kann. Was denken die sich eigentlich? Meinen die, die sind Götter nur weil Sie ein tolles Enblem haben?

    Ich wundere mich sowieso wieviele Leute einen Fetisch zu dieser entwickelt haben. Nicht nur dass das Zeug teuer verkauft wird, die Leute merken nicht mal, dass das Plastikzeug in Sweat-Shop-Ländern hergestellt wird! Und dabei verdient JW gut Kohle damit. Wenn ich bedenke was die Sponsern…

    Ich hoffe das geht für die mächtig nach hinten los!

  19. PR Gau für Jack Wolfskin «

    [...] lesenswert finde ich den Beitrag auf werbeblogger.de Ralf Schwartz beschreibt den Vorgang recht plastisch und spricht sich für einen Wohlwollenden und [...]

  20. Antje

    Ich finde es einfach interessant, wie ein sorgfältig aufgebauter, sympathischer, aber auch kostspieliger (Werbung ist eine Investition) Markenauftritt mit einem solch brachialen Verhalten in kürzester Zeit sabotiert werden kann. Damit fördert man kein Vertrauen. Und es sei jetzt mal dahingestellt, ob Jack Wolfskin auf dem Papier Recht hat: Wer so sehr auf den unbedingten Schutz seiner Markengestaltung pocht, sollte sich auch eine zulegen, die eine ausreichende Eigenständigkeit gewährleistet; denn das Logo von Jack Wolfskin ist und bleibt – ein Pfotenabdruck!

  21. Patrick

    Sorry, aber Dein unbändiger Gebrauch von “JACK” hat ein Assoziation ausgelöst, zu der ich einst tanzen musste:

    In the beginning, there was Jack, and Jack had a groove.
    And from this groove came the groove of all grooves.
    And while one day viciously throwing down on his box, Jack boldy declared,
    “Let there be HOUSE!”
    and house music was born.
    “I am, you see,
    I am the creator, and this is my house!
    And, in my house there is ONLY house music.
    But, I am not so selfish because once you enter my house it then becomes OUR house and OUR house music!”
    And, you see, no one man owns house because house music is a universal language, spoken and understood by all.
    You see, house is a feeling that no one can understand really unless you’re deep into the vibe of house.
    House is an uncontrollable desire to jack your body.
    And, as I told you before, this is our house and our house music.
    And in every house, you understand, there is a keeper.
    And, in this house, the keeper is Jack.
    Now some of you who might wonder,
    “Who is Jack, and what is it that Jack does?”
    Jack is the one who gives you the power to jack your body!
    Jack is the one who gives you the power to do the snake.
    Jack is the one who gives you the key to the wiggly worm.
    Jack is the one who learns you how to walk your body.
    Jack is the one that can bring nations and nations of all Jackers together under one house.
    You may be black, you may be white; you may be Jew or Gentile. It don’t make a difference in OUR House.
    And this is fresh.

    Für alle, die es noch nicht erkannt haben:
    youtube.com/watch?v=...

  22. Astridka

    Lest den Artikel zum J.-Wolfskin- Geschäftsführer auf dieser Seite:

    stern.de/lifestyle/m…

    Ein echter “Gauche Caviar” und Freund des “Gutmenschen” Wolfgang Niedecken, den ich noch aus gemeinsamer (Kunst-) Studienzeit kenne und dem damals Kreativität und Originalität über alles gingen.
    Es ist zum Heulen, wie weit wir 68er heruntergekommen sind!

  23. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Joerg Ja, bald gibt´s wieder “Werbung” ;-)
    Aber ernsthaft: Aus unserer Sicht ist, sofern nicht neue Sachverhalte auftauchen, alles gesagt. Ich kann zwar nicht versprechen, dass wir morgen etwas vollkommen themenfremdes bringen, aber jedenfalls wird JW -wenn überhaupt- nur eine sehr mittelbare Rolle spielen.
    Nach über 500 moderierten Kommentaren, tausenden von Tweets und knapp 200 verweisenden Seiten zu dem Thema mit z. Teil hervorragenden Beiträgen sowie zig Telefonaten und Gesprächen im Hintergrund muss ich mich auch mal wieder mit einer anderen Marke beschäftigen…

  24. Jessica

    Sehr schöner Beitrag…
    wer weiß ob Jacks nicht doch liest und nachdenkt.
    Das wäre schön!

  25. poetryslam

    sehr poetisch, diese markenpoesie. was aber, wenn der gute jack eben einfach doch kein guter ist? die tatzen-nummer mit der taz. die heimlichtuerei mit den ethischen standards. das schöne naturschutzgebiet, wo jetzt die auslieferzentrale sitzt. und jetzt diese testosterongeladenen abmahnungen mit wolfsgeheul. vielleicht ist der jack halt doch der böse wolf, so wie bei den drei schweinchen, bei rotkäppchen, und beim peterundderwolf. da hilft dann auch keine social sonstwasaktion, da muss vielleicht einfach die schwarmintelligenz des netzes ihm mal eins auf die tatzen geben, so wie es wohl gerade passiert.

  26. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @poetryslam:
    Naja, man kann es auch so sehen: Nachdem wir das Thema hier eröffnet haben und es im ganzen Web zum Teil ordentlich “Peitsche” gibt, stellen wir jetzt einmal das Zuckerbrot in den Raum.

  27. Alex Reinhardt

    Da zeigt sich das “schwarze Schaf im Wolfspelz”… so langsam nüssten die “Offline-Firmen” doch merken – wie schnell sich ein PR-Gau entsteht, wenn man sich solche Sachen leistet… ich kann die ganzen Beispiele von Abmahn-Gaus gar nicht mehr zählen…

  28. Alex Reinhardt

    Ich würde auch gerne mal wissen, was die Anwälte der Kanzlei inzwischen sich erzählen und wie sie diesen Image-Schaden an JW verkaufen… Ich würde als JK nun mal die Kanzlei wegen Markenschädigung verklagen….

  29. Gorilla

    Gerade geschickt bekommen, fand ich ganz passend:

    de.tinypic.com/view....

  30. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @gorilla: der Link scheint defekt.

  31. Enrico

    Ein weiterer sehr guter Artikel. Die ganzen Fälle der letzten Monate lassen erahnen wie sehr das gesamte Social Web von Marketingverantwortlichen scheinbar ignoriert wird. Anders kann ich mir dieses Verhalten nicht erklären. Klar muss man seine Marke schützen, doch dazu sollte man auch die Gefahr kennen!

  32. major bummer

    Wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen und die Gegenwart nicht mir der dringlichst antizipierten Zukunft verwechseln. Wolfskin trägt kein Trekker, das ziehen Studienräte (und Anwärter) zum Wandertag an. Auch zum Trekking-Urlaub und Camping mit der Familie. Wir sprechen hier von einem Kundenstamm, der diesen ganzen Sturm im Internetglas nicht mitkriegt.
    Oder mit anderen Worten: Wer von allen Bloggern, Echauffierten, Sympathisanten, wer von euch
    a) besitzt einen Wolfskin Artikel
    b) kennt jemanden, der das tut (Geographie-Lehrer zählen NICHT)

    Gute Sache, dass die Sau durchs Dorf getrieben wird, keine Frage. Soll den Unternehmen einen Vorgeschmack geben darauf, was bald richtig ernst wird. Aber ernst ist es noch lange nicht. Vodafone, Jako, Wolfskin – Umsatzeinbußen anyone? Nope.

  33. Kretin

    Wenn die jetzt nen Rückzieher machen, dann nur unter Zwang, nicht aus Einsicht. Der Artikel ist gut gemeint, aber die Marke ist verbrannt. Einen derartigen wirtschaftlichen Schaden hätten Horden von Handarbeiterinnen in hundert Jahren nicht anrichten können. Ich muß aber sagen, einer Firma, die ihr Logo woanders geklaut hat, geschieht das nur recht.

  34. ralf schwartz

    Dank Euch allen für die elaborierten Kommentare – und Hinweise.

    Wäre in der Tat schön, guckte Wolfskin-Chef Hell mal hier rein und würde sein Tun ein wenig reflektieren.
    Solche Unternehmer-Typen (im besten Sinne!) haben normalerweise ein ganz besonderes Gespür für die Strömungen und Vibrationen des Marktes.

    Hat man aber zum ersten Mal mit der sozialen Wucht des Netzes zu tun, muß sich das wohl ersteinmal setzen … das ist normal.

  35. Niels

    Abseits von aller Markenrechtsdiskussion ist es einfach ein hässliches PR Desaster, auf rein emotionaler Ebene. Und JW geht grade KO wenn sie nicht ein wenig in die Gänge kommen. Das ganze wird so langsam zum Tsunami im Baggersee:

    wuv.de/nachrichten/u...

    DAS ist eindeutig ausserhalb der “Blogosphäre” und wird auch von Leuten gelesen die es sonst evtl. nicht mitbekommen. Ich bin heute bereits von Bekannten angesprochen worden. Nahezu keiner stellt das Markenrecht in Frage – aber nahezue alle die Verhältnissmäßigkeit der Aktion.

  36. Carlotta

    @poetryslam

    Meine Gedanken! Bei SPON habe ich heute gelesen, dass zuvor online-Shops mit Artikeln wie Katzenkörbchen etc. abgemahnt wurden, aber aus Angst vor Repressalien den Mund gehalten und gezahlt haben. Ebenso wurde lt. Internetrecht-Rostock bei ebay “aufgeräumt”

    internetrecht-rostoc...

    Das alles passt definitiv nicht zu der Öko-Freiheits-Lagerfeuer-Kumpel-Sozial-Attitude. Platzt da vielleicht gerade eine monströse Seifenblase?

    Die sieben dawanda-Zwerglein sind nach meinem Stand von gestern Abend auf 8 angewachsen.

  37. Markus Trauernicht

    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch richtig heftige Bewertungsmöglichkeiten für Kunden über Unternehmen gibt.
    Sidewiki ist ein erster Schritt in die Richtung. Da können wildfremde Leute irgendeine Webseite kommentieren und die eigene Meinung laut loswerden.

    Zum Beispiel auf der Bestellseite eines Internetshops!

    Ganz schön bitter für Unternehmen die sauber arbeiten, aber auch nur einen vergraulten internet-affinen Kunden haben.

    Warm anziehen heißt es da für viele Unternehmen. Web 2.0 war gerade anfangs optimal, weil man der aggressiven Werbung aus dem Weg gehen konnte. Doch es entwickelt sich weiter. Man verkriecht sich nicht nur, sondern meidet Unternehmen die eigenen Wertvorstellungen nicht entsprechen.

    Wer will denn mit einem Unternehmen identifiziert werden, welches nicht den eigenen Wertvorstellungen entspricht?

    Die Masse der Unternehmen hat wohl noch nicht kapiert, dass das Internet aus Menschen mit echten Bedürfnissen besteht. Die sich zudem auch noch unterhalten und austauschen.

    Vielleicht ist es mal an der Zeit, dass die Möglichkeit zu Abmahnung abgeschafft wird. Man wird nicht besser indem man andere ausbremst.

    Ich frage mich manchmal, ob es nicht ein optimaler Indikator dafür ist, wie gut es einem Unternehmen wirklich geht.

    Das Internet ist jung. Vielleicht sollte sich manch ein Unternehmen mal darüber Gedanken machen, dass eine Seite wie diese hier in 30 Jahren noch im Internet steht…

  38. Dieter

    > Zum Beispiel auf der Bestellseite eines Internetshops!

    naja… wenn die firma selber den shop betreibt, dann wird sie wohl kaum schlechte meinung weiter zulassen. anders sähe es da bei amazon & co. aus.

    > Vielleicht ist es mal an der Zeit, dass die Möglichkeit zu
    > Abmahnung abgeschafft wird. Man wird nicht besser indem
    > man andere ausbremst.

    Ich finde das auch. Das ist alles Geldmacherei für diese ganzen Juristenschnösel die kein Bock haben sich den Hintern für aussichtslose Fälle aufzureißen… Ich meine, dass ein Gespräch von Chef zu Chef (Du… ich hab mir die Marke gesichert, lass das. Wir haben hier was eingetragen und machen Werbung. Änder das mal ab, dass wir unsere Investition nicht gefährdet sehen, ansonsten [DROHUNG MIT DER GESETZESKEULE]) humaner gewesen wäre.

    Bei diesem ganzen Abmahngetue könnte man meinen, dass die Firmen vergessen dass Sie auch klein angefangen und viel um die Ohren hatten.

  39. icke

    Abmahnen ist wirklich das Letzte und ein Tritt ins Gemächt der Betroffenen. Als ob eine so große Gefahr von kleinen Privatpersonen ausgeht, die man nicht auf eine andere Art darauf aufmerksam machen kann, daß sie ggf. gegen Markenrechte verstoßen. Bei 7 oder 8 Personen kann man ja wohl ne Mail schreiben oder nen Anruf tätigen, bevor man nen Anwalt einschaltet. Wie würde es denn den Verantwortlichen bei JW schmecken, würde man sie mal richtig bluten lassen für irgendeinen belangslosen Sch*iß?
    Es ist zum Mäusemelken. :D

  40. Martin

    Mal ganz unabhängig von der Sachlage frage ich mich ob der “Aufschrei” der netzaffinen Menschen JW überhaupt juckt.
    Weiß “El Commandante” überhaupt was Internet ist, was Blogs sind und wie sie funktionieren?
    Haben die Blogbetreiber (zur Zeit)überhaupt die Macht, besser: den Einfluss, etwas zu verändern? (da fällt mir spontan die Petition von Franziska Heinen ein..).
    Ich denke, es funktioniert so, wie die (aktuell diskutierten) Relevanz-Kriterien der Wikipedia: 1000 Blog-Einträge = irrelevant. 1 Fernsehbeitrag = relevant.

  41. sk8erBLN

    google:” Ergebnisse 1 – 10 von ungefähr 1.300.000 für jack wolfskin” Vor zwei tagen waren es noch 200.000 fundstellen weniger….

    und es zieht immer weitere kreise, jetzt schon in ganz normalen großen zeitungen und dort gleich im normalen wirtschaftsteil und alles andere als “nett”….

    <<Freizeit-Modenhersteller Jack Wolfskin sekkiert Bastler

    21.10.2009 | 08:41 | (DiePresse.com)

    Der Hersteller von Plastik-Kleidung für die Freizeit mahnt gegen teures Geld Heimarbeiter ab, die ihre Produkte im Internet verkaufen. Der Grund: Sie verwenden Pfotenabdrücke auf ihren Arbeiten.

    diepresse.com/home/w...

    Es dürfte nicht mehr lange dauern und die geschichte landet im tv.

    Zur these die eigentlichen käufer der marke JW bekommen davon so gut wie nichts mit:

    Das sehe ich anders, denn auch am "POS" geht es hoch her. Z.B. im für den outdoorbereich sehr wichtigen forum der firma "globetrotter" (21.10.2009 | 09:59 CEST| Zur Zeit sind 655 Besucher online),Bei globetrotter, die zugleich den webshop für JW betreiben, ist man weit cleverer als bei JW selbst. In deren gästebuch wird das unangenehme thema nicht wie bei JW einfach komlett "wegzensiert", auch wenn man verzweifelt versucht, JW als nur einen von über 700 Lieferanten herunterzuspielen und die diskussion in einem extrabereich zu verstecken….

    <<eRedaktion antwortet: Die offizielle Pressemitteilung finden sie auf der Homepage von Jack Wolfskin.
    Jack Wolfskin ist einer von über 700 Lieferanten bei Globetrotter Ausrüstung. Das Gästebuch von Globetrotter Ausrüstung ist daher nur sehr bedingt für dieses Thema geeignet. Wir werden die Beiträge daher in unser Forum verschieben, so bleibt mehr Diskussions-Spielraum.

    Alle weitere Meinungen zu diesem Thema: Bitte hier entlang!

    Vielen Dank!<<
    quelle: globetrotter.de/de/f...? , dort eintrag #544

    Und natürlich sind die globetrotter kunden clever genug die richtigen zusammenhänge herzustellen:
    <<Autor: Jogi

    da machen Sie es sich aber zu einfach! Sie haben mit ihrem "Shop in Shop"-Konzept das komplette Programm von Jack Wolfskin im Angebot, sie wickeln den Online-Handel dieser Marke ab und führen obendrein sehr viele Produkte dieser Firma. Sie können J.W. somit nicht einfach als nur "einen von 700 Lieferanten" abtun.
    Daher denke ich weiterhin, dass auch Globetrotter sich nicht um eine Stellungnahme bzgl. der Praktiken von J.W. drücken kann, auch wenn mein Wunsch, dass sie diese Firma aus dem Programm nehmen, wohl von Ihnen nicht erfüllt wird ;-).
    Oder ist ihr soziales und ökologisches Engagement auch nur Marketing-Gefasel? <<

    Und zum "lidl" oder "kik" vergleich noch ein satz. Die leute die bei kik & co einkaufen tun das sicher nicht weil es dort so besonders tolle klamotten gibt oder das shoppingerlebnis so befriedigend ist in den shops sondern auf grund ihrer prekären wirtschaftlichen situation. Die kunden von JW sind in der komfortablen situation zahlreiche alternativen im selben preissegment zu haben -die noch dazu sowieso qualitativ eindeutig besser sind. Da fällt das wechseln ausgesprochen leicht. ;)

  42. pnyce

    @Markus Trauernicht @Dieter
    Der Internetshop von JW wird von globetrotter.de betreut. 2 x 250 Millionen Umsatz. Das wird denen am Arsch vorbeigehen.

  43. von abmahnern, abzockern und kleingeistern « dogscafe_blog

    [...] vollkommen überzogene Abmahnkampagne zu runinieren. Infos zu dem Thema gibts bei der taz , bei werbeblogger.de und eine juristische Erklärung findet sich bei [...]

  44. wolkencloud

    Mich würde interessieren, ob die vom Aufsichtsrat und die Inhaber das ganze überhaupt mitbekommen haben. Oder einfach nur von den Juristen hören: “wir kümmern uns schon darum”.
    Das wäre zwar auch keine Entschuldigung, nur wäre die Dummheit an einer anderen Stelle zu suchen.

  45. Thor

    @Martin
    “1000 Blog-Einträge = irrelevant. 1 Fernsehbeitrag = relevant”, das stimmt leider wirklich in vielen Unternehmen. Ich würde sogar soweit gehen, dass eine Meldung im Handelsblatt die höchsten Wellen in der Geschäftsführung/im Vorstand schlagen würde. Das liest zwar von den Endkunden niemand, aber die eigene Peergroup.

  46. Vroni

    Tipps für eine neues Markenthema:
    Apple ist ebenfalls recht klagefreudig
    dhrac.posterous.com/...

    Der Wahnsinn des “ähnlichen Designs”:
    Hier verklagt er ein Logodesign, dessen Ähnlichkeit mit den Apple-Apfel schon sehr gesucht ist. Da sind gestickte Katzenpfoten ähnlicher der Wolfkin-Pfote. Ob Apple auch Häkler verklagt, die angebissene Äpfel auch ihre Topflappen sticken ist mir allerdings nicht bekannt.

  47. Vroni

    Zumindest verklagt das Geek-Vorzeigeunternehmen Apple Schulen:
    ricdes.com/blog/2008...

  48. Jack Wolfskin ist gerade dabei «

    [...] Mehr gibts hier [...]

  49. Matthias

    >>Ich würde sogar soweit gehen, dass eine Meldung im Handelsblatt die höchsten Wellen in der Geschäftsführung/im Vorstand schlagen würde. Das liest zwar von den Endkunden niemand, aber die eigene Peergroup.<<

    Der Fall steht heute im Handelsblatt, Seite 16.
    "Jack Wolfskin zeigt Hobbybastlern die Krallen"

  50. peter

    Fragilität des Markenimages: sehr gut analysiert!!
    Konsequenz? Alle Außenkommunikation müsste eigentlich durch die Kommunikationsabteilung gegengelesen werden ;-)
    Naja im Ernst: Sensibilisierung aller Firmenbereiche auf Fragen des Markenimages und der Kommunikation würde schon reichen, um Risiken beurteilen zu können…

    Was ich mich dann aber doch frage:

    Warum ist das große Unternehmen, das seine Rechte schützt, immer gleich böse?

    Warum muss das große Unternehmen tolerieren, dass Kleinunternehmer mit Emblemen, die ähnlich der Unternehmensmarke sind, für die sie aber keine Rechte haben, Geld verdienen? Jetzt mal egal, wie sinnvoll das Imitat erscheint – aber muss da unbedingt die Wolfstatze auf den Topflappen gestickt sein?? Ist da nicht genug Gehirnschmalz vorhanden, sich was eigenes auszudenken?

    Könnte es mittlerweile nicht schon so sein, dass es den Kleinunternehmern schlicht egal sein kann, ob sie dafür abgemahnt werden oder nicht, da sie die öffentliche Empörung ja sowieso auf ihrer Seite wähnen können, sprich sie sich eh der einvernehmlichen Lösung verweigern können?

    Und warum muss der Kleinunternehmer unbedingt am großen Markenartikler partizipieren (man könnte auch sagen: schmarotzen…) und denkt sich nicht ein eigenes kreatives tolles Produkt aus?? Und wenn er dann beim schmarotzen noch erwischt wird, dann ist er das Opfer??

    Muss man daraus wirklich den -bitteren- Rückschluss ziehen, dass ein Unternehmen wie JW mit tollem Markenimage und beeindruckenden sozialen Engagements die Streuverluste durch “mitverdienende” Kleinunternehmer in Kauf nehmen muss, um die soziale Komponente seiner Marke nicht zu gefährden? Wahrscheinlich ist es so, zumindest wenn man die kommunikativen Folgen und die Imageschäden beobachtet, dann gilt hier wohl immer noch “was kratzt es die Eiche…”

  51. Wolfgang

    Ich habe mir gestern mal so meine Gedanken gemacht.
    Ich kannmir vorstellen, dass die Aufregung durchaus gewollt ist von JW. Wenn Dawanda versucht hat, das Schlimmste vorher abzuwenden, wie es hier im Blog zu lesen ist und trotzdem gemahnt wurde, dann sollte das ganze wohl so sein.

    Ich hab bei mir im Blog ein wenig über die verschiedenen Zielgruppen spekuliert und komme zu dem Ergebnis, dass die paar Hobbybastler die bei Dawanda Kunden sind für den Wolf wohl eher kalkulierte Nichtkunden waren. Also es könnte sein, dass das eine neue “Marketingidee” ist, sich ins Gespräch zu bringen.

    Man haut mal auf irgendeine Zielgruppe die der eigenen eigentlich möglichst fern ist und stärkt so das Group-In-Gefühl der eigenen Kunden. Wenn es gut geht. Aber manchmal geht das eben vielleicht auch nicht gut.

    Nur, 200.000 neue Suchergebnisse bei Google in 2 Tagen, wie es sk8erBLN weiter oben schreibt, Berichte in Print und TV und so weiter, mit ein paar kleinen Abmahnungen ist schon ein ziemlicher PR-Faktor und darüber hinaus so kostengünstig, dass keine Kampagne mithalten kann. Wenn die Zielgruppen dann noch weit genug auseinander liegen, kann man so was schon mal kalkulieren. Vielleicht kann man sogar, nach einer Woche Aufsehen, ganz “großzügig” einlenken und den Gutmenschen machen?

    Also, verkommt die Blogosphäre durch solche Aktionen zum Marketinginstrument? Das wäre die spannende Frage?

  52. giovanni

    jetzt auch auf dpa…

  53. Guido

    @ Peter

    Deine Argumentation erscheint mir mehr als unausgegoren.
    Du glaubst also, dass Pfotenmotive erst seit dem Diebstahl von JW “in” sind???
    Du glaubst ernsthaft, dass eine Hobbybastlerin, die ein T-Shirt mit einer Katze(!) verziert und dies mit Katzenpfoten ergänzt einen Zusammenhang zu JW herstellt?

    Niemand – von den gezeigten Motiven – hat das Symbol/Logo von JW auch nur entfernt angetastet.
    Sie haben eine Wolfstatze. Auch wenn einige meinen das der Unterschied marginal ist: Ein Wolf hat soviel mit einer (wie auch immer gearteten) Katze zu tun wie eine Kuh mit einem Vogel. Nix…

    So richtig lächerlich wird das Ganze ja letzlich erst dadurch, das Shakira über ihren Live Nation Shop ein T-shirt vertreibt ohne Spruch, nur (!) mit Tatze.
    Da ist im Sinne der Argumentation tatsächlich eine Verwchslungsgefahr gegeben. Der Unterschied:
    Live Nation ist der weltgrößte Tickethändler und macht schlappe 6 Mrd US$ Umsatz.
    Das könnte bedeuteten, dass JW umgangssprachlich keine Eier in der Hose hat.

    Das macht es nicht nur lächerlich, sondern JW auch äußerst unsympathisch.

    Andererseits ist tatsächlich die Frage, ob es nicht ein wenig blauäugig ist, von einer Firma, die für den Besitzer ein Investment ist (die Inhaber haben in 10 Jahren 3x gewechselt), Werte zu erwarten.

    Hier gilt nur eins: der Profit.

  54. Klaas Kramer

    @wolfgang
    Das Kalkül dahinter ist durchaus denkbar.
    Blogger und beherzte Kommentatoren wie ich wollen natürlich den Beweis erbringen, dass negative “Berichterstattung” (passt ja nicht ganz der Begriff) per se der Marke schadet.
    Aber nüchtern betrachtet muss das nicht so sein.

    Ich bin mir sicher: zielgrrichtete Markenkommunikation ist (wie eh und je) NICHT möglich. Auch in der klassichen PR konnten keine Botschaften festgelegt werden, geschweige die Wirkung, die sie bei irgendjemanden haben sollen.

    Sollte tatsächlich eine nicht-juristische Absicht hinter der Abmahnerei stecken, dann ist das Brand Hacking in einer sehr riskanten Variante — ethisch verwerflich, keine Frage. Aber JW kann sehr viel davon lernen, was die Marke aushält, was ihr schadet und was sie stärkt.

    Als Fachmann bleibe ich neugierig mit Blick auf den offenen Ausgang. Als Mensch hoffe ich, dass JW einen schmerzlichen wirtschaftlichen Schaden aus dieser Aktion davon trägt.

    Weil Lernen auch mal wehtun muss!

  55. Müller Peter

    Es ist schade aber ich werde nun keine Produkte dieser Firma mehr kaufen.

  56. sun_

    inzwischen kommt es auch über die dpa und so auch auf zeit und süd-deutsche online.

    da werden die printmedien nicht lange auf sich warten lassen…

    jetzt kann man wohl wirklich vom PR-Supergau sprechen!

  57. Taxadvisor

    Wo ist sie hin, die kleine feine Marke mit Kundennähe und individuellen Produkten, die ich vor – ich glaub so 12 Jahren das erste mal – damals noch telefonisch geordert habe. Heute meide ich die kommerziellen Massenprodukte mit ihren lieblosen Innenstadtstores wie der Teufel das Weihwasser. Die Abmahnvorfälle bestärken meine Einstellung. Nächstens wird mein 12 – jähriger Sohn noch abmemahnt, weil er eine Tierpfote auf Papier tuscht. Peinlich für JW, ich wünsche eine maximale Umsatzeinbuße im Weihnachtsgeschäft. Nach dem Artikel im heutigen Handelsblatt dürfte auch die kaufkräftige Kundschaft die Nase rümpfen.

  58. Polysarcus

    Ist Euch schon aufgefallen, dass sämtliche bezahlten Adwords bei Google am Nachmittag nicht mehr geschaltet sind – bis auf die firmeneigene.

    Entweder sind die ganzen Tages-Budgets schon leer, bis auf JWs. Oder da haben einige Händler es vorgezogen, nicht unzählige Euro in Klicks zu investieren, solange der Sturm tobt und zu viele Streuverluste bei den Klicks drohen.

  59. Gila von Meissner

    Eine Marke ist meiner Meinung nach fast IMMER zu retten. Wir alle wissen, wie große Unternehmensgefüge manchmal aneinander vorbei kommunizieren. Und dass überall auch nur Menschen sitzen.

    Wie so eine Rettung aussieht, trotz der Presseerklärung? Ein einfaches Zurückrudern könnte schon nicht mehr reichen.

    Aber zum Beispiel das Verleihen von Lizenzen. Die den Kunsthandwerkern bei Einzelprodukten (wie zum Beispiel Schminkspiegeln mit Michael Miller-Stoff) eine 1-Euro Jahreslizenz zur Nutzung verleiht.

    Das wäre Groesse.

    Und bitte dann auch gleich Hundeschulen und Vereinen, denn die dürfen derzeit auch keine Tshirts mehr drucken lassen… denn deren Lieferanten wurden schon im Sommer abgemahnt.

    Auf lange Sicht benötigen wird ein neues Markenrecht bzw ein neues Abmahnrecht.

    Aber – eins nach dem anderen.

  60. SEO-Blog » Spezielle Formen von Kommentar-Spam in Blogs

    [...] ist da das aktuelle Thema des Markenschutzes und des Markensuizides; unter der verlinkten Spam-URL sind zwar erst zwei Seiten erreichbar, doch diese bewegen sich, [...]

  61. Der Tanz geht weiter « …Kaffee bei mir?

    [...] Der werbeblogger hat einen Grundsatzartikel geschrieben. [...]

  62. Webrocker

    Was lässt JW in seiner Werbung seit Jahren die Walkabouts singen:
    “… the future is a muscle you don’t have.”
    - ‘nough said.

  63. 1. Twittnite Hamburg in der Layback-Bar | Support Real Life

    [...] und der Werbeblogger berichtete über diese Jack Wolfskin-Geschichte [...]

  64. dot tilde dot

    ich wünsche dawanda, dass sie die hervorragende gelegenheit gut nutzen und mit der aufmerksamkeit etwas anzufangen wissen.

    auf gehts!

    .~.

  65. Der Herbst des Hauses Jack Wolfskin | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Der Herbst des Hauses Jack Wolfskin

    [...] “Touch” für die eigene langfristige Markenentwicklung bei Jack Wolfskin aka “Janus Wolfshaut” eingekehren. Dies ist heute nicht erkennbar! Das ist sehr bedauerlich und wirft kein gutes [...]

  66. D.O.E.

    Viele, viele Jahre bin ich CAMEL treu geblieben und habe trotzdem in den letzten zwei Jahren auch Produkte von J.W. gekauft. Diese Marke ist nun jedoch auf meiner Blacklist gelandet und ich werde nun wieder 100% in CAMEL investieren. Pech gehabt “J.S.” – auch wenn es nur ein paar Hundert EU’s im Jahr sind, die gehen nun nicht mehr an J.S. und seine Abmahnanwälte…

  67. Vadder Krause

    Ja so ist es Ihr Finanz Heuschrecken von Jack Wolfskin.
    .
    Abmahnungen zur Profitmaximierung können nach hinten los gehen.

  68. Dani

    Offenbar ist JW nicht klar, dass Konsumenten vielleicht ein anderes Produkt kaufen, weil sie eine Tatze auf der Unterseite und der Seite von Street- / Skaterschuhen cool finden und nicht weil sie irgend ein Image von einer Outdoor-Wear firma damit verbinden.

    Meine sauteure JW Regenjacke hab ich damals wegen der Funktionalität gekauft und weil sie dezent aussah, nicht wegen dem Namen. Es hätte genausogut ein Produkt von North Face, Salewa oder Mammut sein können. JW ist für mich gestorben und ich hoffe inständig, dass sie in Zukunft immer mehr potentielle wiederkehrende Kunden durch ihr auftreten verlieren.

    Jeder weiss wofür JW steht – Wildnis, Schutz vor Witterung (mehr in der Natur als im Grosstadtdschungel) aber sicher nicht für coolness in der Stadt, sicher nicht für Jugendlichkeit. Jack Wolfskin steht hier in der Schweiz vor allem für qualitativ hochwertige Markenjacken, Markenhosen, Rucksäcke etc. (was man halt zum wandern braucht) zu astronomischen Prisen. Sind wir mal ehrlich – Winterjacken für 400 bis jenseits 700 Euro (umgerechnet) – ist nicht euer Ernst oder?

  69. Lucille Weyers

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