20.10.09
12:10 Uhr

Die Fans von Jack Wolfskin

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Ein (ehemaliger) Fan von Jack Wolfskin Produkten hat seinen Brief an die JW-Geschäftsführung veröffentlicht. Er schildert sehr anschaulich, welche emotionalen Bewegungen die Handlungen und Entscheidungen von Jack Wolfskin bei Markenanhängern auslösen können

Mit Befremden musste ich lesen, dass eine meiner liebsten Marken, Jack Wolfskin, unter die Abmahner gegangen ist. Mein erster Gedanke war, dass Sie endlich gegen die Fälscher im grossen Stil vorgehen, die hier in der Ukraine, meinem Wohnort, ihr Unwesen treiben und Ihre Marke massiv schädigen. Das Entsetzen wurde gross, als ich gelesen habe, dass Sie mitnichten gegen diese Fälscher vorgehen, sondern kleine Leute kostenpflichtig abmahnen lassen, die eine Katzenpfote auf ihre selbstgebastelten Sachen sticken. Mir war bislang nicht bewusst, dass Ihre Firma das alleinige Recht am Abbild einer Katzenpfote hat. Und selbst wenn, hätten Sie sich einen Zacken aus der Krone gebrochen, den betreffenden Personen eine Mail oder einen kostengünstigen Brief zu schreiben und so auf Ihre Markenrechte hinzuweisen? Stattdessen hetzen Sie diesen Leuten, die wahrlich kein Vermögen (wenn überhaupt) mit den Produkten verdienen Anwälte auf den Hals, die überzogene Kostennoten produzieren.

Ich war bislang sehr überzeugt von Ihren Produkten. So überzeugt, dass ich einmal im Jahr extra von Kiew nach Moskau fahre, um mich dort mit Ihren Produkten einzudecken. In der Ukraine gibt es leider keinen Shop, wo man Ihre Produkte Original erhält. Billige Kopien gibt es aber massenhaft an jeder Strassenecke (die scheinen Sie aber zu tolerieren…). Bei meiner jährlichen Shoppingtour nach Moskau in Ihren Laden lasse ich regelmässig 1500-2500 Euro liegen, da ich für Freunde und Bekannte gleich mit einkaufe und die Sachen in die Ukraine bringe.

Der Grund für meine Markentreue zu Ihnen war bislang die Tatsache, dass ich mich mit Ihrer Marke identifiziere. “Draussen zu Hause” ist ein Lebensgefühl, das ich lebe. Auf vielen Wanderungen in der Karpaten oder dem Gebirge auf der Krim waren Ihre Produkte stete Begleiter. Ich kann mich aber nicht mit einer Firma identifizieren, die meint, “kleine Leute von der Strasse” kostenpflichtig abmahnen zu müssen, die lediglich eine Katzenpfote für Bastelarbeiten verwenden. Sie müssen Ihre Marke schützen, keine Frage. Aber wo bitteschön fängt Ihre Marke an und wo endet sie? Meine Katze verletzt Ihre Markenrechte ständig, wenn sie mit dreckigen Pfoten nach Hause kommt und ihre Pfotenspuren überall im Haus auf dem Teppich und den Fliesen hinterlässt. Bewahren Sie sich doch Augenmass und gehen Sie gegen die echten Schädlinge vor, die massenweise gefälschte und minderwertige Waren mit Ihrem Logo auf ukrainischen Basaren vertreiben. Bei diesen Produkten herrscht eine echte Verwechslungsgefahr mit Ihren Produkten und nicht bei gehäckelten Kissen mit einer Katzenpfote drauf.

Ich sage es Ihnen offen, ich schäme mich für Ihr Verhalten! Ich habe bislang Ihre Produkte mit Stolz getragen, da sie auch für ein bestimmtes Lebensgefühl standen und gerade hier in der Ukraine habe ich gerne Freunden und Bekannten Ihre tollen Produkte gezeigt, die hier ja nicht zu haben sind. Ihr Verhalten hat so dermassen negativ medial eingeschlagen, dass ich von Bekannten sogar hier in Kiew heute darauf angesprochen wurde: “Du bist doch der Jack Wolfskin Freak hier, findest Du etwa gut, was die da in Deutschland treiben? Sowas unterstützt Du?” Nein! Ihr Verhalten kann ich mit gutem Gewissen nicht unterstützen! Meine einzige Möglichkeit, meine Meinung Kund zu tun ist, Ihnen eine Mail zu schreiben mit meinem Unmut und in Zukunft auf Ihre Produkte zu verzichten. Die Mail wird sie wohl nicht gross interessieren, vielleicht geht sie auch unter. Aber meine jährliche Fahrt nach Moskau im Dezember wird dieses Jahr ausfallen. Sie werden an mir dieses Jahr keine 2000 Euro Umsatz machen. Ich bin überzeugt, dass viele andere treue Kunden ähnlich handeln werden. Der Schaden, den Sie sich selber zugefügt haben mit dieser Aktion ist weitaus grösser als was irgendwelche Leute mit dem Verkauf von gehäckelten Kissenbezügen mit Katzenpfote drauf jemals hätten tun können.

Ihre Stellungnahme zu dieser Sache auf Ihrer Webseite ist mir bekannt. Mich würde ganz persönlich Interessieren, warum eine so grosse Firma wie Sie gegen die kleinen Fische vorgeht, die grossen Haie (die Fälscher im grossen Stil) aber weiter schwimmen lässt.

Mit freundlichen Grüssen

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75 Kommentare

  1. Cappellmeister

    *facebook* Gefällt mir

  2. Tim Keil

    Ja, ich sehe das auch so. Toll geschrieben.

  3. Volker Meise

    Passt. Wenn Image und Handlungen auseinander laufen, kommt so etwas dabei heraus. Ich bin nur gespannt, wann JW einlenkt (mein Blog zum gleichen Thema: meistermeise.de).

  4. Marc

    Sehr treffend geschrieben, ich hoffe die Mail geht nicht unter und wird der Geschäftsleitung vorgelegt. Ich habe auch die Erklärung von JW gelesen und habe den Eindruck, dass dort gelogen wird, denn wenn man sich die abgemahnten Gegenstände ansieht, dann besteht eben keine Verwechselungsgefahr, es wurde ergo nicht genau geprüft.

  5. gor blamme

    Marc .. I too have been examining this official response carefully and find some contradictions .. it seems their press officer is on leave. I think the lunch lady writes well : )

    Marc .. Auch ich bin der Prüfung dieses offizielle Antwort sorgfältig und finden einige Widersprüche .. es scheint, ihre Pressearbeit ist auf Urlaub. Ich denke, das Mittag-Dame schreibt auch:)

  6. Martin

    Toller Brief!!! JW – Herzlich Willkommen im Internet…

  7. Juergen Weber

    Wirklich sehr toll geschrieben. Das kann ich voll gegenzeichnent. Aber es ist leider immer wieder so, die Anwälte gehen lieber gegen viele kleine vor, als gegen einen großen. Die kleinen haben nie die Mittel sich entsprechend durch die Instanzen zu wehren. Und 20 x 800 oder 900 EUR) sind halt schnell verdientes Geld. Das ganze gehört aber in die Hand der Politik- denn die mach solch unsägliche juristischen Taktiken durch ihre Gesetze erst möglich. Also sollte jeder seinem MDB einen Brief schreiben oder anrufen. Villeicht bewegt sich was..

  8. a-nette

    Der Beitrag spricht mir aus der Seele!
    Gut geschrieben!

  9. Franz kummer

    Mir tun ja fast die Franchisenehmer ein wenig leid. Sie müssen jetzt ausbaden was oben verpatzt wurde und werden nicht nur die Umsatzeinbussen, sondern auch die dummen Sprüche um einiges hautnäher erleben, als die Geschäftsleitung. Erinnert mich ein wenig an den Fall “Schockwerbung Benetton”. Damals sind sogar die Franchisenehmer gegen das Werbekonzept des eigenen Franchise vorgegangen und etliche sind daran pleite gegangen. noch so ein PR-Gau aus dem nix gelernt wurde.

  10. Astrid

    Hallo!

    Laut Website von JW ist die Pressesprecherin in Elternzeit. Wer immer für die Stellungnahme verantwortlich ist, düfte fehlinformiert oder ungeeignet sein.

    Der Beitrag oben trifft es genau, so denken viele Verbraucher.

    Ist JW negative PR egal, Hauptsache überhaupt PR?

  11. Oliver

    Sehr schöner Kommentar zu diesem Thema.
    Traurig, dass eine Firma es sich tatsächlich rausnehmen darf, solche Abmahnungen (meiner Meinung nach unbegründet) zu versenden.

    Grüße aus Bonn, Oliver

  12. Steffen

    Traurig Traurig. Lasst Die Mailserver dieses Unternehmens glühen. Ich habe mir schon Luft gemacht.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    herzlichen Glückwunsch. Sie haben sich mit Ihren unnötigen Abmahnungen unter dem Deckmantel des Markenrechtsverstoßes mit der geballten Macht des Verbrauchers angelegt.

    Gerade in der Outdoor Community wird man Ihnen Ihre unverhältnismäßigen Mittel,
    Ihre Gier, und Ihr arrogantes Auftreten nie verzeihen. Sie haben wie viele andere Firmen leider die Bodenhaftung verloren und dafür werden Sie in Zukunft von mir und hoffentlich vom Rest der Welt nicht mehr bei Neuanschaffungen berücksichtigt.

    Weiterhin werde ich Ihre Produkte nicht mehr tragen, weil ich mich sonst schämen
    muss.

  13. Iris

    JW ist schon lange nicht mehr das, was es mal war – ein Nischenprodukt für echte Outdoor-Freaks. Heute gibt es die – viel zu teure – Klamotte im billigsten Kaufhaus und jeder Zweite läuft mit der Tatze am Ärmel oder unter den Schuhen rum. Darum kaufe ich JW nicht mehr. Super kommerziell, aber immer noch einen auf Exklusiv machen. Nicht mein Ding… Da gibt es mittlerweile bessere “Draußen zu Hause”-Anbieter.

  14. Faserfimmel.de » Blog Archive » Neues zum Thema “Pfötchen”

    [...] Die Fans von Jack Wolfskin [...]

  15. Blotto

    Was für ein Komunikations GAU. Ein paar wenige Rechtsverdreher zerstören grade in kürzester Zeit den Ruf einer grossen Firma auf nicht absehbare Zeit und beeinträchtigen den Umsatz. Sehr schade.

    Ebenso ist es traurig das der Staat, der und ja irgendwie schütezn sollte vor Willkür die Konzerne gewähren lässt. Das Grundgesetz gilt wohl nicht mehr in diesem Land.
    Die Wünsche der Wirtschaft sind unantastbar.

  16. Eva

    Einfach nur toll und spricht mir aus der Seele!

  17. Alex_B

    Wenn bei JW noch jemand mit halbwegs klarem Verstand zu Hause ist, am besten der Chef persönlich, dann würde ich jetzt schleunigst eine Entschuldigung raushauen, die Abmahnungen zurücknehmen, und verprechen daß man in Zukunft mit mehr Fingerspitzengefühl an sowas rangeht. Das ist der einzige Weg damit die Marke wenigstens noch mit einem blauen Auge davonkommt…

    Wenn sie schon so viel Wert auf ihre Pfote legen, dann hätte es ein freundlicher Brief, ohne 1000 EUR Kostennote, auch erstmal getan. Wirklich eine Unverschämtheit wegen solchen kleinen Bastelsachen die Leute mit völlig unnötigen Kosten zu überziehen.

  18. Claudia

    Super geschrieben! Ja, die Mails überschwemmen Jack Wolfskin nur so – es gibt unglaublich viele Leute, die denen auch geschrieben haben und ihre Enttäuschung kundtun.

    Gruß Claudia

  19. Juergen Weber

    So wie ich das beurteile ist JW in der Hand von Finanzinvestoren. Da wird halt gerne mit Kanonen auf kleine Spatzen geschossen.
    Es wäre schön wenn die “Fans” mit Ihrem Geldbeutel voten würden. Dann erledigt sich sowas. (Dies ist selbstverständlich kein Aufruf zum Boykott)

  20. Jochen

    Wow! Ratet mal was an erster Stelle kommt wenn ich nach Jack Wolfskin google: “News” und der Artikel von Spiegel Online!
    Vielleicht merken sie jetzt was…

  21. Nedra

    Jack Wolfskin macht sich mit seinem Pfötchenterror mehr als lächerlich und schadet sich ungemein – ein gerechte Strafe, wie ich meine. Zitat aus Österreich ( heute.at )

    Freude bei der Konkurrenz
    Laut Recherchen des Blogs freut sich auch die Konkurrenz. Ein Mitbewerber von Jack Wolfskin verriet: “Nie hatten wir so viele Anfragen wie heute, und das von Zwischenhändlern die seit Jahren von Jack Wolfskin beliefert wurden. Bei denen hätten wir sonst nie einen Fuß in die Tür bekommen.”

  22. Alex_B

    > Dies ist selbstverständlich kein Aufruf zum Boykott

    Warum denn nicht? Ist doch völlig legitim, vor allem wo JW bisher jede Einsicht in ihren Fehler hat vermissen lassen.

    Also einfach keine JW-Produke mehr kaufen, bis sie es auf die harte Tour gelernt haben. Man sollte ja eigentlich meinen daß einem sowas der gesunde Menschenverstand sagt, aber wenn das bei denen anscheinend nicht der Fall ist…

  23. Job & Joy » Muss ich jetzt auch Angst um Snoerres Pfoten haben?

    [...] Muss ich dann auch Angst um ihre Pfoten haben. Man weiß ja nie, wo der große, böse Wolf wieder zuschlägt . Immerhin haben sich seine (Un-)Taten jetzt schon bis in die Ukraine herumgesprochen. [...]

  24. Social Media intern – Lehren aus dem Jack-Wolfskin-Debakel | SMO14 - Digitale Markenführung

    [...] Wolfskin verkauft Freiheit und Natur, vereint Abenteuer mit Komfort und Sicherheit. Und plötzlich schämen sich beinharte Fans der Marke, das Tatzenlogo auf der Straße zu [...]

  25. Tatzekatze

    Welcome to hell, Manfred Hell.

    Wikipedia is auch schon up to date.

  26. Tiger

    Wann gibt es das erste Video auf youtube, in dem die Klamotten verbrannt werden? :)

  27. GelbeSeiten

    Keine Ahnung ob die aus den häufigsten Suchanfragen im Shop automatisiert Adwords-Kampagnen oder Landingpages generieren – ein Versuch ist es ja mal wert :-)

    Abmahnung liefert erstaunlicherweise aber keine Treffer… :-x

  28. André

    Wo wir schon mal dabei sind, JW ins schlechte Licht zu rücken..

  29. André

    Link: youtube.com/watch?v=...

  30. kadekmedien

    Wunderbar, dass auch solche Reaktionen aus dem Ausland kommen.

    Übrigens, Google-SideWiki eignet sich bestens, um auf der JW-Site zu kommentieren ;)

  31. Gordon

    Der große böse Wolf gegen die kleine süße Katze.
    Wenn das mal ein gutes Ende nimmt.

    Nicht nur hier im Netzt spürt man die Ablehnung gegen das Verhalten dieses Unternehmens.

  32. Tobi

    wiklich gut geschrieben.

    ps. unglaublich, werbeblogger auf platz 5 der organischen suche bei google unter “jack Wolfskin” direkt hinter dem Spiegel mit selber story…

  33. Annette

    bravo! :o)

  34. anette

    Bitte nicht die Kleidung vernichten!!!
    Schenkt sie den Obdachlosen – da bekommt OUTDOOR noch mal einen ganz neuen Hintergrund!

    Die Idee habe ich nur aufgeriffen – ist NICHT meine!

  35. schoenefarben

    Klasse geschrieben, Danke!

  36. jana

    @anette:
    großartig. von wem auch immer du die idee aufgegriffen hast – sie gefällt mir seeehr gut! ich pack schonmal mein fleecejäckchen in die kleidersammlung…

  37. Birgit

    Klasse geschrieben!

    Nicht nur die Outdoor-Fans, sondern auch die Hundehalter (naja, auch irgendwie Outdoor-Leute;-)), stell(t)en einen großen Teil des Kundenstamms dar.
    Doch Internet sei Dank verbreitet sich das absurde Verhalten von JW auch in dieser Gemeinde rasend.
    Völlig überteuert..aber, liebe KW-Klamotteninhaber, schaut doch mal in die Herstellungsetiketten….ohne Worte.

  38. Sibylle Hock

    Also ich finde diese Reaktion von JW auch so was von entäuschend… Habe die letzten Jahre meine Hundekleidung in JW Look gekauft… Werde aber nun auf andere, gleichwertige Kleidung umsteigen. Vergleichbare Ware gibt es zur Genüge, leider ist da die Tatze nicht drauf, aber wenn gerade Diese Ursprund ist zu solch einer überzogenen Reaktion, dann werde ich in Zukunft liebend gerne darauf verzichten.

  39. Oliver

    Das ganze hat zwei Seiten. Zum einen sehe ich tatsächlich eine Markenrechtsverletzung durch einige der beanstandeten Produkte. Das ist Fakt und auch Unwissenheit schützt nunmal nicht. Anderseits ist es für ein großes Unternehmen mit einem derartigen Image äußerst ungeschickt eine übermotiviert nach Geld hechelnde Meute von Pseudorechtsvertretern ausgerechnet auf Einzelstück produzierende Privatleute loszulassen. Das ist in der Tat eine absolute Image Katastrophe – aber grade in den heutigen Internetzeiten sollte doch jede firma wissen, daß solche Stories von der community schneller verbreitet werden als man “www” schreiben kann. Ein einfacher Brief an die “Übeltäter” hätte sicherlich durchaus gereicht. Na ja, aber wenn Jack Wolfskin mitten im Weihnachtsgeschäft nichts besseres zu tun hat, als sich in eine Imagerepairkampagne zu stürzen, soll es mir recht sein. Jeder macht sich seine Krise so gut er nur kann.

  40. Die Macht des mündigen Verbrauchers « April Showers

    [...] wer jetzt immer noch nicht weiß, was ich meine, de lese hier und folge den weiterführenden [...]

  41. Steffi

    “Hit the road, Jack, and don’t you come back, no more…”

  42. Dennis

    @Oliver: Das ist kein Fakt. Abmahnen ist erst mal eine Behauptung, recht zu haben. Ich habe mir die Bilder der abgemahnten Produkte mal in Ruhe angeschaut und hätte nur einer die Eier bessen, eine negative Feststellungsklage durchzusetzen, hätten wir relativ schnell gesehen, wie weit der universelle Anspruch auf jede Form eines Pfotenabdrucks, auch der abstraktesten, wirklich Bestand hat.

  43. Petra

    Bis zum gestrigen tag war ich JW-Fan und -Käufer. Aber solche Dinge unterstütze ich nicht. In meinem Bekanntenkreis sind wir alle einer Meinung: JW ist für uns gestorben. Selber Schuld. Wer in seiner Gier das Augenmaß verliert, stürzt schneller ab, als ihm lieb ist.

  44. Michael

    An Shakira scheint man sich bei Jack Wolfskin vermutlich nicht ran zu trauen…
    shakira.com/

  45. Mensch, Leidenschaftler und Werber | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Mensch, Leidenschaftler und Werber

    [...] nicht, wirken mit unseren Botschaften seltsam entrückt, was einen Hauptgrund darstellt, warum Menschen sich von Marken distanzieren. Selbstverständlich sind auch Agenturen Marken. Offensichtlich aber ist es ihnen allzu oft [...]

  46. Tazzmanni, das imagefressende Monster aus Abmanien

    [...] meinFeenland, 7. innerland, 8. Blinni-Fashion solidarisiert, Stimmen aus den USA laut werden, ein ehemaliger Fan der Marke Jack Wolfskin aus der Urkaine sich mit einem Brief an die Geschäftsführung des uneinsichtigen Unternehmens an die [...]

  47. Peter

    Jetzt spinnen die auch schon. Himmel, eben erst im Sommer habe ich mich endlich für JW als teureres Produkte entschieden und gleich kräftig eingekauft und jetzt das …
    Sollte sich hier nicht rasch was ändern, werde ich einmal mehr die Marke wechseln und auch niemanden mehr von JW überzeugen. Auch in Facebook können die mich dann mal filmen. Also Jacky-Boys, macht euren Fehler wieder rückgängig!!!

  48. Hit the road, Jack! « kadekmedien’s Blog

    [...] tätige Markenfirma nur so sowjetskij handeln, und es auch dann noch bleiben, wenn man so massiv von jenen, die die Marke im wahrsten Sinne des Wortes tragen, darauf hingewiesen wird, das es verkehrt [...]

  49. Annchristin

    Ich habe gestern an die Geschäftsleitung von JW auch eine E-Mail geschrieben und angekündigt keine Produkte dieser Firma mehr zu kaufen. Wer sich die Katzenpfoten von “Fliegenpilzle” angesehen hat, wird am gesunden Menschenverstand der Initiatoren bei JW nicht nur zweifeln…

  50. Die Macht der sozialen Netzwerke: Update Jack Wolfskin Abmahnungen | Dr. Volker Meise: Online.Strategie.Beratung.

    [...] den Twitter-Feeds und in Blogs werden neben Äußerungen, keine JW-Produkte mehr zu kaufen, auch Boykott-Aufrufe [...]

  51. rab

    zur ergänzenden information zu JW:
    “Firmen-Chef im Interview.Warum tragen so viele Städter Wolfskin Klamotten?” aus welt.online 10.07.2009
    welt.de/wirtschaft/a...
    und
    “Wolf frißt Naturschutzgebiet” aus taz.de 23.07.2008
    taz.de/1/archiv/prin...

  52. Jack Wolfskin und die Dawanda-Abmahnungen - wie es weiter geht | Gongmeditation.de

    [...] Manfred Hell, Geschäftsführer von Jack Wolfskin. Was mich viel mehr beeindruckt hat, ist der emotionale Brief eines JW-kunden aus der Ukraine. Dieser Kunde fährt  jedes Jahr einmal von Kiew bis nach Moskau in den Original-JW-Store zum [...]

  53. Blocksatz

    Causa Jack Wolfskin: Wo Anwälte scheitern, da braucht es PR…

    Mit dem Griff zum Telefon fängt es an. Am einen Ende der Leitung: der Marketing-Chef, am anderen: die Rechtsabteilung. Fortan geht alles ganz schnell. Die Unternehmensmarke wurde beschädigt, hört der Justiziar, eine Markenrechtsverletzung. Man müsse di…

  54. Corinna

    Vielen Dank für diesen Brief! Sehr gut geschrieben! Ich habe versucht, auf der Homepage von JW im Gästebuch meiner Empörung ebenfalls Ausdruck zu verleihen, aber die wird natürlich nicht veröffentlicht……

    Ich für meinen Teil habe das letzte JW-Produkt vor ca. 4 Wochen erworben. Wenn das Geschäftsgebahren der Firma JW in der Öffentlichkeit stärker publik wird, handeln hoffentlich noch mehr Menschen so. Denn am Geldbeutel trifft´s auch die Firma Jack Wolfskin am direktesten…….

  55. Michel

    ich finde es gut was JW gemacht hat – super endlich kommt mal der Abmahnwahn in Deutschland fett in die Presse – bislang hat es leider immer nur die Interessiert die durch die (vielleicht manchmal fragwürdige?) Tätigkeit von Anwälten blechen mussten. Wenn JW durch die Aktion einen schönen Umsatzeinbruch verzeichnen kann den Sie zeitlich in Zusammenhang bringen können tut sich ja vielleicht irgendwann auch beim Gesetzgeber etwas, dahingehend dass dieser oftmals sehr wiedersinnige Markenschutz nicht mehr zur Abzocke genutzt werden kann (und bisher leider auch wird).

  56. B. Pape

    Ich selbst war auch jahrelanger Jack Wolfskin Fan. Habe gerne die Sachen und Schuhe für meine Kinder gekauft. Das war wohl ein riesen Fehler, den ich wieder gut mache, in dem ich in Zukunft von dieser Ware die Finger lasse. Schämt Euch.

  57. ist der Ruf erstmal versaut … | Das Prinzip Begeisterung® : Business & Marketing Management

    [...] Infos Stellungname Jack Wolfskin (pdf) Kognitive Dissonanz, Klappe, die Zweite Jack Wolfskin Stellungnahme Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst! Jack Wolfskin bei Adage in den USA angekommen Die Fans von Jack Wolfskin [...]

  58. ERIN

    Well…der Typ aus der Ukraine ist wahrlich der Hit!

    Wer IMAGE verauft sollte sich auch demnach verhalten!
    Warum brauchen wir eigentlich noch so Sticker auf dem T-Shirt?

    Eigentlich sollte man nur noch bei Hobbybastlerinnen kaufen…

  59. Kromi-Shop

    Ist es nicht schon äußerst fragwürdig, dass ein Pfotenabdruck von einem Hund (Wolf) und die gleichen sich alle, zu einem Markenzeichen geworden ist? Schöne Welt voller Markenzeichen? Ist nicht ein Herbstblatt auch schon wieder ein Markenzeichen?

  60. martinus

    @Kromi-Shop

    Herbstblatt? Vorsicht, hier droht Verwechslungsgefahr! Hütet euch also vor der Verwendung von z. B. Ahornblättern in jeder Art, Form und Farbe. Man könnte sie für eine Tatze halten.

  61. fliegenpilzle

    Ihr könnt Euch sicher sein wir Abgemahnten vom Pfötchenclub sind Roland und Ralf unendlich dankbar für ihren Einsatz.
    Ohne die beiden hätten wir niemals so viel erreicht.
    Sie haben bei der ganzen Sachen nie Bezug zu uns Menschen (Bastelmuttis) verloren.
    Leider stecken hinter dieser “großen” Sache 9 Frauen (Mütter) denen diese 1 1/2 Horrorwochen niemand mehr gut machen kann.

    Vergesst das bei all eurer Argumentation bitte auch nicht!

  62. googlehupf

    Ich finde in dem vorliegenden Fall darf man ausnahmsweise schon mal ein bisschen nachtragend sein.

    Der Wolf verfolgt seine bissige Tour ja auch schon seit Jahren. Und von einer Entschuldigung oder ein paar freundlichen Worten las ich nirgends…

  63. Sascha

    Ich finde es schon komisch, dass hier _gewerblich handelnde_ Personen offenbar wenn man so einige Kommentare liest einfach von Ihrem Verstoß freigesprochen werden. Gesetz ist Gesetz und wem das nicht passt, der kann jederzeit eine Gesetzesinitiative starten, um das zu ändern. Es ist nun einmal geschäftliche Nutzung einer fremden Marke.

    Jack Wolfskin hat m.W. nach niemanden abgemahnt, der nicht geschäftlich (gleich welchen Ausmaßes) gehandelt hat.
    Und auch die ganze “Tatze als Marke, wie kann das sein” Argumentation geht m.E. in die völlig falsche Richtung, weil eine Marke immer nur für eine bis mehrere Klassen registriert werden kann. Wenn jemand nun mit einer ähnlichen Tatze Pneumatikventile herstellt, kann (und will vermutlich) JW gar nichts dagegen haben, weil es nicht zu den registrierten Klassen passt.
    Und selbst wenn JW für X Bereiche Marken registrieren würde müssten sie nach 5 Jahren für jeden Bereich nachweisen, dass sie die Marke dort auch geschäftlich genutzt haben, sonst verfällt der Markenanspruch wieder.

    Und bitteschön: wer beschwert sich denn, dass der simple Nike-Haken als Marke geschützt ist? Also bitte? So einen Haken verwendet man schon seit Ewigkeiten zum Kennzeichnen von Arbeiten, die erledigt wurden. Wie kann man das nur als Marke schützen?

    Ich hoffe das Problem wird klar. Wer abmahnt, klagt erst mal nicht, denn genau dafür ist eine Abmahnung da – Verhinderung einer – für beide Seiten – teuren Klage.

    Inwieweit JW hierbei auf die “kleinen” (aber immer noch gewerblich handelnden, so ist das Gesetz) Anbieter zu heftig reagiert hat, kann jeder sehen wie er will.

    Ich hoffe nur, dass irgendwann einmal “wer abmahnt, begeht einen Fehler” durch “wer abmahnt, meint, er sei im Recht” ersetzt wird, denn genau das ist es.

    “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht” ist genauso im deutschen Gesetz geregelt wie das Markenrecht Marken schützt.
    Anstatt wie andere seriöse Magazine wie Spiegel auch darauf einzugehen, dass JW gegen solche Markenverstöße vorgehen muss, weil sonst der Schutz der Marke verloren gehen könnte und so nicht mehr gegen “echte” Markenpiraten vorgegangen werden kann, wird hier nicht erwähnt.

    Meiner Auffassung nach wird hier “Jack Wolfskin Bashing” betrieben und das finde ich weder seriös noch akzeptabel.

  64. ramses101

    “Gesetz ist Gesetz” – du vergisst dabei aber, dass JW zunächst mal Recht bekommen müsste. Und den Richter will ich sehen, der bestätigt, dass die Rechte an eine Wolfstatze die Rechte einer Katzenpfote mit einschließen. Das Problem sind die Kosten, die dir kein Mensch bezahlt, wenn, mal angenommen, JW im Falle einer sich anbahnenden Niederlage die Klage zurückzieht, um einen Präzedenzfall zu verhindern. Ist ja nicht so, dass das noch nie gemacht worden ist.

  65. ramses101

    Nachtrag, falls jemand nicht weiß, worauf ich anspiele: Der Fall Kreutz vs. Telekom. Telekom klagt, Kreutz nimmt Herausforderung an, Telekom zieht kurz vor der Entscheidung den Schwanz ein, Kreutz muss 58.000 zahlen:

    reklamehimmel.typepa...

    Ergo: Nur weil etwas vor Gericht geht, heißt es noch lange nicht, dass auch der Richtige (oder überhaupt jemand) jemand Recht bekommt. Gezahlt werden muss trotzdem.

  66. Sascha

    @ramses101 Eine Abmahnung dient ja gerade einer außergerichtlichen Einigung! Einer Abmahnung liegt üblicherweise eine Unterlassungserlärung bei, in der man vertraglich zusichert, eben diesen Verstoß nicht mehr zu begehen und wenn man es doch tut eine Vertragsstrafe zu zahlen.
    Einfachster Fall: man zahlt die Abmahnungskosten (die sich übrigens aus dem Streitwert berechnen und nicht willkürlich sind), unterschreibt die Unterlassungserklärung und es ist normalerweise Ruhe, sofern man den Verstoß nicht wiederholt. Es gibt dann keine gerichtliche Auseinandersetzung!
    Mit der Abmahnung ist die Sache erledigt und der Zweck, eine Gerichtsverhandlung möglichst zu verhindern, erfüllt.
    Nur wenn man die Unterlassungserklärung nicht unterschreibt oder nach Unterschrift einen weiteren Verstoß begeht trifft man sich üblicherweise vor Gericht wieder.
    Es liegt also am Abgemahnten abzuwägen, ob er es auf eine Gerichtsverhandlung (bei der er im Falle des Verlierens alle Kosten – auch die der Gegenseite – tragen muss) ankommen lassen möchte oder nicht. Wenn er meint er sei im Recht und ein Richter sieht es später anders dann muss er eben mit der Konsequenz leben, nicht einfach mit der Abmahnung die Sache erledigt zu haben. Richter machen auch Fehler und ein Risiko ist immer vorhanden.
    Wer meint, er sei im Recht, kann es aber auf eigene Gefahr darauf ankommen lassen und den gerichtlichen Weg wählen.
    Aber dass es ein Präzedenzfall wäre glaube ich nicht. Es geht sicher nicht darum, eine “Tatze” als grundsätzlich (nicht) schützbar anzusehen.

  67. ramses101

    @Sascha: Bei einer Abmahnung entscheidet aber der Anwalt der abmahnenden Partei, ob hier ein Verstoß gegen die Markenrechte vorliegt oder nicht. Ich wäre bereit, einen hohen Geldbetrag darauf zu setzen, dass dieser Verstoß tatsächlich nicht stattgefunden hat, wenn man eine Tasche mit Katzenpfoten bestickt.

    Und das wäre dann in der Tat ein Präzedenzfall – wenn es denn zu einem Urteil kommen würde, was nicht zwingend der Fall ein muss. Dazu hatte ich nach meinem ersten Posting noch einen Nachtrag gepostet, der wohl wegen des Links vom Spamdings gefressen wurde.

    Darin geht es um die Telekom und die Farbe Magenta. Da hat es nämlich jemand drauf ankommen lassen und sich auf Unterlassung verklagen lassen. In erster Instanz gewonnen, Telekom geht in die Berufung. In letzter Instanz zeichnet sich ab, dass die Telekom den Prozess verlieren wird. Und was passiert? Sie zieht die Klage zurück, um eben dieses Urteil zu vermeiden, auf das sich zukünftig alle Magentanutzer bei einer Abmahnung hätten berufen können.

    Thema durch? Im Prinzip schon – nur haben die “Gewinner” des Prozesses eben kein rechtskräftiges Urteil ereicht und damit zahlt jede Parte ihre Kosten selbst. In diesem Fall waren das knapp 58.000. Bei deinen “gewerblich handelnden Personen” dürfte das existenzvernichtend sein, bei JW ist es ein Posten in der Kriegskasse.

  68. meylenstein

    @ ramses101

    Wenn jemand eine Klage zurücknimmt, trägt er auch alle Kosten. Und man kann seine Klage auch nicht beliebig zurücknehmen. Der Gegner hat das Recht auf ein Urteil, wenn die mündliche Verhandlung erst einmal vorbei ist (§ 269 Abs. 1 ZPO: “Die Klage kann ohne Einwilligung des Beklagten nur bis zum Beginn der mündlichen Verhandlung des Beklagten zur Hauptsache zurückgenommen werden”).

    Mich ärgert es, wenn Sie solche Behauptungen einfach so auf blauen Dunst aufstellen. Das wäre nämlich zu einfach, dann könnte man immer ohne Kostenrisiko klagen, wenn man die Klage einfach so zurücknehmen könnte.

    Im übrigen zeigen gerade die Beispiele der Tatze und der Farbe Magenta, dass die Blogsphäre sich mehr vom Bauch als vom Kopf leiten lässt und dabei nicht immer konsequent ist.

    Werbestrategen investieren viel, um bestimmte Merkmale – eine Tatze, eine Farbe, eine Reihe von Quadraten – in einem bestimmten Marktumfeld zu Erkennungszeichen zu machen. Und wenn dies gelungen ist, sei es durch viel Geld, sei es durch eine geschickte Kampagne, dann hat der Betreffende an diesem Merkmal in erhebliches wirtschaftliches Interesse. Wenn – wie bei JW – noch dazukommt, dass mit dem Merkmal auch ein Statusgefühl vermittelt und Menschen bereit sind, hierfür Geld auszugeben, dann kann man nicht einfach das Kind mit dem Bade ausschütten und fordern, dass solche Zeichen nicht mehr geschützt werden dürfen.

    Wo soll denn da die Grenze sein? Bei einem dreizackigen Stern im Kreis? Bei einem Blitz im Kreis? Bei einem angebissenen Apfel? Bei drei Streifen? Bei einem diagonalen Strich im Quadrat?

    Dies alles sind Beispiele für einfache, ja einfachste Zeichen, die berühmte Markenzeichen sind. Einfachheit ist kein Kriterium, sondern entscheidend ist, erkennt es der Markt als das Erkennungsmerkmal eines Unternehmens. Und das gilt für die Tatze allemal.

    Oder machen wir doch mal die Gegenprobe für Wortmarken: TEMPO ist als Wortzeichen noch viel banaler als die oben genannten Bilder. Darf es daher nicht mehr als Marke geschützt werden?

    Dass JW in seinem Schutzwahn völlig über das Ziel hinausgeschossen ist, bleibt unbestritten. Nicht jede Marke muss gegen jede noch so geringe vermeintliche Verletzung verteidigt werden; anders lautende Behauptungen sind dummes Zeug.

    Aber es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, solche Zeichen schützen und für sich beanspruchen zu können. Und wenn man es geschafft hat, mit einem solchen Zeichen ein wertvolles Stück Identifikation zu schaffen, dann muss es auch geschützt werden.

    Abmahnanwälte mag niemand. Aber hat schon einmal jemand versucht, sich als kleiner Produktdesigner oder sonst innovativer Produktpionier dagegen zu wehren, dass Tchibo, Aldi oder OBI das eigene Produkt kannibalisieren und massenhaft auf den Markt bringen und dadurch den Markt für das Originalprodukt auf Jahre – in der Regel für immer – kaputtmachen?

    Klar, hier schlägt das Herz für den Markeninhaber, den Kleinen. Und was, wenn er von Anfang an konsequent vorgeht und dadurch groß wird? Verdient er dann keinen Schutz mehr?

    Die Crocs sind nicht nur die Geschichte eines One-Trick-Pony ohne Gespür für den Markt. Sie sind auch die Geschichte eines Unternehmens, das sich nicht rechtzeitig darum gekümmert hat, sein Design zu schützen, und das in der Folge nichts mehr gegen Nachahmer machen konnte, die seine Preise, seine Marge und seine Vertriebskanäle kaputtgemacht haben, bis das Unternehmen selbst vor die Hunde ging.

    Ein guter Schutz und ein paar “Abmahnanwälte” hätte helfen können, das Unternehmen am Leben zu halten.

    Schon mal drüber nachgedacht?

  69. ramses101

    @meylenstein: Das ist keine Behauptung, sondern tatsächlich passiert. Den Link hatte ich gepostet, der Kommentar muss nur noch freigeschaltet wird. Bis es soweit ist, googeln Sie einfach nach

    Bernd Kreutz telekom

    … und klicken dann im Fontblog oder direkt im Reklamehimmel auf den Artikel “Die Farbe Magenta und das Verhältnis von Macht und Recht.”

  70. meylenstein

    Stimmt trotzdem nicht, siehe oben. Auch die Telekom ist nicht über das Gesetz erhaben. Ich kenne den Fall gut.

    Und wenn Herr Kreutz meint, sich eine Luxuskanzlei leisten zu müssen (58.000 EUR sind ja kein Pappenstiel), die (geschätzte) EUR 400,00 in der Stunde kostet, und diese Kanzlei (offensichtlich) eine hohe dreistellige Stundenzahl an dieser Sache arbeitet, kann er sich nicht beschweren. Es gibt eine Menge renommierter Kanzleien, die solche Streitigkeiten bei den üblichen Telekom-Streitwerten gerne zum gesetzlichen Tarif abrechnen.

    Der zitierte Blog betreibt kräftig Legendenbildung und nimmt es dabei mit den Tatsachen nicht sonderlich genau. Und ein kritischer Blick auf solche Geschichten schadet nicht. Auch wenn man es gerne glauben möchte, weil ja schließlich die böse Telekom auf der anderen Seite ist.

  71. ramses101

    Was meinen Sie mit “siehe oben”? Der von Ihnen zitierte Paragraph stammt ja nun aus dem Zivilrecht. Markenrecht sehe ich da noch in einer anderen Ecke, aber da kann ich mich natürlich irren, ich bin kein Jursit.

    Ich kann Ihr Wissen was den Fall angeht natürlich schlecht einschätzen. Vielleicht lassen Sie uns teilhaben und schildern kurz, wie sich die Sache denn tatsächlich abgespielt hat?

  72. meylenstein

    Der oben zitierte Paragraph gilt für alle Arten von Zivilprozessen und natürlich auch für alle Markenrechtsstreitigkeiten, die ebenfalls vor den Zivilgerichten ausgetragen werden.

    Tatsächlich war es ganz einfach so: Telekom klagt, verliert die erste Instanz. Telekom legt Berufung ein, der Richter deutet in der mündlichen Verhandlung an, dass er die Klage nicht für begründet hält, und die Telekom denkt sich, soweit schlüssig, besser ein erstinstanzliches als ein zweitinstanzliches Urteil gegen sie und nimmt die BERUFUNG zurück.

    Damit kann Herr Kreutz die Kosten der ersten und der zweiten Instanz vollständig von der Telekom zurückverlangen.

    ES SEI DENN, er hat sich als Dreimann-Startup mit den handelsüblichen Dot-Com-Zahlen (Umsätze gegen Null, Geschäftsergebnise in Tiefrot) eine Luxuskanzlei geleistet, die erstens auf Stundenbasis abrechnet und zweitens kräftig Stunden aufschreibt, wie das jede Großkanzlei tut, wenn sie erst einmal die Honorarvereinbarung in der Tasche hat.

    Die behaupteten Kosten von Herrn Kreutz sind kaum nachvollziehbar. Selbst wenn die Telekom einen (exorbitant hohen) Streitwert von EUR 500.000 angenommen hätte, hätten seine Anwaltskosten bei knapp unter EUR 6.000 für die erste Instanz gelegen, für die Berufung wären noch einmal EUR 8.000 dazugekommen. Und all das musste die Telekom zahlen und hat sie auch.

    Und wie es zu dem Fall gekommen ist? Ganz einfach: Da hat ein übereifriger Junganwalt, der mit Magenta sein Meisterstück machen wollte (und auch gemacht hat, aber erst später), nennen wir ihn unverfänglich Dr. L., der Telekom geraten, unbedingt gegen MyFavouriteBook vorzugehen, weil er den Fall strategisch für passend hielt. War er aber nicht, weil der Bezug zu den Produkten der Telekom, für die Magenta tatsächlich bekannt war (seinerzeit: Festnetz, T-Online, T-Mobil), nicht groß genug war.

    So war das.

  73. ramses101

    Dann versteh ich zwar nicht, warum überall nur die eine Version verbreitet wird, aber seis drum, danke für die Einblicke. Nur: egal wie man es wendet, zeigt der Fall, dass das Mittel der Abmahnung eben nicht zwingend dann angewandt wird, wenn ein Verstoß vorliegt (was ja richtig ist und sein muss), sondern gerne auch wenn der Anwalt der abmahnenden Partei der Meinung ist, es würde sich (in welcher Form auch immer) für das Unternehmen lohnen. Darum ging es mir in erster Linie.

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