30.09.09
12:34 Uhr

Werbetrittbrett Deutsche Politiker

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Der Spannungsbogen des Bundestagswahlkampfs fällt langsam wieder in sich zusammen, wenn er denn überhaupt je relevante Höhen erreicht hatte. Vielleicht ist auch die insgesamt wenig polarisierende Dramaturgie und vor allem das politische Führungspersonal in Deutschland ein Grund, warum die Anzahl werblicher Trittbrettfahrer in Deutschland überschaubar blieb. Das Skandälchen über die verloren gegangene Edelkarrosse von Ulla Schmidt  war Sixt noch einen Schnellschuss wert.

ScreenShot023Ebenfalls aktiv war der Unterwäsche-Hersteller mit dem pubertären Firmennamen „Bruno Banani“, der mit selbstgezeichneten Politiker-Bodies in der Wahlkampf-Phase für Aufmerksamkeit sorgen wollte.

Innerparteilich nahm CDU Mitglied Vera Lengsfeld den selten offenbarten üppigen Einblick in das Décolleté von Angela Merkel zum Anlass,  sich selbst mit tieferen Einblicken ins Spiel zu bringen.

Baldiger Ex-Vizekanzler Frank Walter Steinmeier musste kürzlich als Bannerwerber für Conrad herhalten, als klar war, dass er seinen Posten räumen wird.

Redbull

Red Bull bediente sich politischer Testimonials u.a. mit der Botschaft: „…damit ihr Gesicht nicht einschläft!“

Ganz ungefährlich sind diese Trittbrett-Ideen und vermeindlich billigen Testimonials nicht, denn grundsätzlich bewegt sich die werbende Marke immer an der Grenze zur Abmahnung und ggf. finanzieller Konsequenzen. Abgezockte Agenturen und ihre Kunden kalkulieren andererseits diese Möglichkeit gleich in ihr Budget mit ein, denn selbst wenn die betroffenen Politiker Klage erheben, ist ein weiterer Aufmerksamkeitsschub für die Kampagne und Marke garantiert.

Neu in der politischen Hauptverantwortung ist seit seinem Wahlerfolg Guido Westerwelle, der bisher kaum als Werbetrittbrett genutzt wurde. Seit seiner Feststellung, dass er in Deutschland auf Pressekonferenzen auch auf Deutsch sprechen werde, kommen die nächsten Firmen aus ihren kreativen Stübchen an die Oberfläche und nehmen sich dieser Thematik an. Schade nur, dass „virale Schnellschüsse“ nicht immer wirklich gelungen sind und schnell verpuffen. Wirklich werbewirksame und markenrelevante Werbung wird schon mehr sein als der Versuch, einem viralen Youtube-Video mit staubtrockenem Subtext einen Markenstempel „huckepack“ aufdrücken zu wollen.

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4 Kommentare

  1. Gustav Pursche

    Krass! Die Werbung von RedBull ist wirklich hart an der Grenze.

  2. Raoul

    Bei Sixt kann ich einen roten Faden erkennen. Immer mal wieder die Politiker in die laufende Kampagne einbinden. Da macht es Sinn und ist fernab dieser One-Shot Kampagnen, die nur auf Kosten anderer einen Lacher produzieren und dann wars das.

  3. Erotikmagazin Feigenblatt – Das erotische Kulturmagazin für Frauen und Paare »  Der Wahlkampf ist zwar vorbei …

    […] (via ) […]

  4. Sixt Mietwagen Blog Deutschland

    Freitag der 13. – Ein echter Glückstag mit Sixt…

    Blogstöckchen zum Freitag den 13. mit den Fragen nach der Berechtigung für den Aberglauben und der Bitte um Geschichten zum Freitag den Dreizehnten. ……

Eure Kommentare

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  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
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