08.09.09
13:23 Uhr

„Ach! könnten diese bleichen Blätter sich nur rühren!“, oder: Print Is the New Video


E-Paper-Plakatwerbung

Passend zu meinem Video Is the New Print-Eintrag fand ich auf japan marketing news einen Artikel über bewegte Papierwerbung in Japan mit dem oben eingebundenen Clip und dem sinnigen Titel “Japan Is One Step Closer to Making Every Surface an Ad”:

Japanese printing companies have started offering advertisers the ability to display moving pictures on paper advertisements.

The above ad announces the debut of a new mascara from Lancôme that uses a vibrating applicator brush. The poster is made from electronic paper—a technology that allows paper to be written and rewritten repeatedly. So what you’re looking at is essentially a paper poster hanging from the ceiling of a subway train in which the image changes.

Aber die bewegte Papierwerbung selbst ist dabei noch nicht alles.

Die ersten U-Bahn-Stationen wurden für diese E-Papier-Poster ausgerüstet mit “poster banks”, von denen die Poster in frei wählbaren Intervallen mit neuen Bildern „aufgefrischt” werden können. Diese Auffrischer wiederum sind ans PHS-Telephonnetz angeschlossen, so daß neue Inhalte direkt übers Internet eingespielt werden können:

If you’re an advertiser and you rent the space, you can replace the ad whenever you want while sitting right at your office desk, since the wall frames are connected to PHS phone networks that tap into the internet.

Vorläufig funktioniert die Technik nur mit Schwarz-Weiß-Bildern, aber Untersuchungen deuten darauf hin, daß Pendelnde in den Zügen und U-Bahn-Stationen den bewegten Schwarz-Weiss-Bildern — im Vergleich zu unbewegten Anzeigen in Farbe — mit einer 50% höheren Wahrscheinlichkeit fünf Sekunden lang oder länger ihre Aufmerksamkeit schenken. Das E-Paper stammt von Toppan Printing, die auch die (von Blue-ray-Playern abspielbare) Paper Disc entwickelt haben.

Diese bewegte E-Paper-Werbung, muß ich sagen, finde ich deutlich angenehmer als geschwätzige Printmagazine, sowohl hinsichtlich der werblichen Sinnhaftigkeit als auch der Wiederverwend- und verwertbarkeit. Von CBS/Pepsis Video-in-Print-Anzeige im Entertainment Weekly, nebenbei, existiert mittlerweile auch ein YouTube-Video:


Entertainment Weekly: CBS/Pepsi Video Ad

Dystopie pur. Cyberpunk. Philip K. Dick.

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4 Kommentare

  1. Malik

    In der Tat ist die Art der Anzeigen in U-Bahnen oder anderen Orten sinnvoller als die Idee per Mini-Bildschirmen im Zeitschriften.
    Ausserdem kann man damit gleich so viel mal mehr Zuschauer aansprechen.
    Der Aspekt, dass die Anzeigen dann regelmässig verändert werden können ist natürlich ein riesen Vorteil. Vor allem, wenn man dann genau weiss wer um welche Zeit in der Bahn drin sitzt. So kann die Anzeige ein bisschen angepasst werden.

    Es ist nur die Frage, wie groß der Nerv-Faktor ist. Die Japaner mögen es ja lieber etwas bunter und schriller. Stellt sich nur die Frage, ob man in Deutschland ausser der “Nächste Haltestelle …” noch andere fremde Stimmen in der Bahn akzeptieren will! ;-)

  2. J. Martin

    @Malik Naja plappern tut das E-Papier ja zum Glück nicht, noch zappelt es nur ;-)

  3. Malik

    Dann habe ich da wohl was missverstanden. Ich dachte, die Stimme im dem Video komme von der Reklame.
    Aber dann ist dies wohl nur japanisch für “Nächster Halt …” :-D

    Gut in dem Fall, ist meine Aussahe auch nicht mehr ganz passend. Jetzt im Nachhinein, wäre es auch nicht praktisch auch noch Ton zu haben, vor allem, wenn mehrere solche Anzeigen nebeneinander bzw. im selben Wagon hängen! ;-)

  4. J. Martin

    @Malik Ja, das ist die Stationsansage (aber gut passend passend zur Werbung, nämlich Ginza) :-)

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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