03.09.09
16:59 Uhr

Schreit mich nicht an!

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Teil eines Kundenbriefings – so oder ähnlich:

„…wir haben die Agentur nicht umsonst gewechselt. Unsere Werbespots sollen zukünftig auffallen, bitte, sich durchsetzen. Gleichermaßen für TV und das Web. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass die Spots aus dem Sumpf der Masse tatsächlich überhaupt herausragen können. Wir erwarten daher einen offensiven, lauten bis schrillen kreativen Ansatz, um wirklich Attention zu ermöglichen. Sie sollten auch durchaus etwas polarisieren und Reibungspunkte erzeugen, damit die Leute Futter bekommen und über den Spot und die Marke on- und offline ins Gespräch kommen…“

Heidewitzka, Herr Kapitän. Die Not ist groß, denn der Konsument, die Zielgruppen, die Absatzgaranten sind immer schwieriger zu erreichen und Werbung kostet viel Geld. Also steigt Lautstärke an. Im Controlling der werbenden Unternehmen, bei den Marketingverantwortlichen, bei den beauftragten Agenturen und schließlich auch wieder in der Werbelandschaft und bei den Sinnesorganen der Menschen, die der werbemedialen Dauerberschallung ausgesetzt sind.

Ein nur natürliches Verhalten der Menschen ist es, den geordneten Rückzug anzutreten um dem Krach auszuweichen.  Es verwundert also gar nicht, dass eine Studie von Facit Digital (in Kooperation mit Plan.net, Burda Communication Network und dem Online-Video-Spezialisten Tremor Media) u.a. zu folgendem Ergebnis kommt:

Da sich viele User an lauten Video Ads stören, wurden auch Varianten getestet, in denen Texteinblendungen den Ton ersetzen. Bei den relevanten Werbewirkungskriterien gab es kaum Unterschiede; beim Produktgefallen, der Identifikation mit der Marke und der Markentreue schneiden beide Varianten gleich gut ab. Beim Spaß- und Überzeugungsfaktor fanden die Stummfilme sogar mehr Anklang. Die entsprechenden Marken wurden als „besonders fortschrittlich“ und „zukunftsfähig“ beurteilt.

An dieser Stelle erlaubt mir ein wenig Eigenwerbung:

Auf der remix09 hat mein Partner John Groves einleitend zu seinem Vortrag ein Intro-Video abgespielt, was mir in diesem Zusammenhang wieder einfiel.

Der Clip, den wir intern produziert haben und als „work in progress“ verstehen (konstruktive Kritik ist herzlich willkommen), knüpft stilistisch an den oben aufgeführten „Stummfilm“-Style an und wir haben bewusst vollkommen auf Bilder verzichtet. Vielmehr wollen wir damit aber deutlich machen, dass Sound in der Werbung dezent und subtil oft viel mehr wirken kann als bombastisch eingebettete Klangwelten.

Insoweit kann ich es auch aus eigener Erfahrung durchaus nachvollziehen, dass die Studie zu diesen Erkenntnissen gelangt.

Wer übrigens in das Thema „Sound Communications“ und akustische Markenführung einmal etwas tiefer „hineinhorchen“ will, der findet auf dem ersten Audio Branding Kongress in Hamburg am 14. November sicher einige interessante Anregungen. Der Werbeblogger ist dort Medienpartner und wir werden in der kommenden Woche innerhalb eines „Sound-Werberätsels“ hier ein Gratis-Ticket verlosen.

2 Kommentare

  1. Chris

    Man fällt am besten auf, wenn man etwas zeigt was in der Kombination so vorher noch nicht dagewesen ist! Dazu muss es nicht lauter oder schriller als erträglich sein!

  2. Audio Werberätsel. Eine Eintrittskarte im Wert von 400€ inklusiv. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Audio Werberätsel. Eine Eintrittskarte im Wert von 400€ inklusiv.

    […] Werbeblogger ist dort Medienpartner und wir verlosen ein Gratisticket im Wert von 400€ für den Gewinner dieses ersten […]

Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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