12:24 Uhr
Fett trinken
In New York sind nach Angaben des Gesundheitsamtes über 50% der Bürger übergewichtig bis fettleibig, Tendenz weiter zunehmend, insbesondere bei Kindern zwischen 6 bis 11 Jahren.
Im Heimatland der Süßgetränke wie Coke, Pepsi und Co. nehmen die Menschen neben einer epidemischen Fastfood-Kultur auch über Getränke eine relevanten Teil an versteckten Kalorien zu sich, ohne es unmittelbar durch ein Sättigungsgefühl zu bemerken.
Die aktuelle Plakatkampagne soll über den Ekeleffekt Aufmerksamkeit erzeugen und für das Thema sensibilisieren.
So zeigt das Motiv ein colafarbiges Getränk, welches sich beim Ergießen in das Glas in Körperfett verwandelt. Hmm, lecker. Da freut sich die Getränkeindustrie bestimmt und schmeißt noch mehr süßstoffbefeuerte “Diet”-oder Zero-Cokes auf den Markt.
Eine weiteren Studie aus dem Jahr 2008 besagt, dass ein Fastfood-Werbeverbot die Anzahl übergewichtiger Kinder um bis zu 18% reduzieren könnte. Allerdings würde man die McDonalds, BurgerKing und Co, die nicht nur in den USA ein äußerst wichtiger und relevanter Wirtschaftzweig sind, wohl ziemlich verstimmen. Das Thema “Werbeverbote” hätte in Zeiten des Webs und des sich stark verändernden Mediennutzungsverhaltens gerade bei der nachwachsenden Generation auch eine schier endlose administrative Aufgabe zur Folge. Was bei TV-Werbung und Outdoor-Plakaten noch einigermaßen “regulierbar” sein könnte, ist im weltweiten Internet praktisch unmöglich.
Das Problem ist, ähnlich wie bei Alkoholwerbung, nicht an der Spitze werbemedialer Erscheinungen zu bewältigen, die gerade im grenzenlosen Web durch immer neue Werbeformen einen Weg zu den Verbrauchern finden. Werbung ist ein kommerziell projiziertes Spiegelbild unserer Konsumkultur, die sich nur in dem Maße wandelt, in dem die Menschen aufgeklärt ihren eigenen Verbrauch überdenken und Vorbild für das eigene Umfeld und ihren Nachwuchs sind. So betrachtet, ist die Kampagne durchaus ein richtiger Denkanstoß.
Außerdem: Ein Fastfood-Restaurant-Besuch pro Woche inkl. einem halben Liter Coke schadet der Gesundheit sicher nicht, wohl aber die maß- und gedankenlose Zuführung von Unmengen, egal in welchem Bereich.
4 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 1. September 2009 um 14:01 Uhr
Irgendwo habe ich mal eine recht gute Analyse gelesen dass das Problem teilweise die Portionsgroessen sind, auch und gerade bei den Getraenken. In sehr vielen der (Fast-food und/oder Take away) Restaurants wird einem doch heutzutage das “go large” fast schon aufgedraengt. Bei den Getraenken faengt es teilweise bei medium an, small gibt es gar nicht mehr. Oder dass was frueher large war ist jetzt medium.
Mal ganz davon abgesehen dass der einmal pro Woche Besuch vielleicht in Deutschland noch passiert, ich schaetze mal in den USA und auch hier im UK duerfte es bei vielen eher bei mehrmals in der Woche liegen.
Ein anderes Problem beim Alkohol (Bericht neulich im Herald): Ich weiss nicht wie das in Deutschland oder den USA ist, aber hier in Grossbritannien darf ein Restaurant dem Gast eine angebrochene Weinflasche nicht wieder verkorken und mitgeben. Resultat? Der Gast trinkt den Wein in den meisten Faellen ganz aus auch wenn er eigentlich gar nicht unbedingt so viel trinken wollte. Er wird in gewissem Sinne vom Staat dazu verleitet mehr zu trinken um kein Geld zu verschwenden.
Am 1. September 2009 um 14:25 Uhr
Interessant wird es sicherlich, wenn man sich den kulturellen Kontext ansieht. Man könnte ja fast meinen die Burgerkultur entsprang der “Soulfood”-Küche der Schwarzen, die eben für den schmalen geldbeutel alle sonstigen eher als Essensreste verpönte Sachen wie Kartoffeln, Hähnchenflügel oder Sparerips gnadenlos in Fett frittierten. Das Armeleute-Essen war dank des Fettgehalts (Geschmacksträger) sehr lecker.
Auch die Burgerkultur ist eigentlich ein Armeleute-Essen und nicht zu vergleichen mit hiesigen McCafe-Preisen. Dort ist es einfach Billigfraß und Armin hat ganz recht, dort wird mit Portionsgrößen gepunktet. Wer sich im Urlaub schon regelmäßig überfressen hat, wird selbst schnell gemerkt haben, wie man sich an die Portionsgrößen gewöhnt und er Körper immer mehr nach dem gelben Gold verlangt, weil der Zuckerspiegel und die Magengröße sich sehr rasch den Essgewohnheiten anpasst.
Ein sinnvoller Schritt ist wie immer als letztes in so einer Werbung zu suchen, die nicht wirklich die eingefleischten Meme einer Esskultur egalisieren kann. Viel mehr geht es tatsächlich darum im Bereich des Food-Design vorzugehen und Produkte zu entwickeln, die eben weniger Zucker udn weniger Fett enthalten und so nach und nach die Menschen zu entwöhnen. Ein Crash oder gar ein künstlicher Zuckerersatz ist natürlich keine Lösung, weil der Zuckerspiegel ja trotzem weiter und weiter verlangt, zumal die ganze Phosphatscheisse auch nicht wirklich gesund ist.
Das mit den Portionsgrößen is halt so eine Sache, weil es halt schon sein ein eingeschliffenes System ist. Wäre aber für Unternehmen trotzdem die Chance kleinere Portionen zu verkaufen in der Hoffnung, dass die “Süchtigen” dann doch einfach mehr Portionen holen. Warum also nicht?
Also zusammenfassend gebe ich Roland recht, dass es über Vorbilder funktionieren kann. Das Problem in den USA. Das Land der Extreme. Operierte Hungermodels und aufgepumpte Muskelpakete auf der einen Seite und die enormen Fetties auf der anderen. Beide haben ihre Peergroups also gefunden. Warum sollten sie da raus? ;-)
Am 1. September 2009 um 16:17 Uhr
ich finde den Ansatz, etwas gegen die Fastfood Werbung zu steuern nicht verkehrt. Verbieten kann man nichts, man könnte nur hinzufügen, wie solche Plakate. Sollte dort neben ein Fastfood-Ketten Plakat hängen, werden es sich einige Leute sicher zweimal überlegen, natürlich auch ein grober Teil nicht, aber denen kann man ja auch nicht mehr helfen. Es geht einfach nur mit Aufklärung. Doch wenn man die sozialen Strukturen durchleuchtet, sind es diejenigen, die bspw. solche Plakate oder “Besser essen” Sendungen Sendungen schauen, diejenigen die sowieso sich dafür interessieren und sich ändern würden. Man kann die “schwierigen” Personen nur aktiv informieren, denke ich….aber einen solchen Ansatz zu beginnen mit derartigen Plakaten, fände ich nicht verkehrt…
Am 2. September 2009 um 13:48 Uhr
Diese Werbung ist der Hammer! Ein bissi schrecklich, aber das verdienen wir, wenn wir ein ungesundes Leben führen!