09:26 Uhr
Bitte sehen Sie sich aufmerksam den nachfolgenden Werbeclip an, um diesen Blogeintrag zu kommentieren
Todd Bishop — nach einem Tip des geheimnisvollen “TheoDP” — schrieb in seinem TechFlash-Beitrag “Microsoft: Prove You’re Human by Reading and Regurgitating an Ad” vor ein paar Tagen über einen Patentantrag von Microsoft vom letzten Jahr, in dem es darum geht, Werbung anstelle von Wörtern, Zahlen- oder Buchstabenkombinationen in CAPTCHAs einzusetzen.
Hier der einleitende Text des Patentantrags (Hervorhebungen von mir):
ADVERTISEMENT-BASED HUMAN INTERACTIVE PROOF
An arrangement for providing advertisement-based (“ad-based”) HIPs (human interactive proofs) is realized by using an advertisement as the basis of a HIP challenge that is readily solved by a user but is difficult for a computer-based application to solve. Users are accustomed to advertisements and can generally understand the content or message being delivered by them. [...] In another illustrative example, audio comprising a slogan, musical jingle or ditty, spoken words, or other sounds (or combinations thereof) is used to convey an advertising message, while also providing the basis for an audio ad-based HIP.
Hier zwei von etwa einem halben Dutzend mitgereichter Skizzen aus der Patent-Datenbank:
Die Patentfähigkeit wäre generell zu bezweifeln, denn wie aus der rechten Skizze hervorgeht, handelt es sich hierbei nicht um hochinnovative Quantentechnik für die Interwebs, sondern um stinknormale Abläufe zwischen Servern und Clients. Den Servern ist es letztendlich egal, ob sie Wörter, Zahlen, Werbung oder heiße Kastanien vom Adserver an den Client weiterreichen. Auch die Idee ist früher auffindbar: Bishop fand einen Eintrag dazu aus 2005 von Adlab, und Adlab selbst fand 2007 diesen Post “Ads in Captchas” auf JY’s Blog aus dem gleichen Jahr (auf das, wie ich gerade sehe, damals Patrick indirekt verlinkte) und den Eintrag “Commercializing Captcha” von Seth Godin aus 2006.
Aber das sind natürlich alles nur Nebenattraktionen. Die Hauptattraktion ist sicher die Idee, Kommentarwilligen Bild-, Audio- oder Videomaterial mit Logos oder Jingles oder sogar Werbeclips zu verabreichen, die bewußt verarbeitet und ausgewertet werden müssen, um sich dem Computer gegenüber als Mensch zu identifizieren statt als Spam-Bot. So eine Art Turing-Commercials (für Menschen statt Maschinen). Und warum auch nicht — schließlich sehen wir uns im Netz mit jeder Menge Videoclips konfrontiert, denen ein Commercial vorgeschaltet ist! Eine starke win-win-Situation: Spam-Bots werden zuverlässig abgewehrt und Unternehmen, deren Logos, Jingles oder Clips goutiert werden müssen, um einen Blogeintrag zu kommentieren, können durch das ständig aktualisierte Markengedächtnis langfristig mit erheblichen Umsatzsteigerungen rechnen. So wird’s funktionieren. Ich bin mir da ganz sicher.
Verwandte Artikel
8 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- bugsierer: sehr geile app, danke für die empfehlung. macht grossen spass, auch als nichtmusiker darauf zu jammen, sehr entspannend.
- Raoul: Sehr interessanter Artikel. Zum einen kann die Software als Ideengeber dienen, wenn dem Faktor Mensch mal wieder gar nichts einfallen will...
- Luis: Wikipedia in allen Ehren: Es ist Fast-Food-Wissen. Schnell zu bekommen, aber teilweise auch von unterschiedlicher Qualität. Dass man da...
- ramses101: @Julian: Das ist Quatsch und der ist zum Beispiel auf die “Debatte” zwischen Inkludisten und Exkludisten zurückzuführen....
- Julian: @Christian Schneider : Wer ein wenig versiert ist, weiß längst, dass Wikipedia Brockhaus schon vor einiger Zeit sowohl im Umfang, als auch...
- Claus: Nur wenn Printwerbung neu, kreativ und einzigartig ist, ja nur dann komt der gewünschte Werbeeffekt zum Tragen. Auto-Sixt etwa beherzigt das...
- Dalibor Karacic: Wenn ich die TV-Werbungen der letzten Jahre so verfolge, bin ich mir nicht sicher, ob diese Software nich schon längst im Einsatz...
- Roland Kühl-v.Puttkamer: Vielleicht noch ganz interessant in diesem Kontext fällt mir aus unserem Archiv noch was ein…...

Deutsche Werbe-/Medienblogs
- Agenturblog
- Aisberg
- Automobil Blog
- basd-art.de
- Beers and Ideas
- Bernd Röthlingshöfer
- Blindtext Blog
- Blog von Gwinner
- Cem Basman
- Clap-Club
- Clickpunkt 7
- Connected Marketing
- Creating Tomorrow
- Customer of Hell
- Datenschmutz
- Datenvandalen
- Digital Conversation
- Ferryblog
- Filmjournalisten.de
- Fischmarkt
- Flussaufwärts
- Fontblog
- Fridaynite
- Geistesblitz
- Guerilla Marketing Blog
- i-fekt Blog
- Ingo Kaestner
- Jenriks24phoetry
- JvM/Neckar
- Kreisrot Rundschreiben
- LPMDESIGN Weblog
- MADVERTISING
- Markentechnik Blog
- Marketing Oase
- Massenpublikum
- Medienvirus
- Mobile Zeitgeist
- Neukunden-Magnet
- Nico Zorn
- Nino Worldwide
- Off the record
- OnetoBlog
- Out of office
- Pimp my brain
- Pixelsebi
- praegnanz
- reine Formsache
- Reklame
- seoFM
- Sichelputzer
- Sloganmaker
- SOS SEO
- The missing Link Agenturblog
- Tischthema TV
- VisualBlog
- Werbewahn
- Werbewunderland
- Zielpublikum
- Zorno
- Zweieintel
Englische Werbe-/Medienblogs
Evergreens (teilweise Off-Topic)
Web 2.0 Blogs
Werbeblogger Autorenlinks




Am 1. September 2009 um 11:56 Uhr
[...] [...]
Am 1. September 2009 um 12:33 Uhr
“So wird’s funktionieren.”
Es kann funktionieren, wenn die Anzeigeneinblendungen im weitesten Sinne etwas mit dem Kontext zu tun haben und über das Aufsagen kindischer Botschaften hinaus wenigstens einen mikroskopischen Mehrwert haben. Müsste ich dagegen auf einer Gadget-Site eine Frage zu Babywindeln beantworten, bevor ich etwas zum iPhone kommentieren darf, hätte mich diese Gadget-Site vermutlich zum letzten Mal gesehen. Und jetzt alle: “Das gaanze Leben ist ein Quiz, und wir sind nur die Kandidaten…!”
Am 1. September 2009 um 14:56 Uhr
Das gibt´s auch aus deutschen Landen: captchaad.com
Da schaut man dann z.B. einen Film über eine Tintenpatrone an & muss am Schluß deren Preis eintragen.
Klar, Non-Profit-Seiten, Blogs & Co. müssen sich irgendwie finanzieren, aber ob Das der richtige Ansatz ist?
Am 1. September 2009 um 15:06 Uhr
@Thomas Ja, in der Tat, und ebenfalls mit “patent pending.” Und hier ist noch einer, “Adaptcha”. Aber so lange sie sich über Patente kloppen zu Techniken, auf die wir gut und gern verzichten können, bitte schön … eine Stellungnahme von Microsoft gibt es auch schon dazu auf internetnews.com:
Innovative advancements, my ass.
Am 2. September 2009 um 09:51 Uhr
“auf die wir gut und gern verzichten können”
So sieht das wohl aus! ;-)
Am 2. September 2009 um 11:51 Uhr
[...] und möchte gern, dass wir in Zukunft Werbebotschaften abtippen. Der Patentantrag, auf den die Blogosphäre aufmerksam wurde, beschreibt das Konzept. Ich setze hier mal auf Bilder – das haben wir uns [...]
Am 4. September 2009 um 16:00 Uhr
Der paßt dazu, bezüglich Turing-Test:
XKCD: Suspicion
Am 10. September 2009 um 20:16 Uhr
Das könnte tatsächlich funktionieren – nicht umsonst soll man in der Schule Dinge selbst schreiben um sie sich zu merken…