18:17 Uhr
Social Media Art
Vielleicht ist Social Media noch nicht alt genug, um aufsehenerregende mediale Kunst hervorgebracht zu haben — als konzeptioneller Nachfolger zu Interactive Art, die wiederum ein Nachfolger war von Videoinstallationen und anderer Installationskunst des Fernsehzeitalters. Künstlerisch gestaltete und thematisch durchkonzipierte Twitter-Installationen fände ich schon mal nicht schlecht für den Anfang als Social Media bzw. Social Network Art … und hey, die gibt es schon! CreativeApplications.Net hat eine ganze Reihe von Twitter-Kunst-Installationen gesammelt, die ich alle ziemlich klasse finde.
Einer meiner Favoriten ist Murmur Study #1 von Christopher Baker in Kollaboration mit Márton András Juhász and Kitchen Budapest:
Die Installation besteht aus 30 Thermodruckern, die Twitter fortlaufend nach Variationen von „verbreiteten emotionalen Äußerungen“ überwachen: “Messages containing hundreds of variations on words such as argh, meh, grrrr, oooo, ewww, and hmph, are printed as an endless waterfall of text accumulating in tangled piles below.”
Das Konzept:
Murmur Study is an installation that examines the rise of micro-messaging technologies such as Twitter and Facebook’s status update. One might describe these messages as a kind of digital small talk. But unlike water-cooler conversations, these fleeting thoughts are accumulated, archived and digitally-indexed by corporations. While the future of these archives remains to be seen, the sheer volume of publicly accessible personal—often emotional—expression should give us pause.
Und greift auch die Werbung für Social Media/Social Networks künstlerische Elemente auf? Oh ja. Über Freddy Samuel von AdGoodness stieß ich zum Beispiel auf diese beiden phantastischen Werbeclips für das neue Soziale Netzwerk “Ruumz” in Malaysia, von der Agentur Creative Juice\Sil, Kuala Lumpur (deren Website noch in Arbeit ist):
Leider löst bereits die Startseite von “ruuumz” die Erwartungen, die diese Frank-Miller-Hitchcock-Amityville-Horror-Cross-Over-Animationen geweckt haben mögen, nicht vollständig ein, um es milde auszudrücken. Was mich wieder an den in einem anderen Zusammenhang bereits zitierten Satz aus William Gibsons Pattern Recognition erinnert über einen Markt, “where marketing campaigns are the ‘product’—economically more important, more intelligently designed, and more artistically accomplished than the products they supposedly promote”.
3 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 13. August 2009 um 10:58 Uhr
Joseph Beuys hätte seine Freude an Murmur Study, wo Fett, Dreck und Filz der Tweets zur Kunst erhoben werden. Bezeichnend auch, dass die Banalität des Alltags die Kunst prägt.
Am 13. August 2009 um 16:15 Uhr
Da Twitter gerade so in Mode ist, bietet es sich an es in eine künstlerische Installatin einzubinden.
Am 14. August 2009 um 17:05 Uhr
[...] German Werbeblogger features some fascinating Social Media Art. [...]