15:43 Uhr
Microsoft´s Box Office
Windows7 steht vor der Tür und Microsoft setzt alles daran, nicht wieder einen Vermarktungs- und Produktflop wie bei Windows Vista zu produzieren. Die Voraussetzungen sind bisher ganz gut. Die Pressemeldungen, die Tests der Beta und des Release Candidates sind überwiegend positiv. Der Funktionsumfang, die Performance und Verbesserungen gegenüber Windows XP und Vista könnten also tatsächlich dazu führen, dass bei dieser “Betriebssystem-Runde” eine Vielzahl von Nutzern, die damals aus gutem Grund Vista links liegen gelassen haben, nun auf Windows7 wechseln werden. (Ich war übrigens einer der wenigen Kunden der Vorverkaufsaktion, die bei amazon eine Lizenz für 49€ ergattert haben.)
Man mag diese Aktion für einen Marketinggag halten, aber die gesamte Produkt- und Markteinführung von Windows7 unterscheidet sich in vielen Dingen positiv von Microsoft´s ursprünglichen Methoden. Sie nutzten dieses Mal wesentlich effizienter den Effekt der (digitalen) Mundpropaganda wozu der für Microsoftsche Verhältnisse sehr freizügige Umgang mit öffentlichen Betas und vor allem der Lizenz für den RC (Release Candidate) einen erheblichen Teil beigetragen hat.
Dazu bewegen sich die Redmonder durchaus dynamisch, was die Problematik mit den EU-Wettbewerbswächtern angeht. Ich habe es schon in vergangenen Beiträgen ausgeführt: Microsoft muss lässiger, besser noch gelassener werden. Sie sind gut beraten, sich aus der albernen Werbeschlacht mit Apple herauszuhalten und ihre eigene Linie zu entwickeln.
Dabei gelingen Microsoft neben viel Murks zuweilen echte Perlen, allerdings sind sie -bisher- weit davon entfernt, ihre Kampagnen aus Markensicht konsistent wirken zu lassen. Der berühmte “rote Faden” in der Kommunikation ist noch nicht wirklich erkennbar.
Ein neuer stilistischer “Versuchsballon” scheint nun das Kampagnenkonzept für die neue Office-Suite von Microsoft zu werden, die ich für ausgesprochen ausbaufähig halte.
Das Prinzip der Film-Tailer Adaptionen ließe sich sehr gut auf weitere Produkte und Kampagnen ausweite, zumal die Mechanik schier endlose kreative Mashup-Varianten erlaubt. Das Augenzwinkern und das selbstbewusst, lässige Schmunzeln über die eigene Marke trägt dabei ihren Teil zur Sympathieentwicklung für die Marke bei.
Ein Seitenblick auf Apple sei dabei erlaubt: es dauert keine zwei Sekunden, dann erkennt jeder Zuschauer, dass es sich um einen Apple-Spot handelt. Apple betreibt dabei aber durchaus kein “Rocket-Science”. Eigentlich beachten sie “nur” die Grundprinzipien guten Brandings: Wiederholungen und das Fixieren und von stilistischen und visuellen Erinnerungsmustern über alle Produktbereiche hinweg.
Da kann sich Microsoft durchaus etwas abschauen, allerdings mit eben ihrem ganz eigenen Stil. Wer will heute schon noch den Marktschreier Ballmer, der im Stil von Aale-Dieter auf dem Hamburger Fischmarkt und hochrotem Schopf seine Ware anpreist?!
2 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 11. August 2009 um 20:25 Uhr
Hmmm. Da fühle ich mich direkt an ein Font-Klamauk-Video von collegehumor erinnert. collegehumor.com/vid...
Am 14. September 2009 um 12:59 Uhr
[...] wieder einmal stelle ich bei Microsoft fest, dass Grundregeln konsistenter Kampagnen- und Markenführung durchbrochen werden. Wenn wir [...]