02:10 Uhr
Authentizität bei Testimonials
Anläßlich des Geisterbahn-Hauptpreisträgers vom Sonntag — wie haltet ihr es eigentlich persönlich oder wie hält eure Agentur es mit Testimonials? Ich meine damit Testimonials, nicht Celebrity Endorsements?
Ich habe eine Weile hin und her überlegt, wie ich den Poll verpacken soll: persönlich oder wie es in eurer Agentur gehandhabt wird. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich die Fragen so formuliert, daß sie auf beide Fälle passen. Für Details und Spezielles gibt es dann die Kommentare — zum Beispiel, wenn ihr persönlich es anders haltet als die Agentur, für die ihr arbeitet.
Ich selbst halte es so: Bei Celebrity Endorsements nehme ich nicht ernsthaft an, daß Menschen glauben, die berühmte Person würde das Produkt wirklich toll finden und/oder benutzen; hier handelt es sich um eine Konvention und eine oft bereitwillig aufgenommene Fiktion (suspension of disbelief mit inbegriffen). Bei „Kunden-Testimonials“ ist das anders. Und da werde ich dann ethisch pingelig und nehme nur Aussagen auf, die ich selbst gesammelt habe oder von denen mir glaubhaft versichert wurde, daß sie authentisch sind. Von denen wähle ich dann die besten aus und hübsche im Zweifelsfall das eine oder andere ein wenig auf in Richtung grammatischer und inhaltlicher Verdaulichkeit. Aber damit wäre meine persönliche Spin-Grenze dann auch erreicht.
EDIT 21.7.09 12:00
Sorry an alle unsere Feed-Verfolger; nach dem letzten WP-Update erscheint der Poll nicht mehr als Poll im Feed, und auch der „Results”-Link macht Unsinn. Hoffe, das läßt sich alsbald fixen.
11 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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Am 21. Juli 2009 um 11:45 Uhr
Meine Freundin beömmelt sich jedes Mal, wenn der aktuelle Aktivia-Spot im Fernsehen läuft. Eine Schauspielerin tut da so, als sei sie ein Kunde der Sorte “mega heavy user” und packt ihr Filofax so … wie soll ich sagen … aufdringlich in die Handtasche, das hat schon echt komische Züge. Knoppers-Spots sind ähnlich grausam (“Aber wirklich nur ne Minute …” WTF!)
Ob die aktuelle Fielmann-Kampagne (ausschließlich) mit “echten” Testimonials gedreht wurde weiß ich nicht. Aber die kommt beispielsweise wesentlich authentischer rüber.
Am 21. Juli 2009 um 12:03 Uhr
Deine Frage ist berechtigt. Gerade dieser Tage!
Sorry, daß ich dieses Thema mit diesen Links auf eine andere Ebene hieve, denke aber dieses ist sehr wichtig, denn genau da, wo das Testimonial verbogen wird, hört der Spaß auf:
ralfschwartz.typepad...
ralfschwartz.typepad...
Am 21. Juli 2009 um 12:44 Uhr
“und nicht alle würden da gut aussehen”
Darum würde es für mich bei einem Testimonial gerade gehen. Einem nicht so perfekten vertraue ich persönlich seltsamerweise mehr.
(Irgendwie ist das so, wie wenn man dem dicken Mann mit der hübschen Freundin mehr Vermögen (Geld) zutraut als dem Gutaussehenden mit der gleichen Frau.)
Am 21. Juli 2009 um 12:11 Uhr
@AndreasK Ich bin so printfixiert, Fernsehen kam mir gar nicht in den Sinn.
Aber hier wird die Sache natürlich etwas komplizierter. Nicht alle enthusiastischen Kundinnen und Kunden würden vor die Kamera wollen und nicht alle würden da gut aussehen … die einfache Lösung wäre, in Form gebrachte echte Testimonials für den professionellen Dreh ins Skript zu nehmen. (Wahrscheinlich lachen jetzt alle über mich. ;-))
Am 21. Juli 2009 um 14:32 Uhr
Testimonials haben bei mir immer eine recht billige Wirkung auf mich. Glaubwürdigkeit verbinde ich auf jeden Fall nicht mit Testimonials.
Am 21. Juli 2009 um 16:57 Uhr
…und mancher der seinen Kopf für etwas hergab hat ihn dann verloren. Letztes Beispiel Ute Hamelmann für Vodafone:
sueddeutsche.de/comp...
und
toonblog.squarespace...
…komische Welt.
Am 21. Juli 2009 um 23:56 Uhr
Ja, das paßt wirklich gut zum Thema. Ich denke, daß wir es bei Ute Hamelmann & Vodafone eher mit einer Art “Celebrity Endorsement” zu tun haben als mit einem Testimonial, und ich hoffe, daß ich morgen dazu komme, ein paar Zeilen dazu zu schreiben.
Wer zu dieser Thematik Blogeinträge mit Substanz geschrieben hat, ist hier in den Kommentaren (und auch in meinen Folgeeintrag) herzlich eingeladen, darauf zu verlinken; kleine deskriptive Begleittexte dazu wären aber zu begrüßen. Vom System zurückgehaltene Kommentare schalte ich dann frei.
Am 22. Juli 2009 um 12:10 Uhr
hat ja schon der ogilvy selig drauf hingewiesen, auf die problematik mit “berühmten” testimonials (bleibe mal beim üblichen agentursprech).
“in those days i did not know that it is a mistake to use celebreties. they are remembered but the product is forgotten”
bei der vodafail-nummer geht es imho auch gar nicht so stark um die whatever sie jetzt sind. kennt ja eh keiner von denen, an die sich die kampagne möglicherweise richtet. das problem ist – einerseits – wie ja schon hunderttausendfach beschrieben das HOW TO.
andereseits aber auch das thema der kampagnenstrategie, die sich mir zumindest mal ganz grundsätzlich entzieht.
Am 23. Juli 2009 um 11:39 Uhr
die einfache Lösung wäre, in Form gebrachte echte Testimonials für den professionellen Dreh ins Skript zu nehmen. (Wahrscheinlich lachen jetzt alle über mich. ;-))
Ach, j.
Tatsächlich, finde ich, ist bei Print wie im TV das Hauptproblem die Balance zwischen “Authentizität”und “in Form gebracht”. Je geschliffener der angebliche Verbraucher formuliert, desto intellektuell erträglicher wird die Werbung, macht vielleicht sogar Spaß – aber das dann glauben? Nee…
Wird man also wieder nur unterhalten und kauft die Ware vielleicht eben deshalb.
Erinnert sich eigentlich noch wer an 15 Jahre Jägermeister-Unikat-Kampagne?
Jedenfalls die Krativen, die die RitterSport-Printwerbung verantworten.
(Da wollt ichschon lange mal drauf hinweisen…)
Am 24. Juli 2009 um 11:35 Uhr
@dermachtdieworte
meinst Du die hier? themenblog.de/bilder...
Am 26. Juli 2009 um 13:52 Uhr
[...] diesen Inspirations-Tornado mit einer klitzekleinen Prise Selbsthumor zu garnieren, aber wie solche Celebrity Endorsements ja gerne laufen, mündet es häufig in “Making-of”-typischer Realsatire wie diesen [...]