17.07.09
18:11 Uhr

Facebooks Werbefreuden

facebook_ad

Dieser Passus auf Facebooks “Settings Page” war mir bislang völlig unverständlich:

Facebook occasionally pairs advertisements with relevant social actions from a user’s friends to create Facebook Ads. Facebook Ads make advertisements more interesting and more tailored to you and your friends. These respect all privacy rules.

Aber nun wissen wir, was gemeint ist: Facebook nimmt sich das Recht, oder gibt anderen Applikationen das Recht (oder beides), Anzeigen mit eingestelltem User-Content zu generieren. Der von der obigen Anzeige persönlich angesprochene “Peter” zum Beispiel war zufällig der Ehemann der auf dem Photo abgebildeten Cheryl — beide nahmen es mit Humor (statt Facebook auf seelische Grausamkeit zu verklagen oder so) und änderten ihre Facebook Settings. Denn die Erlaubnis zur Nutzung ist die Voreinstellung, und auch das Abschalten ist in einigen Browsern wohl eher hakelig, wie unter anderem Lee Mathews auf DownloadSquad berichtet.

Dazu schreibt er:

I guess since we can turn this abomination off we shouldn’t get too worked up about it. Still, it’s pretty damn unsavory to use someone’s friend’s face to advertise a product and give the appearance that that friend might endorse it.

Yes, if it had been my wife’s face staring back at me I would have had a good laugh. And when I stopped, I would have been right pissed that Facebook thinks this qualifies as “acceptable use.”

Vor allem als Pipeline zu installierten Applikationen funktioniert das wohl sehr gut. “howard yeend” berichtet in der Kommentarsektion von Cheryls Blog:

[W]henever you install an application it can (and many do) access all your profile information, including photos. Some applications then use these details in adverts to other users. For instance I’ve had ads telling me my partner’s mother has a crush on me, because she installed some dumb application.

LOL!

Und wo wir gerade bei Werbung von dritten Parteien sind, mit denen Facebook-User beharkt werden: Manchmal ist sie ja auch ganz pfiffig gemacht wie diese “Virtual Business Card” Facebook-Aktion von TBWA\ Düsseldorf vom letzten Januar:

 

 

Toll wär’s allerdings gewesen, wenn von diesen gewonnenen „sechs jungen Talenten“ dann auch jemand an diesem Doku-Video mitgewirkt hätte. Denn ohne die typographisch (Imagine you´re a student), grammatisch (you got linked on a photo), lexikalisch (Facebook, the most common social network worldwide) und idiomatisch (You want them on your business cards) mitreißenden Kollateralqualitäten wären mir bereits nach wenigen Sekunden die Augen zugefallen, ich bin mir sicher.

Keine Tags vorhanden

5 Kommentare

  1. Brothel Pianist

    was kann man von einem dienst erwarten, bei dem man noch nicht einmal den eigenen account löschen kann? unglaublich, das!

  2. Annette

    Hmmm. So weit ich weiß, kann ich nur Facebookfreunde die mich bereits hinzugefügt haben mit ihrem Profil auf Fotos verlinken…
    Ich kann da also 10x Werbeblogger auf irgendein Foto schreiben. Aber wenn ich nicht schon einen Werbeblogger in meiner Freundesliste habe, bekommt der auch keine Nachricht, dass er markiert wurde.

    Waren die, die verlinkt wurden dann schon Fans von TBWA? Würde es dann funktionieren? Kennt sich da jeamand aus? Ich hab leider noch keine Fanseite betreut.

    Andernfalls ist das ein Fake.

  3. claude

    Nein, auch seine Fans kann man nicht verlinken (gerade ausprobiert).
    Das funktioniert also nur, wenn ein TBWA Mitarbeiter/Supporter bereits mit jemandem der angeworben werden soll befreundet ist – was die ganze Sache ziemlich witzlos macht…

  4. Teo

    @Annette @claude

    Genau das hab ich mir auch gedacht, als ich es das erste Mal gesehen hab. Du kannst nur verlinken, wer in deiner Freundesliste ist. Für mich ein ganz klarer Fake. Also: das ist nicht pfiffig sondern einfach awardgeil dreist. Und nie im Leben haben da sechs neue Leute angefangen, weil sie auf einem Foto bei Facebook markiert wurden. Hallo im Januar? In Zeiten, in denen kolportiert wurde, dass TBWA eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern entlassen hat.

    @werbeblogger

    Hoste doch nicht so einen Scam!

  5. J. Martin

    @Annette, @claude: Wenn ich euch richtig verstehe, denkt ihr, daß TBWA\ diese Aktion gefakt oder zumindest nach Kräften aufgepumpt hat, weil es nur mit Leuten funktionieren würde, die sich ohnehin schon für einen interessieren (Freundesliste).

    Könnte sein. Ich selbst hatte zunächst sogar an die Möglichkeit gedacht, daß es ein Voll-Fake ist, weil es auch so gnadenlos unprofessionell gemacht ist. Da u. a. Ads of the World die Credits dafür listet, sollte sich das aber herausfinden lassen. (Obwohl ich mich an einen Fall erinnere dieses Jahr, wo auch die Credits gefakt waren.)

    @Teo Ganz im Gegenteil. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu entlassen und gleichzeitig „Junge Talente” einzustellen ist nichts, was sich ausschließt… Denk mal scharf nach :-)

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
  • Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
  • ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
  • ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
  • ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
  • Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
  • Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
  • Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop