22:04 Uhr
Die Fünfte Wand der Werbung
Das Durchbrechen der „Vierten Wand“ bezeichnet unabhängig vom Medium eine publikums-, zuschauer- oder lesergerichtete Adressierung, bei der Charaktere in der Regel auch zu erkennen geben, daß sie um ihre eigene Fiktionalität wissen. Dies kann reichen vom einzelnen, entnervten Blick direkt in die Kamera über parodistisches Sichtbarmachen der eigenen make-believe-Strategien bis zur Einbeziehung des Publikums in die laufende Handlung.
Werbung durchbricht die Vierte Wand praktisch definitionsgemäß. Aber es gibt Ausreißer im Umfeld von: Spiel mit der Wahrnehmung als Trompe-l’œil und/oder öffentliches Ärgernis; Bezugnahmen auf das eigene Konzept und/oder die eigenen Strategien; das Einbeziehen von Publikum, der Umgebung und/oder fremder Werbung; sowie einige weitere lose verwandte Phänomene, die ich ebenfalls als Durchbrechen der Fünften Wand bezeichnen würde. (Auf meiner Suche nach laufenden Verwendungen dieses Begriffes fand ich sowohl einen interessanten Artikel zum Durchbrechen von vierten/fünften Wänden in Computerspielen aus März 2007 von Thomas R. Diehl, „Die Fünfte Wand“, als auch den Gebrauch des Begriffes für das (Selbst-)Referenzieren von Charakteren aus anderen fiktionalen Welten.)
Als enthusiastischer Aficionado von Meta-Ebenen und allem Selbstreferentiellen (einer meiner Lieblingsprofessoren sagte mal während einer lebhaften Diskussion zu mir “What?! You just say that because you’re a postmodern hardliner!”) werde ich in losen Abständen von Werbung berichten, die in irgendeiner Form die Fünfte Wand berührt. Die Einträge Supergraphics, Keine Supergraphics!, Das Recht auf Welt und Weißraum, Diamantenfinger und Billboard-Duelle habe ich nachträglich mit diesem Tag versehen.
Ein neuer Eintrag zu dem Thema ist bereits im zweiten Lauf und abschußfertig.
2 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 14. Juli 2009 um 00:03 Uhr
Hallo,
Please correct me if I have completely misunderstood this, but it feels to me that breaking through the fifth wall is the way to (louder) monologue, to self-referencial gestures and the (decidedly unsexy) dance of commodities. More like watching someone masturbating –
The fourth wall is much scarier. The fourth wall HAS to be confronted – at latest at the curtain call. Will the audience applaud the work? This fourth wall is also, in advertising, the point at the end of the communication where the product is offered up to the audience’s gaze – either they take it, or they don’t. Only a true fourth wall gesture can be rejected. A fifth wall gesture is safe. What are those super graphics trying to hide?
It seems to me that the fifth wall, like the first 3 is just diversion from the fourth wall. Maybe the fifth wall is not a wall, just a mirror on the stage, and a couple of people thought it was a source of light, the exit to the next (game) level. Why is it called the “fifth” wall, anyway? Does progress demand increasing numbers of walls? Do more walls make prisons any less prison-like?
Keep your eyes on the prize and reach out. Fourth wall, here I come.
Am 26. Juli 2009 um 19:34 Uhr
Well, the fourth wall is self-referential already, and it refers, roughly, to its content, its actors, its artificers. The fifth wall’s self-referentiality refers, again roughly, to the medium itself. So the fifth wall might indeed seem “safer” than the fourth, and it’s definitely less serious and more playful. But playfulness becomes important when seriousness is an integral part of what you’re trying to critically address, especially if it comes to ideologies. And, after all, the difference between these modes might only be a difference in mood—like, say, between modernist and postmodernist thought. For if something’s being playful, it doesn’t necessarily follow that it is also safe.