02.07.09
14:52 Uhr

Freude ist jetzt BMW

Vorab: es gab auch für mich autofahrerische Zeiten, da konnte ich durchaus “Freude am Fahren” mit einem BMW persönlich nachvollziehen.

Freude ist Ausdruck von Spaß, Leidenschaft, Optimismus oder auch Genuss. BMW baut mit ihrer neuen Markenkommunikation nun den Begriff “Freude” zum zentralen Kern und Thema aus. Seit dem 20.06.2009 heißt es nun bei BMW nicht mehr (nur) “Freude am Fahren” sondern ganz selbstbewusst “Freude ist BMW”.

Damit stellt sich die Marke bewusst in einen erweiterten Markenkontext und will quasi das positive Lebensgefühl ihrer Kunden und Interessenten insgesamt einfangen. Nicht alleine einzelne Modellreihen sollen die “Freude am Fahren” für sich dokumentieren; BMW will geschlossen als Marke den positiven Begriff  der “Freude” für sich besetzen, verknüpfen und idealerweise bei den Verbrauchern verankern; dem -etwas hinkenden- Vergleich folgend: Brille. Fielmann / Freude. BMW. (Die semantisch korrekte Analogie wäre wohl eher diese: Auto. VW.)

Aber BMW zielt ja auch nicht auf einen verknüpften Gegenstand ab (Brille, Auto), sondern auf ein Gefühl, welches zudem durch den Vorgänger-Claim schon über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Es ist daher anzunehmen, dass genau diese kommunikative Vorabeit auch nicht aufgegeben werden konnte und sollte. Die Weiterentwicklung also hat eine gewisse Logik, auch wenn ich persönlich als Mensch meine “Freude” nicht vorrangig mit einer Automarke in Verbindung bringen kann und werde.

Wie gefällt euch der neue Markenauftritt?
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15 Kommentare

  1. AndreasK

    Mein Daumen blieb auf der Mitte stehen. Denn es ist eine logische Fortsetzung, die konsequent und mit den richtigen Mitteln umgesetzt wurde. Den Spot werde ich als Auto- und BMW-Fan noch ein paar Mal sehr gerne ansehen!

    Nur: Ein menschliches Gefühl mit einer Marke gleichzusetzen, also mit etwas, das mir verkauft wird … da ist BMW für mich ganz schnell Frust, nicht Freude. Ich verstehe das einfach nicht. Freude ist BMW? Ich BMW mich, dich mal wiederzusehen? Was für eine hanebüchene Behauptung.

    Die Sanella-Kurve übers Backen fand ich da schon sympathischer, hab ich aber auch nie ganz verstanden. Mittlerweile beschrämkt man sich dort auf den Claim “Backen ist Liebe.” Besser ist das.

    Und auch wenn die beiden mit dem Claim-Vergleich damals kindsfleppig nachgetreten haben: Jung und von Matt haben recht – Ein Gefühl hervorzurufen (Ich drück’ dich) ist zigmal besser, als es einfach zu behaupten (Powered by emotion).

  2. Henning Meyer

    “Freude am Fahren” und “Freude ist BMW” sind zwei völlig unterschiedliche Aussagen. In ersterer steckt die ganze Positionierung der Marke drin. Dagegen ist der neue Claim inhaltsleer. “Freude” ist keine Markenpositionierung. Insofern ist hier keine Weiterentwicklung erkennbar: Daumen runter.

  3. tjark

    wenn ich den 507 von Graf Goertz sehe (und ihn im Traum mal richtig zureite), an den 2002 turbo denke, der ebenfalls vor meiner aktiven Autofahrerzeit das Licht der Welt erblickte, dann paßt der Claim zu 100%.

    Die Altersgruppe, die nebenbei noch das Geld hat (ich weniger, der Rest mehr), wirds freudig aufnehmen.

    //tjark

  4. Mario

    Emotionen werden inflationär gebraucht.

    Ohha, das könnte ja ein Kampf mit Bonn werden. http://www.bonn.de/
    Wenn die Freude mir gehören würde, dann könnte ich Lizenzen verkaufen :) Topseller letztes Jahr war Liebe.

    Na dann!

  5. eke

    Zur “Freude” nur so viel. Zu dick aufgetragen und wird in dieser Zeit mit diesen Produkte unter diesen Zukunftsaussichten nicht gehalten werden können.

    Zu mir persönlich: ich sehe in dem Spot sehr viele Show-off Fahrer und Rückspiegeldrängler – auch wenn die alle ganz lieb grinsen. Ganz im Ernst, ist die Gleichsetzung von Automobil und Freude noch Zeitgemäß? Ich käme mir da ein wenig blöd vor.

    Zum Spot. Hihi – sehr VW. Die Tragik des Nachgeborenen. Der passende Claim weg und der Spot eigentlich auch. Ach komm egal – sind schöne Bilder.

    Aber das Mulipicture am Schluss ist echt richtig oll. Das gibts ja schon im Prospekt von Jaspers Busreisen zum größten Zuchtbullen Norddeutschlands.

  6. Thor

    1. Die Markenpositionierung
    Auweia! Freude ist BMW, was für ein hanebüchener Quatsch. Was kommt als nächstes? Glück ist EON? Dankbarkeit ist Maggi? Euphorie ist Ratiopharm? Während Freude am Fahren für jeden verständlich, nachvollziehbar und möglicherweise sogar ansprechend war, ist dieser Claim jetzt weit, weit weg vom Kunden/Interessenten. Abstrakt, inhaltsleer.
    2. Der Spot
    Da fehlt mir als erstes die Magnum-Stimme. Und dann sehe ich immer nur den einzelnen Fahrer und kein vollbesetztes Auto. Freude also doch nur beim Fahren, nicht beim Beifahren? Schnelle Schnitte, aber wo ist in diesem kühlen, chicen Filmchen denn nun wirklich die Freude versteckt? Wo sind Emotionen? Das unterkühlte Grinsen der Wagenlenker? Nee, Leute, echt nicht. Freude ist der Jubel von BMW-Fans in der Formel 1, Freude ist eine glückliche Familie, die ihr Monstergepäck locker im 7er unterbringt, Freude ist der erste Schnee wenn ich einen X5 habe, Freude ist die Schlüsselübergabe beim Kauf in der BMW-Welt, Freude ist das zufriedene Streicheln des Lacks, Freude ist sovieles, aber ich sehe und spüre es hier nicht.

    Daumen runter.

  7. Brothel Pianist

    kann ekes und thors kommentare nur voll unterstützen: zeitgeistUNgemäß größenwahnsinnig statt fokussiert.
    und wer schon mal die “freude” hatte, mit den superarroganten bmw-vertragswerkstätten und -händlern zu tun haben, der wird das wörtchen, um das es hier geht, sofort vergessen. ein grund für mich, nie wieder bmw zu kaufen. eine marke ist eben mehr als imagespot. die freude kommt erst dann wieder ins spiel, wenn man bei besagten markenbotschaftern wieder vom hof fahren darf. zum porschehändler…;)

  8. AndreasK

    Ich will mehr Daumen-hoch-Kommentare! Nörgeln ist ja einfach, also traut euch!

  9. Freude ist auch Evian? | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Freude ist auch Evian?

    [...] ist BMW, Freude ist vermutlich auch bald Qualitätsjournalismus, wenn wir denn wissen, wie wir ihn [...]

  10. Evian – live young | frnkblog - Das private Weblog von Frank Sesselmann

    [...] wieder ein ausgezeichneter Werbespot, der hier eindeutig einen kurzen Beitrag verdient. Nachdem BMW jetzt ja die Freude zu einem Hauseigenen Gefühl gemacht hat, zeigt auch Evian, wie viel Freude man mit Wasser haben [...]

  11. friedrich

    Soweit ich das sehe, bleibt es beim Claim “Freude am Fahren” unterm Logo. Der wird also nicht ersetzt, sondern nur ergänzt um den Copy-Abbinder “Freude ist BMW”. Ist also nur ein Kampagnenclaim, Slogan o.ä. (siehe Diskussion über Claim/Slogan vor ein paar Tagen hier im Blog). Die Headlines leiten dabei das Thema “Freude” ein. Das zumindest gilt für die Anzeigen.

    Die leichte Neupositionierung ist der offensichtliche Versuch, BMW von der Imagemarke in Richtung einer Erlebnismarke zu verwandeln. Das schafft die stabileren Kundenbeziehungen – solange das Produkt das Versprechen auch einhält.

    Zur Darstellung von “Freude” bei BMW: Ganz persönlich ist mir die Darstellung von Freude bei BMW auch zu aseptisch, aber das ist sie schon seit Jahren. Diese Balance ist aber gewollt: sportlich, aber nicht krawallig; distinguiert, nicht auffällig; Freude, nicht Spaß.

  12. Mark

    Warum müssen die neuen Werbeslogans immer in Krüppel-Sprache verfasst sein? VW: Das Auto. Freude ist BMW. Schon beim Aussprechen wird einem da Unwohl.

    Man kann nicht sagen, dass die Slogans inhaltsleer sind. Aber sie wirken komisch und fremd.

  13. Ingo

    Also meine Meinung zu diesem Spot ist eigentlich relativ positiv. Wie bereits erwähnt, ist es denkbar einfach Alles schlecht zu machen. Aber für etwas zu posten erfordert da schon etwas mehr. Ich habe mich durchs Internet gesucht und gesehen, dass dieser Clip wirklich polarisiert. Zum Einen finden ihn viele Leute zu 100 Prozent gelungen und zum Anderen ( wie hier ) eben nicht. BMW hat durch die Verwendung von vielen alten Clips sicherlich etwas Geld sparen können und hat meiner Meinung nach dennoch einen guten Spot abgeliefert. Ich jedenfalls bin von dieser Werbung sehr viel mehr angetan als von irgendwelchen 3-D animierten französischen Kleinwagen die sich in Transformer-Roboter verwandeln. Die Assoziation mit Freude ist der einzige Kritikpunkt, obwohl es ja eher ein Annähern an die anderen Werbestrategien der Hersteller ist.

  14. friedrich

    @Ingo:

    So ein Unsinn! Die Assoziation mit Freude ist definitiv kein “Annähern an die anderen Werbestrategien der Hersteller”, sondern eine ureigene BMW-Identität.

    “Freude” gehört zum Markenkern von BMW, seit Jahrzehnten ist der Claim “Freude am Fahren”, und ebenfalls seit Jahrzehnten bemüht sich BMW, Produkte zu bauen, die dieses Versprechen einlösen.

    Und nur weil der Clip aus vielen Einzelsequenzen besteht, bedeutet nicht, daß er billig aus alten Clips zusammengeschnippelt wurde. Das ist der Film zum Start einer monatelangen Imagekampagne – da kann man schon mal ein paar Minuten filmen. Hast Du Sequenzen aus alten Werbespots wiedererkannt, oder wie kommst Du da drauf?

  15. Georg

    Hier hätte sich meiner Meinung nach BMW auch einiges mehr einfallen lassen. Eine Werbung muss einen in einen gewissen Bann ziehen und das schafft BMW hier nicht. Vielleicht hätte man doch auf etwas Neues setzen soll und nicht auf Einzelsequenzen, die vielleicht schon früher nicht richtig beim Kunden angekommen sind.

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  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
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