29.06.09
12:37 Uhr

Die Großmutter aller Trittbrettfahrer: Movistar “Yes Weekend”

Movistar Yes Weekend

Im Rahmen unseres Familienportraits Die Trittbrettfahrers möchte ich nach Mutter, Vater, Onkel und Tante nun auch die Großmutter vorstellen: Die “Yes Weekend” Promotion-Kampagne für Movistar, aller Wahrscheinlichkeit nach von DDB Spanien, der Hausagentur von Movistar bzw. Telefónica. Das Portrait ist diesmal etwas ausführlicher, denn die Website ist nur der Anfang …

Zeitungsanzeigen gehören ebenso dazu …

Movistar Yes Weekend Print

…wie dieses Video:


Promo Verano Movistar Yes Weekend

Sollte dies bekannt vorkommen, hier das mit dem Emmy ausgezeichnete geniale Original vom November letzten Jahres:


Yes We Can

Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Während Unternehmen rechts und links ihre Marken im Berserker-Modus gegen echte und gefühlte Verletzungen ihrer „geistigen Eigentumsrechte“ schützen, kupfern ihre Agenturen maßlos & munter alles ab, was nicht markenrechtlich festgenagelt ist. Zum Vergleich: Die Arbeit, die hier bis zur Besinnungslosigkeit für Movistars Website und die Printanzeigen repliziert wird, ist das berühmte “Hope”-Plakat von Shepard Farley, der sich nach wie vor mit Associated Press in einem himmelschreiend lächerlichen Bildrechtestreit um “Fair Use” befindet, in welchem die Photographin und Urheberin Mannie Garcia selbst — groteskerweise, aber einhundertprozentig zeitgemäß — nicht das geringste Mitspracherecht besitzt. Aber noch doller werden kann es immer: Um Copyright-Bestimmungen durchzusetzen und um die Zeitungsindustrie zu retten, kam Judge Richard Posner letzte Woche auf die brillante Idee, das Verlinken auf Inhalte im Internet, die von den Urhebern nicht ausdrücklich zur Verlinkung freigegeben wurden, für ungesetzlich zu erklären.

Hier sehe ich ein Mißverhältnis — und das alles gänzlich abgesehen davon, daß DDB Spanien sich auch sonst gelegentlich nicht zu scheuen scheint, ihre kreative Arbeit als „kreatives Zitieren“ von anderleuts Ideen zu verstehen.

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11 Kommentare

  1. ralf schwartz

    DDB? Das ist doch die Agentur des weltbesten Kreativen! Und die machen so Sachen? Das glaube ich doch einfach garnicht!

    Selbst in Spanien würden die sich nicht trauen, Amir sich so für seine Agentur-Kette schämen zu lassen, denn Amir ist:
    “AK-39: Der kreative Zerstörer”
    (ralfschwartz.typepad...)

  2. ralf schwartz

    Als ich Deine soebigen Zeilen las und mir das Bild vorstellte, fiel mir sofort “Wag, the Dog” ein, als neben dem Fake des aus dem Kriege geretteten Mädchens auf Geheiß des Regisseurs unbedingt noch eine weiße Katze auftauchen soll!

  3. J. Martin

    @ralf So unglaublich die Artikelzitate in Deinem Blogeintrag an sich schon sind, bereiten sie doch nicht annähernd vor auf die Erlebniswelt des Handelsblatt-Artikels selbst. Wahrlich, Sven Prange hat sich damit einen eigenen Level in Doom III verdient.

  4. Johannes Brückner

    Hier noch zwei Beispiele aus München (Vorder- und Rückseite des selben Hauses): twitpic.com/7lvvc, twitpic.com/7lvtu.

  5. J. Martin

    @Johannes LOL/arrgh! … Die würde ich an Deiner Stelle unbedingt an Lukas Heinsers No You Can’t-Blog-verfüttern, E-Mail siehe dort unter „was soll das?“ :-)

  6. peterchen

    Ich weiss ja auch nicht, warum im Video ein Präsident zum Superstar-Sänger gemacht wird, aber es geklappt. Besonders John Legend und Will I Am – schöne Idee, ob das Obama schon gesehen hat?

  7. Johannes Brückner

    @J.Martin. Geil, geil, der No You Can’t Blog. Schon hingeschickt.
    Bist du eigentlich der Mann ohne Vornamen? : )

  8. J. Martin

    @Johannes :-) Aber wieso vornamenlos? Hier sitzt mein J und weint und fühlt sich wieder einmal übersehen ;-) Ich kenne das aber schon, und eine großes Waffeleis hilft immer.

  9. Obama als Testimonial und Trend « Musiol Munzinger Sasserath

    [...] bietet in Spanien  eine Tarifoption namens  „Yes, Weekend“ an,  Ben & Jerry bringt die Geschmackssorte „Yes, Pecan!“ auf den Markt, und Ikea lässt [...]

  10. Nina Daly

    Ein weiteres Beispiel (gesehen am Düsseldorfer Flughafen) für die Verwendung der Phrase “Yes, we can”: twitpic.com/ddnmt
    Der Absender ist eine Zahnklinik in Essen…

  11. Werbetrittbrett Bundestagswahl? | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Werbetrittbrett Bundestagswahl?

    [...] 2009 wimmelte es nur so von aktuellen Werbekampagnen, die sich im kommunikativen Fahrwasser von Barack Obama und seiner (medialen) Austrahlung bewegten. [...]

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Eure Kommentare

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  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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