25.06.09
17:49 Uhr

Der Zweck heiligt alle viralen Stilmittel?

Tierschutzorganisationen gibt es aus gutem Grund, denn oft geht uns in unserer “zivilisierten” Gesellschaft mit Massentierhaltung und -schlachtung der Respekt gegenüber der Tierwelt verloren. Auch die Weltmeere werden mehr und mehr abgefischt, wobei es oft vorkommt, dass die Tiere bei lebendigem Leibe ausgeweidet werden.

Die niederländische Tierschutzorganisation “Wakker Dier“, oder im Englischen “Animals Awake” will genau auf diese Missstände hinweisen. Dafür scheint ihr so ziemlich jedes Stilmittel recht zu sein. Auszugsweise liest sich die uns via Mail vorliegende PR-Meldung so:

To promote the new campaign of Dutch non-profit organization \’Animals Awake\’, Dutch creative production house created a viral campaign that caused quite a stir. Ancilla Tilia, well known festish model, Playmate and elected Most Sexy Vegetarian, promised to strip down naked for the good cause on Monday 22 June. The show was announced on a lot of blogs, radioshows, Facebook, Twitter and online magazines.
At said time, a sexy stripshow started, where Ancilla seductively started taking off her clothes. Untill a man in fishermans clothing (played by a wellknown Dutch comedian), stepped out from the audience, knocked her down with a big hook and started to \’stripping her alive\’. With this campaign, Animals Awake wants to raise awareness that millions of fish are being skinned and stripped from their organs while still alive, while its proven that fish can feel distress and even pain.

Im konkreten Fall sehen wir also einen “viralen” Spot, der nach dem Holzhammer-Prinzip des Shockvertising aufrütteln soll. Ich bezweifele ernsthaft, dass die wichtige Botschaft bei derartig vordergründiger Effekthascherei noch wirken kann, allenfalls das Video und die schockierende Auflösung wird transportiert, das eigentliche Anliegen fällt weit zurück.

Außerdem dürften etliche Zuschauer sich einfach nur angewidert abwenden ohne die Bereitschaft, den Kontext dann noch aufnehmen zu wollen. Das Viral der Kampagne, entwickelt und produziert von Revolver Media, scheint jedenfalls bei youtube nicht mehr ohne Altersfreigabe zugänglich zu sein.
Wer sich dennoch einen eigenen Eindruck verschaffen möchte, der findet den Viral Spot nach dem Sprung…

Ancilla Tilia strips for Wakker Dier from Revolver on Vimeo.

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10 Kommentare

  1. PhilippS

    Naja, hängen bleibt da nichts. Grauenhaft schlecht.

  2. AndreasK

    Man merkt, dass sich da jemand die plumpe Verknüpfung von FischerarbeitStriplokal schöngeredet hat, einfach um das Model da irgendwie reinzukriegen. Warum sollte ein Fischer das tun? Absoluter Quatsch!

    Mir wird wohl höchstens der nette Hintern in Erinnerung bleiben.

  3. Carolin Moosmann

    Hallo werte Kollegen,

    sehr interessanter Beitrag. Habe mich inspirieren lassen für unseren eigenen Blog. Vielen Dank für die Anregung! Klasse Blog!

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Carolin

  4. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Carolin:
    Wenn du in eurem Blog direkt auf diesen Beitrag verlinkst, dann wird hier automatisch ein Trackback gesetzt. Das wirkt dann etwas weniger “pushy”. :-). Dir auch ein schönes Wochenende.

  5. AndreasK

    @ J. Martin: Oder besser gesagt “strippen” im Niederländischen. Hm, verstehe … Sprachschwierigkeiten ;o)

  6. J. Martin

    @AndreasK Der “strip” Teekessel ist die Verknüpfung.

  7. J. Martin

    Wie toll Shockvertising funktioniert, läßt sich auch hier wieder sehen.
    Drink-and-Drive Shockvertising von Clemenger BBDO, Wellington, aus Neuseeland:


    Trapped (Bloody Idiot)

    YouTube-typisch eingestellt als “funny commercial” und getagged als “Comedy”. Te-hee. In einem etwas älteren Artikel auf between drafts | brand meets world hatte ich weitere Einwände gegen Shockvertising formuliert; nach wie vor jedoch fehlen konkrete Zahlen.

  8. De taal die zij begrijpen « Moby-Dick™

    [...] für Wakker Dier. Nur so viel: Auf Youtube muss man sich dafür anmelden, es muss Ihnen also nicht gefallen. Nix zu danken. Oder doch: An Frau [...]

  9. Die Fünfte Wand: Bleeding Billboards | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Fünfte Wand: Bleeding Billboards

    [...] hatten wir kürzlich wieder eine Diskussion darum im Rahmen des niederländischen “Stripping Spot”, und in einem Kommentar hatte ich auf das Drink-and-Drive Shockvertising von Clemenger BBDO, [...]

  10. Unfeine Unterschiede: Sex und Sexismus in der Werbung | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Unfeine Unterschiede: Sex und Sexismus in der Werbung

    [...] ist Pi-mal-Daumen der Unterschied zwischen Sex und Sexismus in der [...]

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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