11:38 Uhr
Share Economy – Das Wesen des Hyperlink
Foto: a_kep /
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Es ist eigentlich ganz einfach: Das Grundprinzip des World Wide Web basiert auf Hyperlinks. Ohne Hyperlinks gäbe es keine inhaltliche Vernetzung, ohne Vernetzung kein vitales Web. Links sind -wie Wikipedia es formuliert- “das Salz in der WWW-Suppe”.
Das bei der next09 proklamierte Motto “Share Economy” wäre ohne die Linkkultur des Web der blanke Hohn. Die dem Link enthaltene externe Referenz, Quellenangabe oder der Querverweis ist somit die absolute Mindestanforderung, um überhaupt an positiven Effekten einer Share-Economy von Inhalten teilnehmen zu können.
Warum nur fällt es den klassischen Publikationsmarken im Web so schwer, dieses Einmaleins der Netzkultur zu begreifen und zu verinnerlichen?!
Wenn Verlage wie Axel Springer von einem Anspruch auf ein Leistungsschutzrecht sprechen, wird klar, warum zwischen Klassik und Online in diesem Fall wirklich Welten liegen, die sich nicht annähern, sondern derzeit eher noch mehr auseinanderdriften. Warum auch sollte ein Verlag, der seinen Traffic, seine Inhalte, seine Publikationsmarken und deren Leser eher durch institutionelle Regulierung und weniger durch den oft aus den eigenen Reihen zitierten “Qualitätsjournalismus” beschützen will, ausgerechnet in seinen Publikationen zu externen Quellen verlinken, die einen Leser ja geradezu zum Abwandern einladen könnten?! Eine Verlinkung gar auf den publizistischen Wettbewerb?
Das ist oft genug völlig ausgeschlossen und käme im Denkmodell der Verlagsoberen einer Anweisung an ihre Redakteure gleich, vor Ort an den Zeitungskiosken dieser Welt allen eigenen Kunden doch gleich die Wettbewerbspublikation mit zu empfehlen. Selbstbewusstsein und Vertrauen in die Exklusivität, Qualität und damit Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Inhalte sieht allerdings anders aus.
Um es andererseits unmissverständlich deutlich zu machen: Ich bin davon überzeugt, dass der investigative Journalismus, der die Politik, die Wirtschaft, insgesamt also die Machtorgane in Staat und Gesellschaft kritisch beobachtet, ein ganz wesentlicher und bedeutender Teil der Informationskultur ist, auf die wir nicht verzichten können. Es stellt sich in diesem Zusammenhang auch überhaupt nicht die Frage, ob die Arbeit der Journalisten, Redakteure und Korrespondenten bezahlt werden sollte. Selbstverständlich muss das so sein! Niemand kann auf Dauer aus blanken Idealismus diese wichtige Arbeit leisten. Allerdings bleiben viele Verlage und Medienhäuser mehr und mehr den Beweis schuldig, dass genau diese Schlüsselaufgabe gelebte redaktionelle Realität ist. Im Gegenteil.
Abschottung und inhaltliche Verriegelungsversuche sind so ziemlich das Falscheste an Web-Strategie, was Verlagen einfallen könnte. Architektur, Kommunikationskultur und Wettbewerb im Web sprechen eine völlig andere Sprache.
Es ist also für das Verstehen dieser Sprache und Teilnahme am aktiven Web-Leben eine integrale Voraussetzung, mindestens die Grundvokabeln zu lernen und anzuwenden. Die elementarste Web-Vokabel, noch weit vor allen akademischen Share-Economy-Theorien, ist demnach die Verlinkung zu anderen relevanten Quellen, ggf. auch ganz selbstbewusst zum publizistischen Wettbewerb als selbstverständlicher Teil des Online-Journalismus. Die Leser werden es zu schätzen wissen und dorthin gerne zurückkehren, wo Ihnen dieser Service geboten wird.
7 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 13. Mai 2009 um 11:58 Uhr
[...] Share Economy – Das Wesen des Hyperlink Gespeichert unter: Artikel am 13. Mai 2009 um 11:38 Uhr [...]
Am 13. Mai 2009 um 12:01 Uhr
ein geschäftsmodell, dass auch nicht gerade auf offene weiterverwendung ausgelegt und meiner meinung nach dennoch ganz interessant anzusehen ist, ist der newyorktimes reader 2.0:
timesreader.nytimes....
kostenlos als air-applikation herunterzuladen, hat man dann die digitalen artikel in klassischem NYT-zeitungslayout aufbereitet, die, einmal abgerufen, auch offline lesbar sind. für manche artikel wird eine gebühr verlangt – oder man holt sich gleich das abo für $14.95 im monat.
Am 13. Mai 2009 um 13:38 Uhr
Mal eine Frage zum “Leistungsschutzrecht der Verlage” und dem Verlangen dass Suchmaschinen etwas an die Verlage zahlen sollen: Heisst das dann im Umkehrschluss dass die Verlage fuer jede Nutzung einer Suchmaschine bezahlen werden? Ebenso an das ominoese “Internet” oder “YouTube”, das/die ja immer wieder mal gerne als Quelle genommen werden?
Am 13. Mai 2009 um 18:46 Uhr
Da schreibt jemand, der mir aus der Seele spicht. Genau dieser Nicht-Verlinken-Geiz bei den großen Medien regt mich schon seit “Jahren” auf. Die Kleinen machen sich die Mühe und recherchieren gute Stories, die dann von den Großen ohne Bezahlung (Link) übernommem und als ihr Eigen verkauft werden.
Es wird Zeit, dass google das Nicht-Verlinken bestraft…
Am 13. Mai 2009 um 18:49 Uhr
Weitere Unmöglichkeiten:
Es wird über eine interessante Studie berichtet, die dann aber nicht zum Weiterlesen verlinkt wird.
Es wird ein Pressesprecher eines Unternehmens zitiert und das jeweilige Unternehmen wird nicht verlinkt.
Und wenn es mal verlinkt wird, dann so, dass diese Links nicht suchmaschinenrelevant sind….
Am 14. Mai 2009 um 16:05 Uhr
Ich finde den Artikel gut, nur leider klammert er einen doch wichtigen Aspekt aus.
Hab desswegen gleich selbst einen Artikel zu dem Thema geschrieben.
junq.at/index.php/bl...
und natürlich auch zurückverlinkt.
Am 8. April 2010 um 14:29 Uhr
[...] selbst spezifische Nutzungsmöglichkeiten des “alten Web 2.0″, angefangen bei der Linkkultur als Informations- und Quellenmehrwert, sind bisher überaus stiefmütterlich behandelt [...]