27.03.09
16:02 Uhr

Junk Food Friday

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten: Aus irgendwelchen Gründen läuft mein Feed-Reader mit Nachrichten über Junk-Food-Werbung über! Habe ich etwas verpaßt? Sind die Junk-Food-Awareness-Wochen ausgebrochen?

Nicht viel länger als ein Jahr ist es her, daß Patrick über Junk-Food-Werbung auf Schulzeugnissen berichtete. Die Empörung in Amerika darob war groß. Nicht groß genug offenbar, daß sie bei Lehrern angekommen wäre: In Idaho wurde Platz auf Klausurpapier verkauft — für Pizzawerbung.

BrandFreak zu Idaho
BrandFreak-Illustration zu Idaho

Dazu der Lehrer:

“I just wanted to find a way to save money,” said Jeb Harrison, who teaches history and economics. “We have to sell ads for our yearbook, for our school newspaper. I don’t think this small amount of advertising will change my classroom.”

Worauf Kenneth Hein trocken kommentiert: “This type of ‘scandal’ seems to happen once or twice a year.” Damit aber wäre, wie Daily Breeze berichtet, dieses Jahr schon voll:

Earlier this school year in San Diego, Rancho Bernardo High School math instructor Tom Farber allowed students’ parents and local businesses to pay $10 to print messages on quizzes, $20 for space on tests and $30 for final exams. Most parents printed inspirational messages, some started plugging their businesses. He raised $625 in one semester.

In dem Idaho-Fall sehe ich gleich zwei Probleme. Mit Werbung in der Schule dem Fiskalverfall entgegenwirken zu wollen, das ist eine Sache. (Zumal ich bei der Erwähnung des Stichworts “inspirational messages” schon Magengrimmen kriege.) Dies mit Junk-Food-Werbung zu tun, ist aber noch mal eine andere. Wenn das ganze Geld, das weltweit für Anti-Junk-Food-Kampagnen ausgegeben wird, selbst am Lehrapparat verschwendet ist, wie soll die Botschaft dann an Schülern und Schülerinnen hängenbleiben? So viel zum Erziehungsauftrag.

Hinsichtlich der neulich vorgestellten Kampagne “Schnelles Essen, Erste Hilfe” gibt es mittlerweile seelenverwandten Zuwachs. Hier die Motive einer mexikanischen Kampagne für die vegetarische Restaurantkette “La Buena Tierra” von Saatchi & Saatchi, México (nicht Z Mexico, wie in der verlinkten Quelle angegeben), die eine ganz ähnliche Richtung einschlägt:

La Buena Tierra
La Buena Tierra: Come más sano

Und dann wäre da noch diese indische Werbung für Eno, ein Produkt gegen Sodbrennen, Völlegefühl etc., von Ogilvy & Mather, Gurgaon:

Eno
Eno Assault Rifle

Dieselbe Agentur, Ogilvy & Mather, Gurgaon, fiel letztes Jahr allerdings mit dieser hochdurchdachten Anzeigenkampagne für KFC auf, die eigentlich auf dem It’s-finger-lickin’-good-Thema spielen sollte. Tatsächlich aber rief sie allgemein die Assoziation hervor, als würden bei KFC intern ganz andere kritische Löcher gestopft werden als draußen:

Speak No Evil
KFC: Speak No Evil It’s finger lickin’ good

Nicht jedes Gericht gelingt. Guten Appetit!

Keine Tags vorhanden

4 Kommentare

  1. Ferrero Kinderschokolade, oder: Kann gute Werbung schlechte PR auffangen? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Ferrero Kinderschokolade, oder: Kann gute Werbung schlechte PR auffangen?

    [...] überhaupt. In England ist das Ausstrahlen von Werbung für Süßigkeiten und Junk Food vor 20:00 Uhr mittlerweile komplett untersagt, und auch in der EU regt sich zyklisch das [...]

  2. Shredder Blog

    [...]Menge Fast-food-Werbung. Nichts[...]

  3. Krümel der Woche (09/14) : Fritten, Fastfood & Co.

    [...] Junk Food Friday [...]

  4. Werbung: Manipulieren für den Fortschritt!? | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Werbung: Manipulieren für den Fortschritt!?

    [...] Werbeverboten für Alkohol (hier oder hier) und für Junk Food/Süßigkeiten (hier, hier oder [...]

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop