26.03.09
16:34 Uhr

Lätta´s traniger Beigeschmack

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Es gibt so Spots, die zur Zeit auch im TV laufen, die verwirren mich und wandeln sich nach mehrfachem Berieseln in ein echtes Ärgernis mit Aggressionspotenzial, welches sich gegen die Marke richtet. Nun bin ich sicher weder Teil der avisierten Zielgruppe von Lätta, noch geschmacklich mit diesem Industrieprodukt zu verführen. Als Enkel eines Landwirtes gibt es für das täglich Brot sowieso nur Butter, sonst gar nichts.

Außerdem kann ich mit diesem ganzen Probiotik-Zeugs nichts anfangen, nachdem mir schon vor Jahren ein Lebensmittelfachmann verständlich verdeutlicht hat, dass jeder normale Joghurt bereits das beinhaltet, was andere mit großem Werbe-Tamtam und in der Regel teurer als Produktrevolution oder Heilmittel verkünden und in die Regale stellen.

Und jetzt kommt eben mit großem Produktionsaufwand der Lätta-Spot daher, lässt eine Frau in einen einsamen See springen und reitet anschließend frohgemut den Orca.

Alleine der Versuch, eine Brücke von den Bildmotiven zum Produkt zu schlagen, lässt mich ratlos zurück. Welche verwurschtelten Assoziationen soll ich mit diesem Plot verbinden? Lätta gleich groß? Lätta gleich mächtig? Lätta gleich Tierakrobat? Lätta gleich tierisch tranig walfettig?! Achso… Lätta gleich Freiheit, Gesundheit und Kraft. Verstehe. Mahlzeit.

Einzig der Song im Hintergrund ist ein positiver Stimulus für mein Gehör, aber auch der Track passt so überhaupt nicht zum Produkt, null Brand Fit, jedenfalls für mich in diesem Setting. Der Künstler ist übrigens ein ziemlich junger Kerl mit Namen Bryan Kessler, der auch auf seiner myspace-Seite so richtig vom Leder zieht. Aber der Song ist cool, nur sicher nicht für diesen Lätta-Spot.

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18 Kommentare

  1. Markus Roder

    Stimme Dir aber ABSOLUT vollständig in allen Punkten zu:

    1) Song passt weder von Struktur noch von Rhythmus noch von neuropsychologisch angepeilter Motivgruppe „Frische“ + „Unabhängigkeit vom Mainstream“ zu Spot oder Produktpositionierung.

    2) Als wissenschaftlich denkendem Menschen sträuben sich mir bei der Produktaussage „25 Portionen Abwehrkraft“ einfach nur die Haare. Kann man Konsumenten wirklich ungestraft so zu verdummen versuchen?

  2. Alexander W.

    Endlich hat mal jemand Zeit gefunden, meine Gedanken niederzuschreiben…danke, danke, danke!

    Ich habe ebenfalls keinen blassen Schimmer, was Ort, Darsteller, Handlung, Musik und eingeblendete Botschaft mit dem Produkt zu tun haben. Gut, passiert mir auch bei anderen Spots, durchaus. Allerdings ist dieser Lätta-Spot derartig nervig, daß ich mir das Fernsehen glatt abgewöhnen könnte. Un-glaub-lich!

    Es grüßt,
    Der Herr W.

  3. Thomas Fö

    *muss Lätta kaufen* – Spaß!
    Full Ack. Das ist, wie so oft, eine absolut lächerliche und auch ein wenig die Marke ins Abseits stellende Werbung.
    Ich glaub‘ das Making-Of haben die nur gemacht, um sich für ihren Quatsch zu rechtfertigen, was ihnen keineswegs gelungen ist.
    Grüße!

  4. Vroni

    Fürchte leider, einer 25jährigen Alphamiez mit angeschlossenem Blackberry Boyfriend wird das gefallen. Und der Wal ist so schön energiereich und esoterisch, der Aphrodite-Ritt im Meerschaum so erotisch. Alles drin für den gequirlten Brainwash-Business-Fitness-Esoschmarrn.

  5. Peter

    Ich finde den Spot auch nicht gut.

    Mal eine Off-Topic-Frage:
    Habt ihr ein paar Tipps für einen Anfänger wie mich, der demnächst ein Praktikum in einer großen Werbeagentur macht? Wäre cool.

    Lg,
    Peter

  6. the_stephan

    Word!
    …und was zum Henker macht ein Meeressäuger in einem See (Roland hat oben auch unwillkürlich See geschrieben…)? Nennt mich verschroben, aber das war das, was mir unmittelbar noch deutlich merkwürdiger vorkam als dass die Mutti das Tier reitet. Andererseits: ein Biber wäre auch irgendwie komisch gekommen…
    Aber die Message hab ich sofort verstanden: Es geht eigentlich nicht um Spass, oder Gesundheit, oder Essen, es geht vielmehr um Emanzipation: „Die Lätta-Frau braucht nicht auf einen Mann zu warten (mit dem Frühstücken nicht und auch sonst mit nix), weil sie eh einen Wal am Start hat, den sie reiten kann wann immer ihr danach ist.“ Oder so.
    This one sucks, big time.

  7. Frank

    Hä?
    Ich glaub ich bin zu doof um das zu verstehen.
    Wenn Lätta ein Wal ist, was ist dann „Rama“… ein Pony ???

  8. Heiner

    D’accord!
    Zusätzlich schmerzhaft finde ich die Wortschöpfung „mit Probiotik“. Zutaten: Fett, Emulgatoren, Probiotik – oder was?

  9. Brothel Pianist

    das sind so die spots, wo jeder intelligente mensch sofort verächtlich das wort „WERBUNG“ ausspuckt. eigentlich müsste man lätta wegen rufschädigung verklagen;)

    aber vielleicht hat vroni ja recht und die (dämliche) „zielgruppe“ findet’s gut. da fehlt mir als nicht-blackberrynutzer leider der anschluß…

  10. jocho

    schlimmer spot. man muss sich doch schon genug mit actimel rumschlagen. auch schön, dass im making of alle gängigen klischees für werber und filmfutzis zu finden sind, angefangen beim luftig-leicht in weiß gehüllten regisseur.

  11. Six

    blonde weiße Frau träumt vom morgendlichen Ritt auf dem großen schwarzen Killerwal. bei uns würden da die Feministinnen auf die Barrikaden steigen.

  12. lars

    oh man, ich schäme mich mal wieder fremd.

  13. Vroni

    Nu, warum Killerwal, das ist doch ganz einfach.

    Der symbolisiert das aggressive, energische Auftreten im Business. Auf deutsch, die „Alte“ hat sich mit dem Fettquark gestärkt, um jetzt noch besser zubeißen zu können. Kampfmaschinenfeminismus halt. Der verpennte Kerl mit den Sixpacks aufm Bauch ist Deko, der schöne Penner kommt aus der Hütte gekrochen, aber sie ist schon fit, fitter als er. Ha, welch eine Botschaft.

    [Wenn’s nur in Wirklichkeit so wär. Immer noch sind diese optisch als Fitness-Zehnkampfmädls anzuschauenden jungen Frauen in Jobs, wo sie immer noch mehr leisten müssen und weniger verdienen als ihre männlichen Altersgenossen. Sie tappen fit, fleißig und Lätta-gestärkt in die mehr-hilft-mehr Bienenfleiß-Falle, aus der sie nur mit Schwangerschaft und Heirat wieder rauskommen.]

    Lätta sollte als Entschädigung für seinen hirnverbrannten Message-Mist einen Obulus abführen an den Equal Payday equalpayday.de/.

  14. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Vroni: Böse Zungen behaupten gar, dass die ganze Spot-Idee eine verdeckte Metapher auf den Urwunsch der Frauen nach dem allseits beherrschenden Phallus-Ritt des weiblichen Geschlechtes sei ;-)

  15. Vroni

    Kannste mal sehen, was Neuropüschologen sich alles zusammenspinnen tun. Da war Opa Freud noch harmlos. The spiders!

  16. Johnny

    Ich weiß ja nicht, wie so eine Idee vom CD durchgewinkt werden kann, außer man ist auf Kokain. Dafür werden Unsummen in Hollywood rausgeworfen, damit sich ein Lackaffe in Weiß hüllen und weiterhin Gehirne mit diesem nutzlosen Dreck beschmuddeln kann. Anders, nein besser kann und will ich es nicht formulieren.
    Eine nichtssagende Idee, ohne Sinn, ohne Aha-Effekt, keine Pointe. Stattdessen die moderne Frau, die morgens „mal eben“ einen Wal reitet und dann die Portion Probiotik „danach“ reinschiebt. Im Hintergrund ein Gigolo, offenes Hemd. Echter Mann. Toll.
    Ich wünsche mir mehr probiotische Gedanken.
    Ich habe es ja früher mal gesagt: Probiotik – dieses Wort lässt sich im Duden nicht finden, ist eine Erfindung der Werbung.

  17. henning

    Interessanterweise handelt es sich bei dem Meeressäuger nicht mal um einen Orca, sondern um einen schwarz-weiss-lackierten Mini-Blauwal… Cousteau würde sich im Grabe umdrehen.

    Apropos „Frau badet“ und „Making of“:
    Des Beckers Ex philosophiert über Wasser, badet in Bergseen und wirbt für…. Klos!
    Fast schon Satire: i-love-water.com/#/d....
    Dank Dir Annka!

  18. Monstermittwoch XIII — Monster | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Monstermittwoch XIII — Monster

    […] Und, oh, nicht zu vergessen: Grousset hat auch die einzige Margarinereklame auf der Welt gedreht, die ich wirklich prima finde. Alle anderen sind dagegen tranige Walreiterei. […]

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