20.03.09
18:59 Uhr

Gute Kernkraft, böse Kernkraft — oder: Moment, ich dachte wir wären die Guten?


Nucleair Forum

Dieser TV-Spot ist Teil einer Kampagne von Saatchi & Saatchi, Brüssel, für das belgische “Forum Nucleaire | Nucleair Forum”. „Forum“ ist hier nicht nur sprachlich doppelt in Flämisch und Französisch, sondern auch inhaltlich: Zum einen existiert dieses „Forum“, ein Zusammenschluß von Unternehmen aus den Bereichen Kernkraft und Energiewirtschaft, seit 1972 als Interessenverband, zum anderen gibt es auf der Website im Rahmen der Kampagne ein „Forum“ zum Diskutieren mit Argumenten für und wider die Nutzung von Atomkraft.

So weit so gut.

Diese Kampagne traf und trifft auf eine breit angelegte Gegenkampagne unter Beteiligung diverser belgischer Ableger von Umweltorganisationen, die eine ganze Reihe von Maßnahmen umfaßt wie Adbusting, Streitschriften, ein “wahres” Forum Nucleaire oder eine Klage beim belgischen Pendant zum Werberat, « Le Jury d’Ethique Publicitaire », um die wichtigsten zu nennen.

Die Hauptargumente der Forumsgegner, in komprimierter Form zu finden in diesem PDF, sind echte Unterkieferbeschwerer. Zum Beispiel wird der Forumsseite Einseitigkeit vorgeworfen bis hin zur mangelnden Verlinkung auf kernkraftkritische Websites — während das „wahre“ Forum, wie unschwer zu erkennen ist, sich in ungebremster Ausgeglichenheit ergeht. Oder es wird dem Forum vorgeworfen zu vernebeln oder zu verbergen, wer dahintersteckt. Hier lohnt sich ein Zitat:

Choquant parce que l’accroche ne comprend aucune mention qui permettrait d’identifier les entreprises qui sont à l’origine de cette campagne. Sur le site, on apprend que cette initiative est attribuée à l’asbl « Forum nucléaire belge ». Et celui qui cherche un peu, sur le site et ailleurs, réalise alors que cette asbl est notamment composée d’Agoria, Areva, Suez, Electrabel, SPE, Tractebel Engineering, Westinghouse Electric Belgium, etc.

Sinngemäß, es sei „schockierend“, daß der Spot die Betreiber nicht nenne; daß es auf der Forumsseite heiße, es handle sich um das « Forum nucléaire belge »; und daß eine Suche „dort und anderswo“ (!) ans Tageslicht bringe, wer eigentlich dahinterstecke. Eine schöne Tandem-Übung in Ignoranz und rhetorischer Perfidie: Zum einen nennt der Spot den Betreiber sehr wohl, nämlich das „Forum“ im ersten oben angeführten Sinne, zum zweiten genügt ein Klick auf der Forumsseite (ohne jeden „anderswo“-Bedarf), um sich exakt darüber zu informieren, wer hinter all dem steht. Wer möchte, kann mal probieren, ob dies auf dem „wahren“ Forum auch so einfach ist.

Und die Ethik-Kommission?

Die hat der Klage gegen das Forum eine ausführliche Absage erteilt, deren vollständiger Text hier zu lesen ist. Die Argumente in Auszügen: Die Betreiber und deren Absicht sind überall deutlich zu erkennen; die Absicht, die Öffentlichkeit zum Nachdenken über einen möglichen Einsatz von Atomkraft zu bewegen, ist ebenso erkennbar wie die erklärte Absicht, den „unilateral negativen“ Argumenten seitens Greenpeace und anderer Verbände eine „rationale und informierte“ statt „emotionale und mit Vorurteilen behaftete“ Diskussion gegenüberzustellen; im Forum seien die Argumente beider Seiten sichtbar und werden diskutiert; die Verantwortlichen des Forums stellen sich in Interviews und Chats den Fragen beider Seiten. Und schließlich entspreche der zusätzliche Klagevorwurf, das Forum erwecke den Eindruck, nukleare Energie wäre die einzige mögliche Alternative, „nicht den Tatsachen“: tatsächlich werde klar, daß eine „Kombination verschiedener Energiequellen“ befürwortet werde, die Nuklearenergie mit einbeziehen kann.

Unabhängig von meinen persönlichen Einstellungen zur Einbeziehung von Atomkraft in die Energieversorgung empfinde ich diese Gegenkampagne der Umweltorganisationen und Atomkraftgegner als kindisch, rhetorisch perfide, destruktiv und insgesamt als phänomenalen Marketing-GAU. Mit solchen Freunden brauchen Gegner der Atomkraft keine Feinde mehr.

Und den Spot, ganz nebenbei, finde ich wirklich gut.

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27 Kommentare

  1. Johnny

    Geht es hier um Werbung oder Umweltpolitik? Ansonsten http://www.gruene.de

  2. Roland

    @johnny ja ist denn schon Wahlkampf?!

  3. Thomas

    Ich stelle mir gerade vor, wie die Widerstandskämpfer im 3. Reich als emotional und voreingenommen bezeichnet wurden.
    Tut mir leid, aber eine solche Polemik ist für mich nicht nachvollziehbar. Bin gespannt auf den Artikel zum nächsten NPD-Spot.
    Ok, das war zu böse, aber im Ernst: wie soll man der Atomlobby etwas entgegenhalten, wenn nicht so. Und es ist vollkommen egal, ob der Spot gut ist. Riefenstahl war auch talentiert, und Werbefirmen sollten endlich lernen, dass Ethik in der Werbung etwas zählt.

  4. Johnny

    Die Firmen sind für die Ethik und Moral zuständig und nicht die Agentur. Die Agentur führt aus, was ihr aufgetragen wurde. Einen Film für die Atomlobby machen. Ok. Verwerflich? Mag sein.
    Ist es denn weniger verwerflich für Produkte zu werben, die gar nichts bringen und reine Geldverschwendung sind? Überwiegt hier das Große und stören wir uns nicht an den tausend kleinen Dingen? Kinderriegel mit der Extraportion Milch? Probiotisch? Ein Wort aus der Werbung.
    Entweder wir klagen jedes Produkt an oder wir lassen es ganz. Das heißt: Wir konzentrieren uns auf gute oder schlechte Werbung, zerfetzen sie oder sinnieren über Werbung und die neuesten Modeerscheinungen in dieser Branche.
    Ach noch was: Wir finden Werbung überall. Der Pfarrer will uns Gott verkaufen und der Satanist einen Stock unter uns, den Teufel. Ich beurteile nicht Gott, nicht den Teufel. Ich beurteile ihre Art der Werbung.
    Bevor mir also jemand mit Moral kommt: Denkt mal an die Werbung, die ihr in die Welt „raushaut“. Da finden sich viele kleine Lügen. Nicht in der Größe eines Atomkraftwerks. Aber in der Größe von Waschmittelpulver, einem Kinderriegel, einem Gedanken, einem Sinn.

  5. Alexander

    Nicht schlecht. Nazivergleich schon im dritten Kommentar.

  6. Johnny

    Manchen Leuten ist eben jedes Mittel recht sich zu profilieren.

  7. J. Martin

    @Thomas Und daß Du a) der vom Werberat bzw. Ethikkommission geprüften und freigegebenen Kampagne einer wirtschaftlichen Interessengemeinschaft in einem demokratischen europäischen Land mit der Absicht, ihre Sichtweise in einer öffentlichen Diskussion mit Gegnern und Befürwortern vorzustellen, mit nationalsozialistischer Propaganda gleichsetzt, b) die beteiligten Werber und Werberinnen und mich selbst mit Nazi-Sympathisanten vergleichst und c) Dir selbst das Recht zusprichst, solche Diskussionen mit allen verfügbaren Mitteln zu verhindern — das erscheint Dir nicht irgendwie wie ebenjene totalitaristische Geste, die Du hier allen anderen unterstellst?

    Ich verweise auf den vorletzten Satz meines Eintrags. Der ist so aktuell geworden, daß ich geneigt bin, ihn farblich zu markieren.

    @Alexander In der Tat, das war der schnellste Godwin, den ich je erlebt habe.

  8. Thomas

    Moment, ich unterstelle hier niemandem eine totalitäre Geste, und schon gar kein Nazisympathisantentum. Aber auch NPD-Spots sind im übrigen freigegebene demokratische Spots. Ich würde dennoch in keiner Agentur arbeiten, die solche Kampagnen produziert.

    Und Aussprüche wie – die Firmen sind für Ethik zuständig und nicht die Agentur – machen mich noch besorgter. Welches Unternehmen hätte denn überhaupt eine solche Marktpräsenz, ohne die Propagandamaschinerie, für die wir als Werbetreibende verantwortlich sind. Ich glaube es wird Zeit für Agenturen, Verantwortung zu übernehmen um den Riefenstahlgeist aus Deutschland zu vertreiben. Und das sage ich als Werbefilmer.

    Eine Diskussion wird nicht über Werbung und PR geführt. Und die Werbebranche braucht wie die Politik eine ‘außerpalamentarische Opposition’.

    Und wir sprechen hier nicht davon, dass jedes kleine Produkt Dreck am Stecken hat – ja wir sollten alle aufhören Fleisch zu essen und Coca Cola zu trinken -, man muss sich die Grenzen der Verantwortung eben selbst abstecken. Aber hier reden wir von der Atomlobby.

  9. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Auch die Werbung für Atomenergie spaltet. Wen wundert´s?!

  10. marcO

    Hat irgendwie was von “WerbeWar” ^^. Davon ab ist der Clip zumindest optisch sehr nett gemacht.

  11. Vogel Strauss

    Ich gebe Thomas völlig recht. Jeder ist in jedem moment in einer demokratie verantwortlich für ethische Fragen. Genau das “ich mach nur meinen job, spiele nach den regeln”-scheuklappendenken hat auch zur finanzkrise geführt. es wird zeit verantwortung zu übernehmen. und wer sich hier angepiekst fühlt, hat unterdrückte gewissensbisse.

  12. Patrick

    “Die Firmen sind für die Ethik und Moral zuständig und nicht die Agentur. Die Agentur führt aus, was ihr aufgetragen wurde”

    Gratuliere. Damit dürfte wirklich alles entschuldbar sein. Wie gut, dass Werbeagenturen keine Firmen sind oder sowas wie Verantwortung übernehmen müssen. Das macht sie anscheinend zu Übermenschen oder Robotern, je nach Grundstimmung.

  13. Johnny

    Wenn wir bei Atomkraft anfangen, wo wollen wir dann aufhören?
    Jeder Mensch hat eigene Argumente, wenn es um Atomenergie geht. Die einen sagen: Finde ich gut. Die anderen sagen: Du spinnst! Atomkraft!

    In einer Agentur arbeiten viele Menschen. Nicht alle haben die gleiche Meinung. Sie verdienen ihren Job, indem sie eine Dienstleistung erbringen. Hier geht es nicht um ein Forum, hier geht es auch nicht um eine Wahl, welches Produkt beworben werden darf und was NOCH ethisch vertretbar ist.

    Die Agentur könnte ja auch sagen: Nö, machen wir nicht. So verlieren wir zwar einen Etat und eine Menge Geld und müssen Leute entlassen, aber ok. Jetzt geht es unser Moral gut. Bald gibt es keine Atomenergie mehr denn WIR HABEN JA NICHT dafür geworben. Genau. So einfach ist eure Welt.

    Ich würde nur für eine rechtsradikale Partei keine Werbung machen. Sonst für alles. Nicht weil ich unmoralisch bin.
    Sondern weil ich professionell arbeite. Ich kann Personen und Sachinhalte trennen. Anscheinend kann das nicht jeder.
    Und man muss eines mal ganz klar treffen: Wenn sich jemand ein Tattoo stechen lässt, dann ist er selbst Schuld. Nicht der Tätowierer. Der führt aus. Dafür wird er bezahlt. Er haftet nicht für das gesellschaftliche Ansehen des Tattoos. Nur für die Qualität. Wie in der Werbung.
    Wie überall.

  14. st

    Wobei das meiner Meinung nach falsch ist – wenn Jemand für das Rechtsradikale Spektrum aus ethischen Gründen nicht arbeiten will, sollte das auch für den Linken Rand gelten.

    Ich freu mich übrings schon auf Kernfusionsreaktoren, die Atomenergiediskussion langweilt schon – oh gott ein paar hundert Tonnen Atommüll für ein paar hundert Jahren sicher in einen Bunker oder Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid in der Luft – beide Lösungen sind nicht wirklich optimal, aber eine hört sich für mich erstmal besser an.

  15. Patrick

    @Johnny: Mir ist schon klar, dass das moralische Verständnis und die subjektive Einstellung zu Dingen durchaus verschieden sind, das rechtfertigt aber nicht die generelle Abgabe der kompletten Eigenverantwortlichkeit der Agenturen, ganz im Gegenteil. Jeder Ausführende steht mit seinem Wissen und Gewissen für das beworbene Produkt gerade. Wenn es der Agentur nur um das Honorar geht, so spiegelt sich das auch in der abgelieferten Arbeit wieder: Leidenschaftslosen Dienst nach Vorschrift.

  16. Thomas

    @Johnny & Patrick: Ich denke, und so setze ich selbst es um, dass der Wille zur Verantwortung mehr zählt, als die genaue Durchleuchtung eines Unternehmens. Natürlich kann es passieren, dass ich für ein Unternehmen, das ich mir genau angeschaut habe, einen Clip produziere, und dann feststelle, dass es über 3 Ecken Verbindungen zu unmoralischen Dienstleistern gibt. In der heutigen Zeit kann man das nicht verhindern.
    Dennoch kann man als Agentur auch ein Zeichen setzen, und bei offensichtlichen ‘Problemfirmen’ ein Exempel statuieren. Dies würde auch dem Publikum wieder signaliseren, dass nicht in der gesamten Branche der Etat mehr zählt als das Gewissen.
    Und im übrigen: wenn man sich bewusst gegen einen Auftrag der Atomlobby entscheidet, kann man seine Energien deutlicher in andere Bereiche stecken und muss nicht zwangsläufig Leute entlassen. Hat halt alles mit der Ausrichtung und dem Image der Agentur zu tun.

  17. Johnny

    ich empfinde den Spot nicht als leidenschaftslos. Ganz im Gegenteil.
    Ich verstehe professionelle Arbeit auch so, sich in Produkte einzufühlen und dabei bewusst „moralische Bedenken“ auszuklammern. Ein Produkt so gut zu verkaufen, wie es nur möglich ist: Die Aufgabe.
    Ein paar „Pro-Argumente“ für die Nutzung von Atomenergie:
    „Energiebilanz: In einem Atomkraftwerk können gigantische Mengen an elektrischer und thermischer Energie gewonnen werden
    CO2: Bei der Gewinnung der Energie fällt kein CO2 an, so dass Atomkraft auch im Hinblick auf die Ziele des Klimaschutzes in einem vermeintlich positiven Licht steht
    Abhängigkeit: Zusätzliche Gaskraftwerke, die die Atomkraftwerke ersetzen sollen, steigern die Abhängigkeit von russischem Gas
    Arbeitsplätze: Durch das Abschalten von Atomkraftwerken gehen Arbeitsplätze verloren
    Sicherheit: Atomkraftwerke in Deutschland sind oft sicherer als jene die im Ausland installiert werden“
    Angenommen eine Agentur diskutiert über die Vorteile und kommt zu dem vorzeitigen Schluss: Atomenergie hat jetzt auch Vorteile. Und alles, was Vorteile bringt, darf beworben werden. Chips machen ja auch Fett. Sie schmecken aber.
    Diese Debatte halte ich für verlogen. Denn wen jene mal in sich blicken würden, die jetzt die Moralkeule schwingen, dann finden sie selbst einen wunden Punkt: Du willst als Werber den Rezipienten überzeugen. Überzeugst du oder manipulierst du? Wo liegt hier der Unterschied? Es gibt keinen Unterschied, vielleicht einen fließenden, heiklen Übergang.
    Manus ist die Hand. Manipulare bedeutet, eine Wahrheit umdrehen. Du streckst auch die Seite deiner Hand dem Zuschauer hin, die er sehen soll: Ein schönes Produkt. Und du versteckst die andere Seite. Die Nachteile.
    Du findest in jedem Produkt Wahrheiten. Die Frage ist, welche du beleuchten sollst. Als Werber doch wohl nur die Positiven, richtig? Richtig.

  18. Christian

    Ideologien wie die von Johnny machen mir Angst. Sie machen die Welt zu dem, was sie ist. Und das Mind-Fucking gilt dann noch als schicke Professionalität.

    Gedanken wie die von Thomas dagegen machen mir Mut. Mehr davon, und es könnte sich tatsächlich etwas ändern.

  19. jochen

    ich finde johnnys argumentation absoulut richtig und nachvollziehbar.
    der spot ist visuell anspruchsvoll gemacht und regt den diskurs an (auch hier).

  20. Advertisin’ Like It’s 1984! | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Advertisin’ Like It’s 1984!

    [...] sicher eine Ethikdiskussion angebracht, nicht unähnlich der, die hier in den Kommentaren zur Forum Nucleair-Kampagne läuft — an der ich mich selbst allerdings nicht weiter beteilige, weil es meiner Ansicht [...]

  21. Johnny

    Ich habe hier einen „Teufel“ und einen „Engel“ auf meinen Schultern sitzen. Ich wäge zwischen zwei Positionen ab. In der Psychologie nennt man dies Ich-Stärke. Aber egal.
    Meine Einstellung ist mir lieber, als naiv durch die Welt zu gehen.
    Bist du nicht?
    Bist du vielleicht.
    Guck mal hier:
    abgespeist.de/der_go...

    Manches wird als große Lüge tituliert, weil es Mode, schick ist, gegen die Atomlobby zu sein. Und es gibt die tausend kleinen Lügen, die salonfähig sind. Dafür bist auch du verantwortlich. Als Werber.
    Diese Doppelmoral stinkt.
    Jetzt nun die Keule zu schwingen und dumpf Verantwortung brüllen, ist unsäglich, unglaubwürdig.
    Mut?
    Mut beginnt bei sich selbst. Also würde ich mal auf mich selbst blicken und mein eigenes Verhalten reflektieren. Dann guck dich im Spiegel an. Halte deinen Blick. Sag dir, du hast nie gelogen. Du. Halte deinen Blick. Sag dir, die tausend Werber-Lügen sind ja gar nicht so schlimm. Du.
    Du bist ja mutig.

    Sarkastisch,
    Johnny

  22. Patrick

    Ja Johnny, so funktionierte die Werbung, bevor es das Internet gab. :-)

    Denn der Schatten, den du beschreibst, in dem sich die schlechten Eigenschaften wunderbar verstecken können, wird einfach nicht mehr existieren und die guten Seiten werden somit immer öfter als platte Lüge enttarnt und kommuniziert.

    Dikurs? Ja klar. Aber sicherlich nicht immer zum Guten der werbenden Unternehmen, auch wenn sie sich mantrahaft immer wieder “bad news are good news” vorlallen.

    Völlig ohne Moralkeule gesprochen: Es wird bei sehr vielen Produkten immer ein moralisches Dilemma geben und wie gesagt, es steht jedem frei auf welcher Seite er dann persönlich als Mensch stehen möchte.

    Du willst durch “Professionalität” das moralische Menschsein und die Verantwortung für das moralische Handeln gänzlich abschaffen. Sag ich ja, entweder Werbe-Roboter oder Überwerber. Weiterhin viel Erfüllung und Freude damit.

  23. Patrick Breitenbach

    @Johnny:

    Dann guck dich im Spiegel an. Halte deinen Blick. Zähle deine eigenen Lügen. Zähle deine Werber-Lügen. Wie guckst du während du sie zählst? Nun mache dies jeden Tag.

    Dann guck dich im Spiegel an. Halte deinen Blick. Zähle deine ehrlichen Taten. Zähle deine ehrlichen und mutigen Ich-Taten. Wie guckst du während du sie zählst?

    Ich lüge oft Johnny. Aber ich verkaufe keine Lügen, die anderen Menschen irgendwie, aus meinem Blickwinkel (oder willst du mir den absprechen?) heraus, Schaden zufügen. Es geht auch nicht um Atomkraft oder dieses oder jenes Beispielthema. Einfach jeder hat seine großen Themen, für die er einsteht. Überzeugen ist verhandeln im Dialog. Manipulieren ist Monolog. Wenn du unbedingt Lügen willst, dann schreib einen Roman. Werde künstlerisch aktiv. Du bist jeder Zeit herzlich dazu eingeladen.

  24. Shredder Blog

    [...]der Clip vermutlich noch eindrucksvoller[...]

  25. Ferrero Kinderschokolade, oder: Kann gute Werbung schlechte PR auffangen? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Ferrero Kinderschokolade, oder: Kann gute Werbung schlechte PR auffangen?

    [...] der Ethik; eine Frage, die wir auf dem Werbeblogger in letzter Zeit in mehreren Beiträgen und Kommentarsträngen [...]

  26. Ethik und Moral in der Werbung | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Ethik und Moral in der Werbung

    [...] Reizthemen wie z.B. die Werbung für Atomkraft (Energiebranche) geht. So äußert sich “Johnny” zu diesem Themenfeld: Die Firmen sind für die Ethik und Moral zuständig und nicht die Agentur. Die Agentur [...]

  27. Kraftfahrzeugparade | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Kraftfahrzeugparade

    [...] Umwelt, Klima, Energien gehört er schon fast zum Standardrepertoire (siehe z. B. Gute Kernkraft, böse Kernkraft), aber ich bin nicht der Ansicht, daß Werbung immer nur dann gut sein kann, wenn sie das Rad [...]

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