12:13 Uhr
Barry Schwartz: Das Kultivieren der sozialen Kräfte
Täusche ich mich, oder rücken viele Menschen in diesen Zeiten wieder etwas näher zusammen? Intensive und reflektierte Gespräche häufen sich jedenfalls gerade in meinem Umfeld, dazu eine wachsende Bereitschaft trotz Rezession, auch ohne direkte Geldbelohung an Aktivitäten zu partizipieren, die Sinn stiften können.
Barry Schwartz stellt in seinem herausragenden Vortrag bei TED fest, dass viele dieser sozialen Kräfte, die Menschen in sich tragen und die zur Entfaltung kommen wollen, durch ein überstrapaziertes Regelwerk an Bestimmungen und Auflagen auch im Umfeld von Arbeitsplatzbeschreibungen nur sehr eingeschränkte und eindimensionale Handlungsspielräume für die Menschen bietet, das “Richtige” zu tun.
Stattdessen werden Menschen zunehmend in ein bürokratisches und überökonomisiertes Korsett gezwängt, welches ihnen allenfalls die Möglichkeit lässt, die Dinge im Sinne der Vorgaben “richtig” zu tun -Dienst nach Vorschrift eben-, womit eine Gesellschaft allerdings keine herausragenden Dinge mehr entwickeln und zur Entfaltung bringen könnte.
Barry Schwartz hält ein Plädoyer für die “gute Seite” des Menschen. Er erklärt auf Basis von konkreten Beispielen, dass die Menschen zu durchaus mehr Eigeninitiative, natürlicher Freundlichkeit, sozialer Fürsorge und Empathie in der Lage sind, als wir es ihnen üblicherweise im Zuge überzogener Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen als Bürger und Beschäftigte zutrauen.
Diese praktische Weisheit (practical wisdom) ist für Schwartz der Schlüssel für den Weg aus der Krise. Nicht Incentives bzw. gegenständliche Belohungen (siehe die aktuelle Diskussion über Bonussysteme) seien zielführend, im Gegenteil, sondern die Konzentration und das Vertrauen darauf, welche sozialen Fähigkeiten die Menschen in sich tragen, die auch in einem ökonomischen Umfeld der Schlüssel zu Erfolg und Erfüllung sind.
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“We must ask, not just is it profitable, but is it right.”
-Barack Obama (18.12.08)
9 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 18. Februar 2009 um 12:42 Uhr
Well said :)
Am 18. Februar 2009 um 13:21 Uhr
Leider rücken zwar einige, aber noch nicht die richtigen, enger zusammen. Politik und Wirtschaft ziehen sich gerne auf Regeln, Buchstaben und Paragraphen zurück – und nutzen diesen Drang zur Regel beim Volke gerne aus. Widersprechen sich gar und niemand merkt es und niemanden interessiert es.
Daher kann man diesen Vortrag nicht weit genug distribuieren.
Am 18. Februar 2009 um 21:17 Uhr
Barry Schwartz drückt hier einen Geist aus, der in unserer Gesellschaft leider zu kurz kommt. Es wäre schön, wenn man die Emanzipation des Menschen weiter voranbringt. Ohne Aufklärung und Moderne wären wir geistig und ökonomisch immer noch im Mittelalter.
Am 19. Februar 2009 um 10:31 Uhr
Danke für den Post. Sehr inspirierend und bestärkend. Keep it real!
Am 24. Februar 2009 um 16:26 Uhr
[...] die den Verbraucher glaubwürdig an die eigene Zapfsäule locken und dazu noch einen tieferen Sinn stiften könnten? Oder sind diese Maßnahmen eigentlich nur Greenwashing aus der [...]
Am 16. April 2009 um 11:25 Uhr
[...] Wo zieht jede Agentur, jeder Berater, jeder Arter oder Texter ihre/seine Grenze?! Was bedeutet der Satz von Präsident Obama auch für die Kommunikationsbranche? “We must ask, not just is it profitable, but is it [...]
Am 22. Juni 2009 um 02:28 Uhr
aber dann geht auch raus und lebt es! es bringt nichts, wenn wir diese sache nur wieder institutionell betrachten und sagen “es ist ein verdammt guter beitrag”!
dann lasst diesen beitrag etwas reales sein! geht raus und merkt es und seht es und setz es um bei jedem den ihr jetzt im nächsten moment nach dem ihr das gelesen habt begegnet!
ansonsten sind es alles wieder nur irgendwelche vokabeln, die uns zwar faszinieren uns aber wieder kein stück näher bringen..
spitzen beitrag! verschicken, rumerzählen, drüber reden!
zu empfehlen kann ich auch noch richard rorty! wem dieser name noch nichts sagt: googelt ihn! lest “kontingenz, ironie und solidarität”! da findet man genau solche vokabulare!
Am 18. August 2009 um 21:16 Uhr
Gerade stolpere ich über ihn, über Barry Schwartz … und damit über den Werbeblogger! Bin begeistert!
Am 17. Dezember 2009 um 15:28 Uhr
[...] ob sie ihren Mitarbeitern auch beim Umgang mit Social Media vertrauen, wie sie ihren Mitarbeitern auch sonst vertrauen und sie weitreichende Entscheidungen treffen lassen, ihr eigenverantwortliches und vorausschauendes [...]