10.02.09
11:18 Uhr

Social Networks ersetzen die E-Mail?

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Es ist aus Sicht des E-Mail-Providers web.de natürlich nachvollziehbar, dass sie zu der Erkenntnis kommen, dass E-Mail eben nicht durch Social Networks „ersetzt“ wird. Wer allerdings diese Frage überhaupt in den Raum geworfen hat, ist mir schleierhaft. Online „ersetzt“ nicht Offline, Blogs nicht die Zeitungen, Twitter nicht SMS und Social Networks nicht die E-Mail. Im Gegenteil: Alle genannten Dienste arbeiten bereits aktiv mit E-Mail-Benachrichtigungen.

Während Soziale Netzwerke eher ein „Lebensphasen“-Modell sind, ist die E-Mail in allen Generationen bekannt und beliebt. So bezeichnete Web.de-Geschäftsführer Jan Oetjen das Alter von 25 Jahren als „Schallmauer“ für die Nutzung von Social Communities. Mit zunehmendem Alter geht die Nutzung dieser Kommunikationsformen laut Studie zurück, während die Vielnutzer im Bereich E-Mail tendenziell älter als 25 sind.

Ebensowenig verwundert es, dass neuere Web-Dienste als E-Mail zunächst eher von der jüngeren Generation und den „early adopters“ genutzt werden, ganz so, wie es vor Jahren mit dem E-Mail-Dienst selbst der Fall war. Die Schallmauer von 25 Lebensjahren, von der Herr Oetjen spricht, kann ich heute allerdings überhaupt nicht mehr in der Schärfe erkennen. Im Gegenteil: Die „Schallmauer“ fällt im Hinblick auf das Lebensalter; die Nutzergruppen bestehen zunehmend aus allen Altersschichten.

Diese irreführenden Meldungen, die das Web als sich abgrenzendes Kommunikationssystem darstellen, um den jeweiligen eigenen Geschäftsschwerpunkt zu fundamentieren, gibt es leider immer wieder. Von einem Branchenblatt erwarte ich allerdings mehr als die blanke Rezitation dieses Unfugs.

Update: Holger Schmidt (der Netzökonom) nimmt sich des Themas nun ebenfalls an und relativiert die Jubelerkenntnis von web.de.

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4 Kommentare

  1. Sam Steiner

    Wobei ich doch sehr darauf hoffe, dass ich den grössten Teil meiner E-Mail-Nutzung in die Socialen Netzwerke verlagern kann. Und dieses Ziel ist schon halb erreicht. Ich bin zB über Facebook nun besser erreichbar als über E-Mail, wo jeder Spammer mich kontaktieren kann. E-Mail = #FAIL.

  2. René

    Social Networks fungierend jedenfalls in meiner Lebensphase als ein weiteres Kommunikationsmittel, welches m.m.n. immer mehr an Bedeutung gewinnt. Während die email für mich bürokratisch angestaubt daher kommt und von mir vor allem für die geschäftliche Korrespondenz genutzt wird, ist die PN in einem Social Network das Kommunikationsmittel einer anderen Gruppe zuzuordnen.

    Anders gesagt: Die Einladung für die Party nächste Woche kommt per PN, die Nachricht vom Kunden per email.

  3. hans

    Naja ein gewisses Substitutionspotenzial haben Soziale Netzwerke in der Tat. Dennoch bleibt Email ein „technisch unabhängigeres“ und „offizielleres“ Medium. Besonders im Geschäftliche Bereich hat die EMail einen ähnlichen Status wie ein Brief. Die Transparenz die in Netzwerken wie z.B. Facebook oder StudiVZ herrscht ist nicht immer gewünscht und auch nicht immer angebracht. Eine radikale Unterscheidung zwischen privat und geschäftlich greift jedoch zu kurz. Es wird in Zukunft eine diversifizierten Mix geben. Besonders jündere Gruppen die mit allen Technologien aufgewachsen sind werden auch alle Technologien nutzen, natürlich auch mit Varianzen abhängig vom Alter.

  4. Silvia

    Xing? Wer war nochmal Xing? ;) Facebook holt hierzulande rasant auf … nach neuesten Umfragen schwören immerhin schon zehn Prozent der deutschen Internetnutzer auf Facebook.com. Und nun schliesst man sich vermutlich mit Nokia zusammen … techfieber.de/2009/0...

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