09.02.09
12:04 Uhr

Der Dalai Lama twittert

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Update: Der erfolgreiche Twitter-Account ist ganz offensichtlich ein Fake
und führt uns dann wieder dieses Beispiel und den potenziellen Missbrauch vor Augen sowie dem „Täter“ eine Bescherung schlechten Karmas jenseits unserer Vorstellungskraft.

Twitter announced on Monday morning that the OHHDL account was actually a fake. The company has been contacted by the real Dalai Lama’s office and the account has been closed. Twitter says that they are working to get the real deal set up with an account – there’s certainly demonstrated interest. At more than 16,000 followers in one weekend, the fake Dalai Lama was one of the fastest growing accounts that Twitter has ever seen.

Update 2: Unsere direkte Anfrage an das offizielle Büro des Dalai Lama wurde inzwischen beantwortet. Hier der Wortlaut:

„Thank you for your inquiry. The supposed Twitter account attributed to His Holiness the Dalai Lama and/or his office is not genuine. We would like to clarify that we do not have any official accounts with any social networking internet sites. The official website of His Holiness the Dalai Lama and his office is located at www.dalailama.com…“

dalailama

Der Dalai Lama hat sich seit dem 07.02.2009 der twitternden Weltgemeinde angeschlossen und erhält seitdem mit rasanter Geschwindigkeit Aufmerksamkeit und Menschen, die ihm und seinen bisher erst 46 Kurzbeiträgen via Twitter folgen wollen.
In den letzen beiden Tagen hat der Dalai Lama somit durchschnittlich gut 10.000 Follower auf Twitter pro Tag hinzugewonnen; Twittercounter sagt nach Ablauf eines Monates eine Twitter-Anhängerschaft von über 140.000 Menschen voraus.

Im Twitterstream selbst wird nachdrücklich auf die eigene Website hingewiesen. Hinzu kommen Hinweise der Follower, dass der Dalai Lama auch auf Myspace oder Facebook zu finden sei bzw. eine Veranstaltung in Deutschland (Frankfurt am Main) geplant ist.

Neben diesen reinen News-Ticker-Infos dürfte es spannend sein zu beobachten, ob und wie das Büro des Dalai Lama es verstehen wird, eine Form des Dialoges zu erzeugen, der sich ggf. auch auf der eigenen Website durch ausführlichere Beiträge entwickelt.

Jedenfalls scheint dieser geistliche Führer deutlich mehr Anhänger in Twitter für sich zu begeistern, als der aktuelle katholische Führer, Papst Benedict XVI auf Youtube.

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28 Kommentare

  1. Andi

    twitter….twitter…twitter

    sorry, aber ich kann’s bald nicht mehr lesen

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Andi. Naja, wir halten uns hier ja noch ziemlich zurück. Gäbe Meldungen ohne Ende :-)

  3. MF

    Ich muss hier Andi absolut Recht geben. Alle „Großen“ Blogs haben fast täglich irgend was neues aus der Twitter-Welt :(
    Klar kann chatten mal ganz lustig sein (mehr ist Twitter definitiv nicht) aber täglich das neueste Geschreibse von diesem ach so tollen „Service“ (naja) zu posten finde ich etwas überflüssig.
    Allein heute habt Ihr, Basic Thinking und 5 weitere „Top-Blogs“ vom Dalei-Lama getwittere geschrieben. Ich will gar nicht bei weiteren Blogs schaun weil ich vermute das es da net anders aussieht. Ich weiß nicht ob das echt soooo viele interessiert (vor allem die die sich für die ansonsten so interessanten Artikel der Werbeblogger interessieren). Is net bös gemeint aber in 2-5 Monaten redet keiner mehr über das Geschnattere (ihr werdet sehen!) !!

  4. ramses101

    Klar kann chatten mal ganz lustig sein (mehr ist Twitter definitiv nicht)

    Twitter ist vieles, unter anderem auch chatten. Aber das ist nun wirklich nur ein ganz kleiner Teil.

    in 2-5 Monaten redet keiner mehr über das Geschnattere

    Gewagte Prognose. Ich bin gespannt ;-)

    Twitter ist elementarer Webzwonull-Teil geworden. Das kann man gut finden, das kann man doof finden, nur muss man sich halt damit abfinden. Und: Twitter ist, was man daraus macht. Wer von Twitter genervt ist, ist genervt von dem, was er sich bei Twitter freiwillig (!) durchliest. Das ist so ähnlich wie vorm Fernseher zu sitzen und sich über das Programm zu beschweren obwohl man die Option hat um- oder auszuschalten.

  5. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @ramses: Genau so ist das und um es mal mit einem der abgedroschendsten Sprüche abzulassen: Alles kann, nix muss ;-)

  6. °flo

    Der Dalai Lama twittert

    … jetzt nicht mehr. :-/

  7. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @flo: Ja, schon bekannt. Danke. Anfrage an das Dalai Lama Office ist schon unterwegs…
    #fakeornot???

  8. Stefan Nitzsche

    Fake. Mit Sicherheit.

  9. Dominik

    Das Gerede über Twitter nervt definitiv. Das der Twitter- und der MySpace Account Fakes sind, steht glaub ich außer Frage. Wäre aber eine coole Sache, wenn das Büro des Dalai Lamas sich wirklich auf solch moderne Kommunikationsmittel einlassen würde…

  10. Andi

    „Wer von Twitter genervt ist, ist genervt von dem, was er sich bei Twitter freiwillig (!) durchliest. Das ist so ähnlich wie vorm Fernseher zu sitzen und sich über das Programm zu beschweren obwohl man die Option hat um- oder auszuschalten.“

    Falsch. Ich lese keine tweets. Mich interessiert es einfach nicht. Mich nervt auch nicht die Tatsache, dass es sowas gibt, sondern das an zig anderen Stellen ständig darüber gesprochen wird.
    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Wenn jeder 4. Beitrag beim werbeblogger über DSDS ginge, würde mich das auch nerven (ohne DSDS selbst zu gucken). Wenn Du verstehst was ich sagen will.
    Oder andersrum: berichtet doch INNERHALB von Twitter über Twitter. Dann kriegen es auch (nur) die mit, die es interessiert ;-)

  11. MF

    Andi spricht mir aus der Seele ;)

  12. Thomas Pfeiffer

    Hallo,

    nun, beim Vatikan kann man sich wenigstens auf Anhieb sicher sein, dass es Blödsinn ist… :-)
    twitter.com/vatikan

  13. J. Martin

    In unseren letzten einhundert Beiträgen gab es drei Beiträge mit Schwerpunkt Twitter (Dalai Lama, Rabatt-Aktion von Dell und der Memphis-PR-Gau) und drei Beiträge, in denen Twitter gemeinsam mit anderen Kommunikationskanälen angesprochen wurde (Umfrage Arbeitsplatzverhalten, Socialmediadingens und Spam 2.0). Zu meiner eigenen Überraschung gab es außerdem einen Beitrag von Roland über integrierte Kommunikation, in dem Twitter gar nicht erwähnt wurde.

    Somit beschäftigt sich nicht einmal jeder fünfzehnte Beitrag mit Twitter, und das während einer Phase, in der Twitter nicht nur die breite Öffentlichkeit als Phänomen erreicht hat, sondern sich auch alle und ihr Bruder den Kopf darüber zerbrechen, wie sich dieses Medium für Werbe-, Marketing- und PR-Zwecke nutzen ließe.

    Bitte erklärt mir, wo das zu viel ist.

  14. ramses101

    @Andi: Klar verstehe ich Dich. Aber beim Werbeblogger geht es eben – wie in anderen Blogs auch – unter anderem ums Web2.0. Und um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Ginge es hier schwerpunktmäßig um TV und TV-Formate, würdest Du hier vermutlich auch mehr von DSDS-Beiträgen genervt sein.

    Twitter (oder Microblogging als solches) ist eben nicht mehr wegzudenken aus der Zwonullwelt. Wie gesagt: Das kann man doof finden, aber es ist, wie es ist. Aber ich gebe zu, dass das Gerede über Twitter tatsächlich nerven kann, wenn man selbst nicht twittert. Denn von außen betrachtet, mag Twitter tatsächlich nur ein Chat sein.

    Dass aber permanent darüber geschrieben wird, dürfte doch zumindest die Vermutung naheliegen, dass es vielleicht ein bisschen mehr ist (zumindest kam bei mir irgendwann die Erkenntnis, dass es doch nicht sein kann, dass sich alle Welt plötzlich dafür interessiert, wenn nix dahinter steckt). Oder gibt es in irgendwelchen Blogs sonst noch Berichte über irgendwelche Chatter in irgendwelchen Chatrooms?

    Twitter ist Information, Networking, Unterhaltung, Recherche, Kalauer-Ventil … und was man sonst noch draus machen will – gerne auch Dialog, aber Chat ist was anderes.

  15. Rainer

    Höchstens 1 Prozent der Tweets mag etwas Sinnvolles beitragen, der Rest/die Masse ist so, als würde jeder durch die Stadt laufen und dabei laut vor sich hin brabbeln, was ihnen gerade durch den Kopf schießt. Oder wie soll ich es anders verstehen, wenn ich Dinge lese wie: „Auf dem Bahnsteig schauen die Leute gelangweilt“, „Sitze in der S-Bahn und gähne“ usw usf. Da haben DSDS und die Gewinnspiele 9live von mehr Niveau.

  16. ramses101

    Absolut. Aber was sagen 99% Mist über 1% Gutes aus? Wird „Spiel mir das Lied vom Tod“ schlechter, weil es eine Million schlechte Western gibt? Sorry, aber das ist genau die Argumentation, die bei Twitter nicht funktioniert. Genau so wenig wie ich schlechte Filme gucken muss, muss ich schlechte Tweets lesen.

  17. J. Martin

    @Rainer Aber im Gegensatz zum Durchdiestadtlaufen kannst Du Dir auf Twitter aussuchen, wem Du zuhören möchtest, gell?

    Hier ein Artikel zum Thema von Rand in Repose:
    randsinrepose.com/ar...

    Letztendlich kommt es auf die Fähigkeit an, in dem ganzen Lärm Menschen zu finden, die über interessante Dinge reden. Und mit denen du über Dinge reden kannst, die dich interessieren. Findest du keine, läßt du’s eben sein.

  18. Rainer

    @J. Martin: ganz recht, aber wie in der Stadt kann ich manchem Geplapper auch nicht ausweichen. Vor allem in den vielen Blogs, die ihre Tweets am Rand mitlaufen lassen, damit auch alle Welt erfährt, wann der Blogger aufs Klo geht und wann er zurück ist.

    >>Letztendlich kommt es auf die Fähigkeit an, in dem ganzen Lärm Menschen zu finden …

    Yep.

  19. J. Martin

    @Rainer *kicher* mach ich auch …

    Hab ich noch gar nicht dran gedacht. Aus drei Gründen, vermute ich: Zum ersten lese ich viele Blogs im Feed-Reader, zum zweiten gehe ich instinktiv davon aus, daß Menschen, die Lesewürdiges bloggen, auch Lesewürdiges twittern.

    Letzteres ist sicherlich nicht immer der Fall — vor allem dann, wenn der Twitter-Feed nur zum Ankündigen von Blog-Posts benutzt wird.

    Aber dann kann immer noch Grund 3 in Kraft treten: Ich würde uninteressanten Twitterkram auf einem Blog ebenso instinktiv ausblenden wie Werbebanner oder AdSense-Ads.

  20. Rainer

    >> gehe ich instinktiv davon aus, daß Menschen, die Lesewürdiges bloggen, auch Lesewürdiges twittern. <<

    Dann glaubst Du auch, dass alle Bewerber bei DSDS singen können? ;-)

  21. J. Martin

    @Rainer LOL

  22. Rainer

    Ich denke übrigens, dass das Phänomen Twitter auch davon lebt, dass es Leute wie bei DS.. gibt, die einfach ein unheimliches Geltungs- und Selbstdarstellungsbedüfnis haben. Anders kann ich mir den Müll nicht erklären, der es schwierig macht, die Perlen im Misthaufen zu finden.

    Lustig zu lesen: blogwave.de/warum-tw... (amüsant der Cartoon am Ende)

  23. J. Martin

    @Rainer Zu dem Artikel sage ich jetzt nichts, da waren wir in unserer Kommentar-Diskussion hier schon ein Stückchen weiter.

    Aber in der Tat, den “Geek & Poke”-Cartoon zu Facebooks “Beacon” finde ich super.

  24. ramses101

    @Rainer: Bezeichnenderweise kommen solche Artikel eigentlich nur von Leuten, die dann auch gleich zugeben, sich „noch keine Sekunde damit beschäftigt“ zu haben. Wobei er das gar nicht hätte schreiben müssen, das erkennt man schon am Inhalt des Textes.

  25. Rainer

    Sicher hat sich der Schreiber nicht (umfassend) damit beschäftigt. Ich stimme ihm trotzdem in dem (der Wirklichkeit entlehnten) Satz zu: „Ich wüßte jetzt auch nicht genau, warum es die Verfolger interessieren sollte, dass ich soeben ein leckeres Eibrot verschlungen habe, oder dass ich nicht nur heute, sondern fast jeden Morgen Kaffee aufsetze und den sogar austrinke.“

    Könnt Ihr Euch noch an die hitzige Diskussion erinnern, als ein bekannter Agenturchef von den „virtuellen Klowänden des Internets“ sprach? Damals meinte er Blogs. Twitter kommt der Definition näher, das bedingt schon die Kürze der Nachrichten :o)

    Und es muss doch jedes neu gelegte Ei ausgiebig bekakelt werden, bevor es entweder zu was Lebendigem ausgebrütet wurde oder verfault ist.

  26. ramses101

    Versteh mich nicht falsch, ich habe kein Problem damit, wenn Twitter kritisiert wird – Kritikpunkte gibt es genug. Aber es wird von Nicht-Usern komischerweise immer das kritisiert, was man doch selbst in der Hand hat. Wenn er also nicht weiß, was die Verfolger an seinem Eibrot interessieren sollte, kann ich ihm sagen: Richtig erkannt: Nix. Und wenn er nur von seinem Frühstück oder dem verspäteten Bus twittert, bekommt er vermutlich auch keine Verfolger (oder verliert die, die er hat) – außer irgendwelcher Spambots (und vielleicht seine engsten Freunde).

    Warum wird denn bei Twitter immer das Einzige kritisiert, was man selbst in der Hand hat? Versteh ich nicht. Wer nur Langeweilern folgt, ist doch selber schuld. Dafür kann doch Twitter nichts? Das ist m.E. genau so absurd, als würde ich nur Katzenblogs in meine Blogrolle aufnehmen und dann darüber meckern, dass Blogs ja nur über Katzen schreiben und dass das total langweilig ist.

    Ich habe das Klowand-Zitat übrigens nei beleidigend aufgefasst, da so manche Klowand sicherlich mehr zu bieten hat als so manches Blog (von einigen Kampagnen ganz zu schweigen).

  27. Rainer

    >>da so manche Klowand sicherlich mehr zu bieten hat als so manches Blog *grins*

    Die generelle Kritik an aller online-Publikation (vom 160-Zeichen-twittern über [Katzen-]Blogs bis zu kompletten Sites) ist eigentlich die, dass der virtuelle Müllberg stetig wächst. Web 2.0 macht möglich, dass Speakers Corner sich nun global durchs Netz verbreitet. Jeder ist Autor und nutzt das offensichtlich gnadenlos aus. Insofern ist das Web (so nicht zensiert) ein zutiefst demokratisches Medium.

    Soll es meinetwegen auch, solange die Technik mitspielt und wir in ein paar Jahren einerseits noch publizieren und konsumieren (im Sinne von lesen/hören/schauen) können und nicht im Morast stecken bleiben (wie ja verschiedentlich orakelt wird).

    Auf jeden Fall sind Twitter und die Blogs ein großer Spiegel unserer Gesellschaft, in der wir fast jeden Typus finden: sowohl ernsthafte Publizisten aller Art als auch die Spinner, die sich nicht zu blöd finden, bei Gewinnspielen a la „Wie heißt Thomas Gottschalk mit Vornamen“ mizumachen oder eben bei DSDS völlig talent- und sinnfrei auftreten.

  28. Sprints “Now Network”, oder: Ich sprüh’s auf jede Wand, schnelle Medien braucht das Land! | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Sprints “Now Network”, oder: Ich sprüh

    […] Wobei wir vom Werbeblogger uns mit unserem Twitter-Enthusiasmus bei dem “promoting” sicher auch ein bißchen wiederfinden, wenn auch längst nicht mit der von einigen aus unserer Leserschaft gefühlten Intensität. […]

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