09:43 Uhr
Björn Borg Breakup Day
“Björn Borg” ist eine Marke für Sport- und Unterbekleidung, die nicht zufällig genauso heißt wie der bekannte schwedische Tennisspieler. Und Björn Borg hat nun eine brandneue viralhaltige Internet-Plattform namens Love for All, die ich zwar ganz witzig, aber insgesamt etwas durchwachsen finde. Sie besteht aus drei Teilen.
Der erste Teil ist ein Kurzfilm mit dem Titel “I do”. Den finde ich ja eigentlich nicht schlecht, aber vielleicht doch ein bißchen zu bemüht.
Der zweite Teil ist ein SMS-basierter Breakup-Service — hier läßt sich eine Liebesbeziehung mit vorgefertigten SMS der Marke sachlich, freundlich oder tränenreich beenden:
You are very nice, but I don’t love you anymore. It’s time to move on and find someone else. Try bjornborg.com/love! All the best in the future.
Love should be fun but ours isn’t anymore. I think we should break up. But don’t be sad! Find new love at bjornborg.com/love and be my friend 4ever.
It tears me apart having to leave you, but we don’t belong together anymore. Find love and comfort at bjornborg.com/love. Thanks for the time we had!
Wer sich noch nicht ganz sicher ist, darf sich eine Reihe von Flash-Sequenzen anschauen und dazugehörige Fragen beantworten, um sich über das eigene Gefühlsleben klarzuwerden. Die Sequenzen sind zum Teil recht witzig und haben vor allem ein Ziel: “Breakup”-Stimmung zu erzeugen. Ähnlichkeiten mit dem meiner Meinung nach weit bissigeren Whopper Sacrifice sind wahrscheinlich rein zufällig … aber könnten in Anbetracht der Zeitnähe tatsächlich zufällig sein. Doch ganz so fürchterlich neu ist dieser SMS-Breakup-Service ja ohnehin nicht.
Der dritte Teil ist dann ein Dating-Service. (Ich bin übrigens nicht vollständig sicher, was das alles mit Sport- und Unterbekleidung zu tun hat.) Die Einführung ist ein bißchen, umh, übertrieben suggestiv, und die Formular-Voreinstellung “I am a man” vermag nicht zu überraschen. Überraschend ist dann eher, beim Musikgeschmack nur zwischen Pop, Rock und Soul wählen zu können! Ich selbst bin vorm Bildhochladen ausgestiegen; Erfahrungsberichte von mutigeren Kandidatinnen und Kandidaten als ich sind willkommen in den Kommentaren.
Konzipiert und realisiert ist dies von farfar, Schweden, und es vermag mich nicht zu begeistern. Die Tonalität ist vielleicht am besten zu vergleichen mit der Strategie, die zum Beispiel das Magazin Men’s Health erfolgreich benutzte (zusätzlich zur Invasion der Waschbrettbäuche): Genug Ernsthaftigkeit, um von Teilen der Zielgruppe wörtlich genommen zu werden, aber genügend Signale zwischen den Zeilen, um bei anderen Teilen der Zielgruppe als ironisch-augenzwinkernd durchzugehen. Allerdings finde ich diese Gratwanderung hier nicht ganz so gut gelungen, was vielleicht an zu viel Goethe* liegt. Dazu kommt auch der Versuch, den 13. Februar (dieses Jahr ein Freitag) halb ernsthaft, halb augenzwinkernd als “Breakup Day” zu etablieren.
Aber ob’s gefällt, ist ja letztendlich nicht die Frage, sondern ob’s funktioniert. Spräche euch diese dreifache Werbesalve an? Und wenn ja, in welcher Hinsicht? Und wo seht ihr die Verbindung zum Produkt?
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*… so fühlt man Absicht, und man ist verstimmt (Torquato Tasso) ;-)
Ein Kommentar
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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Am 9. Februar 2009 um 09:59 Uhr
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