06.02.09
13:42 Uhr

Kryptische Teaser-Kampagnen à la Japan

Air Yakiniku
Air Yakiniku

Ich bezweifle, daß es möglich ist, japanische Teaser-Kampagnen in ihrer Kryptizitätshöhe* zu überbieten. Im Umfeld dieser Flash-Site für “Air Yakiniku” sind auch die japanischen Bloggerinnen und Blogger schwer am Raten. Ist es Werbung für den Service einer neuen Fluglinie? Ist es — “Produced by Recruit” — eine ganz verdrehte Werbung für den japanischen Personalvermittler Recruit? Oder geht es einfach bloß um einen Grill? Ein Restaurant? Einen Computer?

Das Flash-Movie besteht aus zwei Teilen: Der Info-Film, dessen Overvoicing genauso informativ (= kryptisch) ist wie der Film selbst, und der eigentliche Grill (der Link unterhalb des Info-Videos) mit vier möglichen Gerichten zum Auswählen mit der Maus. Sobald Grillstücke fertig sind, werden auch die Stäbchen (= Mausklick) freigegeben.

Tatsächlich scheint (ich sage „scheint“, weil niemand sich absolut sicher ist) diese Aktion von Recruit Media Communications zu stammen für einen WiFi/WiMax-Flatrate-Service.

Das ist nun nicht so ohne weiteres nachzuvollziehen!

Yakiniku ist kein Allerwelts-BBQ, sondern schon eine recht edle und vor allem ausgesprochen teure Speise. Die Verbindung läuft hier über zwei kontrastierende Formen des “all-you-can-eat”. Auf der einen Seite das Einladen anderer zum Yakiniku, die dann natürlich nach Herzenslust “all-you-can-eat” reinhauen. Mit großen Schmerzen für die eigene Brieftasche. Auf der anderen Seite das “all-you-can-eat” wie bei einem “all-you-can-eat”-Buffet zu einem fixen, vernünftigen Preis. Für sich und für andere (= Mitbenutzer im Heimnetzwerk).

Und natürlich steht die gehobene Speise Yakiniku auch durchgehend als Metapher für die hohe Qualität des WiFi/WiMax-Services als solches. Hier unterstützt auch durch den Ton: ein japanischer Blogger meinte, der Grill-Sound klinge so echt, daß es zum Essen der Kopfhörer verleite!

Meine Güte: diese Dechiffrierungsversuche haben mich jetzt glatt den halben Vormittag beschäftigt. Mein virtuelles Yakiniku habe ich mir nun verdient, denke ich. Itadakimas!

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„Kryptizität“ sowohl in der Urban-Dictionary-Bedeutung als “The state or quality of being cryptic” als auch im Sinne Murray Gell-Manns als Maß für den benötigten Rechenaufwand zur näherungsweisen Bestimmung komplexer/opaker Strukturen ;-)

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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