05.02.09
15:43 Uhr

Kundenprodukte: Das Ding mit dem Kind mit dem Bade

Einen ungeahnten Nachbrenner zu meiner Umfrage, ob und wie ihr Produkte eurer Kunden benutzt, für die ihr werbt, fand ich eben über diesen Eintrag von Frauke Weber zum Artikel „VW-Werk Baunatal: Zutritt nur für Markenfreunde“ aus kfz-betrieb Online. Handwerker und Zulieferer, die keinen VW fahren, stehen künftig vor der geschlossenen Schranke des Werksgeländes:

Der Zeitung zufolge hatte ein Handwerker von einem Volkswagen auf einen Opel umsteigen wollen. Der Werksschutz habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er dann nicht mehr auf das Werksgelände fahren dürfe, selbst wenn er schwere Teile habe. „Das ist bei großen Firmen ganz normal“, sagte der VW-Sprecher. „Viele Zulieferer wie Bosch oder Conti haben unterschiedliche Fahrzeugflotten, mit denen sie die verschiedenen Kunden anfahren.“ Damit werde Nähe aufgebaut und um Aufträge geworben. „Wir sehen darin kein Problem und unsere Partner eigentlich auch nicht.“

Dazu fällt mir jetzt auf Anhieb gar nicht so richtig viel ein. Muß es wahrscheinlich auch gar nicht! Na okay doch, ein Wort. Arrgh! Oder seht ihr das anders? Ist das normal? Ist das erstrebenswert?

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13 Kommentare

  1. Werbetasche

    Komisch, aber seit ich beim Ogilvy mit meiner Grey-tasche herumlaufe, hat mich keiner mehr lieb….

  2. ramses101

    Der größte Schwachsinn der Welt. Dürfte auch hoffentlich zum PR-Desaster werden, obwohl ich die Marke eigentlich mag. Aber wenn man in der Öffentlichkeit eingesteht, selbst die eigenen Mitarbeiter erst dazu zwingen muss (!), die eigenen Produkte zu kaufen, wie bringt man dann erst die Lonsumenten dazu? Steilvorlage für den Rest der Branche, würde ich mal sagen.

  3. Kellerkind

    Also ich sehe das nicht als Problem. Ein Kollege von mir ist Meister im VW-Motorenwerk Salzgitter. Er selber fährt einen Opel. Nach einer Fuß-OP war nur noch eingeschränkt zu Fuß Mobil. So bat er um einen Passierschein um mit seinem Auto auf dem Gelände und direkt vor der Halle parken zu dürfen.

    DIe Werksleitung hat ihm das mit seinem Auto verwehrt, im aber gleichzeitig ein Golf für die Dauer seiner Krankheit zur Verfügung gestellt, KOSTENLOS.

    Ich finde das absolut in Ordnung das man eine Art Marken-Exklusivität haben möchte, gerade auf dem eigenen Werksgelände. Den wenn man nur noch Konkurrenzprodukte im Hof stehen hat, dann gibt das den Beigeschmack von der eigenen Arbeit/Produkt nicht überzeugt zu sein. Gerade wenn hohe Kundschaft auf Besichtigung übers Gelände schreitet und nur noch FIAT OPEL und Co herumstehen sieht.

    Diese Exklusivität gibt es übrigens in fast allen Automobilwerken. Das selbe gilt für das Krüger Kaffee Werk hier in Bergisch Gladbach – dort kann man in den Kaffeeautomaten auch nur Produkte von Krüger beziehen (dafür auch kostenlos :-) )

  4. AndreasK

    Wenn ich an den Agenturchefautodurchschnitt denke, ist doch eine Frage viel wichtiger:

    Darf man wenigstens mit einem Porsche rein?

    -
    Und stellt mir Dell für die Dauer meines Besuches auch ein Notebook, weil sonst mein Apple bei der Belegschaft sauer aufstößt und das Vertrauen in meine Arbeit tief gestört wäre?

    *kopfschüttel*

  5. Armin

    Lesen hier irgendwelche Rechtsanwaelte mit? Ich frage mich naemlich ob so etwas wettbewerbsrechtlich erlaubt ist. Warum soll der Blumenlieferant der viele verschiedene Betriebe beliefert (z.B. das VW-Werk, den BMW-Haendler und die Opel-Werkstatt) sich drei Autos kaufen muessen wenn er nur eins braucht und sich leisten kann?

  6. tjark

    Das hat nicht lange gehalten …

    spiegel.de/wirtschaf...

    Wenn mir jemand wegen des Anzugs, den ich trage, des Rechners, den ich benutze oder des Autos wegen das ich fahre, vor Ort die Ausübung meiner bestellten Tätigkeit verbieten würde (OK, Helm würde ich noch akzeptieren), würde ich nach Hause fahren und in Seelenruhe die Rechnung schreiben!

    cu // r88

  7. seven

    Von Mode/Lifestylemarken habe ich schon gehört, dass sie ihren Kunden verbieten, mit den falschen Schuhen aufzukreuzen, im Gegenzug aber auch eine Kollektion der eigenen Ware für das Team springen lassen. Naja, tut man Ihnen halt den Gefallen. Bei Lifestyleartikeln, die quasi nur aus Image bestehen, kann ich es fast noch verstehen.

    Wenn in einer Agentur für Präsen bei einem Computerhersteller extra ein Präsentationslaptop dieser Marke angeschafft und bei Anreise eines Papierkunden sogar das Toilettenpapier auf die richtige Marke getauscht wird, finde ich das einfach nur arm. Es wirkt einfach unsouverän und dadurch unprofessionell. Ich würde solche Anbiederung als Kunde nicht dulden.

    Oder habe ich die Psychologie der Kundenbindung nicht verstanden? Vielleicht klärt mich jemand auf?

  8. kellerkind

    @all Wie kann man jetzt nur so extrem übertreiben.

    Punktuell finde ich diese Art von Marken/Produkt Exklusivität absolut richtig. Das bei einigen Firmen das gemacht wird ist legitim. Das bei Firma ZEWA in der Kaffeeküche keine Papierrolle von Konkurrenten steht versteht sich von selbst.

    Kaum vorzustellen das wir bei uns Software von Marktbegleitern einsetzen, wobei tagtäglich mehr Argumente suchen um uns von denen abzusetzen. Was gibt das für ein Bild nach außen wenn wir unser eigenes Produkt nicht einsetzen?

    Das man bei Adidas arbeitet und nicht mit Nike dareinläuft (als Mitarbeiter) finde ich für mich persönlich selbstverständlich! Wie kann ich als Adidas Marketeer für ein Produkt werben und persönlich nicht die Schuhe tragen?

  9. Eddi hat Zeitgeist

    Für mich ist das Rechtliche bei dem Thema nahezu egal.

    Es geht vor allem um Loyalität.

    Loyalität ist etwas, was wir kaum noch als erstrebenswerten Wert vorgelebt bekommen / empfinden / weitergeben. Und auf einmal stossen wir uns an eigentlich selbsterklärend selbstverständlichen Dingen. (aber wehe, jemand ist nicht loyal zu uns ;-)
    de.wikipedia.org/wik...

  10. ramses101

    @Eddi: Aber das ist doch genau der Punkt: Ist erzwungene Loyalität überhaupt Loyalität? Don’t think so. Bei Klamottenläden ist das anders, natürlich kann ich als Armaniverkäufer (Betonung auf “Verkäufer”) nicht im Schlabberlook rumrennen. Aber muss ich als Zulieferer Armani tragen?

  11. Armin

    Was hat das ganze denn jetzt mit Loyalitaet zu tun?

    OK, bei Angestellten einer Firma kann ich verstehen dass von denen erwartet wird dass sie loyal zur Firma sind und deren Produkte nutzen bzw nicht mit denen der Konkurrenz rumlaufen (mal davon abgesehen dass die Loyalitaet selten reziprok ist, aber das ist ein anderes Thema).

    So wie ich das verstehe geht es hier aber um Fremdzulieferer, die oft viele verschiedene Kunden haben. Von denen wird “Loyalitaet” erwartet? Die sollen sich also Produkte aller ihrer Kunden anschaffen und vor jedem Besuch das Auto / die Schuhe / die Kleidung / die Uhr / Produkt nach Wahl schoen an den Kunden anpassen?

    Was hat das denn mit Loyalitaet zu tun?

  12. fhuber

    Darf der Postbote dann nur zum Briefkasten von Bugatti, wenn er mindestens 1001 PS in seinem gelben Wägelchen vorzuweisen hat?

    Mal im Ernst, Loyalität zum Unternehmen geht in Ordnung, aber dies ist keine offene Unternehmenskommunikation. Wer so einseitig fährt, sollte sich die Frage stellen, warum der kleine Mann jetzt auf einmal einen Opel kauft?

  13. meistermochi

    vollkommen überzogen. zudem ist es doch wohl etwas anderes, wenn siemens mit audis zu audi fährt für einen millionenauftrag, oder ob gas wasser licht karl müller mit seinem opel zu vw rauscht. macht euch nicht lächerlich!

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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