26.01.09
13:03 Uhr

Spam ist des Werbers Tod

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Bevor ich ausführlicher über die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den beiden Veranstaltungen (Social Media Club HH und MBC09) berichte, möchte ich vorab ein einzelnes Thema aufgreifen, welches ich die „Pest des digitalen Zeitalters“ nenne: Spam.

Selbst wenn 99% des Spams wirksam gefiltert werden kann, so landet eben 1% beim Empfänger und immer wieder finden sich Menschen, die auf die Praktiken der Macher hereinfallen.

Gerne verpacken die Spammer, Taschenspieler und Wegelagerer des Web 2.0 dabei mittlerweile ihre Botschaft in einen „sozialen“ Kontext und gaukeln den Empfängern ein „ehrenhaftes“ Anliegen vor.

Auf der MBC09 haben Oliver Gassner und Peter Schink und ich eine Session „Best practice – Spam and Brands“ durchgeführt, in der Peter einleitend eine „Studie“ präsentierte, wie man innerhalb von Twitter schnell und einfach zu erstaunlichen Ergebnissen kommen kann.

Twitter Is For Spam

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Das Experiment zeigt: Twitter ist durch seine offenen Daten- und Anwendungs-Schnittstellen (API) ein wahres Paradies für Spam-Attacken. Spammer könnten sich effektiv in das lose soziale Gefüge von Twitter mit einer erfundenen Identität einschleusen und die Dialogplattform massiv missbrauchen. Im Fall von Herrn Jakob Mierscheid
war es nur ein harmloses Experiment, das als plastisches Beispiel auf einer Veranstaltung diente. Der Schritt zu einer Masseninfiltration ist allerdings gar nicht weit.

twitterspam

Unter dem destruktiven Namen „TweetTornado“ zeigt eine Software beispielhaft, welche Machenschaften uns demnächst vermehrt ins Haus stehen werden. War es früher vorwiegend spezialisierten Entwicklern möglich, Spam-Routinen zu entwickeln, stehen diese Anwendungen für jedermann zur Verfügung – eine ganz gefährliche Entwicklung.

Es bleibt zu hoffen, dass Twitter und andere Microblogging-Dienste schnell ein Verfahren entwickeln, diesem datenschmarotzenden Spam-Unfug den „Saft“ zu entziehen und sich mit frisch geschöpftem Geld aus dem Kapitalmarkt auch diesen Entwicklungen konzeptionell entgegenzustellen.

Sollte es nicht gelingen, wird nämlich keine große Marke auch nur in Erwägung ziehen, in diesem Medium zu werben.

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18 Kommentare

  1. lupus

    Na, ist doch gut – wer braucht twitter?

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @lupus Das ist mir nun wirklich zu simpel. Klar, nicht jeder muss twittern. Aber Twitter steht hier nur stellvertretend für viele weitere Entwicklungen des Web. Außerdem ist Spam via email weiterhin der Kanal Nr.1. Wollte man deshalb sagen: „Wer braucht email?“ oder „Wer braucht überhaupt das Web?!“. Wir sind ja schließlich Jahrtausende lang auch ohne Internet wunderbar ausgekommen….

  3. Breitenbach

    Kapier ich nicht. Man muss dem Mist ja nicht „followen“. Im Grunde schießen sich dann die „Powertwitterer“ mit ihrer Followersammelwut doch selbst ins Knie. Wer belästigt wird, der blockt ganz einfach ab.

    (Bei Mail, Unterbrecherbannerwerbung etc. pp. nicht ganz so einfach)

    Das Beispiel zeigt eher, wie man künstliche Figuren auf Twitter zum Leben erwecken kann. Ist ja erfolgreich bei diversen Fake-Promis der Fall und das nervt mich ehrlich gesagt gar nicht, sondern unterhält mich. (Jedenfalls bei gut gemachten, wie dem lieben Gott zum Beispiel)

  4. Armin

    Klar muss man dem Mist nicht „followen“, aber zumindest einen schnellen Blick werfe ich doch meistens drauf, insbesondere wenn es nicht zu offensichtlich ist. Koennte ja doch jemand sein den man kennt und dem man eventuell „followen“ moechten.

    Irgendwann summieren sich dir jeweils 30 Sekunden halt doch auf.

  5. Breitenbach

    @Armin: Auch wieder wahr. So gehts mir mit Bannerwerbung u.ä. ;-)

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Pedde, klar, es gibt auch die Möglichkeit, durch gut gemachte, karikierende Fake Accounts zu unterhalten. Deswegen schaue ich auch immer einmal kurz auf die email-notification und auf meinen neuen Follower. Könnte ja was interessantes dabei sein. Nur die Spam-Mehrwert-Ratio nimmt spürbar ab. Oli (Gassner) und andere berichteten mir ähnliches und dass es sich spürbar verschärft:

    „I get lots of follower e-mails a day. Many are from people who obvioulsly want to spread their mesage and therefore follow thousands of users – they are followed back by some and spam those. But the time I need to separate the ‘real’ followers from those spammers is wasted. I consider those mails spam as they only seek attention without the will to give.

    * I think that the net is giving and taking. Spammers disturb this symmetry. I think following thousands of people just to lure some into following back is damaging Twitter and stealing the time of those who have to weed through all those follower-messages via e-mail.“

    blog.oliver-gassner....

  7. Breitenbach

    Aber wo ist jetzt der Unterschied zu den „älteren Kanälen“? :-)

    Ich sag nur Keywordblogs, Linkfarmen, Spam-Mails, Spam-Skype-Messages, Layer-Ads usw. usw.

    „Many are from people who obvioulsly want to spread their message“

    Das ist die Wurzel. Wo ist die klare Grenze? Was ist Werbung? Welche Werbung ist nicht Belästigung, welche Werbung ist ganz klar Belästigung?

    Ist ja schön und gut, dass ihr darauf hinweist, dass twitter jetzt auch zugespammt wird, aber war das nicht klar? Sobald die kritische Masse kommt, wird ein Kommunikationskanal „kritisch“? ;-)

  8. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @pedde: „Wo ist die klare Grenze? Was ist Werbung? Welche Werbung ist nicht Belästigung, welche Werbung ist ganz klar Belästigung?“

    Genau darum geht´s dann in einem Folgeartikel ;-)
    und sicher, Spam ist überall. Je größer ein Dienst oder Kanal wird, desto attraktiver wird er auch für Spammer. TV ist laut letzten Umfragen also immer noch der größte „Spammer“? ;-)

  9. Dan

    Das jedes Medium(dienst/kanal), sobald eine entsprechende Größe erreicht ist, für Spam interressant wird, dürfte doch wohl mittlerweile jedem klar sein :)

    Ich wollt noch mal sagen das ich eure Präsi auf jeden Fall sehr gelungen und amüsant finde :)

    Ist eigentlich keinem aufgefallen das das Bild Karl Ranseier zeigt? ;)
    (auch ja, die guten alten „Samstag Nacht“Zeiten^^

  10. MBC09 – Nachbetrachtung #2 » F!XMBR

    […] – MBC09 Café Digital – mbc09: Die Café-Nachlese untergeek – Kleines Vademecum für Barcamps Werbeblogger Roland – Spam ist des Werbers Tod Sebastian – MBC09 Slidestone – MBC’09 Reloaded Agenturblog – Evan Prodromou zu offenen […]

  11. mediaclinique | ralf schwartz

    Social Media „Experten“ sind Twitters Tod…

    Fanboy beschreibt, wie Twittern bei den selbsternannten Social Media Gurus zu Social Media Taubheit, Hyperaktivität und letztlich Zombie-ähnlichem Verhalten bzw. Spam führt. Von Ralf Schwartz.Während Roland vom Werbeblogger noch per Überschrift (…

  12. Oliver

    Kurz vielleicht:

    – Auch ein Spammer, dem du nicht folgst, ist von deiner twitterprofilseite aus Verlinkt und zieht ‚Juice‘ für seinen Pagerank ab.

    – Das Selektieren, wem ich followe kostet zeit (gegebenenfalls. könnte ich Follower übehaupt ignorieren,w as das ’social‘ am twittern kaputt macht, da ich per DM dann nicht ereich bar bin (-> mehr noise)

    – WICHTIG: Spamfollower SOLLTE man BLOCKEN. das ist für Twitter das BESTE Signal für ‚den kicken wir‘. Das machen jetzt offenbar viele da ca. 1/3 meiner Spamfollower wenn ich sie ‚checken‘ will, bereits gezappt sind. (BLOCK wäre laut peter auch das einzige Mittel gegen seine spamstrategie gewesen, wobei ich dem Profil gefollowt bin, weil ich es ne nette Satire fand. Zumal schrieb, recherchierte und twitterte ich gerade über Politiktwitterer. es passte also thematisch.)

    Also:

    _Bitte bitte_ blockt Spamtwitterer. also
    – Leuten, die 2000 folgen und nur von -300 zurückgefollowt werden
    – Leuten, die massig (sagen wir: 10%+) Werbelinks twittern (Affiliate etc.)

    Danke ;) (Auch wenn viele Twitter doof finden, viele andere finden auch Blogs oder Chats, Egoshooter, WOW oder SL doof, was dritte wiederum jeweils anders sehen ;) )

  13. links for 2009-01-29 « Where is my towel?

    […] Spam ist des Werbers Tod | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » S… (tags: icommented) […]

  14. links for 2009-01-30 - Oliver Gassner

    […] for 2009-01-30 Spam ist des Werbers Tod | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » S… (tags: icommented) czyslansky » Der Wert der Freundschaft (tags: icommented facebook) […]

  15. Der Dalai Lama twittert | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Der Dalai Lama twittert

    […] erfolgreiche Twitter-Account ist ganz offensichtlich ein Fake… und führt uns dann wieder dieses Beispiel und den potenziellen Missbrauch vor Augen sowie dem “Täter” ein schlechtes Karma […]

  16. Web 2.0 & Recht

    Facebook erstreitet 711 Millionen Dollar Schadenersatz von Massenmailer – Rechtliche Beurteilung von Spam Versand in sozialen Netzwerken …

    Der Versand von Spam E-Mails ist ein allgemein bekanntes und weit verbreitetes Problem. Zwischenzeitlich hat sich diese Problem aber auf eine Vielzahl von Social Networks oder anderen Web 2.0 Plattformen übertragen. Da Netzwerke wie Facebook & Co von v…

  17. Die Pest des digitalen Zeitalters | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Pest des digitalen Zeitalters

    […] ist der Versuch eben dieser Marketingleute, Dienste und Portale zu eröffnen um einer breiten Masse an Webusern anzubieten, ihre eigenen Freundesnetze zu monetarisieren. Dann doch lieber gleich direkt: 10 Freunde für […]

  18. Rechtliche Beurteilung von Spam Versand in sozialen Netzwerken - Wettbewerbsrecht Rechtsanwalt Community Management Stuttgart

    […] auch die Versender verschiedener Werbebotschaften darauf eingestellt und entdecken immer wieder neue Möglichkeiten. Der Versand von Werbebotschaften (und auch Malware oder Phisingversuche) über diese Kanäle nimmt […]

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