26.01.09
08:00 Uhr

Benutzt ihr Produkte, für die ihr werbt?

Samstag abend war ich einkaufen, weil mich der Halleffekt in meinem Kühlschrank störte. Ich benutzte die Gelegenheit, um ein (Lebensmittel-)Produkt zu kaufen und später auch zu genießen (war lecker), für dessen deutsche Website wir gerade ein Angebot schreiben.

Generell neige ich dazu, Produkte, für die ich schreibe, auszuprobieren. Und wenn es für mich persönlich Sinn ergibt, sie auch tatsächlich zu benutzen, solange ich am Projekt beteiligt bin. Das kam in letzter Zeit nicht häufig vor, denn 70–80% meiner Arbeit spielt sich im B2B-Bereich ab. Oft habe ich es dort nicht mit „Produkten“ im eigentlichen Sinne zu tun. Und wenn doch, mache ich mich mit den Produkten praktisch vertraut, aber privates Benutzen lassen sie in der Regel nicht sinnvoll zu. Im B2C-Bereich wiederum hatten wir in letzter Zeit vermehrt Projekte für Produkte, die ich persönlich nicht benutze, wie beispielsweise Autos.

Die Frage, ob und wenn ja welche Konflikte entstehen, wenn das Produkt nichts taugen sollte, will ich außen vor lassen. Vielleicht mache ich dazu einen separaten Poll, je nachdem, wie dieser jetzt ausfällt.

Wie ist das: Wenn ihr Konzeption, Design/Artwork oder Copy für ein Produkt machen sollt, das ihr auch prinzipiell selbst benutzen könntet, kauft ihr euch das dann und probiert es aus? Oder benutzt es sogar regelmäßig, solange ihr dafür Werbung macht?

[poll id="2"]
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9 Kommentare

  1. kellerkind

    Ja testen würde ich es auf jedenfall. Man muss sich selber auch mit dem Produkt auseinander setzen, sonst wäre die Arbeit zu steril.

    Man kann auch besser Kaufargumente finden, in dem man das Produkt entweder schon lange selber nutzt und oder es jetzt mal zum testen kauft.

    Wie oben schon beschrieben ist es im B2B Bereich schwieriger. Ich arbeite in der Marketingabteilung eines Software-Herstellers. Software die nur auf Servern funktioniert und mit normalen PC´s garnichts zutun haben. Also bedeutet das, das man garnicht das Produkt benutzten kann, nicht testen kann und auch keine weiteren Funktions-Features ermittelt bekommt. Man muss dann sich Datenblätter durchlesen und sich mit Entwicklern zusammentun um USP´s zu ermitteln. Schwierig.

    Früher war ich bei einem Telekommunikationsunternehmen tätig, da lief das testen enorm leicht. Man hatte viele Freunde und Bekannte, mit dem man Erfahrungen und Interessen austauschen konnte.

    Wie sind eure Erfahrungen?
    Wie ist den eure Erfahrung?

  2. macmat

    BTW: Der gute alte David Ogilvy benutzte grundsätzlich jedes seiner Produkte, für die seine Agentur warb (nein, Damenbinden waren damals noch keine dabei). Sein Glück, dass er als Autokunden Rolls-Royce hatte. ;-)

    Schöne Woche!

  3. KMTO

    Unbedingt – ich muss die Seele des Angebotes verstehen, sein Herzstück. Dabei versuche ich aber, es wie die Zielgruppe zu benutzen, also studiere ich zuerst diese in Ihrem Alltag. Dazu gehören auch Tests der Konkurrenz, diese wiederum mit dem gleichen Herzblut für deren Angebot. Am Ende bleibt dann ein gefühlter USP übrig, der die Kreation lenkt. Form & Inhalt passen dann gut zusammen. Am Wichtigsten sind dabei die Nachteile. Letztes Beispiel: ich habe mich kräftig massieren lassen ;-) Perfekter Kunde ;-) Michael

  4. eddis werbung wirkt bei eddi

    Die VOTE buttons reichen nicht ganz aus (es sei denn, man hat erst für eine einzige Marke gearbeitet).

    Viel schlimmer ist, dass man durch die intensive Auseinandersetzung mit einigen Produkten/Marken völlig “verzogen” wird und keinen “Durchschnitt” mehr zu Hause ertragen kann. Ich sage als Beispiel mal Bulthaup.
    Und natürlich gibt es auch Marken aus den Kategorie Zigaretten, hochprozentiger Alkohol, dicke Autos, auf denen ich RICHTIG Spaß hatte (und seitdem heftig nutze), aber einige Werberkollegen bedenkenträgerisch unterwegs waren…

    Das finde ich eigentlich wirklich spannend: was machen Menschen, die “moralische” Bedenken haben?

  5. Abacus

    Grundsätzlich besteht in den meisten Fällen eigentlich keine Notwendigkeit das beworbene Produkt selber getestet zu haben. Was wenn das zu bewerbende Produkt der letzte Müll ist? Kunden ablehnen oder lieber neue unverbrannte Mitarbeiter einstellen? Was wenn das Produkt ein Abführmittel, Herzschrittmacher, Zahnarztbohrer oder Hinterbliebenenversicherung ist? Muss man die wirklich getested haben? Ich denke eher nicht.
    Wer sein Handwerk beherscht und dem Kunden wirklich zuhört sollte auch ohne eigene Produktkenntnisse eine funktionierende Arbeit abliefern können.

  6. Patricia

    Wobei ich mich schon oft selbst dabei erwischt habe, über das betreffende Produkt in Werbesprache zu reden. Was für ein Quatsch. Und ich habe häufig im Supermarkt genau nach den Produkten gegriffen, für die ich schon geschrieben habe. Wie kann man auf seine eigenen Sprüche reinfallen?

  7. eddis auf der Couch für Patricia

    @patricia:
    ist ein simpler psycho-effekt: je mehr ich mich mit etwas auseinandersetze, umso wertvoller wird es (der zeit- und involvementaufwand wird quasi vom unbewussten mitverrechnet und erhöht so den kummulativen Wert des Produktes/Marke, was auch immer).

    dagegen ist niemand immun.

    Im Jobkontext kommt noch die Selbstbild-Thematik dazu: wenn ich dafür arbeite, dann “muss” es ja auch toll sein (denn sonst würde mein Selbstbild ein Problem bekommen). Genauso wichtig für das Selbstbild ist auch, dass wir ja alle “total drüber stehen”.

    auch dagegen ist keiner immun. Hallo Psyche ;-)

  8. J. Martin

    Noch ein bißchen früh für eine abschließende Betrachtung, aber ich muß sagen, daß das Ergebnis bislang mich positiv überrascht. Die beiden Kategorien „Probiere es prinzipiell einmal aus“ und „Benutze es, wenn ich dafür werbe“ bringen es zusammen auf 64%. Das sind fast zwei Drittel! Soll noch mal jemand sagen, daß es nur zynische Werber und Werberinnen gebe, denen das Produkt selbst sowieso am Posterior vorbeigeht. Ha!

  9. Kundenprodukte: Das Ding mit dem Kind mit dem Bade | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Kundenprodukte: Das Ding mit dem Kind mit dem Bade

    [...] ungeahnten Nachbrenner zu meiner Umfrage, ob und wie ihr Produkte eurer Kunden benutzt, für die ihr werbt, fand ich eben über diesen Eintrag von Frauke Weber zum Artikel [...]

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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