12:00 Uhr
Mehr Küchenhelfer
Kaum eine Werbeform kann mir — und praktisch jeder Person, die ich kenne — so infernalisch auf den Wecker gehen wie Direct Response TV. Aber das soll und darf nichts heißen: Direct Response TV ist “hot”.
Und es besteht nicht nur aus den flabbrigen Ketten heruntergebeteter Dauerwürste, die einem beim Kanalhüpfen zur Nacht begegnen. Es gibt DRTV auch als Short Form TV ads von ein bis zwei Minuten. Und das Zeug, das da angeboten wird, das wird verkauft. Und es gibt “Stars” und “Newcomers” in der Szene, die besonders viel verkaufen. Und die hart dafür trainieren, noch mehr zu verkaufen.
Ein Beispiel ist, umh, Vince Offer (ja, der heißt so). Hier zu sehen für den ShamWow Küchenlappen mit der anscheinend höchsten Saugkraft aller Zeiten:
Nein, schön finde ich das nicht. (Mit Ausnahme vielleicht des “Made in Germany—you know, the Germans always make good stuff”. LOL!) Aber es verkauft. Und das ist ja auch oft das Problem mit uns von der werbenden Zunft: daß wir viel zu sehr darauf konzentriert sind, was uns gefällt, statt darauf, was funktioniert. Wie Dean Rieck von Direct Creative Blog es formuliert:
As I pointed out in my post on Billy Mays, it really doesn’t matter if you like the commercials. What matters is what works.
Billy Mays? Okay. Hier noch eine stärkere Dosis Folter, zur Erbauung. Aber ich muß warnen. In Deans Worten: “While direct response TV commercials are all designed to get your attention, Billy Mays is the one pitchman who can grab your attention even if you’re in another room” …
Ja, mich auch. Aber darum geht es nicht. Ein drittes Mal Dean Rieck:
I think few would say they “like” to watch a Billy Mays commercial. He’s considered obnoxious by many. But that’s irrelevant. Just as people say they dislike catalogs while continuing to place orders, they say they don’t like Mays’ in-your-face style while emptying the store shelves of the products he pitches.
In marketing, you should learn from what works, not from what you like.
Exakt. Wenn ich zu dem Schluß komme, daß dies der beste Weg ist, ein bestimmtes Produkt für meinen Kunden auf den Markt zu bringen, dann muß ich das auch so tun. Und im Direct Response gelten, das sollte ich hinzufügen, auch ganz andere Regeln, sowohl für die Konzeption als auch für die Umsetzung. Die Werbung, die wir üblicherweise machen, können wir schlecht machen oder gut, oft ohne jemals wirklich zu erfahren, ob sie schlecht ist oder gut. Denn wenn überhaupt sinnvoll nachverfolgt wird, ist die Einschätzung der Gesamtwirksamkeit komplex genug, um Gegenstand großzügiger Interpretation zu werden. Im Direct Response jedoch wird jede Aktion, jede Reaktion minutiös getrackt. Was gut ist & funktioniert und was schlecht ist & nicht funktioniert wird zeitnah und unmittelbar offenbar. In diesem Bereich gibt es nur gut machen oder gar nicht machen.
13 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 23. Januar 2009 um 14:45 Uhr
Also ich hätte ja gerne so ein Supersaugtuch…
So viel zum Thema Wirkung.
Am 23. Januar 2009 um 16:38 Uhr
Amen! Bitte alle lesen und über’s Wochenende auswendig lernen. Montag gibt ‘nen Test!
Am 23. Januar 2009 um 17:03 Uhr
@Annette: Ja, ne? Ich muß gestehen, mir ging’s ähnlich …
Am 23. Januar 2009 um 17:10 Uhr
Ich würde sogar das KABOOM noch mit zum Tuch obendrauf nehmen.
Werben heißt halt verkaufen, nix anderes.
Am 23. Januar 2009 um 17:59 Uhr
Für Kaboom hab ich den Spot nervilich nicht ganz durchgestanden. Der Kerl ging mir auf den Sack. Deshalb ging der Verkaufs-Sog wohl an mir vorbei.
Am 23. Januar 2009 um 18:03 Uhr
Wir sollten alle unser Elfenbeintürmchen mit KABOOM putzen.
Am 23. Januar 2009 um 18:07 Uhr
Und die Tränen über den Untergang kreativer Werbung zugunsten von Hard-Selling mit Supersaugtüchern trocknen.
Am 23. Januar 2009 um 18:52 Uhr
*kicher*
Auch an meinen Krokodilstränen kann der Lappen dann zeigen, was er taugt ;-)
Am 26. Januar 2009 um 15:34 Uhr
Hallo? Das Ding hat SHAM im Namen.
Mal bei Leo.org übersetzen lassen und dann WOW schreien…
Am 26. Januar 2009 um 16:50 Uhr
Und danach dann auch noch Chamois nachsehen. Davon duerfte der Name naemlich eine Verballhornung sein.
Am 27. Januar 2009 um 15:30 Uhr
“ABER ICH SCHREIE DOCH GAR NICHT! KABOOM!”
Am 28. Januar 2009 um 14:27 Uhr
[...] uninteressant zu lesen in diesem Zusammenhang (nein, nicht als Hausaufgabe! LOL!! ;-)) ist auch das eine oder andere Booklet der Reihe “Smart Strategies for Dealing With [...]
Am 30. Januar 2009 um 11:55 Uhr
[...] sich! Denn gleich im ersten Absatz verweist Wibbels auf einen seiner Einträge zum ShamWow Guy, der wiederum einen Artikel aus Slate umreißt, der mir entgangen war und hier zu finden ist. [...]