21.01.09
12:14 Uhr

Google stellt Verkauf für Print-Anzeigen ein

Google´s Ertragsmodell via Adsense/Adwords beherrscht den Web-Markt der Online-Anzeigen und ist in dieser Form und Verbreitung einzigartig. Die Vermarktung von Anzeigenplätzen in Print-Medien (Google Print Ads) und damit die Ausweitung des Geschäftes auf klassische Medien sollte für Google und die angeschlossenen Verlage bzw. Zeitungstitel eine weitere Ertragsquelle eröffnen. Nach der Eröffnung des Angebotes im November 2006  stellt Google dieses Angebot nun wieder ein:

While we hoped that Print Ads would create a new revenue stream for newspapers and produce more relevant advertising for consumers, the product has not created the impact that we — or our partners — wanted. As a result, we will stop offering Print Ads on February 28. For advertisers who have campaigns already booked, we will place their ads through March 31.

Damit trennt Google sich von einem weiteren Dienst und führt die Entschlackung seines Produktportfolios konsequent fort. Es bleibt die Frage, was die größten Hemmnisse waren, Google Print Ads zu einem Erfolg zu führen…

Konnte und wollte Google nicht auf die Preisvorstellungen der Verlage eingehen?
Ist die “Anzeigenkultur” von Google als reiner Online-Dienst überhaupt vereinbar mit den Vorstellungen klassischer Print-Publikationen?
Bestand eine laufende Interessenkollision zwischen verschiedenen Vermarktungspartnern der Zeitungen und Verlage und ihrer Auftraggeber?
Wie können überhaupt die wesentlichen Vorteile des Google Online-Modells auf analoge Print-Anzeigen übertragen werden?
In welchem Umfang hat sich der sich tendenziell fortsetzende Rückgang der Anzeigenerlöse im Print-Umfeld insgesamt auf diese Entscheidung ausgewirkt?

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3 Kommentare

  1. Hugo E. Martin

    Man hat’s getestet (TV, Radio und Print) und nun is’ es gut.
    Dieses alles aus einer Hand und neue Kunden bringen, hat auch vor Internet nicht bzw. kaum funktioniert.

    Die großen Vermarkter und Mediaagenturen haben eine riesige Einkaufsmacht und fighten um Einkaufskonditionen, selbst dort wo es eigentlich nichts mehr zu holen gibt. Dass Verlage den Erfolg von Google auch noch fördern wollten, ist eher unwahrscheinlich … den verbleibenden (geringen Einfluss) auf die Verteilung der großen Budgets will man nicht noch mehr verlieren.

    Und der Long-Tail vom Printanzeigen in Tageszeitungsanzeigen ist nicht vorhanden, zersplittert und für einen Player wie Google überhaupt nicht interessant.

  2. Andre

    DER Onlinewerber Google macht Print-Anzeigen und verkündet
    sehr Pressewirksam, dass man mit Printmedien das Ziel nicht erreicht.
    Das riecht ja mal ganz stark nach reiner eigennütziger PR.

  3. Stefan

    Bin ich zu sehr im Internet unterwegs oder achte ich nur nicht auf Printanzeigen? Ich muß zugeben, dass ich bisher weder Radio- noch gedruckte Werbung von Google mitbekommen habe. Für was sollten sie mit ihrer marktbeherrschenden Stellung an der Spitze der Suchmaschinen noch erreichen wollen?

    Natürlich ist dies hauptsächlich eine PR-Sache um besser ihre eigene Werbung zu verkaufen. Ich persönlich bin von ihrem Adsense-Programm nicht überzeugt. Es lockt hauptsächlich Klickbetrüger an.

    Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch ich in der Vergangenheit keine besonders guten Erfahrungen mit Printwerbung gemacht habe. Vor allem ist diese nicht so leicht messbar wie im Internet

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