18.01.09
15:23 Uhr

Kuscheliges Twitter

Geht es euch auch gelegentlich so? Twitter wirkt durch seinen “chat-artigen” Charakter gar nicht wie ein weltweit streuendes Medium, sondern eher wie ein geschlossener Kreis von Menschen, die sich verfolgen. Das Prinzip der Friends und Followers verstärkt diesen Eindruck, einer Art “geschlossener Benutzergruppe” anzugehören.

Wie sonst ist es zu erklären, dass selbst Profis vergessen können, dass “offenes” Twittern vollkommen öffentlich ist? Für jedermann. Auch für die eigenen Kunden!

Ein Repräsentant der PR- und Marketingagentur Ketchum, Mr. James Andrews, twitterte kurz vor Eintreffen bei seinem nächsten Kundentermin drauf los. Ganz spontan, ganz authentisch.

keyinfluencertweet
Die Stadt, die er besuchte, war Memphis, im Auftrag von FedEx, wo er vor den versammelten Kommunikationsfachleuten der FedEx einen Vortrag halten sollte. Einige Mitarbeiter, die sich der Stadt Memphis vermutlich stark verbunden fühlen, haben diesen Tweet dann zum Anlass genommen, eine Email an Mr. Andrews zu schreiben, um diese in Kopie gleichzeitig an alle leitenden Personen bei FedEx und Ketchum weiterzuleiten.

(Wortlaut des Schreibens)

Natürlich hat sich Mr. Andrews anschließend zu seinen etwas abfälligen Twitter-Bemerkungen geäußert, aber ich bin ganz sicher: Er würde diesen Twitter Post gerne rückgängig machen.

Also, um noch einmal Peter Shankman zu zitieren: “Be careful what you post!

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4 Kommentare

  1. Tobias

    Oha ;-)

  2. Abacus

    Völlig überzogene Reaktion von FedEx. In dem Twitter steht ja kein Ortsnahme oder andere Angabe über den Aufenthaltsort des Twitterers, nur die Teilnehmer an seinem Seminar bei FedEx selber und ein paar Kollegen konnten wissen welchen Ort er zu dem Zeitpunkt vermeintlich meinen könnte.

    Immerhin hat der Mitarbeiter von FedEx dafür gesorgt das jetzt jeder der die Geschichte verfolgt weiß was Memphis nicht die netteste Stadt zum leben ist und das FedEx ein Kunde ist bei dem ruhig ein anderer seine Leute verheizen darf.

  3. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Abacus: Ja, ich halte es auch für überzogen. Aber es zeigt eben auch und besonders bei Twitter, wie missverständlich und fehlinterpretiert u.U. 140 Zeichen sein können.

  4. Julia

    Nett finde ich eigentlich, dass sie in ihrem “Antwortschreiben” zugegeben haben, dass es in Memphis grottige Gegenden gibt.

    Mich wundert sowieso oft, was Leute alles auf Twitter (über Twitter? bei Twitter?) veröffentlichen. Allein schon die vielen kleinen Einblicke ins Privatleben, Anekdoten über Kinder (werden die eigentlich gefragt, ob sie zur Unterhaltung von Hunderttausenden herhalten möchten?). Einerseits ganz nett, aber andererseits möchte ich nicht, dass alle Welt weiß, was ich wann treibe. Twitter kann Nähe zu Anderen erzeugen, aber man kann schlecht kontrollieren, wer diese Anderen sind. Klingt vielleicht paranoid, aber hey, immerhin wird man da von vielen Leuten *verfolgt*.

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