11:25 Uhr
Werbespiele / Advergaming
Werbespiele bzw. Advergames gibt es reichlich. Und innerhalb dieses Mediums gibt es alles von grottig bis gelungen, von billig bis ambitioniert. Das Flash-Werbespiel für den Toyota IQ von Toyota Europe sehe ich persönlich in den Kategorien „gelungen“ und „ambitioniert“ (auch wenn ich selbst im Steuern virtueller Autos alles andere als eine Kanone bin):
Das Spiel, konzipiert von Illianced und realisiert von North Kingdom, demonstriert sehr schön, wie “Brand Interaction” im Advergaming-Bereich funktionieren kann. Dazu kommt der mögliche virale “Buzz”, wenn das Spiel gut genug ist, um weiterempfohlen zu werden. (Und dann Arbeitszeitwerte in Millionenhöhe in Büros verbrennt ;-))
Eine Recherche nach der Frage, wie wirksam Werbespiele sind, fördert nicht viel zu Tage. Auch der Wikipedia-Eintrag ist da alles andere als gut bestückt. Immerhin gibt es ein paar Zahlen zum Volumen:
The advergame industry is expected to generate $312.2 million by 2009, up from $83.6 million in 2004, according to Boston research firm Yankee Group.
Alle anderen von Wikipedia genannten Zahlen beziehen sich lediglich auf die Spielerzahlen und Spielzeiten, und selbst diese sind leider quellenfrei. Allerdings ist das “Tracking” bezüglich der tatsächlichen Wirksamkeit auch alles andere als trivial — was nicht heißt, daß es keine Möglichkeiten gäbe. Trotzdem, die vollmundigen Behauptungen, wie wahnsinnig effektiv Werbespiele sind, lassen sich fast ausnahmlos zu Presseerklärungen von Unternehmen zurückverfolgen, die in irgendeiner Form in die Produktion von Werbespielen verwickelt sind.
Auf Gamasutra gab es vor Jahren zu der Keynote von Ian Bogost auf der GDC 2005 den empfehlenswerten Artikel “Serious Games Summit: Advergaming for Private and Public Interests”. Nich Maragos schrieb in diesem Artikel unter anderem:
The fallacy of relying on quantitative measurement in advergaming, according to Bogost, is that executives “see these statistics, like games are growing 25% a year, and online gamers play 13 hours a week on average—that’s all well and good, but what does that have to do with advertising? Does that automatically mean games are good for advertising? No.[”]
Und, sehr interessant, zum Tracking:
Bogost suggested that those who use advergames look at user narratives and feedback if possible, rather than user numbers.
Und genau das tue ich jetzt, als Werbeblogger-Erhebung fürs Wochenende! Sind unter unseren Leserinnen und Lesern des Werbebloggers “casual” oder “addicted” Zockerinnen und Zocker, bei denen ein Werbespiel schon einmal direkt oder indirekt, sanft oder sofort, bei einer Kaufentscheidung nachgeholfen hat?
18 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 16. Januar 2009 um 11:39 Uhr
“Das Flash-Werbespiel für den Toyota IQ von Toyota Europe sehe ich persönlich in den Kategorien „gelungen“ und „ambitioniert“ (auch wenn ich selbst im Steuern virtueller Autos alles andere als eine Kanone bin)”
Letzteres liegt nicht an Dir, sondern am miesen Gameplay. Eine Fahrsimulation, bei der sich die Strecke in Screens aufteilt, ist schlichtweg nicht spielbar. Man kann den Wagen nicht cool in die Kurve schlenzen, weil man nicht weiß, was danach kommt. Frustration ist vorprogrammiert. Die Grafik ist nett, aber das Prinzip tötet den Spaß…
Am 16. Januar 2009 um 11:55 Uhr
Die Steuerung des Games ist eine einzige Katastrophe. Man kann nur hoffen, dass Toyota PKW´s eine andere Steuerung haben. Will sagen: Lieber kein Adgame, wenn ein markenrelevantes Element, nämlich das “Fahrerlebnis” so schlecht umgesetzt ist, wie in diesem Fall. Da nützt dann auch kein gelungenes Design mehr. “Ein Auto, das nicht fährt, ist sein Geld nicht wert.” ;-)
Am 16. Januar 2009 um 12:02 Uhr
Hm okay, dann belasse ich es bei „ambitioniert”. Ja, ich habe das Teil auch nicht sinnvoll steuern können, aber das war noch kein Beweis dafür, daß die Steuerung nix taugt! Ich bin nämlich wirklich absolut grottig in Autospielen.
(Mit ’ner ASMD Shock & GES Biorifle auf der Faust allerdings komme ich durch jeden Parcour … ;-))
Am 16. Januar 2009 um 12:28 Uhr
Also ich würde mich als addicted Zocker bezeichnen von den aktuellen Spielen hat mich aber leider nichts gerissen. Früher also um 1995 gab es ein paar richtig gute Werbespiele mit echter Fanbase zb die Bifi Adventures von denen hab ich mich damals ein wenig beinflussen lassen und hab fast schon mit Stolz meine kostenlose Mini Salami verdrückt und danach natürlich fröhlich konsumiert.
Am 16. Januar 2009 um 15:24 Uhr
Das beste Werbespiel, das ich – auch ein addicted Zocker – in letzter Zeit gespielt habe, war von Coca Cola das “COKE ZERO GAME”
cokezerogame.de/
Wirklich herausragend gut gemacht. Gibt es irgendwo auch ein Making Of dazu.
Am 16. Januar 2009 um 18:01 Uhr
Muss mich da leider meinen Vorrednern anschliessen, die Steuerung ist zu hakelig.
Sehr gut hingegen finde ich die Pepsi Nex Games pepsi.co.jp/special/... , und auch das Renault Game auf neuwagentage.de/ macht mehr Spass.
Ein Auto werde ich mir trotzdem die nächsten Jahre nicht kaufen, und ich trinke weiter Coca Cola…
Am 16. Januar 2009 um 18:19 Uhr
ich bin den iQ noch nicht “gefahren”, habe allerdings eine Leidenschaft für Games, passionate addicted wohl allemal…
wenn man von der Konsole kommt, läßt sich diese Leidenschaft schwer mit Werbespielen aufrechterhalten. Dennoch bin ich dankbar, dass wir die Abgründe hinter uns haben, als jede Marke ein Memory oder einen Tetris-Klon auf der Website hatte. Ich gehe davon aus, dass ein Advergame, sofern es gut gemacht sein soll, auch ordentlich Geld kostet und den Ausmaß seines Nutzen hinterfragen muss. Mit Billo vergrätzt man die Leute ja nur.
Witzigerweise habe ich die einzigen Games, die mir im Gedächtnis geblieben sind, über den WB kennegelernt. Very impressive dabei war das Milchspiel, das eine astreine Brettspiel-Simulation war. Und um die eigentliche Frage zu beantworten, ich nehme genausoviel Milch in meinen Kaffee wie vorher.
Am 16. Januar 2009 um 18:24 Uhr
*kicher*
Hehe, so soll es sein! ;-)
Danke fürs Mitmachen! :-)
Am 16. Januar 2009 um 20:31 Uhr
Also, schön gemacht isses, keine Frage. Über die Steuerung lässt sich streiten. Aber was um alles in der Welt steckt für ein Gedanke dahinter, dass das Ziel des ersten Modus’ es ist, Frauen, Männer, Hunde, etc. nieder zu mähen??? :)
Am 16. Januar 2009 um 21:51 Uhr
@Jan M. das coke game ist gut, die Idee auch wenn sie nicht von den Machern kam und abgekupfert von Terentino und Rodrigez, macht das spiel höhlich viel Spaß. Aber auch nur für Männer
Ich hab den ein Druck das casual Games eher für Frauen geeignet ist aber Werbung generell eher für Männer prodziert wird ist da sicher einiges Umdenken in den Agenturen notwendig.
Am 17. Januar 2009 um 18:16 Uhr
[...] (Via Werbeblogger) [...]
Am 17. Januar 2009 um 18:32 Uhr
Nunja, das Spiel hier ist zwar grafisch auf einem schönen Niveau, jedoch überzeugt es mich nicht gänzlich. Ich kann mich jedoch noch leicht an ein CocaCola Spiel erinnern, welches zum Start der Coke Zero gelauncht wurde. Dies war mustergültig umgesetzt.
Am 20. Januar 2009 um 00:01 Uhr
@peter: Das ist Absicht.
Fußball = Männer.
Außerdem wollte man, so erinnere ich mich, mit der Coke Zero hauptsächlich auch die Männerwelt ansprechen. Coke Light ist für die Frauen. n-tv.de/690485.html
Die TV Spots waren ja auch darauf getrimmt, z.B. “Das leben wie es sein soll” uncut:
youtube.com/watch?v=...
Am 29. Januar 2009 um 16:40 Uhr
[...] ein YouTube-Channel haut mich jetzt nicht vom Hocker. Warum hat man denn nicht wenigstens die vom Werbeblogger hochgelobte, für den europäischen Markt zugeschnittene Microsite verlinkt? Kurz mal die XML-Files [...]
Am 1. Februar 2009 um 00:58 Uhr
[...] der rasant wachsenden Zielgruppe und der technischen Möglichkeiten, werden Werbespiele im Internet nicht nur beliebter, sondern auch komplexer. Diese Tatsache mache ich mir zu Nutze und [...]
Am 23. Februar 2009 um 21:53 Uhr
[...] Werbespiele / Advergaming (15) [...]
Am 1. März 2009 um 16:00 Uhr
Jan M. sagt am 16. Januar 2009 um 15:24 Uhr
[...] war von Coca Cola das “COKE ZERO GAME” cokezerogame.de/
Wirklich herausragend gut gemacht. Gibt es irgendwo auch ein Making Of dazu.
Am 1. März 2009 um 16:24 Uhr
@ Jan M.: Habe die Making of Website zum Coke Zero Game gefunden. Das war damals auch ziemlich neu, vor Launch Einblicke in die Produktion zu geben. Leider hat North Kingdom die Making Of Site nicht bis zum Schluss aktualisiert, aber einen Blick ist’s wert:
demo.northkingdom.co...