13.01.09
09:43 Uhr

Agenturen im Kochtopf

Zwar hat es Deutschland noch nicht so hart erwischt wie bereits Amerika. Aber nach allem, was ich mit der Zeit unter anderem durch die Lektüre von Paul Krugmans Kolumne und Blog in der New York Times mitbekommen habe, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, daß unser gerade verabschiedetes Konjunkturpaket deutlich zu | kurz | greifen | wird, und daß wir in Sachen Depression noch nachziehen werden.

Aber unabhängig davon, ob es viele nur erwarten oder ob es wirklich so schlimm kommen wird: in Zeiten wie diesen neigt Konsumverhalten jeder Art zu dramatischen Veränderungen. Und Unternehmen und ihre Agenturen müssen strampeln, um auf die veränderten Verhältnisse zu reagieren. Oder, aus der Sicht der Werber und Werberinnen formuliert: Agenturen müssen strampeln, um Unternehmen hinsichtlich der veränderten Verhältnisse sinnvoll und vernünftig zu beraten.

Das klingt anstrengend. Und natürlich wird es Agenturen und schlecht beratene und/oder beratungsresistente Unternehmen geben, denen das Kunststück gelingt, nicht einmal wahrzunehmen, daß es Züge zu verpassen gibt. Aber im großen und ganzen sollte allen klar sein, daß Handlungsbedarf besteht.

Im bark!-Blog der Loomisler (ein Kurzprofil der Loomis Agency und deren Weihnachtsvideo postete ich hier) formuliert Kreativdirektor Michael Tuggle es so: Deutliche Veränderungen im Konsumverhalten wie nach 80er-Krise, .com-Crash oder aktueller Depression kriegen alle mit, aber für Unternehmen und Agenturen viel gefährlicher seien langsame und schleichende Veränderungen im Konsumverhalten, die den Verantwortlichen bei Unternehmen und Agenturen entgehen.

Da ist sicher etwas dran. Es gibt das oft als Analogie genutzte (und etwas barbarische) Gedankenspiel vom Frosch im Kochtopf, der nur dann aus dem Topf springt, wenn die Temperatur bereits zu heiß ist oder sich schnell genug verändert — der sich aber im Rahmen dieser Analogie gemütlich lebendig kochen läßt, wenn der Temperaturwechsel nur langsam genug vonstatten geht. Soll sagen: Es sollte für Agenturen angesichts der wahrnehmbaren Hitzeschübe zur Zeit kein Problem sein, rechtzeitig aus dem Topf zu springen!

Eine Sicht der Dinge, die ich ebenso trivial wie nützlich finde. Nicht jede Herausforderung kann von allen jederzeit bewältigt werden, aber mit der Möglichkeit, eine Herausforderung als solche wahrzunehmen, ist schon viel gewonnen.

Keine Tags vorhanden

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop