14:26 Uhr
Schreiben vs. Entspannen
Auch wenn ich beim Wiederanhören unseres fünfuhrmorgendlichen Podcasts ab und zu mal die Augen verdrehen muß, waren Rolands Fragen und meine Antworten trotz der frühen Stunde doch erstaunlich kongruent zueinander geblieben. Egal, was sich inhaltlich über die Fragen oder Antworten selbst meckern läßt, versteht sich.
Nicht alles, was in einem spontanen Gesprächsinterview gesagt wird, ist für die Goldwaage geeignet — ein bißchen zurückgerudert habe ich ja auch schon hier und hier. Jemand in den Kommentaren schlug vor, spontane Interviews in Zukunft etwas besser vorzubereiten. Eine contradictio in adjecto, die Roland nicht entging.
Mal ganz persönlich. Ich fand das Gespräch sehr erfrischend. Als Texter und ganz allgemein als Schreiber bin ich der Sklave eines rigorosen, autoritären Mikromanagements. Jedes Wort und jeder Doppelpunkt will kontrolliert sein: „spontan“ ist etwas, das in meinem beruflichen Leben faktisch keinen Platz hat. Weder in werblichen noch in kreativen Texten.
Der Einwand liegt nahe, ob Werbetexte dadurch nicht zu sehr „verkopfen“, aber normalerweise ist genau das Gegenteil der Fall. Die absolut meiste Arbeit macht es, wenn der Text frisch, spontan, natürlich klingen soll. Keine contradictio in adjecto hier, sondern das textliche Pendant zum Gravitationsgesetz: Die Anziehungskraft eines Textes nimmt umgekehrt proportional zur Entstehungsspontaneität ab.
“Hudson! Relax!” ist ein Satz, den ich von meinen besten Freundinnen und Freunden in meinem Leben öfter hörte — die nicht nur mich und meine Arbeitsweise gut kennen, sondern auch wissen, welche Filme ich mag. Ein Ratschlag, den ich versuchen werde zu beherzigen, wenn ich für den Werbeblogger schreibe. Denn dieses Blog ist vor allem auch ein Kommunikationskanal für den Dialog, und für einen Dialog ist es nicht konstruktiv, jede syntaktische oder argumentative Lücke so luftdicht wie möglich zuzustopfen. Es reicht, wenn meine Wohnung gut isoliert ist.
Ich freue mich über Rolands Vertrauen. Und ich freue mich auf die Herausforderung, einer nicht unverwöhnten Werbeblogger-Leserschaft genießbare Beiträge zu servieren. In diesem Sinne!
9 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 6. Januar 2009 um 14:28 Uhr
Werbeblogger verstärkt seine Redaktion. Welcome @gyokusai tinyurl.com/7otg22
Am 6. Januar 2009 um 15:30 Uhr
My latest blogpost Schreiben vs. Entspannen: Auch wenn ich beim Wiederanhören unseres f&.. tinyurl.com/7otg22
Am 6. Januar 2009 um 15:36 Uhr
Möchte nur mal ein herzliches “Hallo” rufen, freue mich auf die Beiträge. Wird bestimmt alles ganz wunderbar.
Am 6. Januar 2009 um 15:59 Uhr
Guter Eintrag!
This was:
Spontaner Text von Vroni
Am 7. Januar 2009 um 13:13 Uhr
Endlich mal ein Texter im Werbeblogger. Servus!
Am 7. Januar 2009 um 13:33 Uhr
nilsn, Vroni, Six — vielen Dank! Drei nette Begrüßungen passend zum Dreikönigstag (von dessen Existenz ich nichts ahnte, bis Roland mich gestern darauf aufmerksam machte).
Wir lesen uns. Ich freu mich! :-)
Am 7. Januar 2009 um 13:47 Uhr
Ja, endlich :-)
Am 7. Januar 2009 um 13:56 Uhr
Hm mein Kommentar hat sich anscheinend zwischen die von Six und Roland gemogelt hier …
Am 9. November 2011 um 18:53 Uhr
[...] is one such, about my very first post I wrote for the Werbeblogger back in January 2009, called „Schreiben vs. Entspannen“ (writing vs. relaxing), when I became this blog’s new partner and editor after Patrick [...]