15:05 Uhr
Burger Kolonialismus
UPDATE: Die ersten Videos zur Kampagne sind eingetroffen.
Link: www.youtube.com
Wieviele US-Amerikaner und westliche Verbündete haben wohl noch nie in einen Industrieburger gebissen?! Eben. Der nächste logische Schritt für die Fastfood-Kette “Burger King” ist demnach, als Botschafter des guten Geschmacks in die Welt der jungfräulich-Whopperlosen vorzustoßen und die Reaktionen der Menschen dort werblich zu dokumentieren.
Der gesättigte Fleisch-Kapitalismus gibt sich ein Stelldichein in den Schwellenländern und Armenhäusern unseres Globus und bittet -wenn man schon einmal dort ist- auch gleich um eine Meinung darüber, ob denn nun der hauseigene Klops oder das McDonald-Pedant besser mundet. Das Ganze wird demnächst garniert mit einer begleitenden TV-Kampagne. Corporate Social Responsability und Amerikanisierung at its best…
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42 Kommentare
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Am 2. Dezember 2008 um 14:19 Uhr
Hey Roland, warum so beissend ;).
Zugegeben, wenn ich an meine Kollegen von Legion Libertine denke (oder an patricks neues Projekt B&B), dann wird es den Moralisten unter uns ob eines solche fragwürdigen Kulturexports wohl die Röte ins Gesicht treiben. Das, was ich immer “Marken-Epos” nenne (also die wirkliche Kombination aller Marketingfaktoren aus Produkt, wie es hergestellt wird, welche Geschichten sich darum ranken etc.) ist bei allen Fast-Food-Herstellern greulich.
ABER: Als reine Werbemassnahme ist das Ganze (sofern wirklich ehrlich mit einer dritten Testerpartei durchgeführt) sehr up-to-date und aussagekräftig. Zumal laut Ankündigung ja noch ein Feedback-Kanal für Kunden aus aller Welt dazu kommt und eine Diskussion damit angestossen wird. Und gerade als Psychologe finde ich es hochinteressant, was Menschen, die noch gar kein Fast-Food-Priming haben, mit derm Produkt assoziieren werden…
Am 2. Dezember 2008 um 14:32 Uhr
@Markus:
Ja, spannend finde ich es auch und psychologisch ggf. auch hochinteressant, aber ob es der Marke gut tut -und das ist ja nun mein Metier- … ich habe da so meine Zweifel, gerade im Kontext einer kapitalistischen Systemkrise, aus der ich mir auch in der Werbung mehr erkennbare Einsicht wünsche.
Aber die Banken marschieren ja auch fröhlich weiter…
sueddeutsche.de/wirt...
Am 2. Dezember 2008 um 14:32 Uhr
Verdammt, wie obszön! Auch wenn vordergründig vielleicht die Bedeutung ausschließlich darin liegen soll, dass Fast Food in diesen Gegenden einfach unbekannt ist, die Gründe aus denen es eben für Burger King dort nur schwer möglich ist, Fuß zu fassen, sollte man dann doch besser ausblenden, wenn der Burger auch in Zukunft noch schmecken soll – und dann diese Arroganz der Industriestaaten, die da mitschwingt…die süßen Wilden, ha, wissen nicht mal was ein Burger ist, wie drollig…bäh.
Am 2. Dezember 2008 um 14:32 Uhr
Nun ja, vielleicht muss man ja nicht alles zu jeder Zeit durch die ernsthafte Brille sehen.
Ich finde die Aktion auf jedenfalls sehr gelungen und amüsant. Burger King scheint, nach “Whopper Freakout” auf jeden Fall gute Ideen zu haben.
Am 2. Dezember 2008 um 14:44 Uhr
@Roland,
Bin ja auch ein grosser Verfechter von Einsicht und “richtig machen” – insfoern ist das ganze Modell “Fast Food Joint” schon mal moralisch nicht o.k. Habe ich ja auch schon in der ersten Post gesagt. Ob die sich nun als “kapitalistische Systemkrise” liegt (deren Existenz oder Scheinbarkeit wir gerne mal privat diskutieren können) oder durch generelle öffentliche Zweifel am Kultur-Imperialismus bermerkbar machen, ist dabei unerheblich.
Dass BK TROTZDEM nicht komplett offen und diskussionsbasiert auf so etwas reagieren sollte (wie ich es normalerweise meinen Kunden empfehle!) lieget eben daran, dass NH recht hat – wenn die Diskussion tatsächlich auf den Herstellungsprozess des Produktes kommt, hat BK psychologisch verloren. Da gibt es einfach nichts positives dran, das kein Spin wäre.
Genauso wie Obama während des Wahlkampfes nie komplett offen ärgerlich gegen Rassismus sein durfte (um nicht als “angry black man” dazustehen), darf BK nicht offen über die Wertschöpfungsketten hinter dem eigenen Produkt reden – im Gegensatz zu Obama deswegen, weil den Leuten dann ZURECHT der Appetit vergehen würde.
Aus rein werblicher Sicht, ist der Ansatz (gerade mit der typischen, situativen BK-Zielgruppe im Auge!) ein sehr guter. Gefällt mir sogar immerbesser, je mehr ich darüber nachdenke… einfach, weil er offen SCHEINT, ohne wirklich offen zu sein. Gerne (auf Nachfrage) essayiere ich hier einmal darüber, wie die Kampagne sogar Geschmacks-Placebo-Effekte aufbauen kann…
Am 2. Dezember 2008 um 15:03 Uhr
@Markus. Gerne einen Essay, na logisch… Vielleicht warten wir dafür noch die TV-Spots ab. Dann nehmen wir es noch einmal auf, ok?
Am 2. Dezember 2008 um 15:05 Uhr
Ja, Hurra, endlich! Das Markenzeichenen der westlichen Welt – der Burger – wird nun endlich in bisher buletten-unerschlossene Gebiete gebracht. Wasser, Wissen, wirtschaftliche Unterstützung braucht keiner, wenn der perfekte Burger für Nopes unters Volk gebracht wird und die Kamera ist gleich dabei!
Ich stimme Markus zu – es ist sicher psychologisch interessant. Aber von Seiten der Menschenwürde ist die Projekt sehr zweifelhaft und unterstreich die Arroganz der Industrienation. Man stelle mal das Gegenbeispiel vor – Mitglieder der “farming community in romania” bringen ihr Leibgericht gen Westen, der dicke Deutsche in Lederhosen darf Probe-Essen und die Kamera hält schön drauf, wenn dieser dann sein Urteil fällt und sich ein Lächeln abringt. Ich denk, die Leute würden sich einfach nur degradiert fühlen.
Fazit: Sorry, so nicht! Die Zeit des westlichen Imperialismus ist vorbei und das ist auch gut so. Eine solche Werbe-Aktion ist ein Rückschritt. Die hier investierten Mittel könnten sinnvoller eingebracht werden um wahre Werte und Kulturdialog nicht -monolog zu schaffen!
Am 2. Dezember 2008 um 15:32 Uhr
@Konrad: Bin Deiner Meinung. Und ein wenig erschüttert darüber, dass man sich über den Markenwert von BK mehr Sorgen macht, als um die Gesundheit der noch nicht kontaminierten Welt-Bevölkerung.
Hier zwei Leckerbissen zum Thema Burger und Gesundheit. Unter dem Gesichtspunkt bekommen solche “Wir haben Euch was mitgebracht”-Filme wahrscheinlich noch ein bisschen mehr Würze:
Dr. Watson:
food-detektiv.de/exk...
foodwatch:
foodwatch.de/search_...
Mein Urteil: Ungenießbar!
Am 2. Dezember 2008 um 17:43 Uhr
[...] Werbeblogger [...]
Am 2. Dezember 2008 um 18:09 Uhr
Ich finds auch daneben. Und vor allem wischiwaschi. Wer noch nie nen Burger gegessen hat, soll sich zwischen BigMac und Whopper entscheiden? Lächerlich. Lasst den Whopper doch mal gegen richtiges Essen antreten. Mal sehen, wie die Salzbombe dann abschneidet. Außerdem sind das keine richtigen Whopper. Oder werden die neuerdings ohne Soße verkauft?
Am 2. Dezember 2008 um 18:31 Uhr
Ich werfe noch einen anderen Aspekt in die Runde:
Verträgt sich der Doku-Style mit der aktuellen
WIR MACHEN AUS WEICHEIERN MÄNNER-Kampagne??
Wird es jetzt die hu-man-academy geben?
Ansonsten bin ich wie so oft sehr angetan von der ungewöhnlichen Idee, dem stylishen Look der Teaser-Seite, der technischen Umsetzung inkl. domaintauglicher Begrifflichkeit.
Und unter uns Werbern: Ist doch allemal besser als die xte Monopolysofortgewinnaktion…
Am 2. Dezember 2008 um 20:57 Uhr
@ Konrad – stimme Deinem WERTURTEIL voll zu. Allerdings sehe ich gerade bei den BKs und McDs dieser Welt ohnehin moralischen Fast-Bankrott beim Produkt… insofern ist von der Kapagne ja auch nicht mehr als die konsequente Weiterführung der Motivkette zu erwarten, oder?
@Christian Stuhlmann – ja, die Kampagne verträgt sich bezüglich der limbischen Motive absolut mit der bisherigen Kampagnen-Aussage. Nicht umsonst wird die Herstellung der Doku ja auch als Abenteuer-Aktion a la “Camel Expedition” oder “Marloboro Adventure” verkauft.
Deinem letzten Satz kann ich auch nicht ganz zustimmen: Den Umsatz- und Gesprächswert von Monopolyaktionen, so blöde sie dem Profiwerber erscheinen, darf man nicht unterschätzen… da wird einiges an Sekundäreffekten (durch den Müll buddeln, seltene Monopoly-Scheine auf eBay versteigern, die Dinger immer in der Brieftasche mitführen, mit Kollegen drüber reden etc.) generiert.
Am 2. Dezember 2008 um 22:28 Uhr
aber guckt euch die umsetzung an! die bilder, der purismus! die wirtschaft kennt keine moral. bzw. nur, wenn sie dem gewinn dient. vergesst das also.
Am 2. Dezember 2008 um 23:16 Uhr
Ich kann mich dem Moralgetöse hier nicht anschließen. Was Werbeethik angeht bin ich anscheinend etwas weniger sensibel. Lieber zieh ich einmal mehr meinen Hut vor C,P+B:
Eine wahnsinnige Idee, die man 1. erst mal so haben muss, 2. sich selbst dann nicht im Kopf schon abschießt, 3. sie dem Kunden so verkauft und 4. am Ende so kompromisslos umsetzt.
Für einen, der seine (Fleisch-)Brötchen in der Werbung verdient und täglich von Zweiflern geplagt wird, schlicht und einfach beneidenswert.
Am 2. Dezember 2008 um 23:35 Uhr
@ Thomas: Natürlich ist die Kampagne gut gemacht, egal ob sie jetzt inszeniert ist, oder nicht (ich vermute mal, dass einem authentischen “Wilden” das Zeug zu sehr mit Salz und Geschmacksverstärkern vollgepumpt wäre). Aber die dahinterliegende Botschaft ist halt mehr als unangenehm…
Am 3. Dezember 2008 um 10:25 Uhr
Regt euch doch nicht so auf! Die werde mit sicherheit nicht in Regionen vorgedrungen sein, die noch nie ne Herdplatte gesehen haben. Und vor allem wartet erst mal ab, was wirklich passiert ist. Was sie auf jedem Fall geschafft haben, dass darüber gesprochen wird, bevor irgendwas passiert ist.
Ich finde die Idee witzig und habe auch schon einigen davon erzählt! Klar ist das gefundenes Fressen für Globalisierungsgegner, aber jetzt wartet doch erst mal ab!
Am 3. Dezember 2008 um 12:00 Uhr
Ich würde Nils da zustimmen.Inwiefern das den Menschen in Schwellenländern weiterhilft, dass sie jetzt Burger essen können ist allerdings fraglich.
Am 3. Dezember 2008 um 12:05 Uhr
@Nils: Gefundenes Fressen für Globalisierungsgegner? Gefickt eingeschädelt ;-)
Am 3. Dezember 2008 um 12:09 Uhr
@Roland Kühl-v.Puttkamer: Ja, ne? :-D
Am 3. Dezember 2008 um 12:15 Uhr
@Laura: Den Menschen in den Schwellenländern soll es gar nicht weiterhelfen! Es soll doch nur eine witzige (und virale) Kampagne sein, um überall dort die Wahrnemhung zu verbessern, wo sie bereits präsent sind.
Am 3. Dezember 2008 um 13:10 Uhr
“Und vor allem wartet erst mal ab, was wirklich passiert ist.”
vielleicht haben sie den ein oder anderen brunnen dagelassen.
Am 3. Dezember 2008 um 13:57 Uhr
Das könnte ich mir auch gut vorstellen!
Am 3. Dezember 2008 um 15:22 Uhr
Hoffentlich fangen die auch noch einen lustigen Neger ein, der dann mit Knochen in der Nase nach seinem ersten Whopper einen Freundentanz aufführt.
Diese Kampagne ist nicht fragwürdig, sondern ganz einfach rassistischer Müll. Und, ja, ich unterstelle den Frat Boys von CPB keinen aktiven Rassismus sondern einfach ein hohes Maß an Ignoranz. Lest euch mal die Kommentare bei Adfreak durch. Die bringen sehr gut auf den Punkt, dass man auch in den USA nicht unbedingt sooo borniert und kulturell irgnorant sein muss, wie sich CPB mit dieser Kampagne darstellen.
Am 6. Dezember 2008 um 19:23 Uhr
13 Planes, 1 Helicopter und sicher jede Menge Fahrzeuge und andere Transportmittel. Schön früher fanden häufiger Proteste gegenüber Burger King von Umweltaktivisten statt. Ich bin mal gespannt ob es aus dieser Richtung noch Stimmen zu dieser Kampagne geben wird.
Am 8. Dezember 2008 um 13:14 Uhr
News zur Strategie hinter den Whopper Virgins – scheint so, als würde meine Extrapolation wieder einmal bestätigt: adage.com/article?ar...
To quote:
The reaction was expected, even welcomed by the agency. “Advertising is designed to be talked about, and hopefully people notice it,” said Rob Reilly, co-executive creative director and partner at Crispin. “I’m not surprised that people are writing about ['Whopper Virgins'], positive or negative, because that’s the design of how we approach things as an agency.”
He added: “We go into every project thinking: Is it an idea that the press — and not necessarily the advertising press — will write about? If it’s not, then maybe it’s not such a good idea.”
Brian Gies, VP-marketing impact at Burger King, emphasized that the company had undertaken a variety of initiatives to avoid cultural insensitivity, including using anthropologists and working with local governments. He said the company isn’t planning to apologize, much less take the campaign down, “because we haven’t done anything wrong.”
Even so, some franchisees are nervous. “With a very strong campaign like this one that’s a little more edgy, there’s a little more angst among franchisees in terms of how it will be received — not among Super Fans but other consumers,” said Chris Ondrula, chief operating officer of an Illinois-based Burger King franchise business. “I think it would be naive not to be concerned about an ad campaign like this,” he said. “If this most recent election cycle proves anything, it’s that any innocuous comment, like ‘lipstick on a pig,’ can be taken out of context and have a life of its own on the internet.”
‘Antagonizing’
Robert Passikoff, president of Brand Keys, said even people who don’t eat burgers have word-of-mouth power, and some of them are gatekeepers for their children. “What do you get by antagonizing a customer base?” he asked. “Who would want to do that these days? If I’m not specifically buying your stuff, it may be that I’m still in a position to hurt you just as badly.”
But as Burger King predicted, so far the Super Fans have been loyal to the push. When Sharon Akabas, associate director-Institute of Human Nutrition, Columbia University, was quoted in a New York Daily News article saying that Burger King might as well have shipped a crate of guns to the Third World, a string of hate mail followed. One accused her of trying to deprive “man of his God-given right to juicy hamburgers.” Some of them, she said, didn’t bear repeating.
—-
Hach, ich bin SOOOOO smart ;).
Am 10. Dezember 2008 um 15:00 Uhr
[...] 10, 2008 Während wir Werber in Deutschland einmal mehr vor Erfurcht hier und hier gegenüber CP+B erstarren (für Burger King kommt nach „Subservient Chicken“ und den „Whopper [...]
Am 10. Dezember 2008 um 15:02 Uhr
New blog post: Burger Kolonialismus tinyurl.com/64rk3j
Am 10. Dezember 2008 um 15:04 Uhr
Whopper Virgins on film: tinyurl.com/64rk3j
Am 10. Dezember 2008 um 15:22 Uhr
blogpost: Burger Kolonialismus | Werbeblogger – Weblog über Marketing …: Und vor allem wartet erst ma.. tinyurl.com/64rk3j
Am 10. Dezember 2008 um 15:34 Uhr
Ich wüsste jetzt jedenfalls schon, wie ich als Subway o.ä. antworten würde. :-)
Am 10. Dezember 2008 um 16:14 Uhr
Alles was bei mir jetzt nach betrachten im Kopf rumschwirrt ist,
wie unglaublich assi es ist so ein Riesending mit den Händen zu Essen.
Man hat gesehen, daß sich jeder gesträubt hat das Ding mit Händen einzuführen.
Am 10. Dezember 2008 um 20:40 Uhr
Ich musste immer an borat denken. merkwürdig.
Am 10. Dezember 2008 um 21:36 Uhr
Das offensichtlich bekloppteste und kulturimperialistischste an dieser Aktion ist für mich dies: zu beginn werden die testpersonen so vage belächelt, weil sie nicht so richtig wissen, wie sie den scheiss klops im pappbrötchen denn nun handlen sollen – der unterton: “Wie primitiv! Irre! die wissen noch nichtmal, wie man einen burger handelt! schmunzel…” Die unsubtile kulturimperialistische these die hier transportiert wird ist ja die, und die suckt son büschen: “der burger ist ein topgeiles kulturprodukt, und die doofen primitivos in zB romania haben da noch nüschte von mitbekommen”. isser aber nich. die frisch totgehauene sau in romania, überm holzkohlengrill geschmort, ist bestimmt nicht schlechter als die hackboulette zwischen pappmehldeckeln.
Am 11. Dezember 2008 um 00:31 Uhr
Ich find’s unglaublich: Zuerst verderben die mit ihrem schlabbrigen, fetttriefenden Weichgebäck mit Schaumfleisch die letzten Menschen, die bisher das Glück hatten, noch ohne uniforme Filiale eines Multi-Mulits über die Runden zu kommen, dann filmen sie die Reaktion der letzten Menschen, die auch noch zu gut erzogen sind, um schlechte Kritiken abzugeben (die sind ja alle in ihren Sonntagsklamotten zum Filmen angetreten) und dass BK offenbar echt meint, der Burger sei eine ein kulinarisches Plus für den Planeten, finde ich noch das härteste.
Und ja: Ich esse auch Burger! Aber nur so ca. alle sechs Wochen. Dann schmeckt es einmal ganz gut, aber sobald ich von dem Fett Sodbrennen kriege, steige ich wieder um auf die kleine Thai-Garküche in der Stadt (echt frisches, qualitatives Essen ab 4,80) oder geh zum Japaner um die Ecke (nicht-vegetarisches Sushi ab 6,90). Aber um die 6 Euro für Cola und fettige Pommes mit Burger hinzulegen, muss es mich schon sehr reizen.
Am 11. Dezember 2008 um 03:28 Uhr
Kulturimperialismus?! Jungs und Mädels, fangt mal eure Pferde wieder ein. Ich bin seit gefühlten hundert Jahren Vegetarier, verabscheue sowohl den Fraß als auch die Philosophie sämtlicher Fast-Food-Ketten und bin sicher der letzte, der denkt, westliche Lebensweise sei ein exportwürdiges Gut… aber darum geht es hier doch überhaupt nicht.
Der Burger WIRD nicht zu den “Wilden” gebracht, das “hach-wie-drollige” Auftreten der vom Westen Unberührten ist hier nicht ansatzweise Thema, die moralische Verwerflichkeit der Fleischklopsbrater steht doch ohnehin nicht eine Sekunde zur Debatte. Das einzige, worum es hier geht, ist eine aktualisierte Variante des “Pepsi-Tests”. Die man nun mal in einer globalisierten Welt gar nicht mehr anders bzw. mit anderen Probanten als hier gezeigt durchführen könnte. Aber auf diese einzig mögliche Umsetzung muss man erst mal kommen…
…und der einzige, der hier einen echten Grund hat, sich aufzuregen bzw. verdammt sauer zu sein, weil man diesen “objektiven” Geschmackstest nun mal nicht so leicht widerlegen kann, ist McDonald’s.
Alle anderen Argumente, alles andere Aufregen ist hier tatsächlich vollkommen fehl am Platz und – sorry: nichts anderes als demonstratives Gutmenschentum. Und das finde ICH ziemlich peinlich… Aber wenn das die akzeptierte Argumentationsgrundlage ist: hört auf, Fleisch zu essen. Vorher sagt bitte nichts gegen BK, McD oder gar CP+B.
Am 11. Dezember 2008 um 09:31 Uhr
M, deine Meinung mundet mir sehr!
Am 11. Dezember 2008 um 10:54 Uhr
ich finde die “unbeholfenheit” auch gar nicht besonders witzig oder kurios dargestellt. in jedem sielmann-film würde das als irgendwie eher faszinierend durchgehen. und so sehe ich das auch.
Am 11. Dezember 2008 um 11:20 Uhr
Ich sehe hier auch keine Respektlosigkeit gegenüber den Testpersonen. Im Gegenteil, diese Distanz zu unseren unkultivierten Tischmanieren ist doch ganz witzig. Das ist wohl sehr befremdlich, sich so einen riesigen Burger einfach mit bloßen Fingern ins Gesicht zu schieben.
Am 11. Dezember 2008 um 14:25 Uhr
[...] werbeblogger: Corporate Social Responsability und Amerikanisierung at its best. Verwandte Artikel: [...]
Am 11. Dezember 2008 um 14:28 Uhr
@meistermochi: hat Sielmann nicht Tierfilme gemacht? Denk mal drüber nach ;o)
Am 11. Dezember 2008 um 14:56 Uhr
@andreak:
ich würde meinen hut drauf verwetten, dass er dabei auch mal ein naturvolk vor der linse hatte. aber das ist doch nun wirklich kleinklein! genauso könnte man den namen sielmann durch einen anderen filmer ersetzen. habe aber keine zeit zu suchen.
Am 12. Dezember 2008 um 17:08 Uhr
@m
es ist egal, was sich evtl. BK dabei gedacht hat oder nicht. Was das Thema ist und was nicht.
Alleine dadurch, dass sich die Leute hier aufregen zeigt doch, dass es vielen dann doch zu weit geht.
Wie auch immer… ich bin der meinung, dass die Idee in der Zielgruppe (Vgl. Verbindung von sozialem Status und Ernährung) einschlagen wird. Es sind doch vorallem Leute, die sich Leute in Doku-Soaps/Talkshows anschauen und dabei ein Gefühl haben von “Ja Gott sei Dank bin ich nicht so!”.