15:17 Uhr
Die Volkswagen-Vision
“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”. So jedenfalls steht Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu “Visionen” als Reaktion auf Willy Brands Zukunftsvorstellungen im Bundestagswahlkampf 1980.
Andererseits: Ohne ein Bild der Zukunft fehlt auch jeder Marke die nötige Zugkraft. Dieses Bild kann nicht nur an “realwirtschaftlichen” Sachzusammenhängen orientiert sein, sondern sollte ganz im Gegenteil einen “phantastischen” Entwurf zeigen, der begeistern kann. Nur diese eigenen Bilder haben es auch Wissenschaftlern ermöglicht, neue und bahnbrechende Entwicklungen im Kämmerlein voranzutreiben, während viele Realwirtschaftler sich stellenweise mit Spott abwandten.
Die Automobilindustrie steht bekanntlich vor einer schwierigen Zeit. Das Festhalten an veralteten Mobilitätskonzepten der Menschen, gepaart mit uniformen Automobildesigns und nicht nur ökologisch fragwürdigen Antriebskonzepten stellt derzeit vor allem die US-amerikanischen Hersteller in geradezu peinlicher Offenbarung bloß.
Aber auch die Deutschen Automobilhersteller sind gut beraten, sich nicht nur auf Konjunkturprogramme, Abverkäufe und Preiskampf einzulassen. Gerade in schwierigen Zeiten können Marken belegen, warum man auch Ihnen vertrauen könnte; mit einem Entwurf für die Zukunft, der nur auf den ersten Blick sehr weit entfernt erscheint.
Interessanterweise wird auch bei diesem Thema wieder das “Treffen der Generationen” genutzt. Visionen sind eben oft das, was unsere Kinder bereits als real erleben werden, während dann der Papa “alte und fast unwirklich anmutende” Geschichten aus seiner nahen Vergangenheit erzählt.
Link: www.youtube.com
7 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 9. Dezember 2008 um 15:11 Uhr
New blog post: Die Volkswagen-Vision tinyurl.com/6rgbe5
Am 9. Dezember 2008 um 18:32 Uhr
Das Helmut Schmidt-Zitat sollte sich jeder Markenverantwortliche gerahmt an die Wand hängen. Denn Visionen sind in der Markenkommunikation völlig wertlos. Weil wir Konsumenten alle vollkommen fixiert sind auf das Hier und Jetzt, d.h. auf die Leistungen, die uns die Marken heute anbieten. Der Schokoriegel von morgen macht mich heute nicht satt. Und was mich an Apple begeistert, ist nicht das Macbook der Zukunft, sondern das, an dem ich jetzt gerade schreibe. Was Volkswagen in 20 Jahren alles besser machen will, ist interessant – aber deshalb verkaufen sie heute kein Auto zusätzlich.
Allerdings: Für ein Unternehmen ist es natürlich von elementarer Bedeutung, einen „Entwurf für die Zukunft“ zu haben. Und an der Umsetzung zu arbeiten. Am Automobilmarkt wird sich in den nächsten Jahren in aller Deutlichkeit zeigen, wer nur luftige Spots produziert, und wer wirklich neuartige Automobilkonzepte vom Band laufen lässt.
Unternehmer sollten Visionäre sein. Marken müssen mit aktuellen, konkreten Leistungen begeistern.
Am 9. Dezember 2008 um 18:45 Uhr
@Henning: So sehe ich es auch, allerdings ist der Faktor “Unternehmer” bei besonders erfolgreichen Marken ein wesentlicher Teil des “Brandings”. Die Personen und Visionäre -nennen wir sie einmal so- übernehmen genau den Part, den eine Marke nicht implizit im Regal übernehmen kann.
Was wäre Apple ohne Steve Jobs oder Microsoft ohne Bill Gates? Und was wäre Babynahrung ohne Claus Hipp? ;-)
Sie sprechen als Personen aus, was Marken mit ihrem realwirtschaftlichen Bezug nicht erzählen können…
Am 9. Dezember 2008 um 19:03 Uhr
@Roland: Das sind sehr gute Beispiele, denen eines gemein ist: Die “Vision”, die sie für ihre jeweiligen Marken verkünden, ist bereits in den Produkten angelegt (gewesen). D.h. sie haben nicht das Blaue vom Himmel versprochen sondern ein lebendiges Markenversprechen abgegeben.
Am 9. Dezember 2008 um 19:04 Uhr
Ich höre aus deiner Antwort, dass es aber auch Unternehmer gibt, denen dieses Gen fehlt. Auch da stimme ich zu ;-)
Am 9. Dezember 2008 um 19:10 Uhr
ich finde visionen super. aber helmut schmidt auch.
meine lösung: von missionen reden.
Am 9. Dezember 2008 um 19:47 Uhr
Die Vision muss im Produkt erkennbar und lesbar sein – nicht in einem zukünftigen Produkt, was es vielleicht mal geben wird.
Gates, Jobbs und Hipp haben ihre Visionen in die Produkte „eingehaucht“, die wir heute nutzen. Mit anderen Worte: Tausche das Wort „Vision“ gegen „Leidenschaft“.
„Ihre Zukunft beginnt hier.“
Ja, die beginnt immer im Hier. Egal wo, egal von wem sie propagiert wird.
Ich gebe euch recht: Was in 10 Jahren möglich wäre, ist egal. Es geht um das Heute. VW sollte den letzten Satz ernster nehmen: „Ihre Zukunft beginnt hier.“
Der andere, weniger beliebte Altkanzler Schröder würde wohl diese Floskel als „Gedöns“ bezeichnen. Er hätte recht.