04.12.08
16:03 Uhr

Ethikgrundsätze der Mundpropaganda

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Nicht erst seit den Fake-Blogs von Walmart, Sony oder den bezahlten Tanja-Anjas aus der PR-Provinz sollte jeder Marke klar sein:

Führe deine Fans niemals hinter´s Licht! Deine Fans sind unbezahlbare Markenbotschafter, die ihre Begeisterung für deine Produkte freiwillig und mit großer Leidenschaft weitertragen. Bis zu einem gewissen Grad sind diese Aktivitäten auch für dich messbar, aber wirklich kontrollierbar sind sie nie.
Du kannst also als Marke nur dafür Sorge tragen, dass sie dich ansprechen können, auch falls die Beziehung einmal gestört sein sollte. Gibt es dafür keinen Ort, kannst du allenfalls hilflos zuschauen, wie auch negative Mundpropaganda im Web immer weiter ihre Kreise zieht; in einer Geschwindigkeit, die jeden deiner PR-Kontrollfreaks verzweifelt nach Luft schnappen lässt.

Die WOMMA (Word of Mouth Marketing Association) hat aus gutem Grund (und schon länger) einige Grundsätze zusammengetragen, die Grundvoraussetzung für erfolgreiches und wirksames Empfehlungsmarketing sind. Marken können und sollten sich öffentlich zu diesen Grundsätzen bekennen, dem sehr destruktiven Vertrauensverlust bestimmter Marken und ihrer Außenkommunikation entgegenwirken und sich ggf. selbst eindeutig abgrenzen.

Schleichwerbung, fehlende Transparenz oder die verdeckte und bezahle Verquickung von redaktionellen und werblichen Inhalten sind leider immer noch aktiv laufende Brandherde, die diese Entwicklung befeuern. Und es ist auch angesichts der strukturellen und wirtschaftlichen Krise in den Verlagen nicht damit zu rechnen, dass diese Entwicklung abnimmt.

Die Essenz dieser Grundsätze ist nicht nur für das Feld der Mundpropaganda, des viralen Marketings und viraler Werbung richtungsweisend, vielmehr sollte sie Grundprinzip für alle kommunikativen Disziplinen sein.

The essence of the WOMMA Ethics Code comes down to the Honesty ROI:

  • Honesty of Relationship: You say who you’re speaking for
  • Honesty of Opinion: You say what you believe
  • Honesty of Identity: You never obscure your identity

(Komplette Fassung der Grundsätze)

Im übrigen gibt es auch Richtlinien für die Kontaktaufnahme von Bloggern seitens der Marketers, die ich ebenfalls jedem Unternehmen ans Herz lege, die sich eine Meldung ihrer Botschaften durch Blogger wünschen und sie ansprechen wollen:

I will always be truthful and will never knowingly relay false information. I will never ask someone else to deceive bloggers for me.

I will fully disclose who I am and who I work for (my identity and affiliations) from the very first encounter when communicating with bloggers or commenting on blogs.

I will never take action contrary to the boundaries set by bloggers. I will respect all community guidelines regarding posting messages and comments.

I will never ask bloggers to lie for me.

I will use extreme care when communicating with minors or blogs intended to be read by minors.

I will not manipulate advertising or affiliate programs to impact blogger income.

I will not use automated systems for posting comments or distributing information.

I understand that compensating bloggers may give the appearance of a conflict of interest, and I will therefore fully disclose any and all compensation or incentives.

I understand that if I send bloggers products for review, they are not obligated to comment on them. Bloggers can return products at their own discretion.

If bloggers write about products I send them, I will proactively ask them to disclose the products’ source.

8 Kommentare

  1. @Werberolli

    es musste mal wieder raus: tinyurl.com/6c6cb8

  2. Markus Roder

    Jau, sollte eigentlich selbstverständlich sein… nicht nur beim Empfehlungsmarketing/WOM/Viralmarkerting (wie man es auch imemr nennen mag), sondern in der gesamten Markenführung.

  3. @clab

    Die @werbeblogger schreiben über #Ethikgrundsätze der #Mundprogaganda und appellieren an bloggende Unternehmen tinyurl.com/6c6cb8

  4. AndreasK

    Das ist bei weitem die sinnvollste Bindestrich-Ethik, die mir je untergekommen ist. Bitte sofort einen WOM-Ethikrat einrichten und Studien zur Belastung der Lebensqualität durch WOM-Terrorismus in Auftrag geben.

    ;o)

  5. Christian

    Ein sehr sehr interessanter Artikel. Ich bin begeistert und sprachlos ….

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Christian: Warum sprachlos? Als Telemarketer wäre das nicht so günstig….

  7. Die Pest des digitalen Zeitalters | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Pest des digitalen Zeitalters

    […] Marketing) geht. In unserer Branche gibt es einen Haufen Leute, die einen feuchten Kehricht auf Ethikgrundsätze bei WOMM geben. Sie besetzen wegelagernd Dienste und Portale mit ihrem Spam-Modellen unerwünschter und […]

  8. Noch Journalist oder bald PRler? | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Noch Journalist oder bald PRler?

    […] zunehmend auch Mischformen von viralem Marketing, beauftragtem bzw. inszeniertem Storytellings oder kommerziell angeschobener “Mundpropaganda”, bei der der medial involvierte Konsument als zentraler (viraler) Kampagnenbestandteil auch einmal […]

Eure Kommentare

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