18.11.08
00:25 Uhr

Feedburner Daten auf dem Präsentierteller

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Als ich soeben in meinem Feedreader (Netvibes) ein wenig aufräumte, schaute ich mir auch einmal die Widgets an, die einem das Online-Leben dort erleichtern sollen. Bei einer kleinen Applikation blieb ich allerdings schnell hängen, denn diese hat es durchaus „in sich“:

Viele Blogs und andere Publikationen nutzen den Dienst „Feedburner“, um bequem ihre Feeds und Statistiken zu verwalten. So auch der Werbeblogger. Das Widget ermöglicht es nun, im eigenen Feedreader die täglichen Statistiken auszulesen, ohne sich gesondert extra auf der Feedburner-Seite anzumelden. Praktisch.

Die Frage, die ich mir nur stellte: Wenn es denn ohne Anmeldung geht, die Werbeblogger-Statistiken auszulesen, dann müsste es doch im Prinzip mit jedem Feed gehen, der über Feedburner verwaltet wird. Und was soll ich sagen… Bingo.

Feedburner-Nutzer können ihre „Awareness-Api“ öffnen und stellen somit die Zahlen jedermann zur Verfügung, möglicherweise ohne praktisch zu wissen, was diese Funktion im Detail bewirkt. Viele Blogs weisen ja bereits auf der eigenen Seite auf die Anzahl an Abonnenten hin, um ggf. zu verdeutlichen, dass man als Leser nicht der erste Feedleser wäre.
Andere wiederum tun sich schwerer, diese Zahlen öffentlich zu machen.
Nicht erst seit Google Trends (Der Werbeblogger hat sich übrigens von Google Analytics verabschiedet) teilen die Dienste also großmütig die Daten ihrer Nutzer mit der weiten Welt. Auch was Feedburner betrifft, gibt es da reichlich Material.

Testweise habe ich einmal auf meiner privaten Netvibes-Seite (das Widget funktioniert aber auch bestens mit iGoogle) aus diversen Blogs der „Deutschen Blogcharts“ Daten gezogen. Die Beitragsfeeds der ersten 30 Publikationen sind zu rund 50% via Feedburner organisiert. Nur 2 Feeds haben die Funktion der Awareness-Api innerhalb von Feedburner ausgeschaltet. Alle anderen Feeds werfen fleissig Daten aus.

Diese Daten können aber auch noch ganz anders und deutlich detaillierter über zusätzliche Tools ausgewertet werden. Am Beispiel vom Werbeblogger sieht das dann auszugsweise so aus :


Diese Abfrage lässt sich jetzt durch einfache Eingabe der Feed-Adressen u.a.  auch für das Blog von Robert, Bildblog, Upload, netzwertig oder unsere Kollegen drüben bei off-the-record durchführen, neben weltweit vielen Tausenden Feeds mehr.

Nun kann ja dieser offene Umgang mit den eigenen Statistikdaten durchaus beabsichtigt sein; für alle, die unter „Awareness-Api“ von Feedburner aber eher etwas ganz anderes verstanden haben, ist es vielleicht jetzt an der Zeit, ihr Statistikdaten-Loch zu schließen.

Innerhalb meiner Recherchen, Tests und Vergleiche kam zudem noch ein weiterer großer Schwachpunkt der Feedburner Statistiken zu Tage:

Die Verlaufsstatistiken einiger Blogs sind schlicht abenteuerlich, zum Teil mit Sprüngen von mehreren Tausend Abonnenten innerhalb kurzer Perioden, stellenweise sowohl nach oben als auch nach unten. Die Feedburner-Statistiken bei Websites, bei denen diese Extremsprünge auftauchen, sind definitv ziemlich weit von der Realität entfernt.
Ein vergleichsweise „normaler“ Verlauf lässt die Feedleser-Zahlen weitgehend linear steigen und falls doch relevante Sprünge auftauchen, so ist dies tatsächlich mit einem besonderen Aufmerksamkeitssprung durch spezielle Beiträge und Besuchersprünge oder ggf. im negativen Fall durch z.B. eine längere Downtime der Website zu erklären.

Hier muss Feedburner also dringend nachbessern, aber der größte Feind lauert, wie so oft, bei „findigen“ Usern, die ihre Zahlen selbst etwas „hübschen“ wollen. Feedburner und Google: Hier gibt es Arbeit! Wie einfach es also geht, sich selbst in die Tasche zu lügen, zeigt das folgende Video:


Feedburner hacked! from Boris Veldhuijzen van Zanten on Vimeo.

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5 Kommentare

  1. Patrick

    ein kollege aus der schweiz hat dazu mit google documents und feedburner eine schöne steuerzentrale gebastelt. siehe hier: leumund.ch/2008/tech...

  2. Stefan Evertz

    Es sei noch ergänzt, dass es nicht ausreicht, die Awareness API zu deaktivieren, wenn man die „FeedCount“-Funktion nutzt. Dann sind die Daten trotzdem auszulesen. Den „Bug“ habe ich Anfang 2007 beschrieben (hirnrinde.de/2007/01... ) und er scheint immer noch aufzutreten…

  3. Johannes Mailer

    Soviel zum Thema Datenschutz… Aber da muss man sich nicht drüber wundern. Erst gestern habe ich mich darüber geärgert, dass jemand bei meiner Vodafonerechnung die Empfängeradresse der Einzelabrechnung geändert hat (!), warum soll nicht auch bei diesen Statistiken Lücken geben.

    Passt auf Eure Daten auf :-)

  4. Dennis

    Die Sicherheit ist eben ein schwieriges Thema. Was ist denn heute schon sicher, außer der Tatsache, dass nichts sicher ist? ;)

  5. and as if by magic… » Blog Archive » The Chaos Currency: Part One - Schemers

    […] Via Werbeblogger […]

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