11.11.08
13:41 Uhr

22 Mio. Deppen

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Es ist schon sehr interessant, wie in letzter Zeit das Scheisse-Brüllen, Schäumen und sonstige Drohgebärden der alten Medienhaudegen zunimmt.

22 Mio. Bundesbürger,
die täglich ins beschissene, irrelevante, werbeineffiziente Teufelswerk namens Internet gehen haben keine Relevanz mehr für bestimmte Leute, die sich angeblich auskennen mit Medien und Kommunikation?

22 Mio Bundesbürger sind Verlierer?

22 Mio. Bundesbürger sind der Medien- und Werbebranche also scheißegal?

22 Mio. Bundesbürger haben nicht genug Geld in der Tasche, um sich irgendwelche Produkte zu kaufen?

22 Mio. Bundesbürger sind sektenähnlich organisiert und leben im asozialen Berufsumfeld?

22 Mio. Bundesbürger wissen einfach nicht was gut für sie ist?

Richtig spannend wird es also erst dann, wenn die ersten Hunde das Bellen und Beißen anfangen, aus der Angst heraus, jemand könnte ihnen ihre Knochen wegnehmen.

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18 Kommentare

  1. Hanta

    Ich finde es riecht im Moment nach einer Revolte der Blogger.

  2. ramses101

    Das ist doch eher eine Revolte der Holzmedien ;-) Was ich am abenteuerlichsten finde, ist, dass die gar nicht zu merken scheinen, was da tatsächlich passiert.

    Vorweg: Ich bleibe dabei, dass Blogs keine Konkurrenz für die Presse sein können (es aber ja in der Regel auch gar nicht sein wollen). Blogger sind in den wenigsten Fällen investigativ tätig, scheißen gerne auf Quellenprüfung, wenn sie überhaupt wissen, was das ist und so weiter und so fort. Man ist kein Journalist, nur weil man Dinge ins Internet schreibt.

    Aber: Geht es in der Informationswirtschaft der Zukunft wirklich „nur“ um den Kampf „Bürger- vs. Profijournalismus“? Glaub ich nicht. Obama hat gezeigt, wo die Reise hingeht. In Zukunft werden Informationen (ob Nachricht oder Werbung) von dem veröffentlicht, der diese Informationen hat. Wozu noch den Umweg über eine Zeitung gehen? Oder über ein Blog? SpOn hat seinerzeit rumgenölt, Heil, der auf Pressekonferenzen immer „äußerst schmallippig“ sein soll, würde auf Twitter plötzlich zur Plaudertasche. Das war das bisher einzige Mal, dass es mir vorkam, als würde da jemand tatsächlich ahnen, was in Zukunft kommt: Die PK für alle. Vielleicht nicht in 140 Zeichen, aber auf einer Seite wie der von Obama kann das durchaus passieren.

    Und wenn die Holzmedien sich jetzt darauf versteifen, Meinungs- und Gesinnungsjournalismus zu betreiben, dann kann sich das mit der Konkurrenz zu den Blogs auch schnell relativieren. Zetern können Blogger nämlich auch ganz gut.

    Investigativen Journalismus hingegen wird man auch noch brauchen, wenn Kommunikation längst nur noch über die Multimedia-Kontaktlinse abgefiedelt wird. Der wird aber nicht von Bloggern kommen, denn dafür braucht man REssourcen, auf die man sich verlassen kann und die ein Verlag bieten kann. Und nicht solche, auf die man nur hoffen und bauen kann, wie beispielsweise ein Bloggernetzwerk.

  3. Patrick Breitenbach

    Ich habe bewusst das Wörtchen „Blogs“ weggelassen. Es geht mittlerweile um das Internet als ganzes, ein böses Konstrukt bestehend aus sozialen für Oldschoolmedialeute irrelevanten Gesprächen und jeder Menge Inhalte, die nicht ins massenkompatible Bild eine Qualitätsjournalisten/werber/werauchimmer passen.

  4. ramses101

    Die Blogerwähnung war auch mehr fürs Protokoll ;-) http://change.gov/ ist ja mehr als ein Blog. Genau wie das britische Pendant: number10.gov.uk/ Die Pressewelt scheint völlig auszublenden, dass diejenigen, über die sie eigentlich berichten wollte und sollte, zukünftig über sich selbst berichten. Darüber würde ich mir an deren Stelle viel mehr Gedanken machen.

  5. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Zur Debatte meldet sich auch Online Chefredakteur der Süddeutschen, Herr Jakobs, zu Wort und stellt sein Buch vor. Titel: Geist oder Geld. Untertitel: Der große Ausverkauf der freien Meinung.
    zdf.de/ZDFmediathek/...
    Neben vielen richtigen Erkenntnissen, die innerhalb seiner Ausführungen auch den großen Konflikt zwischen Redaktionen und Verlagsmanagern im Haus deutlich machen, hat er im Untertitel seines Buches nur vergessen zu beschreiben, für WEN dieser Maulkorb gilt: den abhängig Beschäftigten in den Redaktionen.
    werbeblogger.de/2007...

  6. Hanta

    Qualitätsjournalismus / investigativen Journalismus wird es auch in Zukunft verstärkt (kostenlos für den Leser) geben, wenn hochwertiger Content anständig monetarisiert werden kann. Damit wären wir wieder bei der Diskussion ob der TKP tot ist und die Page Impressions gleich mitnimmt.

    Mit Revolte meinte ich, dass Social Media schon lange aus dem Nerd-Untergrund aufgetaucht ist und gemeinsam mit vielen anderen Faktoren so langsam zum Aufbruch ins Social-Communication Zeitalter zwingt. Aber manche wehren sich ja brüllend dagegen.

    Die Obama Kampagne/Webseite war bei mir in letzter Zeit immer ein Knaller in der Argumentation um SMO, Social Media, Microblogging in der Unternehmenskommunikation und der Rolle von Blogs. (Bekomme ich jetzt den Buzz-Word-Award?) Staunende Münder als ich die flickr Bilder von Obama erwähnte und die Instrumentalisierung von Blogs.

    Ich denke auch, dass Blogs niemals eine Konkurrenz zur Presse sind und weise damit darauf hin, nicht durch Hypes zu erblinden. Ich bin gespannt was kommt, versuche mir Trends zunutze zu machen und werde vielleicht in 5 Jahren zu meinen Freunden sagen: Weisst Du noch wie wir sinnlos rumgetwittert haben? Ja, aber danach hatte ich das Internet verstanden.

  7. Vroni

    Ich möchte festhalten, dass es aus Sicht von Lorenz et. al nicht um „Scheiß“-Blogs geht, sondern um das „Scheiß-Internet“ und überhaupt. Es geht gar nicht so sehr darum, wer die Oberhoheit hat und wer ein Loser ist. Es geht m. E. um etwas leicht anderes, und das sollte man ernst nehmen.

    Denn,
    Zitat aus dem obigen Link:
    „Programmdirektor beklagt gegenüber etat.at, dass „Junge jenseits von Mut und Zivilcourage quasi in den elektronischen Underground abtauchen““ […] Und: „…das „Scheiß-Internet“, in das sich die jungen Menschen „verkriechen…““

    Hab‘ gar nicht vor, den und seine Kraftausdrücke zu verteidigen, wir sollten aber dennoch besser zuhören und hinhören. Er meint das Internet generell. Er klingt einfach so, als ob er Befürchtungen habe, die jungen Leute (zu denen auch ich wohl gehöre…), würden sich per und im Internet betäuben und sich aus dem realen Leben herausbeamen. Und? Stimmt das nicht auch? (Mit der Betonung auf auch.) Sind wir nicht alle ein bisschen bluna.

    Nur die Tatsache, dass er dummerweise dazu noch Programmdirektor ist (das häte er bedenken sollen, dass er als „Amtsinhaber“ spricht), verändert seine Aussagen in: „Nur Qualitätsmedien sind toll. Und der Rest ist Müll und sind Versager.“

    Ich schätze aber, es ist ein sehr persönliches Statement (weniger ein strategisches Statement, um aufzumischen), was ihm zund anderen da rausgerutscht ist. Ehrlich: Habe ich so auch schon des öfteren gesagt, das ich so langsam die Faxen des Internet dick hätte und die Kiste ausgemacht:-)

    Was ich aber gar nicht so gern mag, sind vorraussehbare aggressive standardmäßige Reflexe. Und die gibt es nicht nur in der Verlags- und TV-Welt, wenn es um die heiligen Kühe geht wer in Zukunft das Sagen hat, sondern genauso aus der Geek- und Openminderwelt.

    Um noch weniger aus der Wolldecke zu sprechen: Wir sollten mit den männlichen Draufhau-Reflexen aufhören und das weibliche(re) Zuhören lernen. Er gibt ja immerhin auch zu, dass er „Täter“ ist, also sich aus dem Internet ja auch bedient. Also kann er es ja nicht ganz verteufeln können.

    Und noch klarer: Ja, ich glaube, dass das Internet zu Suchtverhalten verleiten und den Realitätssinn verändern kann, indem es einem den Tag stiehlt. Ich bin trotzdem im Internet. Weiß aber darum und gönne mir freie Tage. Sie machen mich tatsächlich freier, denn das Leben findet nicht nur innerhalb eines rechteckigen hochauflösenden Widescreens statt. Das Leben ist draußen. Wein kann süchtig machen und ich trinke dennoch gerne Rotwein. Was ich sagen will, dass das vermutete Suchtverhalten eine ganz große Rolle spielt. Vom Fernsehen weiß man das schon länger. Nur spricht im Internet kaum ein Geek ehrlich über das – oder sein – Suchtverhalten im Internet.

  8. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @vroni: Steilvorlage für einen kommenden Beitrag im WB…
    Muss aber noch ein wenig zuhören und reifen lassen ;-)

  9. J. Martin

    Holzmedien

    LOL!

    Aber ich sehe ebenfalls einen Unterschied zwischen Lorenz und „riw.“ — Lorenz würde ich glatt noch unterstellen, daß er meint, was er sagt, und daß es ihm wirklich um den Erhalt von „Mut und Zivilcourage“ im „realen“ Leben geht. Wie glaubwürdig oder absurd es ist, wenn dies ausgerechnet von einem arrivierten Flimmerkistenvertreter kommt, ist natürlich zu diskutieren, aber immerhin, es gibt etwas zu diskutieren. Die Tirade von „riw.“ dagegen, nun ja, das ist nichts weiter als Egoschäumerei, da läßt sich wirklich absolut über nichts Sinnvolles mehr reden. Aber so einen Tritt aus den Holzmedien deswegen einfach ruhig und gelassen abgleiten zu lassen, dazu fehlte mir die Disziplin.

  10. Vroni

    J. Martin

    :-)

    Bei der Post nennt man die, im Vergleich zu Long-DIN-Briefen übergroßen Zeitschriften- und Magazinpackerl, die der Postbote für seinen Zustellungbereich mitschleppen muss, traditionell Holz. Ganz alter Begriff :-)

  11. J. Martin

    Vroni —

    Wirklich, kannte ich nicht. Danke! Mit dieser Etymologie macht mir der Begriff gleich noch mal so viel Spaß. Gelernt und aufgenommen. Soll noch mal jemand behaupten, Blogs wären für nix gut :-)

  12. meistermochi

    @vroni: dazu muss ich sagen, dass ich im job gerne einen computer ohne webzugang hätte. es ist fatal!

  13. Vroni

    @ meistermochi

    Auch fatal: Wenn es nicht ein knallendes Paradoxon wäre, würde ich sofort eine Internetsuchtplattform eröffnen:-)
    Schwesterliche Beratung garantiert.

  14. Six

    Bei einer Diskussion meinte ein Teilnehmer, er interessiere sich nicht für den TV-Film „Der erste Tag“. Darauf Lorenz: „Scheiß Internet, Jugend von heute, mangelnde Courage usw.“ Die Folgerung dass sich die Menschen für nichts mehr interessieren und engagieren, weil sie Lorenz Filme nicht sehen wollen, ist ja nicht haltbar aus dem Frust heraus getroffen.

    Ich sag: die Scheißqualität der deutschen Fernsehproduktionen ist das Problem (vom Lorenz), können nicht mal mit youtube-Homevideos mithalten.

  15. Torsten

    @Six
    Yo!
    Ich sag: die Scheißqualität der deutschen Fernsehproduktionen ist das Problem (vom Lorenz), können nicht mal mit youtube-Homevideos mithalten.

    und nicht nur die deutschen Produktionen werden immer beschissener…

    Generell wird alles immer beschissener :-) Vor allem das Scheiß Internet und die Jungend!

  16. Vroni

    Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.

    Aristoteles

  17. J. Martin

    Ah, Lorenz, „riw.“, Keen und wie sie alle heißen haben denkbar beste Gesellschaft bekommen:

    youtube.com/watch?v=...

    Scheint im Trend zu liegen. Nur diesmal stellen sie sich so blöd an, daß die Blogger sogar das Medium Fernsehen auf ihrer Seite haben!

    ^_^J.

  18. between drafts | Outside the Box: Blogger im Schlafrock und das Bezahlweb des Holger Jung

    […] damit beschäftigen, einschließlich der aktuellen Quellen, finden beispielsweise auf dem Werbeblogger, auf ConnectedMarketing oder hier auf between […]

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