28.10.08
13:48 Uhr

Das Online-Prekariat

Ein Gedanke, der sich aus unserem Gespräch mit Jung von Matt Strategievorstand Karen Heumann ergeben hat, lässt mich nicht ruhen. Welche Kundengruppen wollen tatsächlich online über Marken reden? Welche Kaufkraft repräsentieren diese Gruppen im Verhältnis zu den klassischen Medien?

Frau Heumann wies im Gespräch darauf hin, dass Menschen, die in Vollbeschäftigung seien, vermutlich kaum Zeit hätten, sich in Blogs und Foren zu tummeln, die große Mehrzahl sei nach wie vor eher bereit, sich abends nach Feierabend vor den Fernseher zu setzen.
Außerdem sei- der Logik der klassischen Erwerbstätigkeit folgend- auch genau bei diesen Gruppen eher eine Konsumbereitschaft und Geld vorhanden, als bei Menschen, die “zuviel Zeit hätten” und sich daher ausgiebig im Internet tummeln könnten.
Aus gleicher Branche und ähnlichem Kontext erfuhren wir kürzlich von der “Army of Davids”und ihren “Loser generated contents”, sozusagen den Trash-Inhalten vom Prekariat für das Prekariat. Die “Klowände” lassen grüßen.

Dieses (kommunizierte) Medienbild von TOP-Werbern ist aus meiner Sicht äußerst irritierend. Zweifellos gibt es im Web eine Menge Schrott, wie auch in anderen Mediengattungen, allerdings erspare ich mir hier einen Vergleich mit den TV-Pendants, die teilweise an massenpublizierter Dämlichkeit kaum zu überbieten sind.

Die Mediengattung bestimmt schon lange nicht mehr die “Qualität” eines Medieninhaltes, ebensowenig wie sich die Nutzer eines Mediums sauber von denen eines anderen Mediums abgrenzen lassen könnten. Allenfalls ist es im Internet viel aufwändiger, sich in feingliedriger Mediaanalyse und Zielgruppenansprache zu betätigen. Lineares TV ist da noch immer deutlich einfacher zu beherrschen, geprägt durch einen Markt, der sich selbst befruchten will, allerdings auf zunehmende Un- und Trennschärfe der Marktforschungsanalysen trifft.
Die Menschen als Medienkonsumenten sind nicht mehr “berechenbar”. Sie sind volatil wie ein Blatt im Wind, vor allem die jüngere Generation, die in wenigen Jahren zur nächsten “werberelevanten Zielgruppe” heranwächst und die heutigen “Best Agers” in den Ruhestand schickt.

Nichts, aber auch gar nichts, hat diese Entwicklung zunächst mit den Sozialstrukturen zu tun, die sich in unseren Gesellschaften durchaus problematisch verändern. Prekariat, Armut, erodierende Mittelschicht, Arbeitslosigkeit und Bildungslücken sind u.a. Ausdruck eines schwächelnden Sozialstaatprinzips und einer schwindenden gesellschaftlichen Solidarität.
Ihre Ausdrucksformen erscheinen mit großem “Sendungsquotenbewusstsein” bei vielen Privatsendern (auch zur Prime-Time) und ebenso finden wir im Web Gossip-Formate und Trash-Inhalte, auf die der eine oder andere sicher verzichten kann.
Eine Abgrenzung in Richtung Kaufkraft -hier die arbeitende Bevölkerung mit vollem Portemonnaie vor dem TV, dort die Teilzeitarbeitskaufkraftlosen im Web- ist absolut eindimensional und fehlleitend, auch für ein gutes Planning in Werbeagenturen.

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51 Kommentare

  1. Patrick Breitenbach

    Ich glaube Frau Heuman sprach nicht von Qualität im TV, sondern lediglich vom Massenimpact. Also was machen empirisch gesehen die meisten Leute Samstag Abends. Es geht nicht um Inhalt, sondern um gesichtslose Anzahl von Menschen die man mit einer Werbebotschaft konfrontieren kann. Das ist in der Tat klassische Oldschoolwerbung.

    JvM sind Popstarwerber und das meine ich noch nicht einmal abwertend. Sie beherrschen die Massenkommunikation, verstehen aber so gut wie gar nichts von dem, was da gerade im Netz passiert, nämlich teilweise die bewusste Verweigerung von Massenkost. Sie begreifen immer noch nicht die Gesamtheit aller Nischen, die am Ende wieder eine relevante Masse bilden könnte. Relevant im Bezug auf Interessensthemen. Matching zwischen Marken und Interesse.

    Das ist auf der einen Seite schade, aber auf der anderen Seite kann man als Wettbewerber echt froh sein. Evolution, baby! ;-)

  2. Patrick Breitenbach

    Super Thema übrigens für den nächsten Late Night Podcast!

  3. Vroni

    “Die Menschen als Medienkonsumenten sind nicht mehr “berechenbar”. ”

    Das waren sie auch zu Printzeiten nicht besonders. Siehe immer mehr spezielle Sinus Milieues, die man derzeit und immer noch erdichtet(e).

    Ich würde im Internet die klischeehafte Einteilung “Kaufkraft = aber hat keine Zeit zum Surfen” und wenig Kaufkraft = hat logischerweise viel Zeit für Netz”, ebenfalls nur vorsichtig vornehmen.

    Denn sie funktioniert nicht so platt.

    Es gehen immer mehr “kaufkräftige Generationen” rein ins Netz (40 und 50+). Die haben auch mehr Geld, aber geben es vorsichtiger aus, suchen und vergleichen lange. Nehmen sich Zeit dafür am Wochenende. Also Geld und haben Zeit (=/oder nehmen sie sich einfach.)

    Und es gibt Gruppen mit wenig Zeit und wenig Geld, weil sie mit zwei/drei schlechten Jobs unterwegs sind und kaum rumkommen. Sich auch kaum DSL leisten können fürs lange Abhängen im Netz.

    Natürlich gibt es diese Klischeetypen, auf die das nicht vorhandene JvMatt’sche Internetmarketing nicht besonders steht, weil sie ihnen den Gewinn und die Klickstatistik verfälschen würden^^: vorwiegend männlich, 20-30, wohnt noch bei Mami (bisschen Spielgeld) oder ist Praktikant in einer Werbeagentur in der großen Stadt mit erster eigener Bude (= gar kein Geld), aber hängen beide recht lange im Netz, sind auch in div. Communities (dort recht werberesistent, da man sich nur mit seinesgleichen unterhalten will), klicken, wenn sie nicht in Communities sind doch auch viel Anzeigen/Banner an (sind tatsächlich meist junge Männer mit wenig HHNE). Aus Langeweile, aus Neigung, man weiß es nicht.

    Und natürlich gibt es auch die: die Jungmanagerin, den gestandenen Vertriebler. Beide verdienen für ihre Altersgruppen recht gut, haben aber in ihrer Arbeitszeit sehr wenig Zeit zum Zeit zum Surfen, surfen dafür aber dann so schnell und so effektiv wie möglich.

    Man muss schon die Menschen, die man ansprechen will, mit ihren Gefühlen und Vorlieben beschreiben (statt mit ihren Statussymbolen Haus, Auto, Boot un messbaren Parametern). Und ersnthaft in ihren Schuhen gehen wollen. Einteilungen nur nach HHNE, DSL-Anschluss oder Wohnort oder Bildung führen immer mehr nach nirgendwohin. Dummerweise kann man das aber besser mechanisch/mit Software rausfiltern als Gefühle und Einstellungen.

    Die ändern sich leider dazu noch bei vielen Menschen schneller als sie ihr Unterhemd wechseln. Nach Tageslaune, oder wann für sie der 15. ist. Alles wird immer kurzfristiger und kurzfristiger entschieden. Nur Firmenhierarchien brauchen wie eh und je, bis sie eine Enstheidung für eine neue Website fällen.

    Jetzt grade Lust auf Pizza, in den nächsten 5 Minuten aber dann nur mit Rukola, noch zwei Minuten länger nachgedacht: öhm, ne lieber nur ein Saft. So erlebe ich die Menschen heute. Früher hatte man sich drei Tage mit der Aussicht auf frisch gemachte Fazzoletti gefreut und die dann auch gemacht.

    Geplant wird kaum mehr, weil die Welt einem auch keine Puste für Planungen lässt. Gestern noch feinster Aufschwung (laut Medien), heute schon Börsenkernschmelze, Geld hat keine Bedeutung mehr. Man traut sich ja fast schon selber nicht mehr über den Weg.

    Das Internet bildet das perfekt ab. Nicht sehr lustig für Werber, die ihren Werbekunden Gewissheiten verkaufen sollen.

  4. eddi

    @ Vroni.

    Ich gebe Dir in ganz vielen Dingen Recht. Habe allerdings einen Einwand zum Thema berechenbare Zielgruppen.

    Wir müssen einfach die “Entweder/Oder” Logik MASSIV relativieren. Menschen haben VOR ALLEM eine “Sowohl/als auch” Logik. Im Medienverhalten, im Konsumverhalten, im Freizeitverhalten etc
    Je MEHR OPTIONEN wir haben, um so MEHR “sowohl/als auch” haben wir.

    Das Spannende ist, dass wir INNERHALB unseres Sowohl/als auch Verhaltens ganz klar eingefahrene und ABSOLUT konstante Muster haben. (so, wie du es mit dem Rucola beschreibst)

  5. Vroni

    Die sowohl-als-auch-Logik stimmt.
    Wir wollen sowohl ein super Logo UND es darf als auch nix kosten. Wie jetzt, Nutzungsrechte?
    Wir wollen das neueste, beste Handy und surfen die E-Shops stundenlang ab, weil es… auch nix kosten darf.
    Wir wollen sowohl beste Informationen und besten Nutzwert, als auch nix dafür geben.

    Ein klareres Muster gibt es nicht und es zieht sich vom Prekariat bis hinauf bis zum gestandenen Bürgertum. Der Bourgoisie (die beherrscht das sich arm Rechnen und Schachern aus Neigung seit jahrhunderten und immer perfekter als das emotionale getriebene Prekariat das es muss…).

    Und in dieser Gemengelage steht JvM und mag für den Pöbel nix Feingliedrigeres ausdenken als TV-Massenwerbung am Samstagabend. Klar, sind doch alle gleich, ticken alle gleich, bourgeoise Steinzeitler sind eh alle, daher auch gleiche Werbung für alle. Der Heesters-Spot sagt auch nix anneres als “Ich will alles und zwar sofort und nicht für Millionen, sondern für gar kein Geld. Und die Gina Lisa die alte Schlampe nimm ich für toller Hecht für lau auch gleich noch mit.”
    Wie passend. Sie haben erkannt, wie ALLE ticken: arm.
    :-)

  6. Konsumenten Blog » Top-Werbe-Frau Karen Heumann arbeitet zuviel und kauft zu wenig ein

    [...] aus dem Vorstand der Hamburger Werberei Jung von Matt, hat den Werbebloggern ein langes Interview gegeben. Mir ist dabei folgende Aussage besonders aufgefallen: Frau Heumann wies im Gespräch [...]

  7. Flausenkopf

    Grundsätzlich sehe ich das ähnlich wie Vroni. Mann muss erkennen, dass die neue Generation grundsätzlich mit der Trend-Maxime Individualisierung aufwächst, was früher einfach nicht so war. Es wird immer schwerer Gruppen nach HHNE etc. zu definieren und in Schubladen verschwinden zu lassen.
    Dennoch muss ich auch sagen, wird es klassische Bedürfnissgruppen noch lange geben und warum? weil es die “Werbung” (Medien) so wollen. warum sollten man anfangen, die Zielgruppen zu sehr zu individualisieren, wenn man letztendlich nur mehr arbeit hat. Werbung bietet immer auch ein stückweit selbstorientierung.

    @Vroni die Heester Kampagne, spielt meiner Meinung nach eher mit dem Wunsch nach Jugend,nach “Veränderung” und “Erleben”, den der ein oder andere ältere Herr haben mag. Da kommt die jung-blonde Gina Lisa noch als i-Punkt oben drauf. Das das ganze dann auch nicht viel kostet ist nur logisch, weil Menschen mit viel Geld andere Dinge kompensieren müssen.

  8. peter

    Meinung: Jeder Arbeitnehmer der Internet hat nutzt es während der Arbeitszeit zu privaten Zwecken.

    Zitat:
    … Menschen, die in Vollbeschäftigung seien, vermutlich kaum Zeit hätten, sich in Blogs und Foren zu tummeln, die große Mehrzahl sei nach wie vor eher bereit, sich abends nach Feierabend vor den Fernseher zu setzen.
    Außerdem sei- der Logik der klassischen Erwerbstätigkeit folgend- auch genau bei diesen Gruppen eher eine Konsumbereitschaft und Geld vorhanden, als bei Menschen, die “zuviel Zeit hätten” und sich daher ausgiebig im Internet tummeln könnten.

  9. Vroni

    @Flausenkopf

    Jajaaa, schonschon.
    Das Lied “Ich brauche keine Millionen” ist 1939 auf die Welt gekommen. Eine Zeit, die nicht rosig (und schon gar nicht lustig) war. Film- und Musikfreunde, die solche Zeiten entweder aktiv miterlebten oder nachträglich anlysierten, stellen immer wieder fest, dass in besonders happigen Zeiten besonders fröhliche Kreation entstand und gefördert wurde. Oft sogar im Auftrag des Staates zur Aufrechterhaltung der Folxlaune, egal wie. Jugend, Leben, das ist schon nah dran. Man kann sich halt zusätzlich fragen, weshalb das so übertrieben gefeiert wird. Im Übertriebenen kann man die Absicht entdecken. Wer alt genug ist dürfte ein déja vue erleben^^.

    “Ich brauche keine Millionen” ist im Moment ein feiner Banker-Song. Wenn es ihn nicht schon längst gäbe, würde Merkel ihn beauftragen.

  10. Vroni

    Eine neue Allensbach Studie geistert seit 2 Wochen im Netz über das Nutzungsverhalten im Internet:
    sueddeutsche.de/comp...

    “Die wichtigste Informationsquelle über das aktuelle Geschehen bleiben nach wie vor Fernsehen und Zeitungen – auch für Internetnutzer. Zwar verlieren diese beiden Mediengattungen kontinuierlich. Mit 74 Prozent beziehungsweise 51 Prozent liegen sie aber immer noch deutlich vor dem Internet.”

    Darauf wird sich Frau Heumann vermutlich beziehen.

  11. Vroni

    Eine ältere Allensbach Studie (2007) verleitete den SPIEGEL noch zu ganz anderen Behauptungen: “Die Vorherrschaft des Fernsehens bröckelt”.

    Entweder verlangsamt sich die Entwicklung seitdem und gesteht dem
    Fernsehen dadurch indirekt die Noch-Vorherrschaft zu. Oder es ist das berühmte “Glas-leer-Glas-voll-Phänomen”.

  12. Flausenkopf

    @vroni übertrieben gefeiert wird, um der ganzen sache ein gewisses maß an unterhaltung zu geben. übertreibung als stilmittel, ganz klar :P

  13. ConnectedMarketing.de

    Offener Brief an manche Werbekreativen in Deutschland….

    Sehr geehrte Damen und Herren, vergangene Woche konnte ich in einem Gastbeitrag auf diesem Blog lesen, dass sich bei manchen von Ihnen zwei Synonyme für die Zunft der Blogger und ihrer Aktivitäten eingebürgert haben: „Army of Davids“ oder auch …

  14. Patrick Breitenbach

    Es gehen immer mehr “kaufkräftige Generationen” rein ins Netz (40 und 50+). Die haben auch mehr Geld, aber geben es vorsichtiger aus, suchen und vergleichen lange.

    Selbst wenn sie es nicht tun, machen sie ihre Kaufentscheidung nich tunbedingt von Werbung abhängig. Ich denke das suchen, vergleichen, beraten lassen etc. funktioniert wunderbar bei denen schon offline (“Netzwerk” aka “Familie, Freunde, Kollegen, Bekannte”, Stiftung Warentest bzw. Presse allgemein usw.) Auch diese Altersgruppe schaut sich nur ungerne Werbung an, die von hippen Creatives produziert wurden. Das sind tatsächlich eher Grey-Klienten. Aber ganz klar, diese Generation wagt sich immer tiefer ins Netz. Erste Anlaufstation ist dann meist Google & Co.

    Und es gibt Gruppen mit wenig Zeit und wenig Geld, weil sie mit zwei/drei schlechten Jobs unterwegs sind und kaum rumkommen. Sich auch kaum DSL leisten können fürs lange Abhängen im Netz.

    Ich glaube diese Gruppe ist verhältnismäßig klein in Deutschland. Klingt eher nach USA. Bei uns isses meist noch Festanstellung (vielleicht nicht besonders gut bezahlt) oder Hartz4. Auch wenn es klischeehaft erscheint, so sind sozialschwache Gruppen oft fleißig beim qualmen und sehr intensiv in Fluchtwelten wie TV, Videogames und Internet unterwegs. Sie nehmen sich dann tatsächlich Zeit und Geld.

    Was ist eigentlich mit den fetten Taschengeldkonsumenten, die von Mama & Papas Geldbeutel eifrigst konsumieren und das TV schon ziemlich intensiv meiden?

    Früher hatte man sich drei Tage mit der Aussicht auf frisch gemachte Fazzoletti gefreut und die dann auch gemacht. Geplant wird kaum mehr, weil die Welt einem auch keine Puste für Planungen lässt.

    Definier doch mal bitte was “früher” ist. 70er, 80er, 90er? Ich glaube dieses “keine Puste” verklären wir ein wenig in unserem Rückblick auf die Vergangenheit. Ich komme aus einer eingefleischten Arbeiterfamilie, ich kenn das etwas anders. Da hat man auf Märschen und Kundgebungen noch für erheblich weniger Arbeitszeit gekämpft. Die Informationsdichte nimmt zu und damit der Druck immer up-to-date zu sein. Ich glaube wovon du sprichst ist ein klassisches Symptom für die Informationsgeneration. Immer dran bleiben und immer ALLES wissen zu jeder Zeit.

    Das mit dem Wertverlust kann ich nur bestätigen. Wir verarmen, dadurch, dass wir nicht mehr begreifen können, welche Historie ein Produkt eigentlich hinter sich hat, bevor wir es in den Händen halten. Wieviele Hände daran arbeiteten usw. Dadurch sinkt natürlich die Qualität im allgemeinen, aber auch die Unzufriedenheit steigt und die Gier nach mehr Produkten, weil die alten ja nix taugten. Diese Spirale ist äußerst gefährlich und nicht umsonst war “geiz ist geil” als Kampagne so gesellschaftlich umstritten, denn es war zugleich auch eine kulturelle Leitlinie, die sich bis heute – zur Kernschmelze – vollzogen hat.

  15. meistermochi» Blogarchiv » Unwichtiges Online-Prekariat?

    [...] Welche Kundengruppen wollen tatsächlich online über Marken reden? Welche Kaufkraft repräsentieren… [...]

  16. eddi ist berechenbar

    @Vroni nochmal Veto
    Ja, Konsumenten verhalten sich heterogen im Vergleich zu er guten alten homogenen Zeit (bis gegen ende des letzten Jahrtausends vor ca 10/20 Jahren), aber diese Heterogenität hat feste Muster. Sobald es feste Muster gibt, gibt es Berechenbarkeit.

    ich zum Beispiel bin komplett berechenbar. Als Mensch und als Konsument, selbst wenn ich “widerspüchlichkeiten” (die ich nicht als solche empfinde) aufweise.
    Beispiel: Ich bin in bestimmten Bereichen total knauserig und in anderen unangenehm verschwenderisch (frag meinen Dispo ;-) Aber ich bin immer in denselben Dingen knauserig und immer wieder in denselben Dingen verschwenderisch. Bin ich widersprüchlich? Bin ich berechenbar? Beides: Ja.

  17. Patrick Breitenbach

    Es geht um Interessen im Hier & Jetzt, d.h. Pushwerbung auf gut Glück ist alles andere als effizient. Warum wohl sahnt Google grad so viel auf dem Werbenarkt ab? Weil sie es gecheckt haben. Aber Google ist eine Maschine, die mit Keywords arbeitet, was also denen fehlt ist das Menschliche. Profile, Persönlichkeiten, Ratgeber, Mentoren, Vorbilder und deren Gedanken, Ideen und Geschichten.

    Marken müssen lernen einfach nur da zu sein. Gefunden zu werden, zum Gesprächsgegenstand werden, Lebensrequisiten sein. Marken brauchen nicht mehr zu versuchen, die Big Story in einen Spot zu stecken. Marken müssen sehr viele kleine parallele Stories zu einer großen vereinen. Das große Ganze kann nur durch bestimmte Weichen definiert werden, es kann aufgrund der Komplexität und der Vielschichtigkeit der Interessen und damit auch Verhaltensweisen nicht strategisch komplett entworfen werden. Die big story entwickelt sich langsam und sollte eigentlich nur anhand des Erfolges sichtbar sein. Die Marke braucht zum einen sehr viel Raum und Bewegungsfreiheit um sich weit entfalten zu können, aber sie braucht auch einige klare Maxime. Viele nischenspezifische Kundenansprachen müssen in der Gesamtheit unwidersprüchlich den Markenkern, die Positionierung widerspiegeln. Mag für viele schwammig klingen, es ist aber auch für mich noch etwas “Beta”. Wichtig ist: Präsenz, Zuhören, Interesse spiegeln, parallel und vernetzt kommunizieren, Orientierung am Markenkern, viele kleine Ideen und Massnahmen ergeben am Ende die große Markengeschichte mit Empfehlungsreiz.

    PS: Offtopic. Ich kann kaum glauben dass ich das per iPhone mit sprachkorrektur getippt habe

  18. Michael Gross

    @Patrick: Höre ich aus deinem Letzten Kommentar den Gross`schen Einfluss raus ;) Bin da ganz deiner Meinung.

  19. Patrick Breitenbach

    @Michael: In der Tat, dieser Anstoß kam u.a. durch deinen Blogeintrag bzw. die Beschreibung deines jüngsten Projektes hier: werbeschaf.blogspot....

  20. @Hobbes84

    2 klasse texte von @martinoetting "offener brief" tinyurl.com/6sycex & @Werberolli tinyurl.com/6puup9 #OnlineMedienKonsumenten

  21. Vroni

    @ Flausenkopf

    “übertreibung als stilmittel, ganz klar :P”

    Jain.
    :-)

    Übertreibung ist: Krass, überspitzt und zwar in alle Richtungen, egal ob positiv oder negativ krass.

    Die Übertreibung der ausgerechnet so tollen Lustigkeit des JvM-Heesters-Spots ist für mich mehr als nur ein Stilmittel. Mir sagt es, dass JvM durchaus die Zeichen der Zeit erkannt hat, also weiß, auf was die Leute abfahren: Gröl und Popcorn, bis der Arzt kommt. War schon beim Matthias Reim-Spot so, der war aber besser, weil selbstironischer. Krasser Gröl und Popcorn fürs Folk ist dann am meisten verbreitet, wenn die Zeiten eigentlich gar nicht so gut sind (Schmalspurhistoriker 1. Semester).

    Von daher sind JvM gar nicht so blöd.
    Sie sind auch recht klug, da Frau Heumann mit ihrem geballten Charme auf die Werbeblogger loszulassen :-) (Oder besser: die Werbeblogger auf die einfühlsamen Reden von Frau Heumann loszulassen). Das ist wahre trojanische Tradition.
    :-)

  22. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Vroni: Och, es gab bestimmt schon so selbst ernannte Fachleute, die Karen von diesem Schritt zum Werbeblogger abraten wollten. Ich kann daran nur Gutes finden und Charme ist ein durchaus zulässiges Kommunikationsinstrument, was mir persönlich gefällt.
    Teil 2 unseres Gespräches folgt demnächst…

  23. Zuckermann

    viva patricks:”Evolution, baby! ;-)”
    ich schließe mich an mit einem: geh nach hause, karen… und check den nächsten tv-werbeblock…

  24. Vroni

    Charme ist der Obertrojaner, jawoll.

  25. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Zuckermann:
    JvM dürfte nicht alles falsch gemacht haben in letzter Zeit, oder?
    Häme finde ich daher wenig angebracht, lieber charmant auf konstruktive Kritik setzten. Nachher heißt es nur wieder: Der Blogpöbel ist ja nur neidisch ;-)

  26. Patrick Breitenbach

    Wie man in den Wald hineinruft …

    auch wenn man das nur für Kunden macht und -natürlich- nicht für sich selbst. Ich glaube JvM sollte so einiges vertragen können, egal wie es außen oder hier stilisiert wird. Schließlich schaut man doch dem Volk gerne aufs Maul und auf die Klowand. Man will Aufmerksamkeit um jeden Preis, man will doch diese permanente Diskussion, man will doch diese Art Branding.

    Neid ist natürlich ein wunderbares Totschlagargument, villeicht das einzige, was noch zieht, anbetracht dessen, dass bei JvM Strategie angeblich alle hier aufmerksam mitlesen, sie sich aber einem Gespräch mit Menschen hier (und sei es “nur” der Blogpöbel) ganz offensichtlich verweigern.

    Neid steckt sicherlich das ein oder andere mal drin, es aber als Generalsausrede zu verwenden, wenn man Häme erhält, halte ich für blanken Unfug. Schließlich gibt es auch andere Beispiele von erfolgreichen Menschen, die einen potenziellen Neidfaktor haben.

    Das Spiel mit den Polaritäten, Klischees und Prollfaktoren hat eben seinen Preis.

    Auch ich habe mir in letzter Zeit eingeredet, dass die Leute da draußen alle böse, gemein und vom Neid zerfressen sind, dabei hatte ich völlig vergessen MEINE Einstellung den anderen Menschen gegenüber genauer zu überprüfen.

    … so schallt es heraus

  27. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Danke Pedde, das dürfte so ungefähr die Intro für Teil 2 unseres Gespräches mit Karen Heumann sein :-)

  28. Vroni

    Um noch mal auf das Thema des Leit- oder Leid(?)-Eintrags oben zurückzukommen und festzuhalten:

    1. JvM ist eine vorwiegend klassische Agentur, Punkt. Es ist ihr Kerndasein.

    2. Nichtklassische, die sich sehr wohl um das Internet kümmern, gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Warum sich an JvM verbeißen.

    3. Klassische TV-Werbung (one to many) arbeitet nach wie vor. Denn es gibt eben Produkte, bei denen diese Herangehensweise (im ergänzenden Konzert mit weiteren Werbemitteln) genau die richtige ist.

    4. Die neueste Studie zeigt: TV-Konsum wird weiterhin sein und vor Internet.

    5. Klassische Werbung wird es also immer nach wie vor parallel zu neuen Werbeformen geben.

    6. Wie eine klassische Agentur (und im Hintergrund ihr auftraggebender Werbekunde) die Internetaffinen sieht, hängt davon ab, was sie generell für ein Menschenbild haben. Und das ist eine Corporatesache: Haben sie als Unternehmen eins von oben herab, dann haben sie es in allen Bereichen. Sehen sowohl die Internetaffinen verächtlich als Loser genauso wie die Bauersfrau aus dem Bayerischen Wald. Haben sie eine Einstellung auf Augenhöhe (wie die Kellerei Walter), dann zieht sich das ebenfalls durch alle Bereiche, nicht nur gegenüber Bloggern. (Haben wir sehr schön an Kirstens Kommentar gesehen, der mir sehr gefallen hat.)

    7. JvMs Kunden neigen vermutlich zur ersteren Sorte.

    8. Möglicherweise können diese ersteren Kunden gar nicht anders, denn sie kriegen ihr Weltbild von der “beratenden” Agentur vorgekaut (Henne-Ei)

    9. Last not liest^^: Um klassische Agenturen, die weiterhin diese zwar recht clevere, aber doch psychologisch-plannerische von oben-herab-to-many-Schiene fahren wollen, würde ich mir keine Sorgen machen. Derzeit rechnet es sich noch gut. Sonst würden sie hastdunichtgesehn diese Haltung sofort fallen lassen und sofort etwas gänzlich Neues predigen. Und rasch ein ganz neues Buch rausbringen: Internetum. Oder sowas. Tun sie aber nicht. Denn das Internet wächst zwar, aber nicht mehr so schnell, wie es manche Überzeugte lieber hätten.

    Wegen 9: Ein vehementer, missionierender Dialog der ungeduldigen Internetgeeks ausgerechnet mit solchen klassischen Vertretern kommt mir immer ein bisschen so vor, wie zu versuchen einen Hund zu überzeugen, dass er fortan den Baum hinaufgaloppieren soll.
    :-)

    Viel besser erschient mir der Weg, den Hundehalter^^ (Werbekunden) zu überzeugen, dass er sich besser zusätzlich eine körperlich geschicktere Katze (gute Internetagentur) anschafft, statt mühsam den Hund zu trainieren.
    :-)

  29. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Frisch auf den Tisch von Robert, der sich aus so seine Gedanken über das “wie” und “wohin” von Werbeagenturen und ihren Kunden macht, freilich aus der -fast- unbeteiligten Position ;-)
    basicthinking.de/blo...

  30. Vroni

    Und am Ende übernehmen Katzen sowieso die Weltherrschaft.

  31. Patrick Breitenbach

    zu

    1. JvM ist – wenn auch viele nicht wahrhaben wollen – die deutsche Vorzeigeagentur im Bereich Kreation und Strategie (nach Effiegewinnen egal wie zustandegekommen). Durch JvM/next repräsentieren sie auch die “Spezialdisziplin” Internet. Ihr Kern ist also full-servise im Sinne von Markenführung und Kommunikation.

    2. Weil JvM auch das bei vielen BlueChip-Kunden kommuniziert. Auf sie wird gehört. Und die kleineren Kunden orientieren sich wiederum an den Großen.

    3. Aber lange nicht mehr so effizient wie man glauben mag und schon gar nicht für alle Produkte, Marken und Zielgruppen. Es hat seinen Zweck, aber sicherlich nicht mehr den von vor 30, noch weniger den von vor 15 Jahren. Es gibt zu viele Kanäle aber vor allem mächtig viel Ausweichmöglichkeiten zum TV-Werbeblock. (DVD, onDemand, Videorekorder, Zappen usw. usf.) Hat mal bei 3 und sogar noch bei 6-7 Programmen bestens funktioniert!

    4. TV-Konsum wird weiterhin sein, vor allem IM Internet. ABer wie definierst du TV-Konsum? Das Fernsehgucken (inkl. DVD etc.) oder das Programmgucken?

    5. Hat auch niemand etwas anderes behauptet. Doch je mehr es davon gibt, desto uneffizienter wird es. Die Dosis bestimmt das Gift. Der Dreiklang muss her und kein ohrenbetäubendes Rauschen.

    6. Sehe ich ganz genauso. Siehe Kommentar oben.

    7. s.o.

    8. Exakt, daher muss es auch unter anderem hier und da: connectedmarketing.d... diskutiert und sich dran festgebissen werden.

    9. Ein Umdenken findet statt, sie wissen nur noch nicht so recht wie, denn dann müssten sie sich ja mit Geeks unterhalten. Pfui! Igitt!

    Mir kommt es so vor, als Versuche der Hund verzweifelt seine Flöhe loszuwerden.

    Und Katzen (was sind “gute” Internetagenturen? Rein Internet oder auch Anknüpfung zu der Klassik, die du zuvor noch so heftig beatmest?) können nicht immer markenstrategisch ganzheitlich (ja ich weiss ab ins Schwein) denken und handeln. Trennung der Disziplinen is out. Es muss schon jemand führen. Marketingleiter sind da meistens nich so dolle.

  32. Patrick Breitenbach

    Ach ja, Ein Netzwerk aus Spezialisten wäre gut. Aber bring die mal dazu im Gleichklang zu arbeiten …

  33. Vroni

    Patrick,
    auch Internetagenturen wissen, dass es nicht allein um Technik geht, sondern um ganzheitliche (blödes Wort, siehe Phrasendreschungseintrag) Ansprache, um Strategie. Und stellen auch nur Art Direktoren und Konzeptioner ein, die online begriffen haben und können, weder Klassiker noch reine Geeks sind. Einfach mal Stellenangebote von denen checken, die gibt es zuhauf.

    Und dann kann es sein, dass es einen Anführungskampf gibt, wer – Klassiker oder Internetpeople – die strategische Führung übernimmt. Werbehistorisch Interessierte wissen, dass es Leitkämpfe um die Führung der Kommunikation des Werbekunden schon immer gab, ganz früher war sie mal in den Unternehmen selbst; auch PR-Agenturen führen sie heutzutage vehement, denn sie wollen als spin doctors diejenigen sein, die den “spin” vorgeben und sehen sich in der Leitkommunikation sogar VOR der klassischen Leitagentur und vor dem internen Marketing der Unternehmen.

    Und ich beatme Klassik nicht, sondern lasse sie gelten. Denn viele Produkte brauchen das gar nicht: das Reden mit ihnen. Kein Mensch will mit seinem Brillenputztuch (low interest) diskutieren. Nicht alles ist i-Pod (Hipness) oder Apfelsaft (Achten auf gesunde Produkte).

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mich als Kunde auf einem Sixt-Blog angeregt mit meinem Autovermieter unterhalten will. Was wären das für Gespräche: “Gestern haben Sie mir aber keinen Gutchein für die Süddeutsche mitgegeben!” Oder: “Dauernd BMW. Wann kann ich mir endlich einen Lamborghini für 20 € den Tag ausleihen?”

  34. Patrick Breitenbach

    Wer will schon einen Sixt-Blog? :-D

    Und wer hätte gedacht, dass ein Blog über Saft attraktiver ist als ein Blog über Leihautos? ;-)

  35. Patrick Breitenbach

    Der einfachste Weg wäre der Brand Manager. Von mir aus auch eine Art Planner der alles ein wenig im Auge hat. Die Frage Internet ODER Klassik stellt sich mir gar nicht. Es ist immer ein UND. Alles andere ist eine Frage der Gewichtung.

  36. Vroni

    Naja, weil Leihautos im Unterschied zum Saft nicht sehr gesund sind.
    Nicht einmal fürn Geldbeutel. :-)

    (Obwohl sie anderes behaupten. Denn wenn Pleitier Matthias Reim 30 Tage den Monat mitm Leihmobil à 60 € den Tag bestreitet, ginge das gewaltig aufs Konto mit 1800,00 € monatlich. Da muss er noch viel für singen, bis er 104 wird wie Heesters, mindestens.)

  37. Vroni

    Brand Manager. So sehen Unternehmen wie MARS diesen Job: Klassik, kein Wort vom Internet.
    mars.com/global/Care...

  38. Claudia Sommer

    Oh mein Gott, was ist das bitte für eine unterirdische Aussage?

    “…Frau Heumann wies im Gespräch darauf hin, dass Menschen, die in Vollbeschäftigung seien, vermutlich kaum Zeit hätten, sich in Blogs und Foren zu tummeln, die große Mehrzahl sei nach wie vor eher bereit, sich abends nach Feierabend vor den Fernseher zu setzen….”

    Ich kann das kaum glauben…

  39. Vroni

    Noch ein Gedanke zu der Eigenpräsentation von Werbeblogger gegenüber JvM et.al

    Ich wäre von Anfang an nicht auf dem Blog auf deren Steilvorlage “Loser” und “loser generated content” eingegangen. Nie. Wer sich nicht als Loser fühlt, braucht sich doch nicht angesprochen fühlen und fühlt sich auch nicht, wer sich jedoch als Loser fühlt, fühlt sich sofort angesprochen. Denn egal was man dann als Internetgeek äußert, klingt empört (angesprochen) bissig verteidigend und neidzerfressen. Egal ob es so ist oder nicht. Und man hört dann als Unternehmen nicht mehr zu.

    Warum? So ein (dummes) Vorteil auch noch eifrig unfreiwillig, zu bestätigen, ist ein extremes Hindernis für die ansonsten gute und kompetente Art, zu überzeugen.

    Ich bin der Meinung, Überzeugung beim Gegenüber wirkt erst dann, wenn so Geschichten wie “Ihr fühlt euch nur angegriffen, zu Recht? Ihr seid doch nur neidisch auf erfolgreiche Kreativagenturen!” gar nicht erst hochkommen. Sind sie erst mal da, wird es schwer. Egal was man Kluges sagt.

  40. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Vroni: Ist ganz einfach: Nicht alles, was uns unmittelbar persönlich betrifft, wird dennoch gelegentlich auf dem WB thematisiert. Alles andere wäre ja dann wirklich sehr selbstreferenziell ;-)

  41. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Was issn das für ne verschwurbelte Logik? :-)

    Wenn ich andere als Arschlöcher bezeichne und die sich dann darüber empören, heisst das, dass sie tatsächlich Arschlöcher sind?! Also da habe ich schon wesentlich cleveres von dir gelesen. :-)

    Mir ist es persönlich piepegal in welches Wohnzimmermöbel die mich reinstecken wollen, ich finde die Leute sollten nur wissen, wofür die Unternehmen ihr Geld so ausgeben.

  42. Vroni

    Ähm, verschwurbelte Logik? Viellecht, aber nicht meine. Ich beschreibe nur das was ich sehe und höre. Ich referiere nur, wie man gedenkt, Blogger zu sehen (und die tun denen den Gefallen zigmal).

    Es ist die Logik der anderen (doch nicht meine), jemanden, der sehr eifrig kritisiert, sofort als neidisch zu bezeichnen. Mit allen daraus resultierenden Problemen, die Kritiker kriegt, wenn er seine Überzeuguungen glaubhaft vortragen will.

    Oder anders gesagt (wie meine Oma schon): Wer sich aufregt, hat schon… Unrecht.

  43. Patrick Breitenbach

    Und wer nix verbrochen hat, der hat auch nix zu verbergen.

    Ja, diese “Omasprüche” kenne ich sehr gut. :)

  44. Patrick Breitenbach

    Meine Oma sagte übrigens immer: Was ist denn das für eine Krachbumm-Musik!?

  45. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Es scheint wohl, dass der Markenverband sich bestimmte Schlüsse aus Insights und die daran gekoppelte strategische Steuerung ihrer Marken nicht aus der Hand nehmen lassen will.
    Das Verhältnis zwischen Markeninhabern und Agenturen hört sich jedenfalls nicht gesund an:
    horizont.net/aktuell...

  46. Patrick Breitenbach

    @Roland: Sag ich doch, entweder Brand Manager oder Planner. Aber was ist eigentlich ein “neutraler” Berater?

    Diese Diskussion ist fast so ergiebig wie Journalisten vs. Blogger. ;-)

  47. Patrick Breitenbach

    Aber über ein neues Agenturgeschäftsmodell könnte man reden. Erfolgsorientierter, enger gekoppelt am Absatz. Im Gegenzug dann aber auch mit den Kunden über Kreationsfreiheit sprechen.

    So oder so, alles nur Menschen.

  48. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Jo, erinnert mich auch ein wenig an das “Naked”-Thema…
    werbeblogger.de/2008...
    Aber tatsächlich gibt es ja eine Menge von Strategieausgründungen größerer Agenturen, die diese “Neutralität” irgendwie ausweisen wollen…
    Vielleicht ist es genau diese Entwicklung und Positionierung, die den Markeninhabern nicht schmeckt. Die Reaktion des Verbandes klingt fast so, als ob sich hier die Werbebranche ungerechtfertigt “anmaße”…
    Es gibt außerdem neben den “Handwerkern” auch noch “Architekten”, beide sind oft genug extern beauftragt und keiner regt sich in anderen Branchen darüber auf. Der Architekt ist der Planner oder etymologisch der “oberste Handwerker”, der allerdings einen Plan des Ganzen haben muss. Sonst geht der Bau schief ;-)

  49. Patrick Breitenbach

    im Idealfall ziehen alle an einem Strang und tauschen sich kolloborativ aus, ohne diese ganzen Zickereien, wer denn jetzt den Längeren hat …

  50. Patrick Breitenbach

    aber …

    es sind ja menschen …

    ;-)

  51. Vroni

    Wenn Markeninhaber Folgendes über ihr Verhältnis zu Agenturen sagen “Wir sind der Hausherr – und die Agenturen Handwerker, die das Gebäude nach unseren Vorstellungen realisieren” sieht es allerdings nicht gut aus.

    Aber für beide Seiten. Auch für den Markeninhaber.

    Wer die Agentur hochherrschaftlich auf den technischen Ausführer und Ausführer/Ausbesserer von Kundenideen reduziert, nimmt sich einfach das Potenzial weg, das er nutzen könnte. Wie wärs mal zur Abwechslung mit Partnerschaft? Anders lassen sich doch viele aufgaben gar nicht mehr lösen.

    Ich kann nur über dieses Muskelspiel den Kopf schütteln. Aber über Agenturen, die ihre Beratungsleistung missbrauchen genauso. Zu neutralen Beratern: Es gibt keine neutrale Beratung, wenn man es sehr genau nimmt.

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  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
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