25.10.08
07:42 Uhr

Kommentarkultur

Aus den Kommentaren in den Blogeintrag. Eine Bemerkung und somit unfreiwilliger Gastbeitrag von Vroni (Missing Link):

Wie positiv ein Blog und seine Message wahrgenommen wird, wie er in der Öffentlichkeit Einfluss hat, das bestimmen nicht nur die Persönlichkeiten des Bloggerteams, sondern auch seine Kommentaristen. Ein gutgeführtes Blog ist im Idealfall ein Werk aller.

Mich wundert es nicht wirklich, wenn Patrick ab und an seinen Blues kriegt. Ein Blogger braucht konstruktives Feedback, das ihn weiterbringt und nicht sowas wie derzeit. (Dann lieber Kommentare abschalten wie Anke Gröner…) Unabhängig jetzt vom Vögelchen hier: Ich nehme auf dem Werbeblogger bei Kommentaristen seit längerem einen Trend zum Spammen, zum unwitzigen Gauditexten auf Teufel komm raus und einen Trend zum faulen, zusammenhanglosen Twittergeschwätz wahr. Außer jo, goil oder zynisches abschalten, gähn, nerv findet sich nicht mehr viel. Vergleicht mal mit der Werbeblogger 2006 Historie.

Ich – und sicher viele andere auch, meine positive Vermutung – lese Blogs auch und gerade wegen ihrer Kommentaristen. Sie regen manchmal sogar mehr an als der Haupteintrag. Danke an dieser Stelle auch an ramses101.

Man kann beispielsweise über Dons Rebellmarkt und über Don als Person sehr geteilter Meinung sein, aber mancher Kommentarist da drin made my day schon seit Jahren. Kommentaristen sind das Asset eines Blogs (Von daher gesehen hätte ich gern mehr Kommentare auf unserem Blog, aber die paar Leute, die sich darauf verirren, schreiben und antworten recht unterhaltsam UND gehaltvoll, danke dafür.)

Oder Fontblog. Auf dem Fontblog schreibt sicher auch mancher, nerviger “Falsche Gansefüßchen!! You idiot!!”-Streber, aber alles in allem sind die Kommentare sehr gehaltvoll, stellenweise wirklich witty. Das baut auf und inspiriert, wenn mein kleiner Freiberufler-Alltag recht knorpelt.

Vielleicht gibt das einigen Leuten mal zu denken, die hier auf dem Werbelogger ihren “Nutzwert” “rausziehen” wollen, bequem ohne Gegenleistung über das Neueste auf den Stand gehalten werden wollen, aber dennoch fleißig auf die Blogroll verlinkt werden wollen, dass das Geben und Nehmen bei ihrer Denke nicht mehr stimmt.

Wer inspirieren will (Patrick), muss auch inspiriert werden. Punkt.

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7 Kommentare

  1. nilsn

    Gibt schon tolle Kommentare, gerade wenn man irgendwelche Virals eingebettet hat. Dann kommt ein Kommentar “Schön ist auch dieser…”, der aber alles andere als schön ist. Und wenn ich den selben Kommentar dann noch in anderen Blogs lese, da bleibt nur ein Kopfschütteln. Oder die Angebote zum Linktausch, vergesst es!

    Da friste ich lieber das Nischendasein, und erfreue mich meiner wenigen aber ernstgemeinten und guten Kommentare.

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Aber bitte jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Es mehren sich in der Tat reflexartige Nullwertkommentare, aber die Mehrzahl hat denn doch etwas zu sagen. Und dafür euch ein großes Danke.

  3. Patrick Breitenbach

    Die Mehrzahl der Leser schweigt. Das ist auch okay. Und natürlich sind wir dankbar für jeden Kommentar, der etwas beiträgt, sei es auch Kritik in der Sache.

  4. Patrick Breitenbach

    Allerdings werde ich mich auch bemühen in Zukunft besser zuzuhören, auch werde ich wieder verstärkt Blogs lesen und Dinge dort aufgreifen. In Zeiten der nahenden Depression werde ich versuchen möglichst viel Positives hier rauszulassen.

    Und auch werde ich sachlich besonders wertvolle Kommentare in Zukunft einfach mehr wertschätzen und hervorheben.

    Soweit von mir, damit wäre die selbstrefrentielle Phase für mich vorerst abgeschlossen.

  5. Boris Noll

    Ich mag euren Blog ja wirklich aber was mich ein bisschen kümmert ist die Kommunikation über die Kommentare bei manchen Themen kommen echt wie fanatisch Beiträge aber das sind genau meistens solche die von der eigentlichen Thread Thematik Abstand nehmen und sich dann zu Flamewars ausbreiten. Schade ich hätte gerne mehr Feedback auch auf Kommentare von uns die zum Thema passen :)

  6. Patrick Breitenbach

    Hallo Boris, du hast natürlich recht mit deiner Beobachtung, das ist auch das klassische Szenario, wie man es beispielsweise aus Schulklassen kennt. Die Verhaltensauffälligen Schüler bekommen immer die größte AUfmerksamkeit.

    Es ist bei uns angekommen und was mein Teil angeht, werde ich versuchen genau umgekehrt zu handeln. Auf sachdienliche Kommentare reagieren und Angriffe so gut es geht ignorieren. Ist auch für uns nicht ganz einfach. We try harder!

  7. We try blabla

    Meine Lieblings-Anglizismen:

    1. Feedback
    2. witty
    3. Asset
    4. We try harder!

    Meine Lieblingsfehler:

    “Die Verhaltensauffälligen Schüler”

    “bequem ohne Gegenleistung über das Neueste auf den Stand gehalten werden wollen”

    Meine Lieblingssätze:

    “Das baut auf und inspiriert, wenn mein kleiner Freiberufler-Alltag recht knorpelt.”

    “Auf sachdienliche Kommentare reagieren und Angriffe so gut es geht ignorieren. Ist auch für uns nicht ganz einfach.”

    (Sach)dienliche Hinweise und Angriffe auf das Verblödungs-Deutsch unserer Zeit ignorieren und weiter machen wie bisher. ;-) …yeah baby

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Eure Kommentare

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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