17.10.08
23:28 Uhr
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weichen
ich lese gerade einen alten beitrag von mir und stelle fest, dass sehr vieles, was ich in letzter zeit geschrieben habe irgendwie verkrampft, verbittert, negativ und/oder abgedroschen wirkt.
höchste zeit um einige weichen zu stellen.
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Am 18. Oktober 2008 um 00:15 Uhr
du spiegelst die zeit.
Am 18. Oktober 2008 um 00:46 Uhr
Vielleicht kriegst Du einfach nur nicht genug Schlaf…
Am 18. Oktober 2008 um 06:45 Uhr
Das mit dem verbittert stimmt allerdings. Das ist aber bereits seit Monaten so – muss ich leider bestätigen.
Was allerdings nicht heißt, dass dies unbedingt verkehrt ist. Es ist dein Blog – du schreibst was du denkst.
Und vielleicht ist es auch ein wenig Zeitgeit. Ich denke nur, dass dieser Blog sich in letzter Zeit ein wenig zu sehr von der Kaiser Edition hat leiten lassen. Nicht falsch verstehen: Ich bin ein großer Fan von beiden Blogs, aber ich schätze eben auch die Unterschiede.
Am 18. Oktober 2008 um 09:02 Uhr
ohne roland beleidigen zu wollen, aber der schreibt verkrampft. ich kann schon an den überschriften einschätzen, von wem der artikel stammt…ich finde euch trotzdem gut…
Am 18. Oktober 2008 um 15:19 Uhr
Vielleicht hilft es, den Weltverbesserungsdrang zurückzunehmen und auch das Bloggen einfach nicht so ernst zu nehmen. Das kommt von das.
Am 18. Oktober 2008 um 15:40 Uhr
Ach Vroni, du weisst genau dass ich das nicht tun werde! :-)
Es wird eher wieder in diese Richtung gehen:
werbeblogger.de/2006...
Am 18. Oktober 2008 um 17:02 Uhr
@Nino:
Ich bitte um Linkbeispiele und eine Begründung. So ist mir das zu lau…
Am 18. Oktober 2008 um 19:39 Uhr
Früher was das ein Blog über ungewöhnliche und gute Werbung. Und auch wenn die Schweinewerbung für den Untergang der Gesellschaft verantwortlich ist, die geilen Sachen machen allen Spaß. Also zurück zur Werbung, würde ich sagen. Und weniger Tagebuch…
Am 18. Oktober 2008 um 20:18 Uhr
Also ich finde persönlich das der Patrick und der Roland sehr gute Beiträge schreiben.
Was soll man machen wenn es was Negatives zu berichten gibt? Es etwa krampfhaft schön reden?
Macht weiter so!
Am 18. Oktober 2008 um 21:05 Uhr
Einfach weniger schreiben. Es muss ja nicht täglich was veröffentlicht werden. Manchmal stellt man nach dem Lesen fest, dass man in der Zeit vielleicht auch abspülen hätte können…
“Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.” Oscar Wilde
Am 19. Oktober 2008 um 04:00 Uhr
@moedahoe das Zitat klingt sehr waise und etwas amüsant :D
Am 19. Oktober 2008 um 09:14 Uhr
Ich finde Rolands Beiträge stets sehr ansprechend, interessant und tiefgehend. Was Nino verkrampft nennt, würde ich als sprachlich anspruchsvoll bezeichnen.
Am 19. Oktober 2008 um 17:26 Uhr
Auch dich überkommt eben nicht die Alterssanftheit :-). Eher im Gegenteil. Ich kann´s zu gut verstehen. Für mich kein Mangel an Qualität, eher an Geduld.
Am 19. Oktober 2008 um 22:04 Uhr
AUSSCHALTEN! Dieser Blog ist unerträglich.
Am 19. Oktober 2008 um 23:42 Uhr
Was heulst du denn rum? Und was für “weichen” sollen dir deine Leser denn stellen? Wenn du schon deine eigenen Schwächen bemerkst, kannst du doch auch alleine daran arbeiten. Ich glaube, du willst hören dass es gar nicht so schlimm ist. Ist es aber. Abschalten wäre tatsächlich die sauberste Lösung.
Am 19. Oktober 2008 um 23:51 Uhr
@FischnochFleisch: Du hast es ja voll und ganz erfasst. Gratuliere. Du bist einfach so unglaublich scharfsinnigh, aber sag mal, wieso lümmelst du dich hier dann noch in deiner kostbaren Freizeit rum?
*tuuuuuttuuuuuuuuuut*sch*sch*sch*sch*sch*sch*sch*sch*sch*sch*
Also Kinder, abschalten! Jetzt! Nee! Doch! Komm! Na? Soo.
Am 20. Oktober 2008 um 11:07 Uhr
Fleisch ist ein anderer. Haben aber eine
ähnliche Meinung. Du hattest doch versprochen aufzuhoeren. Warum bleibst du nicht dabei?
Am 20. Oktober 2008 um 11:25 Uhr
@Fisch: Ich kann ganz schlecht loslassen – genau wie du anscheinend.
Ist schon interessant, darf ich mal deinen wahren Beweggrund wissen? Mal in der Vergangenheit auf die Füße getreten?
Am 20. Oktober 2008 um 12:22 Uhr
Nix abschalten!
Werbeblogger bleibt. Was soll ich sonst machen? :-)
Wichtiger wäre es mal diese Porno-Spammer loszuwerden!
Am 20. Oktober 2008 um 15:05 Uhr
Ich kapiers einfach nicht, hatte Patrick nicht schon mehrfach betont, zuletzt Anfang des Jahres, daß er das bloggen bei werbeblogger einstellen und andere Dinge machen möchten? Nun sehe ich daß er trotzdem fast täglich etwas veröffentlicht. Ist das nicht etwas inkonsequent bzw. bedarf es nicht einer Darstellung der Beweggründe?
Am 20. Oktober 2008 um 15:11 Uhr
Wieso? Wittert der Vogel Verlag etwa Morgenluft? :-D
Am 20. Oktober 2008 um 15:40 Uhr
:-D der war gut, ich sehe da liest jemand seine Logfiles ….
nein im Ernst ich bin ein Fan vom werbeblogger, jedoch wundere ich mich halt über die konträren Aussagen in relativ kurzem Zeitabstand. Was davon stimmt denn nun und wie geht’s weiter?
Am 20. Oktober 2008 um 15:49 Uhr
Hätte er ne Pressemitteilung rausschicken sollen?
Am 20. Oktober 2008 um 15:54 Uhr
Nö keineswegs, einfach nur klarstellen wie es in Zukunft weitergeht (Hier im Blog, hätte schon gereicht). Also mal ganz abgesehen von der digitalen Reputation ist es nicht unbedingt glaubhaft wenn man in den eigenen Aussagen nicht konsequent bleibt. Ich finde bevor man Entscheidungen trifft sollte man genau überlegen welchen Effekt diese haben. Ein konträres Verhalten zu gemachten Aussagen sorgt nicht gerade für Glaubwürdigkeit. Das ist meine Meinung.
Egal wie, hoffe hier geht’s weiter in gewohnter Weise weiter.
Am 20. Oktober 2008 um 16:07 Uhr
Patrick hat doch nie behauptet, dem Werbeblogger für immer und alle Zeiten den Rücken zu kehren. Wenn jetzt hier von “Glaubwürdigkeit” die Rede ist, dann ist das in meinen Augen eine moralische Flughöhe, die nicht ganz angemessen ist. (Worüber reden wir hier bitte?)
Am 20. Oktober 2008 um 16:12 Uhr
Dann zitiere ich mich mal selbst im besagten Abschied werbeblogger.de/2008...
Die besagten Weichen, die ich jetzt stelle sind rein persönlicher Natur. Kopfsache. Frisch werden. Klar werden. “Positive Vibration”.
Letzen Endes geschieht immer das, was eben geschieht. Egal ob hier oder eben ganz woanders.
Meine “Sprunghaftigkeit” und dessen Nachteile sind mir selbst nur all zu sehr bewusst, ich arbeite ja fieberhaft am ewigen Glückseligkeitszustand. Andere sehen in dieser Sprunghaftigkeit komischerweise die Eigenschaft sich immer neu zu erfinden, reflektiert oder flexibel durchs Leben zu gehen. Das sind die sonst so ewig gepredigten Phrasen in unserer Gesellschaft, dessen Umsetzung aber den meisten Angst macht, eben weil sie so unberechenbar sind.
Reicht das als Antwort fürs erste?
Und wie läuft media-treff.de so?
Am 20. Oktober 2008 um 16:15 Uhr
Das ist jetzt aber wirklich konträr! :-D
Am 20. Oktober 2008 um 18:04 Uhr
Danke für die Ausführungen, Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung :-)
Freue mich, wenn die Weichen sich zur persönlichen Veränderung Richtung “Positive Vibrations” stellen lassen. Sich selbst neu erfinden ist auch immer gut, vor allem dann wenn sich neu positionieren will. Genau deswegen hatte ich mich ja gefragt wo der Zug denn wohl hinfährt und deshalb mein Kommentar.
Was media-treff.de betrifft kann ich nicht viel zu sagen, ich denke auch hier gilt letztlich “Content is King”. Da ich persönlich nicht aktiv auf diesem Blog schreibe kann ich ihn auch nur aus Usersicht beurteilen. Ich denke der Blog muss sich nicht verstecken und hat mit Sicherheit seine Nische / Zielgruppe gefunden. Allein die Brancheninterviews sind doch mitunter schon nutzwertig. Schade im übrigen daß der Blog hier nicht auf der Blogroll ist erfreulich aber daß er dem Werbeblogger bekannt ist.
:-)
Am 20. Oktober 2008 um 19:31 Uhr
Dito. Für einen echten Fan vermisse ich uns aber auch in eurer Blogroll. Nä?! Auch wenn du dort “nur” die “nutzertigen” (hübsches Wort übrigens) Brancheninterviews führst ;-)
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Am 21. Oktober 2008 um 15:42 Uhr
Wie positiv ein Blog und seine Message wahrgenommen wird, wie er in der Öffentlichkeit Einfluss hat, das bestimmen nicht nur die Persönlichkeiten des Bloggerteams, sondern auch seine Kommentaristen. Ein gutgeführtes Blog ist im Idealfall ein Werk aller.
Mich wundert es nicht wirklich, wenn Patrick ab und an seinen Blues kriegt. Ein Blogger braucht konstruktives Feedback, das ihn weiterbringt und nicht sowas wie derzeit. (Dann lieber Kommentare abschalten wie Anke Gröner…) Unabhängig jetzt vom Vögelchen hier: Ich nehme auf dem Werbeblogger bei Kommentaristen seit längerem einen Trend zum Spammen, zum unwitzigen Gauditexten auf Teufel komm raus und einen Trend zum faulen, zusammenhanglosen Twittergeschwätz wahr. Außer jo, goil oder zynisches abschalten, gähn, nerv findet sich nicht mehr viel. Vergleicht mal mit der Werbeblogger 2006 Historie.
Ich – und sicher viele andere auch, meine positive Vermutung – lese Blogs auch und gerade wegen ihrer Kommentaristen. Sie regen manchmal sogar mehr an als der Haupteintrag. Danke an dieser Stelle auch an ramses101.
Man kann beispielsweise über Dons Rebellmarkt und über Don als Person sehr geteilter Meinung sein, aber mancher Kommentarist da drin made my day schon seit Jahren. Kommentaristen sind das Asset eines Blogs (Von daher gesehen hätte ich gern mehr Kommentare auf unserem Blog, aber die paar Leute, die sich darauf verirren, schreiben und antworten recht unterhaltsam UND gehaltvoll, danke dafür.)
Oder Fontblog. Auf dem Fontblog schreibt sicher auch mancher, nerviger “Falsche Gansefüßchen!! You idiot!!”-Streber, aber alles in allem sind die Kommentare sehr gehaltvoll, stellenweise wirklich witty. Das baut auf und inspiriert, wenn mein kleiner Freiberufler-Alltag recht knorpelt.
Vielleicht gibt das einigen Leuten mal zu denken, die hier auf dem Werbelogger ihren “Nutzwert” “rausziehen” wollen, bequem ohne Gegenleistung über das Neueste auf den Stand gehalten werden wollen, aber dennoch fleißig auf die Blogroll verlinkt werden wollen, dass das Geben und Nehmen bei ihrer Denke nicht mehr stimmt.
Wer inspirieren will (Patrick), muss auch inspiriert werden. Punkt.
Am 21. Oktober 2008 um 16:24 Uhr
Inspiration:
toxel.com/inspiratio...
Am 22. Oktober 2008 um 16:11 Uhr
Nochmal an Patrick gerichtet:
Das Problem, das du hast (wenn es denn ein echtes Problem ist), ist eigentlich nicht auflösbar.
Es wird scheitern, denn es liegt schon im Ansatz: Es ist die Kluft zwischen deinem positiven Sendungsbewusstsein einerseits und der Branche ausgerechnet Werbung andererseits. Werbung hat definitiv nicht die Aufgabe, aufzuklären oder die Gesellschaft zu verbessern, sondern die Wirkung eines Produktes zu kommunizieren mit dem Ziel, dieses erfolgreich zu verkaufen.
Bei einer anderen Branche, z. B. Pädagogik, eher machbar als bei Werbung. Und da ist es begrenzt und oft nicht richtig fördernd. Denn der beste Pädagoge ist ein innovativer Pragmatiker und nicht Weltverbesserer. Der Weltverbessere ist ein ganz schlechter Pädagoge.
Zurück zur Werbung:
Werbung ist dermaßen knallhart definiert und auch selbst eine ziemlich knallharte Branche. Ihre Auswirkung auf die Gesellschaft ist nur deswegen, weil sie die Gesellschaft spiegelt. Sie ist auf ihre Art dumm, denn sie kann nichts anders als spiegeln. Sie wird auch nichts anderes tun, auch wenn das manche Entwicklungen verstärkt (per weißem Rauschen), die man eher nicht so gut findet.
Werbung, die dem nicht Rechnung trägt, der wird folgendes passieren:
- Verlust von Kunden
- Keine Wiederholungskäufer
- Imageverlust
- Verlust der Glaubwürdigkeit
- Nichtbeachtung der Werbung
- Wirkungslosigkeit der Werbung
- Markendemontage
Sie ist daher manchmal ein unerträglicher Spiegel, aber ein Spiegel.
Wer da dran etwas verbessern will und nicht scheitern will, muss aussteigen. Spiegel sind als System entsetzlich emotionslos und uns Einzelnen daher überlegen.
Now something completely different:
Andere Möglichkeit wäre:
Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt. (Duchamp)
Oder auch dieser Ansatz kann sein:
Manchmal ist die Lösung (oder der Lösungsversuch) Teil des Problems (alter, aber wahrer Systemikerschnack).
Gute Besserung
Am 22. Oktober 2008 um 22:12 Uhr
@Vroni: Also eins nach dem anderen. Zu deinen Ausführung betreff Kommentaren: Das kann ich zum Teil teilen. Natürlich hat sich da etwas verändert. ALlerdings habe auch ich bei mir selbst festgestellt, dass ich weniger in anderen Blogs diskutiere oder gar lese. Ich glaube insgesamt ist da ein wenig die Luft raus, aber sicherlich machen es die einen oder anderen Kommentatoren nicht leichter etwas vernünftiges aufkeimen zu lassen.
Ich schätze Don wirklich als Blogger, aber ehrlich gesagt bieten seine Blogbeiträge nur wenig Raum für differenzierte Meinung. Don hat eine große Fangemeinde, die wenn er nicht selbst eingreift, oft ganz schön niederknüppelt. Nichts destotrotz mag ich auch die Kommentare dort. Das aber als neutral debattengeeignet zu halten finde ich maßlos übertrieben.
Ich glaube auch, dass der eine oder andere Kommentar von dir hier (und ich spreche das offen und ehrlich und bei allem Respekt den ich vor dir habe aus) so manche Leute davon abgehalten hat, selbst etwas zu sagen. Da wurde oft mal ganz gerne knackig-bayrisch drübergebügelt. Auch geballte Kompetenz kann Diskussionen, Fragen etc. abtöten.
Nun zur “Weltverbesserungskiste”: Ich bin aus dem Revoluzzeralter raus. Dinge, die ich nicht ändern kann, regen mich zwar auf, aber ich reibe mich nicht mehr daran auf. Wenn ich von Welt verändern spreche (nie verbessern) dann spreche ich von aktiver Gestaltung. Ich gestalte die Welt mit.
Kein andere Disziplin eignet sich mehr dafür als die Kommunikation (ich bin sicherlich kein klassischer Werber). Kommunikation ist das A&O, das Bindeglied, einfach alles, was auf der ganzen Welt so abgeht. Werbung (die kunterbunte Plakat- und SPotwelt) ist ein kleiner Teil davon. Aber auch diese Branche ist niemals klar definiert oder stringent knallhart. Das macht sie so interessant. Sie noch nicht einmal groß wissenschaftlich geprägt. Von heute auf morgen gibt es das Neue Ding oder die neue Strategie. Werbung ist ein großer Rummel und jeder hat da das tollste Fahrgeschäft.
Die Werbung ist in erster Linie ein Spiegel ihrer Macher. Das darfst du dabei nie vergessen. Es ist ja nicht so als ob Werbung aus dem Nichts entsteht.
Werbung kreiert aber auch Vorbilder und Markenwelten, die es vorher noch nicht gab (wenn es vorher überhaupt etwas noch nie gab) Werbung kann jedenfalls Trend- und Agendasetter sein. Werbung verkauft nicht nur Produkte sondern auch Interessen, Politik, Zeitgeist, Themen usw. usw. Was da erst die Kommunikation als ganz großes Ding macht …
Also diesmal liegst du wirklich meilenweit daneben, aber danke, dass du dich so um mich sorgst.
Das “Problem” ist wesentlich banaler: Unübersichtlichkeit, Frust über den derzeitigen Wertverlust (tausende von Ideen, Beiträge etc. und kaum Lob sondern lieber adaptieren der Ideen ohne Credits), Zukunftsungewissheit usw. usf.
Naja und von wegen Problem Lösung empfehle ich Watzlawicks Vortrag: Wenn die Lösung das Problem ist.
Ich liebe Probleme, weil man an ihnen arbeiten kann. Wenn es keine Problem gäbe wäre es langweilig.
Vielleicht wird deshalb ja auch meine harsche Kritik so oft mißverstanden?! Ich will ja nur zum spielen und arbeiten anregen! ;-)
Am 22. Oktober 2008 um 23:08 Uhr
@ Patrick
Kommunikation ist recht breit. Werbung ist tatsächlich viel enger, eine Untergattung.
Das Ding hier heißt Werbeblogger.de und positioniert sich allein schon durch seinen Namen als Blog über und um Werbung. Mus amn gar nicth mehr viel dazu sagen.
Randbereiche natürlich nicht ausgeschlossen, aber Werbung ist zweckunterworfen und keine freie Kunst der Kommunikation voller netter Menschen. Und ja, ich widerspreche dir, sie ist eine knallharte Branche. Mit knallharten Kunden. War selber 12 Jahre in der Werbung, amerikanischer Bauart, organisiert wie die Bundeswehr und Titel wie Feldwebel, Zeitdruck wie beim Raketenstart in Houston. Sowas ist nicht unbedingt ein Hort der Kreativität, anregender Kommunikation und freier Künste. Es wird sich auch schwer tun, im Namen besserer Kreativität von kreativi5tätsfeindlichen forderunge zu alssen, denn die emsitn Kunden sind Brotkunden und brauchen diese große, freie Kreativität gar nicht. Für die wenigen kreativen Vorzeigekunden und NGOs werden die Kreativen per mehrerer interner Pitch-Teams auf Höchsleistung gepust oder Hotshops eröffnet. Nach dem Motto viel Stress macht viel kreativ.
Sowas muss Rendite machen. Jedes Jahr 15-18%, das waren und sind die strammen Vorgaben aus New York. Units, die gerade noch schwarze Zahlen schrieben, wurden zugemacht. Kollegen hatten Hörsturz und Magendruchbrüche. Der Rest soff oder pflegte andere Macken. Ich weiß wovon ich rede. Es gibt keine Plüschagenturen. Sie, auch kleine, leben davon, junge Leute auszusaugen für wenig Geld.
Warum aber die Dinge komplizierter machen.
Wer die Kommunikation dringend breiter fassen will, muss tatsächlich den Werbe_blogger als Fachblog neu justieren. Und gegebenfalls neu benamsen oder eben was ganz anderes eröffnen.
Ich glaube, ich liege gar nicht so falsch, wenn ich behaupte, dass du nicht nur spielen willst. Wer nur spielen will, macht sich nicht so viel Arbeit udn Druck, sondern sieht die Dinge lockerer. Du willst schon was verändern und scheinst nur gerade etwas festzustecken.
Und zum Zuballern mit “Kompetenz”, die Manche stumm mache. Ich schätze die Leser und Kommentaristen des Werbeblogger nicht so ein, dass sie Schüchterlinge sind. Sie sind ganz schön frech manche. Und wer nicht schreibt, wenn ich grade in einem Thread bin, hätte der sonst geschrieben? Wir werden es nicht wissen. Ich weiß nur, dass persönliche Angriffe zunehmen. Das soll stumm machen bedeuten?
Ich würde mir wünschen, dass es statt Angriffe ad hominem mehr interessante Antworten ad res gäbe. Aber es sind anscheinend nur “Macho-Mädchen” hier, die nix vertragen. (Regt euch net schon wieder auf, ruhig Brauner)
Am 23. Oktober 2008 um 01:00 Uhr
“… Wertverlust (tausende von Ideen, Beiträge etc. und kaum Lob sondern lieber adaptieren der Ideen ohne Credits”
Patrick,
das ist allerdings ein Thema (endlich wird er mal konkret). Das Entwerten würde mich auch mürbe machen. Das Klauen ohne Credits und wenig Lob trotz der vielen Ideen ist eine Sauerei und nicht in Ordnung. Selbst wenn man ganz schräg das Klauen als indirektes Lob interpretieren will.
Meine persönliche Theorie (und es macht mir nichts aus, wenn man mich da als negatives Weib schmäht, das das tolle Internet nicht begreift) ist, dass das Internet einfach so ist: feige menschelnd und das Faule auch noch fördernd: absaugen, kupfern, klauen, sich unterhalten lassen, Popcorn raustun. Es fördert seltsamerweise nur bei Wenigen wirklich die Kreativität, Wertschätzung und Gemeinschaft (dann aber mächtig).
Am 23. Oktober 2008 um 08:39 Uhr
@Vroni: Tja, Werbebloggerlesen spart sogar den einen oder anderen Praktikanten oder unterbezahlten Junior Planner. Und die Werbeelite trägt das Ganze dann ein paar Jahre später als ihre eigenen Geistesblitze vor: buenalog.de/2008/10/...
Ich weiss, es ist diese verdammte Branche …
(auch wenn ich noch die Hoffnung hege, dass wirklich nicht alle so sind.)
Ich weiss aber auch, dass es anders gehen könnte und das da draußen, aus eigner Erfahrung, auch wirklich ein paar vernünftige Kunden sind (net nur die Kloanen). Vor allem isses ja nicht so, dass die Kunden wenig zahlen und dafür hochzufrieden sind.
Andererseits mmach ich das für interessierte und offene Studenten sehr gerne, aber auch dort gibts Kandidaten, die gleich erwarten, dass man ihnen ihre ganze Diplomarbeit schreibt.
Es ist tatsächlich eine Verarmung der Gesellschaft zu beobachten. Nicht aus materieller Sicht, sondern im Gegenteil, wir haben unser Wertbewusstsein verloren. Wir wissen einfach nimmer wieviel Arbeit, Schweiss und Blut in Produkt XY oder Dienstleistung Z steckt. Dadurch sinkt die Qualität, dadurch sinkt der Preis dadurch sinkt …
naja, was red ich …
Am 23. Oktober 2008 um 15:09 Uhr
Wertbewusstsein I (die Alten)
Wir hatten für eine deutsche Hightech AG die Broschüren neu geschrieben. Sie waren vorher grauslich, strotzten vor unverständlichem Hightech-Featurefucking. Man behauptete, es ginge nicht anders, das Produkt wäre halt so. Wir haben den drögen, wissenschaftlichen Text neu aufgearbeitet, 1. Phase Rohtext deutsch, der vor allem “richtig” sein musste, aber bereits den Anwender-/kundenorientierten “Benefit”-Ansatz drin hatte. Dann Zwischenfreigabe errungen (waren Doktoren und technischer Vertrieb, schwitz). Dann nach diese Phase erst den Rohtext in vernünftiges, lebendiges, phrasenfreies Deutsch übersetzt. (Doch man muss in harten Fällen von Deutsch nach Deutsch übersetzen).
Für den globalen Markt das Gleiche nochmal in lebendigem klarem Englisch (plain English) übersetzt (natürlich Native speaker danach drüber gehen lassen, wir sind doch nicht blöd…).
Was war?
Von der deutschen Company und vom deutschen Vertrieb, den Doktoren keine Bemerkung über das neue inhaltliche Konzept, die tollen Texte, nixen.
Vom US-Partner, einem Global Player aus Delaware, großes Lob für die Texte. Das macht mich stolz bis heute.
Was sagt uns die Gschicht?
Möglichkeit a:
In D ist Lob: Net gschimpft ist gelobt genug.
Möglickeit b:
Amis verstehen etwas mehr vom kundenorientierten Ansatz, welcher im ingenieurslastigen D bis heute in vielen Firmen immer noch kein rechtes Thema ist. Man schreibt als deutsche Firma zwar in die Webseiten rein: “Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt” (Obacht Phrasendrescherei werbeblogger.de/2008...). Das wars denn aber auch. Sie haben es nicht verstanden.
Wertbewusstsein II (die Jungen)
Mir (50) fällt nur auf, dass 20-30jährige in ihrer Reife-Entwicklung wesentlich später dran sind. Manche sind noch wie Kinder, wie wir mit 14. Unser Generation war etwas früher er_wachsen, die vor uns noch früher.
Dass man langsam glaubt, dei Jungen hätten kein Wertbewusstsein, keine Erziehung mehr, kann daran liegen, dass sie ungeduldig, un_erzogen und vom Stamme Nimm sind. Kinder halt. Bei manchen gibt sich das, bis sie 40 sind, manche bleiben so.
Und daran hat das Internet seinen hohen Anteil. Denn es unterläuft die Schulung der nicht sofortigen Bedürfnisbefriedigung und der Wertschätzung, die den gereiften Erwachsenen ausmacht. Internetjunkies sind wie Babies an der Brust: sie schreien gleich los, wenn sie was nicht gleich kriegen, denn der Button ist doch da und warum geht das nicht sofort.
Manchmal möchte man auswandern. Aber wohin?
Das Internet ist überall.
Am 25. Oktober 2008 um 07:42 Uhr
[...] Aus den Kommentaren in den Blogeintrag. Eine Bemerkung und somit unfreiwilliger Gastbeitrag von Vroni (Missing Link): [...]
Am 27. Oktober 2008 um 11:33 Uhr
[...] die die diversen Robs, Big T und eben Martin an den Tag legen. Mit euch wird die deutsche knallharte Werbelandschaft ein Stück weit wirklich schöner und das sage ich vor allem deshalb, weil [...]
Am 31. Oktober 2008 um 23:44 Uhr
[...] ist von einer Krise des Bloggens zu lesen, Blogblues hier, Katzenjammer da. Auch mich erreichte diese kleine Blog-Sinnkrise in der letzten Zeit sehr häufig. Mal schob ich das auf scheinbar langweilige Themen, nervige [...]
Am 6. Mai 2009 um 03:07 Uhr
Oh mein Gott, wird ja immer besser.
Am 6. Mai 2009 um 03:08 Uhr
Oh mein Gott, wird immer besser.