12.10.08
00:24 Uhr

Emanzipation des Mannes und der Traum von Bildung x.0

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Die männliche Emanzipation hängt der Emanzipation der Frauen um sehr viele Jahre hinterher. Wie evolutionsbeständig ist der Mann eigentlich, dem keine Rippe, sondern ein Stückchen Chromosom fehlt? Sehr interessantes Interview dazu vom berühmten Kinderarzt und Longsellerautor Remo H. Largo, dessen Buch „Babyjahre“ in keinem Regal von frischgebackenen Eltern fehlen darf. Er sieht ganz klare Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die oft propagiertestrenge geschlechtliche Gleichstellungsideologie bringt nun ihre Konsequenzen hervor – insbesondere (natürlich nicht ausschließlich) für die männlichen Schüler:

Die schwachen Schulleistungen der Buben liegen daran, dass im heutigen kompetitiven System mit Noten, Prüfungen und generellen Lehrplanzielen die Mädchen im Vorteil sind. Denn erstens reifen sie rascher heran. Im Alter von 12 Jahren sind sie einem Buben entwicklungsmässig im Durchschnitt um eineinhalb Jahre voraus. Zweitens haben Mädchen eine höhere Sprachkompetenz, was ihnen bei der Sprachlastigkeit der Lehrpläne ebenfalls zugutekommt. Sehr wichtig ist zudem die Arbeitshaltung: Mädchen sind fleissiger, zuverlässiger und angepasster. Sie begehren weniger auf. Buben sind erzieherisch aufwendiger. Geht es um Ordnung, Fleiss und Pünktlichkeit, haben Buben zum vornherein verloren. (…) Aber es darf doch nicht sein, dass die heutige Pädagogik die Buben ausgrenzt, weil sie nicht so pflegeleicht sind wie Mädchen. Die Buben werden verpathologisiert, weil wir sie nicht so haben wollen, wie sie nun mal sind

Ein sehr spannendes Thema, der Unterschied zwischen Mann und Frau, aber auch generell die Zukunft unseres Bildungssystems:

Heute leben wir in einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft, sie braucht Menschen mit anderen Kompetenzen. Eine Gesellschaft, die auf den einzelnen Menschen und nicht mehr auf die Masse setzt, braucht einen individualisierten Schulunterricht. (…) Eine Dienstleistungsgesellschaft braucht nicht disziplinierte, obrigkeitshörige Arbeiter, die nie aufmucken, sondern Leute, die selbstständig denken und handeln. (…) Orientieren wir uns also an den Fähigkeiten des einzelnen Kindes und machen eine Schule, die diese möglichst fördert und dadurch kompetente und selbstbewusste Menschen heranzieht.

Ja so eine Schule wäre schön. Unendlich viele Lehrer stehen einem Schüler bei freiwilligem Interesse zu jedem Thema zur Verfügung und bilden ihn ein Stück weit mit aus. Ein Mentor für jede Gelegenheit. Das, liebe Freunde, könnte wirklich ein denkbarer Nutzen im Web X.Y sein. Nette Spin-Offs für zu fett gewordene und gleichzeitig inhaltlich brach liegende Social Networks. Nicht werbefinanziert. Hoher Anspruch beim Datenschutz. Aber unheimlich viel Potenzial im Bereich „Personal“.

17 Kommentare

  1. Frank Meier

    Zitat Remo H. Largo: Orientieren wir uns also an den Fähigkeiten des einzelnen Kindes und machen eine Schule, die diese möglichst fördert und dadurch kompetente und selbstbewusste Menschen heranzieht.

    Ihr Kommentar: Ja so eine Schule wäre schön.

    Frage an Sie Herr Patrick Breitenbach: Wie kann es sein, das Sie in Ihrem Blogeintrag vom 10.10.08
    06:17 Uhr die Idee alle profitieren vom Einzelnen negieren, hier aber bejubeln.

  2. Cord

    ich bin zwar bei pädagogischen themen nicht so bewandert, doch ist das oben angesprochene nicht das konzept der montessori schulen?

  3. Patrick Breitenbach

    @Cord: Ja, ist sicherlich ein reformpädagogischer Ansatz, der genau in diese Richtung zielt. Flexible Individualpädagogik.

    @frank meier:
    1. Bin ich keine Maschine auch wenn mein Sohn momentan immer den „Robopapa“ von mir fordert.

    2. Verwechseln Sie meine Kritik. Ich verurteile nicht die individuelle Entfaltung, sondern egozentriertes Verhalten auf Kosten von vielen anderen Menschen. Wenn Individualismus gleichzeitig auch ein Segen für die gesamte Gesellschaft ist, befürworte ich das. Das ganze ist aber sowieso viel zu weit interpretierbar. Aber wenn sie Freude daran haben mich durch diese Argumentation zu diskreditieren, dann lass ich ihnen gerne dieses Vergnügen.

  4. Vince

    Hallo
    Ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Und ich stimme dir auch zu dass eine föderung der individualität sicher nicht schaden könnte.
    Aber ich frage mich ob die „Buben“ unter dem derzeitgen system tatsächlich schlechter wegkommen als die „Mädchen“. Letzten endes haben männliche Personne immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als umgekehrt. (Auch bei jüngeren Generationen die einen Ersteinstieg in die Arbeitswelt wagen.)

  5. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Patrick: Als schwer „beanspruchtes“ Kind und Mann im kommunikativen Dauerfeuer elterlicher UND ehelicher Pädagogen ist das Thema -obendrein für uns Väter von SÖHNEN!- in der Tat sehr aktuell.
    Im Grundschulbereich beklagen die vielen weiblichen Lehrkräfte die mangelnde Bereitschaft ihrer männlichen Kollegen, sich als Grundschullehrer zu betätigen. Die Grundschule als quasi „verlängerter Kindergarten“ will offensichtlich nicht so recht zum Selbstverständnis eines männlichen Lehrers passen. Hinzu kommt das Bild in der Branche, dass die Grundschulpädagogik nach wie vor weniger Ansehen genießt als vermeintlich anspruchsvollerere Tätigkeiten in der Sekundarstufe I und vor allem II.

    Durch diesen Umstand -aber auch insgesamt durch eine quantitative „Überbevölkerung“ von Frauen im Lehrerberuf- fehlt es an „generischer Antizipation und Empathie“ für die Jungs und ihre rebellischen Kreativpotenziale. Auch wenn es nicht für alle Lehrerinnen gilt, so „solidarisiert“ sich das Schulsystem selbstbefruchtend immer stärker mit den weiblichen Stärken.
    Tatsächlich gibt es auch ganz praktische Gründe dafür. Mädchen sind in der Regel kommunikativer, defensiver und sozialer. Das macht den täglichen Unterricht heutiger Lehrplanprägung überhaupt erst möglich.
    Interessant ist allerdings eine Beobachtung, die mir einige mir bekannte Lehrerinnen schilderten: Sollte eine Schulklasse deutlich mehr Mädchen als Jungen enthalten, wird der Unterricht tendenziell „langweiliger“ – so jedenfalls die Formulierung. Das Klassenleben wird lebloser, es fehlen sowohl den Schülern als auch der Lehrerin eben genau diese unruhigen, teilweise zappeligen Kräfte und Pole, an denen sich Pädagogik auch ganz praktisch reiben und beweisen kann, zum Vorteil für alle Beteiligten…

    Eine umfangreiche Individualpädagogik ist vielleicht wünschenswert, aber nicht wirklich kurzfristig umsetzbar. Ein ganz pragmatischer Ansatz wäre es aber unter vielen anderen, ganz konsequent einen kontrollierten Geschlechter- und Altersmix im Lehrerstamm UND bei den Bildungsbehörden über alle Schulformen hinweg herzustellen und zu pflegen. Damit schafft man wichtige Bestandsvoraussetzungen für einen gesünderen Themen-, Fächer und Lehrermix, der Jungen und Mädchen fair ansprechen kann und geschlechterspezifische Neigungen und Fähigkeiten besser fördert.

    …neben vielen anderen Themen, die diesen Kommentar richtig sprengen würden…

  6. Vroni

    Interessant.

    Gegenthese:

    Dass Mädchen weniger Probleme hätten und machen, da sie angepasster scheinen und das angepasst-Sein mögen, ist stark zu hinterfragen.

    Buben sind deiner Rede – und der Rede vieler aktuell diskutierter Pädagogen nach die die Nöte der Jungs entdeckt haben nach – zappeliger, leicht störbarer in der Entwicklung. Kann sein. Derzeit gibt es viel zu lesen darüber, dass Früh-Pädagogik gerade für Jungs männlicher und lebendiger sein muss und besser auf ihre Bedürfnisse eingehen müsse.

    Kann aber auch sein, das Mädchen ebenfalls Probleme haben, sie nur nicht so zeigen. Unter der Oberfläche ebenfalls durch das übertriebene Stillhalten und brav sein müssen (wie wir wissen, nennt man dies weibliche Sozialisation, die sehr früh anfängt) und auch durch die Überzahl weiblicher Pädagogen in der Grundschule nicht so recht das bekommen, was sie brauchen.

    Es gibt genügend Mädchen, die ebenfalls im Kopf eigensinnig (im besten Sinne eigensinnig) und in der Bewegungsfreude beweglich und ausgelassen sind, die werden ständig wieder in die alte brav-sein-und-lernen-Rolle gedrückt. Sie haben zwar erwiesenermaßen und durch die Bank alle bessere Noten als Jungs bis zu den Uni-Abschlüssen, aber das war`s denn auch. Sie leren bräver, ja. Aber ich halte das für dumm, nicht für klug. Eigenständiges Denken und den nötigen Biss haben sie nicht, aber das braucht an draußen, das Leben ist kein rosa Ponyhof. Sonst wären sie im Job ebenfalls besser und würden nicht Männer an sich vorbeiziehen lassen.

    Ich bin also der Meinung, beide, Jungs wie Mädchen, brauchen auf sie besser eingehende Pädagogik. Es kann nicht sein, dass Mädchen – nur weil Biologismus wieder Mode wird – vornehmlich wieder nur die Brav-sein-und-rosa-Schleifchen-Pädagigik verpasst kriegen und nur Jungs das unangepasst-sein-Dürfen ausleben dürfen.

    Einspruch also einer Tom-Boy, die den Unterricht ebenfalls grausam langweilig fand, die lieber auf die Bäume geklettert ist, als nur einen einzigen Socken fertig zu stricken. Also lasst man nicht die Mädchen da untergehen.

    Das überweibte Grundlehrerproblem ist fix zu lösen, wenn man mehr Geld zahlt. Dann kommen auch mehr Männer in diese Lehrerjobs. Mein bester Grundschulleher, der mich am besten gefördert hat, war ein Mann. Ohne Lehrer Lauterbach, der mir Mut zum Widerspruch und zum eigenständigen Denken beigebracht hat, wäre ich nicht auf das Gym, etc. pp.

    Frauen wird nur immer eingebläut, idealistisch, zurückhaltend und edel sein zu müssen (das Florence-Nightingale-Prinzip), ich glaube nicht, das sie von Natur aus so sind. Daher wählen sie Berufe mit wenig Geld. Immer noch.

    Also pidde keinen Biologismus, das wäre Rückschritt: Buben wären von Geburt an immer so, und Mädchen wären von Geburt an immer so. Es gibt genug Buben, die sofort zum Auto statt zur Puppe zu greifen, aber es gibt auch genügend Mädchen, die mit der Puppe nicht sooo mordsmäßig viel was anfangen können.

    Oder anders gesagt: Nicht nur die, die auffallen, haben Probleme mit diesem System. Sie zeigen sie nur auffälliger.

  7. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Vroni: Mädchen haben nicht weniger Probleme, sie haben nur in unserem Schulsystem tendenziell weniger Probleme, dieses System zu durchlaufen. Die Nachteile für die Jungs sind gleichermaßen auf die Mädchen übertragbar, vor allem für diejenigen Mädchen, die biologismus-übergreifend eben auch mal auf Bäume klettern und den rosa Ponyhof links liegen lassen.
    Das Problem der Jungs derzeit ist am Ende auch das Problem des gesamten Klassenverbundes.

  8. Patrick Breitenbach

    Die Biologie besagt sogar, dassd mehr Frau im Mann steckt als umgekehrt. Das y-chromosom ist eigentlich fast ausschliesslich dazu da, das männliche fortpflanzungsorgan und dessen funktion auszubilden. Für alles andere ist X zuständig. Von daher ergibt der Spruch „Männer denken nur mit dem …“ auch wieder einen Sinn. ;-)

    aber das nur nebenbei…

  9. Vroni

    Ach was.
    Lasst dochmal das olle Chromosom weg.
    Ein Chromosom kann nicht alles begründen.

    Ganz früher war die Schule Drill und Kasernenhof. Lest man Buddenbrooks, letztes Drittel, der kleine Hanno und wie entsetzlich für ihn die Schule war. Nie war Thomas Mann so ehrlich und unverbaut. Drill und Schnauze halten und brav sein galt und gilt als männlich. Mädchen waren gar nicht anwesend, da sie nicht zur Schule durften.

    Stillhalten und gehorchen war die Devise. Das schaffte der Lehrkörper ganz ohne weibliche Lehrer und ganz ohne Überanpasung an Mädchen schon lange vor 1968.

    Also net immer hchmodern auf die Überweibung und die Grundschulllehrerinnen rumhacken. Das Grundproblem liegt seit Bismarck woanders, auch wenn es einigen mit ihrer „die-armen Jungs“-Theorie und „die Mädchen sind in de Emanzipation-weiter-fortgeschritten-Theorie“ nicht schmeckt.

    Das Grundproblem ist, das die öffentliche Schule als Institution ganz einfach das systemimmanente Bedürfnis hat, brave und angepasste Bürger großzuziehen. Alles andere macht zu viel Arbeit, zuviel Kosten und brächte mehr eigenständige Wesen hervor, als „man brauchen“ kann. Egal, welchen Geschlechts und egal welche „Methode“. Am liebsten mit militärischem Drill, aber das dürfen sie sich nicht mehr trauen. Also tut man „fördernd“ rum und tut so, als ob man die „Braven“ bevorzuge. Dummerweise sind das ausgerechnet die Mädchen.

    Dummerweise werden sie auch genauso deswegen im echten Leben „bestraft“. Weil sie nicht kapiere(t)en, dass das nur gewünschte Oberfläche ist.

    Und darum geben immer mehr Eltern ihre Kinder lieber in Montessori-Kindergärten und freie Schulen.

  10. Patrick Breitenbach

    Ich bleibe bei der Biologie, denn sie liefert immer noch die scheinbar rationaleren Argumente.

    Natürlich ist das Erbgut ein wichtiger Teil für die spätere Entwicklung, es liefert sozusagen das Potenzial, welches theoretisch freigesetzt werden könnte. Eben abhängig vom jeweiligen sozialen Milieu in dem ein Kind aufwächst.

    Lernen findet maßgeblich durch Imitation, also durch das Nachahmen von Vorbildern statt. Ein Baby beobachtet im ersten Lebensjahr und saugt quasi alles auf, was um es herum stattfindet. So lernt es beispielsweise sprechen und natürlich weiß jeder, der Eltern ist und bei der Sache, dass Kinder sofort nachahmen, nachplappern usw. So lernt der Mensch, übrigens bis zum Tod.

    Nochmal zur Biologie: Zum Erbgut kommen natürlich auch noch andere Faktoren hinzu. Ganz wichtig sind da die beiden geläufigen Hormone, insbesondere das Testestoron. Das männliche Hormon sorgt sozusagen dafür, inwieweit eine Frau „weiblicher“ wirkt oder eher burschikoser also „männlicher“. Das gleiche passiert natürlich auch bei den Jungs. Sie sind je nach Testestoronschub deutlicher männlicher oder weiblicher (Haarwuchs, Brust etc.) Übrigens können Männer auch Muttermilch produzieren. Hat der alte Humboldt schon beobachten können. Eine strikte Trennung zwischen rein männlich und rein weiblich gibt es also biologisch nicht wirklich. Ich finde das ist sehr wohl sehr wichtig, vor allem wenn es um Emanzipationideologien geht.

    Wieder zurück zu Vorbildern und Rollen. Das Problem ist tatsächlich das bruchstückhafte Rollenbild der Väter. Wir sind quasi eine Vaterlose Gesellschaft, die mittlerweile ein sehr bizarres Männerrollenbild hat. Die Jungen wachsen verstärkt mit weiblichen Vorbildern auf (was nicht schlecht sein muss), weil Daddy bsp. viel arbeiten muss, Mama zu Hause bleibt und viele Erzieher und Lehrer weiblich sind. Die ersten männlichen Vorbilder tauchen dann meist sehr spät auf, nämlich in Ausbildung und Beruf. Dort wird dann sehr oft ein radikales Gegenrollenbild gefröhnt. Weiblichkeit ist absolut tabu und der Mann muss so richtig den Harten raushängen lassen. Bitte keine Weicheier oder Schattenparker. Biste schwul oder was? Usw.

    Der Mann von heute ist verwirrt, er ist zum Teil zerissen und kann dadurch ebenfalls wieder so ein Vorbild abgeben. Es wird also höchste Zeit, dass sich der Mann endlich emanzipiert und seinen Platz findet.

    Ein letztes Mal zur Biologie: Frauen haben eine andere Wahrnehmung als Männer. Ihr Denken unterscheidet sich usw. usf. Das sind Dinge, die muss man schon mit einbeziehen. Das ist nicht alles anerzogen und das heisst nicht, dass alle Frauen genau sooo sein müssen und alle Männer soooo. Es ist nur wichtig zu wissen.

  11. Vroni Gräbel

    Noch a bissi Nachhilfe in Biologie,
    damit die lustigen, selbstgestrickten Theorien besser eingeordnet werden können:

    CHROMOSOME und GESCHLECHT

    XY-/XX-Kombination bedeutet nicht, dass beide Chromosome aktiv sind:
    bei XY = X inaktiviert
    bei XX ist ein X inaktiviert
    (aber bei etwa 15 % der inaktiv. Chrom. = dauerhaft oder in Abh. von best. Faktoren aktiv)

    ERBINFORMATIONEN sind nicht in den Chromosomen enthalten.
    (IHR TRÄGER ist die DNA-Säure, auf der die Chromosome „angedockt“ sind.)

    Die Verwirrung und Zerrissenheit „des Mannes“ ist eine kulturelle Errungenschaft.

    Interessant auch folgender Artikel dazu:
    wissen.spiegel.de/wi...

  12. Patrick Breitenbach

    Nicht ganz richtig.

    Chromosomen enthalten sehr wohl Erbgut und Gene. Es gibt jedoch zwei Geschlechtchromosomen genannt Gonosomen, welche die XX oder XY Kombi bilden und somit das Gewchlecht bestimmt. Die restlichen 44 Chromosomen enthalten dann den Bauplan für den restlichen Körper. Die Hormone, bzw. der Hormonspiegel steuert (angeregt durch die Gonosome) z.T. den Bau an sich mit. Behaarung, Libido, Aggression, Stimmhöhe etc. pp.

    Der Artikel ist interessant, es gibt allerdings auch mehr Forschungsergebnisse zum Thema als die von der darin zerrissenen Ms. Brizendine.

    Ich muss mir mal wieder den Vortrag dazu nebst Literaturliste raussuchen.

    Will sagen, sobald Ideologie im Spiel ist, muss man auf beiden Seiten skeptisch sein.

  13. Patrick Breitenbach

    BTW Ich hasse die Unübersichtlichkeit der Wissenschaft. Jetzt muss ich mich doch wieder tiefer graben.

    Blödes konventionelles Wissen.

    Ich weiß, dass ich nix weiss.

  14. Patrick Breitenbach

    So, hab mich mal ein wenig wieder reingelesen.

    Also die Genetik bezgl. XY oder XX bildet tasächlich nicht die deutlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau aus. Als Beispiel kann man das AIS-Syndrom aufzeigen, bei der es sich um „XY-Frauen“ handelt, die durch Einwirkung bzw. Abblockens der Geschlechtshormone phänotypisch weiblich sind, genetisch aber als Männer gelten. Diese Menschen haben also ein X und Y Chromosom sind aber äußerlich betrachtet „typisch weiblich“.

    Worauf ich also hinaus will, ist die größere hormonelle Beinflussung sowohl im Uterus als auch im Leben da draußen. Dadurch dass Männer wie Frauen völlig variabel mit diesen Hormonen befeuert werden und die Umwelt auf das jeweilige Äußere mit eigenen Rollenzuscheibungen reagieren, kann man von einer klaren, eindeutigen biologischen Trennung zwischen Mann und Frau nicht mehr sprechen. In Bezug auf männliche ud weibliche Züge.

    Sehr wohl aber gibt es Unterschiede im Aufbau der Gehirne (je nach Hormondusche). Das betrifft Wahrnehmung, Emotion, Sprachgefühl etc. pp.

    Was aber gar nicht mehr geht ist: ALLE Männer sind so und ALLE Frauen sind so.

  15. mayarosa

    Hallo,
    ich gebe zu, ich habe nicht alle Kommentare gelesen, nur quer. Aber warum nehmen so viele die verallgemeinernde Darstellung von den Mädchen und den Buben einfach hin. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich das lese:

    „Sehr wichtig ist zudem die Arbeitshaltung: Mädchen sind fleissiger, zuverlässiger und angepasster. Sie begehren weniger auf. Buben sind erzieherisch aufwendiger. Geht es um Ordnung, Fleiss und Pünktlichkeit, haben Buben zum vornherein verloren. (…)“

    Jungs sind also grundsätzlich faul, unordentlich und begehren auf. Ich bin Mutter eines 6-jährigen Jungen mit vielen typischen „Jungs-Eigenschaften“.
    Er ist laut, wild, körperlich, ballert und bolzt gerne und steht auf Star Wars, Raumschiff, Monster und Dinosaurier
    Ein Mangel an Ordnungssinn und

    Sicher löst das Y-Chromosom im Menschen die Testosteron-Produktion aus mit Auswirkungen auf späteres Verhalten. Mir – Mutter eines 6-jährigen Jungen, sind zwei Eigenschaften aufgefallen, die ich bei Jungs deutlich häufiger beobachte, als bei Mädchen: sie ballern – und wenn sie dafür einen Stock benutzen; sie sind wilder und müssen sich ständig messen.

    Darüber hinaus finde ich jede Verallgemeinerung schwierig. Wie gut Jungs kommunizieren können, hängt vielleicht einfach davon ab, wie gut es ihnen ihre Väter vorleben. Wir Erwachsenen leben unseren Kindern die Rollenbilder vor.
    Emanzipierte Männer haben emanzipierte Söhne. Und der Appell geht auch an die Mädels unter uns:

  16. mayarosa

    Mist, mir ist mein Beitrag gerade abgehauen.
    Also, was ich sagen wollte:
    Ich kann bei meinem Sohn weder einen Mangel an Ordnungssinn noch unterdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeiten feststellen.

    Ich bin überzeugt, dass es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs gibt, die sind in unserer überzivilierten Welt aber bestimmt nicht so zu verallgmeinern.
    Vielleicht sollten wir die Kinder einfach nehmen wie sie sind, die sensiblen und stillen Jungs wie die wilden und unangepassten Mädchen – und umgekehrt.
    Der angesprochene reformpädagogische Ansatz geht da vielleicht in die richtige Richtung.
    Wir müssen aber auch als Gesellschaft aufhören, die Kinder ständig in Geschlechterrollen zu stecken. Sonst werden sie genau diese leben oder ewig dagegen aufbegehren.
    Viel besser fände ich, wenn wir versuchen, unseren Kindern vorzuleben, was wir für richtig halten.
    Sorry nochmal für den „halben Text“ gerade.

  17. Henki

    Warum bekommen Männer keinen Schwangerschaftsurlaub aber Frauen sollen Maschinenbauingenieure werden?

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