10.10.08
06:17 Uhr

Gier oder Selters?

{lang: 'de'}

Bitte nicht verwechseln mit einem journalistischen Beitrag aus den klassischen Medien.


Viele
, viele, viele Meldungen in den Nachrichten, die von der Spekulationsblase einiger Spielsüchtigen überdeckt werden, spiegeln den wahren Kern der Menschheitskrise wieder. Man möge das System nennen wie man will, ob Turbokapitalismus, Leben auf Pump oder Geiz ist geil, Fakt ist, (wütende Übertreibung gelöscht) diese Lebenseinstellung wird uns früher oder später einfach von der Erde wegfegen. Kann gut sein, dass einige genug Geld gehortet haben um sich ein Raumschiff zur Marskolonie zu kaufen, aber nur doof, dass es dort keine Marsianer zum weiteren Ausbeuten gibt.

Für ein paar Kröten mehr in der Konzernkasse lassen wir 10.000 Babys krankwerden oder sterben. Und ihr braucht nicht zu glauben, dass sowas nur im weitentfernten China geschieht. Auch der benachbarte Nestlé-Konzern hat in seiner Babynahrung so einiges an Zusatzstoffen zu bieten (Das Video ist kein Fake, ich kenne den Urheber persönlich und vertraue ihm zu 100%. Er selbst ist Vater zweier Babys):

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Als Vater zweier Kinder macht mich sowas verdammt sauer. Wäre ich ohne Nachwuchs, so wäre es mir vermutlich auch scheissegal, was da draußen so abgeht. Nach mir die Sinflut, hauptsache maximalen Spaß mit minimalem Budget.

Die Vertrauenskrise wird sich weiterhin fortsetzen, durch alle kleinen Äderchen des Turbokapitalismus – wenn nicht bald ewas geschieht. Am Ende entscheiden wir alle jedoch für uns selbst, wem wir vertrauen, wer für uns Macht ausübt, wem wir unser Geld oder unsere Gesundheit anvertrauen, aber vor allem, wem wir die Zukunft unserer Kinder und Enkel in die Hände legen.

Einem Staat, der Milliarden von Euros in Sekunden für spielsüchtige Aktionäre lockermachen kann und seit Jahren die Ausgaben für Bildung, Forschung oder sozialen Leistungen kürzt? Gesichtslose Konzerne, deren Kapitäne prächtige Gewinne einfahren und dafür auch mal das eine oder andere Ableben eines ebenfalls für sie gesichtslosen Menschen in Kauf nehmen? Neoliberale, ja fast pubertär wirkende, Manager, die den Staat für jedwedes Eingreifen in den Markt sofort verteufelt haben und nun als erstes laut nach Papa Staats Geldbörse schreien? Ein System, das von vornherein so ausgelegt ist, dass das Interesse einzelner vor dem Interesse aller gestellt wird? Ein System, dass Demokratie predigt, aber im Grunde Oligarchie durchschimmern lässt? Ein System, das einfache Bürger nötigt auf Pump zu leben, damit einzelne Banker bisher schön leben konnten? Ein System, das weder bedingungslose Liebe noch jedwede schöne Emotion abseits des großen Geld- und Machtrausches kennt? Ein System, was gerade durch Finanzspritzen wieder aus dem Koma geholt werden soll, um dann so weiter zu machen, als ob nie etwas gewesen wäre?

Wann beginnen wir endlich über die Krankheit zu sprechen und nicht mehr nur über die Symptome?

Das ist nicht der Wunsch nach einem weiteren nicht funktionierenden Alternativsystem à la Sozialismus etc. pp. Es ist der Wunsch nach einem bewussteren, nachhaltigerem und achtsameren Markt und das Sanieren der alten psychologischen Strukturen der Habgier.

Schlagworte (Tags): , , , , ,

31 Kommentare

  1. Uwe

    Ah, die berühmte „Fakt ist“-Argumentationskette. „Totschlagargument“ heißt dieser Mangel an Recherche auch.

    Gut dass es gleich am Anfang kommt, da kann ich mir das Weiterlesen sparen.

  2. Patrick Breitenbach

    @Uwe: Das ist kein Journalismus. Das ist wütende Meinungsäußerung. Hat also was mit Demokratie zu tun und weniger mit der so oft gepriesenen „Objektivität“, die wir uns tagtäglich vorgaukeln.

  3. J. Martin

    Eindeutig ein Ohrwurm [ de.wikipedia.org/wik... ], der glücklicherweise für Menschen völlig ungefährlich ist. (Das einzig Gefährliche daran sind die Horrorstorys, die Eltern ihren Kindern früher über Ohrwürmer erzählten.)

    Ich mache recht viele Sachen für einen internationalen Konzern im Bereich professionelle Hygiene, und auf der Basis meines angeeigneten Wissens über das Hygieneregime bei der Lebensmittelproduktion finde ich das unfaßlich. Allerdings, die schwächsten Glieder in der Hygienekette sind oft Transport und/oder Lagerung beim Retailer. Statt eines Wurmeinbaus bei der Produktion halte ich es für wahrscheinlicher, daß die Packung beim Hantieren beschädigt wurde und der Wurm sich dann zunächst in die Packung verirrte und nach dem Aufreißen des inneren Beutels schließlich in das Pulver selbst. (Andernfalls hätte es nicht nur bereits aus der Packung gerieselt, sondern der Wurm wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich auch schon wahrgenommen worden, als das erste Pulver entnommen wurde.) Mit anderen Worten, ich denke, daß das, was die Kinder getrunken haben, bevor der Wurm auffiel, noch „käferfrei“ gewesen ist.

    Aber das Idiotischste natürlich, was Nestlé jetzt machen könnte, wäre, den Vorfall zu bagatellisieren und den Kunden … oh, Sekunde.

    Schon passiert.

    Arrgh.

    ^_^J.

  4. J. Martin

    Irgendwie habe ich es geschafft, den Link zur Wikipedia zu zerblasen: de.wikipedia.org/wik...

  5. zuckermann

    @patrick: „diese Lebenseinstellung wird uns früher oder später einfach von der Erde wegfegen“. ich glaube, dass ist das, was man evolution nennt.
    außerdem: das so ein artikel ausgerechnet von einem in der werbebranche kommt, finde ich ich zwar respektabel, aber den perfekten widerspruch in sich.

  6. Patrick Breitenbach

    wo siehst du den widerspruch?

  7. ramses101

    @zuckermann: Den Widerspruch hätte ich auch gerne genauer dargelegt gesehen. Ich bin Werbetexter und trete seit jeher für Verbraucherschutz und -stärkung sowie Nachhaltigkeit, Biozeug etc. ein, bin Mitglied beim BUND und wähle (wenn auch manchmal arg zähneknirschend) grün. Trotzdem kann ich den Leuten Bier, Mineralwasser und sonstwas verkaufen. Man muss auch in der Werbung nicht zwingend seine Prinzipien über Bord werfen. Wobei ich zugeben muss, dass ich ein ziemliches Problem hätte, wenn ich SUVs bewerben sollte. Aber ohne Autoerfahrung wird mir die Zwickmühle wohl erspart bleiben ;-)

  8. Patrick Breitenbach

    Werber sind auf einer Seite Marktschreier. Sie kommunizieren die Angebote. Wir sind auf der anderen Seite aber Berater, die den Unternehmen sagen, wie die Stimmung draußen bei den Kunden ist. Wenn es den Kunden schlecht geht, wenn sie Angst haben oder frustriert sind oder schlichtweg kein Geld mehr haben um Dinge zu kaufen, tja dann sind wir alle am Arsch.

    Sehe das also ganz genauso wie ramses101. Wir sind zwar Verführer, aber haben immer noch einen eigenen Willen, wofür wir unser Können einsetzen.

    Und dann gibt es immer auch noch den privaten Breitenbach, Vater zweier Kinder, Verbraucher und besorgter deutscher und weltlicher Bürger.

  9. Rainer_K

    Kann es eventuell, unter irgendwelchen Umständen sein, dass der Wurm erst nach der Öffnung in die Packung gelangt ist? Es ist immer möglich, dass Fremdstoffe in Produkte gelangen (ich hatte mal ein Stück Holz in der Packung Erdnüssen einer großen Marke. Aber lebende Fremdstoffe, wie Insekten sind einfach unmöglich. Ich denke, dass der Ohrwurm durch Öffnung des Innenbeutels in das Milchpulver gelangt ist. Die Herstellungs- und Logistikkette ist einfach zu lang, als dass der Ohrwurm das überlebt hätte.

    Wie gesagt…. es ist eigentlich nicht möglich, aber dafür lege ich meine Hand nichts ins Feuer. Ich kenne mich nur sehr gut mit solchen Prozessen aus, da ich Fertigungstechnung studiert habe und großindustrielle Anlagen überwache und auch an der Entwicklung beteiligt bin.

  10. Patrick Breitenbach

    @Rainer_K: Ich reiche die Frage weiter.

  11. Felix M.

    Patrick, gerade wegen dieser persönlichen Note liebe ich den Werbeblogger! Mach(t) einfach weiter so! Da ich auch Vater eines Sohnes bin, finde ich es gut, dass derjenige, den ich übrigens auch persönlich sehr gut kenne, über solche Missstände berichtet.

    „Jahr 2022… die überleben wollen“ ist übrigens einer meiner Lieblingsfilme…
    (Nur noch 14 Jahre und man wird sich bei einem gepflegten „Planktonplätzchen“ wieder an den Film erinnern ;-) ) !!

  12. icke

    vorab: ich wünsche niemandem etwas schlechtes. erst recht keinen kleinkindern.

    aber:
    anknüpfend an j. martin finde ich es überzogen, solch einen fall im zusammenhang mit dem milchpulverskandal zu pushen. mutti hat früher immer gesagt „dreck reinigt den magen“. solch ein käfer gehört natürlich nicht den magen und nestlé sollte kleinlaut schadenersatz leisten. jedoch wäre es vermessen, bei solchen fehlern direkt die kompletten hygiene-grunsätze in frage zu stellen und wütend loszuwettern. oder haben euch eure partner schonmal den kopf abgeschlagen, weil das essen versalzen oder die wäsche verwaschen war?

  13. Patrick Breitenbach

    @icke: Der Konzern selbst hat meines Wissens nach völlig abgeblockt, das Video wurde nach dem Telefonat und dem Versuch einer Klärung ins Netz gestellt.

    Für mich persönlich ist der Käferfall auch nicht wirklich brisant, er reiht sich ein hinter jeder Menge anderer Meldungen in letzter Zeit. Von Bleifarbe, über Melanin bis zur Klimakatastrophe, die m.E. alle auf das Konto des derzeitigen Konsum- und Profitwahns gehen.

    ABER, es zeigt sich, selbst eine Bagatelle wird bei solchen Konzernen noch nicht einmal wie eine behandelt. Das ist traurig.

    Der Vergleich mit dem versalzenen Essen hinkt. Wir sprechen von Babynahrung und Eltern, die stündlich Schnuller etc. sterilisieren wissen wovon ich spreche. Es geht auch nicht um den Dreck, den Kleinkinder gerne zur Stärkung der Abwehr fressen sollen. Wir reden von den ersten kritischen Monaten, sowieso schon begleitet durch Bläh- und Schreiattacken. Die Eltern sind nervlich am Tiefpunkt und können eines ganz bestimmt nicht gebrauchen: Den Anblick von Käfern in der Babynahrung.

  14. Hagen

    Ich bin der betroffene Vater.
    Bei uns im Haus laufen diese Dinger auf jeden Fall nicht umher und ich habe hier auch noch nie eins gesehen!
    Aber es kommen einem natürlich doch sehr starke Selbstzweifel, da man es für unfassbar und einfach unmöglich hält – auch, dass man selbst von soetwas betroffen ist. Man versucht immer wieder die Schuld bei sich selbst zu suchen. Trotz aller Überlegungen finden wir jedoch keine Situation, wo sich das Tier hätte bei uns in die Packung verirren können.
    Es war wie geschildert, dass wir die Packung am Morgen zur ersten Fütterung geöffnet hatten. Nach dem Abmessen verschießen wir die Packungen immer mit einem Clip, wodurch sie absolut dicht verschlossen ist (es wieselt auch kein Pulver mehr raus). Als meine Frau die Packung für die nächste Fütterung öffnete, sah sie dieses Tier bereits darin umherkrabbeln.

    Nestlé selbst reagierte relativ gelassen am Telefon und bat uns lediglich, die Packung zu ihnen einschicken, damit sie der Sache auf den Grund gehen können. Da wir aber nicht das Beweismittel an Nestlé schicken wollten, habe ich es heute an das Amt für Verbraucherschutz und Lebensmittelüberwachung gegeben, um zum einen (was uns das Wichtigste ist) abklären zu lassen, ob die Keime in irgendeiner Form gefährlich für die Kinder sind und zum anderen, wann das Tier in die Packung geraten sein könnte. Der zuständige Mitarbeiter, dem ich die Packung übergeben habe, schloss es nicht aus, dass das Ei bzw. die Larve bei der Produktion in die Packung geraten sein könnte. Die Packungen werden ja zudem auch nicht vakuum verpackt und haben noch recht viel Luft, wodurch ein derartiges Tier längere Zeit überleben könnte – Nahrung hat es ja ebenfalls. Falls sich herausstellen sollte, dass das Tier tatsächlich bei der Produktion in die Packung geraten sein könnte, stünde die Ermittlung an, aus welcher Produktionsstätte die Charge stammt. Auf der Packung steht ja nur Nestlé Frankfurt – Herstellungsort/Land sind nicht direkt ersichtlich. Beruhigend war jedoch, dass der Mitarbeiter sagte, dass er nicht glaube, dass für die Kinder eine Gefahr bestünde.

    Ich möchte noch einmal explizit darauf hinweisen, dass wir hier keine Vorverurteilung von Nesté wollen oder Nestlé in irgendeiner Form schaden, verklagen und vor dem Verzehr der Produkte warnen möchten, zumal die näheren Umstände noch ungeklärt sind! Ich habe nur berichtet und beschrieben, was uns widerfahren ist. Wir sind selbst sehr stark an einer Aufklärung interessiert.

    Ich möchte Patrick absolut zustimmen, dass es sich hier um die ersten kritischen Monate handelt und man garantiert keine Tiere in der Babynahrung sehen will!

  15. Patrick Breitenbach

    Danke Hagen.

    Das Ganze zeigt für mich ganz klar auf, zum einen der immer stärker werdende Vertrauensschwund auf Seiten der Verbraucher (eher im Segment der bewussteren Käufer) und der riesige Graben zwischen Unternehmenskommunikation und Verbraucherkommunikation.

    Unternehmen (und außenstehende Beobachter) fordern emotionslose, vernünftige Käuferreaktionen und umgekehrt fordern Käufer emotionales Einschwingen der Unternehmen auf ihre Bedürfnisse und Ängste. Alles sehr spannend und ein großes Thema für die Zukunft.

  16. J. Martin

    Patrick, genau.

    Denn wir reden hier über drei verschiedene Dinge: erstens über den Vorfall selbst, für den Nestlé höchstwahrscheinlich gar nicht selbst verantwortlich ist (Rainer_Ks Kommentar von 12:55 finde ich hier plausibel, und ich selbst hatte dazu ganz oben auch schon einen Groschen eingeworfen); zweitens über die Art, wie (sehr schön geschildert, Patrick!) so ein Vorfall natürlicherweise auf die gestreßten Eltern wirkt; und drittens darüber, wie Konzerne, in diesem Falle Nestlé, generell auf Probleme reagieren, nämlich konsequent unterirdisch.

    Und ich finde es absolut legitim und angemessen, auch auf den dritten Punkt emotional zu reagieren. Everything’s Connected, im kleinen wie im großen — und es ist genau diese Einstellung von „nicht mein Problem“, weswegen wir jetzt genau dort sind, wo wir sind. Gier ist die Wurzel allen Übels.

    ^_^J.

  17. Andreas

    Natürlich will man keine Käfer in der Nahrung sehen, aber gleich von gefährlichen Keimen auszugehen halte ich für übertrieben. Erstmal sind die Käfer harmlos und auch nicht wirklich dafür bekannt sich in kinderfressenden Bakterien zu suhlen, zweitens wären wir schon alle vor hunderten von Jahren ausgestorben wenn wir nicht mit Bakterien etc. umgehen könnten.

    Eine These ist ja, dass die zunehmende Anzahl an Allergien durch den fehlenden Kontakt mit Bakterien kommt. Vulgo: Kinder die im Kuhlstall schon mit dem Gesicht voran in einen Fladen gefallen sind haben weniger bis keine Allergien…

    (Ich kann hier natürlich nachvollziehen dass man als Eltern besorgt ist und dass Nestle anders hätte reagieren sollen, aber wegen EINES Käfers würde ich mir noch keine Sorgen um meinen Nachwuchs machen. Kinder sind ja doch stabil gebaut…)

  18. meistermochi

    au au au.

    auf die stelle mit der abwiegelei habe ich die ganze zeit gewartet.

    wie kann ein konzern wie nestlé, dessen ruf nun auch so schon wirklich nicht der beste ist, bei so einem scheiß bagatellisieren und nicht das ganz große mea culpa schreien?!

    wann kapieren die es endlich? die gute alte zeit ist genau DAS: die alte zeit eben…

  19. Frank Meier

    Lieber HerrPatrick Breitenbach, ich lese Ihren Blog täglich, mehrfach. Zur Zeit bin ich aber etwas betrübt Angesichts der vielen Banalitäten und derer Konstruiertheit. Dieser Eintrag schlägt vorangegangen allerdings den Boden aus. Einen gemeinen Ohrenkneifer als Anlass zu sehen, den Untergang des Abendlandes in Form der Gier anzudichten ist mit Verlauf abstrus. Sicherlich ist es nicht schön zu sehen, wie lebendig Nahrung sein kann, kommt aber trotz aller Unkenrufe ab und zu mal vor. Auch bei Ihrem Lieblingsfeind Nestlé. Daran zu sterben ist unmöglich, Folgeschäden ebenso. Und als Vater von ebenso zwei Kindern, kann ich Sie da beruhigen, Ihren übersensiblen Freund und wohl auch Ihnen fehlt nur ein bisschen Boden unter der Erde, bestärkt mich aber auch gleichzeitig in meiner Theorie, ein kleiner Teil der schreibenden Zunft ist zur Zeit ein bisschen aus dem Häuschen.

    Ob es die Kulleraugen der Tieren sind (Gott sei es gedankt, können wir unseren Hunger beim Fleischer stillen und müssen nicht mehr selber jagen), die Klimakatastrophe, Raserein auf Autobahnen oder ganz hochaktuell die Finanzkrise. Ihre Sicht ist wohl noch nie durch eine Nachfrage geprägt worden. Aus der allgemeinen Nachrichten-Stimmungen-Zeitgeist-Gemengelage rühren Sie einen Brei der Unerträglichkeit und reihen sich ein in die ausgeprägte Schizophrenie unserer Zeit, die das eine zwar haben möchte, den dazugehörigen Nachteil aber verneint.

    Aber mal punktuell:
    1) … Menschheitskrise… – Von was für eine Menschheitskrise schreiben sie da und wie kann uns diese Lebenseinstellung früher oder später einfach von der Erde wegfegen? Mit Verlaub, das ist Bullshit. Agitatorisch anerzogener, längst auf dem Scheiterhaufen der Geschichte gewähnter Bullshit. Allen Hiobsbotschaften zum Trotz: Im weltweiten Schnitt sind die Menschen in den letzten Jahrzehnten glücklicher geworden. Der Schlüssel dazu liegt in der Freiheit des Einzelnen. Freiheit und nicht Gleichheit. Ihr Traum von Gerechtigkeit ist noch nicht einmal Deckungsgleich derer Marx und Engels. Er schielt vielmehr auf andere. Sicherlich gibt es eine Menge Probleme, lösbare aber zu Hauf. Aber von einer Krise zu reden, zeugt eher von Uninteressiertheit. Hausaufgabe: Schauen sich sich die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Afrika, Lateinamerika, Asien GENAUER an.

    2) … ohne Nachwuchs, … scheissegal, … Nach mir die Sinflut – Aha? Ihrer Aussage nach, würden Sie schon ganz gerne Berge versetzen, Ihre Kinder hindern Sie nur dran. Merkwürdige Aussage.

    3) … Vertrauenskrise wird sich … fortsetzen …wenn nicht bald ewas geschieht – Was soll den gesehen? Wollen Sie Ihre Gartenforke nehmen und bei der Sparkasse Ihre Fonds auflösen, die Sie sich vor 10 Jahren für versprochene und absurde 9,5 % zwecks Altersruhegeld angeschafft haben?

    4) … Milliarden von Euros in Sekunden … – in der Tat unglaubliches Trauerspiel, das ausgerechnet die Feuerwehr spielen, die diesen Zustand durch Ihre Zinspolitik gefördert haben. Abenteuerlich obendrein, da die zugesagten Gelder nicht aus der Schatulle des Staates sondern unsere Steuern sind. Hier kann Ihren Unmut teilen. Auch über den Zustand für Bildung, Forschung, weniger für sozialen Leistungen.

    5) … deren Kapitäne … Ableben … gesichtslosen Menschen in Kauf nehmen? – Dafür muss man kein gesichtsloser Konzern oder dessen Kapitän sein. Dazu reicht es in der Regel aus Mensch zu sein. Oder waren/sind etwa Soldaten, gewöhnliche Mörder Konzerninhaber. Hier alles über einen Kamm zu scheren ist schön populistisch aber auf Dauer ein unerträgliches Bildzeitungsniveau.

    6) Neoliberale … nach Papa Staats Geldbörse schreien? – Seit wann? War es nicht vielmehr so, das ausgerechnet die Staatsbanken kaputt gegangen sind und das die Politik sich anschickte nun den Bürgen zu spielen? Bringen Sie da bitte nichts durcheinander!

    7) … Interesse einzelner vor dem Interesse aller … – Hut ab! Richtig! Und nur so wird ein Schuh daraus. Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen, Sie können es auch mal gerne, wie 40 Jahre DDR ausblenden, es wird aber immer der Grundtenor für das Fortkommen aller sein.

    8) … Bürger nötigt auf Pump zu leben … – Sie wurden genötigt auf Pump zu leben. Irgendeiner hier in Deutschland? Anzeigen! Sofort! Und nur damit eine Banker Kaviar essen kann. Noch mehr anzeigen! Sofort!

    9) … jedwede schöne Emotion … – Ihr Leben muss an sich die Hölle sein, so ganz ohne SCHÖNE Emotionen. Ohne Eis, Zuckerwatte, Rosinen, Fleisch, Kino, Jahrmarkt, Weihnachten und Ostern, ohne dem ersten Auto, der eigenen Bude. Armer Mensch Sie sind.

    10) … um dann so weiter zu machen, als ob nie etwas gewesen wäre … – genau das wird passieren. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn Sie nicht gestorben sind leben Sie …

    11) … Krankheit zu sprechen und nicht mehr nur über die Symptome … – Es menschelt so lange der Mensch menschelt. Ich kann mir nicht erklären wie diese epochale Entdeckung an Ihnen vorbeigegangen ist.

    12) … bewussteren, nachhaltigerem und achtsameren Markt … – Glückwunsch. Ziel erreicht. Schauen Sie sich um.

  20. Patrick Breitenbach

    Lieber Herr Meier,

    ich spreche Ihnen Ihre Meinung vollkommen zu und freue mich für Sie, dass Sie diese Gelassenheit an den Tag legen können. Wie ich schon erwähnte, war dieser Beitrag rein emotional, natürlich als Spiegel der derzeitigen Ereignisse. Es war nicht meine Absicht, den Nestle-Fall besonders groß in den Mittelpunkt zu stellen und ein ausgesprochener Nestle-Gegener bin ich eigentlich nicht, habe mir jedenfalls keinen Kampf auf die Fahnen geschrieben.

    Dass sie besorgte und verunsicherte Menschen als „übersensibel“ darstellen, zeigt mir nur einmal mehr, wie unfähig manche Menschen sind, sich auf andere Menschen einzulassen. Das eigene Ich gilt als Leitlinie für die gesamte Menschheit und ich nehme mich da sicherlich nicht aus, denn auch ich schreibe natürlich aus dieser Warte.

    Zu den einzelnen Punkten:

    1. Es ist immer schön, einen statistischen Durchscnitt als Glücksindikator herzunehmen. Leider sieht die Wahrheit dann doch aus anderen Blickwinkeln anders aus, so schätzt man beispielsweise, dass es heute rund 20 Mio. Menschen gibt, die den Quasistatus eines Sklaven haben. Natürlich geht es uns in der westlichen Zivilisation insbesondere in Deutschland ganz besonders gut. Viele Menschen in Afrika werden Ihnen, trotz ihres mangelnden Jammers, da nur bedingt zustimmen. Die Hausaufgabe gebe ich Ihnen gerne zurück. Mag sein, dass sich hier und dort Dinge verbessern, das streite ich auch nicht ab, aber sie können nicht leugnen, dass es an anderen Stellen eben auch wieder schlechter wird. Aber, um das Ganze zum Abschluss zu bringen, ich sehe mich nicht als Wissenschaftler oder Journalist, es war eine rein emotionale Aussage.

    2. Meine Kinder bestärken mich darin verantwortungsvoller duch das Leben zu ziehen. Mag bei Ihnen anders sein, mögen sie anders sehen. Geschenkt.

    3. Ich habe es nicht zu verantworten die Hebel zu stellen, so dass sich ein Vertrauen bei der Bevölkerung in unser Finanz- und Wirtschaftssystem wieder einstellt. Daher kann ich Ihnen auch keine Antwort darauf geben. Aber vielleicht haben SIe ja etwas parat? Ach nein, sie glauben ja, dass alles bestens ist.

    4. da sind wir ja auf einer wellenlänge

    5. Richtig, die Bildzeitung lebt davon, Stimmungen wiederzuspiegeln. Das habe ich auch getan. Wie gesagt, nix wissenschaftliches. Aber ich betonte glaube ich, dass eine Haupteigenschaft der Menschen, die Gier ist. Kapitäne eingeschlossen.

    6. Das ist leider falsch. Lesen Sie dazu den Spiegel vom Montag. Nun stehen mehrer Banken auf der Matte, um sich schonmal prophylaktisch für Geldspritzen anzustellen.

    7. Die DDR ist u.a. deshalb gescheitert, weil das Ideal eines Kollektivs durch die Interessen einzelner korrumpiert wurden. „Die Bonzen“ hatten alles, das Volks nüschts, um in der Bildsprache zu bleiben. Und natürlich war es eine Diktatur weniger über viele Menschen, gekleidet in einer sozialistischen Idee.

    8. Nicht genötigt, aber verführt.

    9. Alles materielle Dinge, die SIe da aufzählen. Ich labe mich eher an einem Lächeln, an einem Witz oder einem guten Gespräch.

    10. Richtig.

    11. verstehe ich nicht

    12. Supi!

  21. Hagen

    Hallo Herr Meier,
    der Ohrenkneifer an sich ist sicher nicht gefährlich, dennoch gehört dieses Tier nicht in Babynahrung, womit wir bei dem gedanklichen Transfer auf den Produktionsprozess für Babynahrung sind. Wie kann es sein, dass dort etwas hineingerät, was dort einfach nicht hinein gehört. Ein Ohrenkneifer ist sicher nicht gefährlich, aber nicht alles was gefährlich ist ist so präsent, wie dieses Tier. Hierin ist die „Panik“ im Wesentlichen begründet und stellt daher für mich absolut keine „Übersensibilität“ dar.

  22. Hagen

    Ganz passend vielleicht noch der Bericht des Manager-Magazin vom 9.5.2008: http://bit.ly/j1hyB

    „China hat den Import und Verkauf von mehreren Lebensmitteln verboten. …
    …Weiterhin betroffen von den Verboten ist eine Kaffeesorte des Schweizer Konzerns Nestlé, die der Behörde zufolge von Käfern befallen war…“

  23. J. Martin

    It said that coffee beans of Nestle’s Dongguan Branch, imported from Vietnam, contained beetles while some companies have used unqualified trademarks. The faulty companies will be fined at least $7,140 and banned from selling the products, the regulator said.

    „Import”? Hm, jain.

    ^_^J.

    Quelle: Food Business Review [ food-business-review... ]

  24. Frank Meier

    Lieber Herr Patrick Breitenbach, unsensibel trifft es nicht, eher übertrieben sensibel und bekanntlich liegt darin ein Unterschied. Auch liegt hier die Unfähigkeit nicht darin vor, vorherrschende allgemeine Hysterie zwischen echter Besorgnis zu erkennen, sondern erwartet vielmehr ein feinfühliges Antennensystem. Soviel dazu.

    Ihr Eingeständnis den „Nestlé-FALL als Aufhänger zu offenbaren, ehrt Sie, macht aber auch deutlich, mit welchem Feuer Sie spielen.

    1) Rein emotional bringen Sie den wiederkäuenden Zeitgeist auf den Punkt. Die Welt ist schlecht. Den Menschen geht es schlecht. Der Natur geht es schlecht. Eigentlich sind wir nicht überlebensfähig. Wie bereits gesagt, ist die Entwicklung großlagig eher positiv. Sicherlich, wie wir Beide bereits einräumten, punktuell und auch in Teilen eher gegenläufig. Dauerbetroffenheit lenkt aber ab, vor allen von den Erfolgen der letzten Jahrzehnte.

    Auch unser Weg war steinig, es anderen abzusprechen, zeugt von einem verklärten Geschichtsverständnis. Ich kann durchaus Verständnis für die Kurzweil haben, die heutzutage für die Trägheit der Entwicklung positiver Veränderungen an den Tag gelegt wird. Es „dauerzunegieren“ bringt einem aber auf die Palme und verstellt den Blick auf mögliche Lösungen. So versuchen wir mit dem Instrument der Entwicklungshilfe sein 60 Jahren einen Beitrag zu leisten, ohne auch nur die geringsten Erfolge zu erzielen. Ein Verklärung zementiert aber die banale Frage, ob dieses Instrument geeignet ist.

    2) Schade das Sie erst Nachwuchs benötigen um verantwortungsvoll durch das Leben zu ziehen.

    3) Oh Backe. Bestens wird es wohl kaum, Ideal am wenigsten. Eine Lösung habe auch ich nicht parat. Aber vielleicht soviel gesunden Menschenverstand, dass wer in der Vergangenheit Risiken eingegangen ist, diese bitte auch selber auslöffelt. Ihre Sorge das gesamte System kollabiert, was in der Gänze nicht ausgeschlossen werden kann, ist dennoch etwas verfrüht, denn wir haben bereits ähnliche Täler durchschritten. Als Beispiel wäre hier genannt: DotCom-Blase im Jahr 2000, der BörsenCrash Tokio am Schwarzen Montag“ im Jahr 1987.

    4) ;-)

    5) Ich glaube nicht, dass die Haupteigenschaft eines Menschen die Gier ist. Ein Teilaspekt sicherlich, ein Antrieb wohl auch. Ihn aber auf diesen Nenner zu reduzieren, abenteuerlich.

    6) Nur um es noch einmal zu wiederholen. Es waren Politiker die zuerst davon sprachen Geld zu Verfügung zu stellen. Das Banken bereitwillig der Vergabe zuwinken war absehbar. Und bitte, der Spiegel vom Montag ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde und ebenso alt, wie eine Tageszeitung in Zeiten des WWW.

    7) Oh ha. Lieblingsthema. a) Ein Ideal ist ein nie erreichbarer Zustand. b) Weiterhin ist Ihr angesprochenes Kollektiv eher durch die Gnade der Geburt entstanden, als durch Gemeinwohl organisierte Freiwilligkeit. Wenn Sie also behaupten und es zur Anklage machen, der Einzelne hätte sich über das Kollektiv gestellt, so war dies zwangsläufig, da es ein von vornherein aufdoktriertes System Einzelner über das Kollektiv war. Es der Bürde des Menschen anzulasten, er hätte entgegen der Absprache gesündigt treibt mir hier die Zornesröte ins Gesicht. b) Es ging den Bürgern der DDR weniger um Besitz, als vielmehr die Möglichkeit der freien Entfaltung, der Freiheit generell. Sie ist essentieller Bestandteil und kann nicht dauerhaft verweigert werden. c) Kommen Sie mir nicht mit, die Idee ist super, nur bei der Umsetzung hat es gehapert. Wenn ja, zeugt es von wenig Menschenverstand.

    8) Zwischen Nötigung (wie Sie schrieben) und Verführung (wie Sie ebenfalls schrieben) gibt es nicht nur juristisch einen Unterschied. BTW: Adam wurde von Eva verführt. Würden Sie soweit gehen und behaupten der christliche Glaube ist korrupt, ein krankhaftes System? Weiterhin gilt, Unwissenheit schütz vor Strafe nicht. Wenn Sie also anprangern, das Menschen sich auf Kredite einlassen, so ist es insofern hier ihr eigenes Problem, da niemand gezwungen ist, sich darauf einzulassen. Man kann auch ohne iPhone und Co sein Leben fristen. Die Schuld bei Kreditgebern zu suchen, ist genau so dämlich, wie der Lokomotive die Schuld zu geben, wenn sich ihr jemand in den Weg zu stellen versucht. Einzig einen, den Punkt der Vorteilnahme, der Lüge in Bezug auf das Vertragswesen lasse ich hier gelten, für den Rest gilt, jeder ist für sein Fortkommen selbst verantwortlich.

    9) Gut wenn Sie von Liebe und Luft allein leben können. Reicht allerdings nicht weit. Und Ihre Freude über den ersten eigenen Wagen, mit dem Sie Ihren Erlebnishorizont erweitern konnten, hier zu negieren zeugt eher von … Niemand holt seine Worte wieder ein … . Anderseits stimme ich Ihnen zu, ist die pure unmittelbare und ohne Erwartung an Gegenleistung abgegebene Freude das Sahnehäubchen. Aber sie ist nicht der 100% Inhalt eines Tagesablaufes und sicherlich, NEIN, wesentlich nicht vom vorherrschenden System abhängig. Wenn Sie also dem heutigen vorherrschenden System einen Mangel an SCHÖNEN Emotionen vorwerfen, wie sähe denn Ihre Idee von staatlich verordneter Dosis Schöner Momenten aus?

    10) ;-)

    11) Wenn Sie die Krankheit suchen, so werden Sie diese in der Fehlerhaftigkeit, der emotionalen Irrationalität und auch in der Spiritualität des Menschen finden. Wenn Sie die Krankheit besiegen wollen, werden Sie wohl alle bitten müssen, sie mögen bitte aufhören zu atmen.

    12) ;-)

  25. Jens Polley

    @ Hagen
    Gedankliche Erweiterungen á la … was wäre wenn … sind sicherlich frei, bringen, wie hier auch geschehen, einen allerdings in Existenznöte. Ihrer Panikschlussfolgerung zufolge würde ich Ihnen raten, nie wieder einen Tee zu trinken. Allein der Gedanke eine Inderin hat die Blätter nach dem Toilettengang mit ungewaschenen Händen gepflügt müsste Ihnen schlagartig die Luft zu atmen nehmen ;-)

  26. Hagen

    @Herr Meier @ Herr Polley
    wer mich kennt und weiss, in welchen Ländern ich bereits war und meine grundsätzliche Einstellung zu übertriebener Hygiene usw. kennt weiss, dass ich nun wirklich kein Hygiene-Fanatiker bin. Auch Käfer sind in vielen Ländern eine Delikatesse. Aber wir reden hier nicht von erwachsenen Menschen mit einem stabilen Immunsystem.
    Hier geht es um Neugeborene, die sich noch in einer absolut kritischen Lebensphase befinden und wo das Wasser noch abgekocht werden MUSS, um es keimfrei zu machen und die Babyfläschchen sterilisiert werden MÜSSEN! Ihre Naivität in allen Ehren, aber Ihre sich daraus in der Konsequenz ergebene Schlussfolgereung, dass in Babynahrung Keime enthalten sein dürfen und somit dieses ganze übertriebene Gehabe des Abkochen von Wasser und Sterilisieren von Babyfläschchen überflüssig ist… – Halleluja – viele Eltern wären Ihnen dankbar, wenn sie dieses sehr aufwändige Prozedere nicht mehr hätten! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie hier wirklich allen Ernstes diese Meinung vertreten, sondern hoffe sehr, dass Sie einfach nur ein wenig polemisieren wollen.

  27. Patrick Breitenbach

    Wie bereits gesagt, ist die Entwicklung großlagig eher positiv. Sicherlich, wie wir Beide bereits einräumten, punktuell und auch in Teilen eher gegenläufig. Dauerbetroffenheit lenkt aber ab, vor allen von den Erfolgen der letzten Jahrzehnte.

    Dann sollten wir alle Hosianna rufen und uns des Lebens freuen. Mal ehrlich, ohne das stetige Brüllen nach Veränderung hätte sich nichts verändert, lieber Herr Meier.

    Schade das Sie erst Nachwuchs benötigen um verantwortungsvoll durch das Leben zu ziehen.

    Wie gut, dass Sie schon erwachsen auf die Welt gekommen sind.

    Ihre Sorge das gesamte System kollabiert, was in der Gänze nicht ausgeschlossen werden kann, ist dennoch etwas verfrüht, denn wir haben bereits ähnliche Täler durchschritten.

    Es ist ja auch eine Sorge, keine Voraussage.

    Ihn aber auf diesen Nenner zu reduzieren, abenteuerlich.

    Wann werden Sie es endlich verstehen, welche Intention der Beitrag hatte?

    Und bitte, der Spiegel vom Montag ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wurde und ebenso alt, wie eine Tageszeitung in Zeiten des http://WWW.

    Ok. Wusste nicht, dass sie live dabei waren.

    Ein Ideal ist ein nie erreichbarer Zustand.

    Aber dennoch ein Zustand auf den man Streben sollte, sonst ähnlich wie ohne das Beklagen: Keine Entwicklung.

    Kommen Sie mir nicht mit, die Idee ist super, nur bei der Umsetzung hat es gehapert. Wenn ja, zeugt es von wenig Menschenverstand.

    Ich bin dumm, sie sind klug. Wollten Sie das hören?

    Würden Sie soweit gehen und behaupten der christliche Glaube ist korrupt, ein krankhaftes System?

    Wenn ich ja sagen, lassen Sie mich dann in Frieden weiter vor mich rumlamentieren? :-)

    Wenn Sie also anprangern, das Menschen sich auf Kredite einlassen, so ist es insofern hier ihr eigenes Problem, da niemand gezwungen ist, sich darauf einzulassen.

    Klar, Menschen wird tagtäglich suggeriert, dass sie zu konsumieren haben, bei einem Lohn, mit dem sie sich das nicht leisten können und aggressiven Kreditangeboten der Banken.

    Man kann auch ohne iPhone und Co sein Leben fristen.

    Klar kann man, nur doof, wenn es die Medien, Freunde und gesellschaftliches Umfeld so schmackhaft machen. Ok. an diesem Punkt gebe ich die DIskussion auf. Für Testestoronspielchen habe ich momentan wenig Zeit.

    Die Schuld bei Kreditgebern zu suchen, ist genau so dämlich, wie der Lokomotive die Schuld zu geben, wenn sich ihr jemand in den Weg zu stellen versucht.

    Äh ja. Sehr vernünftiger Vergleich.

    Gut wenn Sie von Liebe und Luft allein leben können. Reicht allerdings nicht weit.

    Oben behaupten Sie mit dem iPhone-Beispiel aber was anderes. Sehen Sie ich kann diese Art der verdrehenden Argumentation auch schon ganz gut.

    Und Ihre Freude über den ersten eigenen Wagen, mit dem Sie Ihren Erlebnishorizont erweitern konnten, hier zu negieren zeugt eher von … Niemand holt seine Worte wieder ein … .

    Die Freude über meine erste Freundin, der erste Kuss usw. waren wesntlich schöner und einprägender, wenn ich ehrlich bin.

    Wenn Sie also dem heutigen vorherrschenden System einen Mangel an SCHÖNEN Emotionen vorwerfen, wie sähe denn Ihre Idee von staatlich verordneter Dosis Schöner Momenten aus?

    Da haben Sie mich komplett falsch verstanden. Ich sagte damit, dass der Kapitalismus zum Teil von Menschen diktiert wird, die den Hang zur schönen Emotionalität verloren haben und Geld als ihre oberstes Glück anbeten (dabei aber meist im Inneren tierisch traurig, einsam und unglücklich sind). Daher brauchen sie ja immer mehr mehr mehr mehr davon. Weil es sie nicht befriedigen kann. Verstaatliches Glück schließt sich von selbst aus, da ich nicht der Staatsfreak bin, für den Sie mich vielleicht halten.

    Wenn Sie die Krankheit suchen, so werden Sie diese in der Fehlerhaftigkeit, der emotionalen Irrationalität und auch in der Spiritualität des Menschen finden.

    Das mag sogar stimmen.

    Wenn Sie die Krankheit besiegen wollen, werden Sie wohl alle bitten müssen, sie mögen bitte aufhören zu atmen.

    Nein, ich müsste alle bitten endlich mal richtig durchzuatmen, den Atem wahrzunehmen, sich dem Atem bewusst machen usw.

    Ich sage dann zu Ihnen an dieser Stelle „Adé“.

  28. Patrick Breitenbach

    Herr Meier, da Sie ja den Print-Spiegel als unzureichende Informationsquelle betrachten, vielleicht trauen Sie ja der Onlineausgabe der Welt:

    welt.de/finanzen/art...

  29. Patrick Breitenbach

    Ich verlinke jetzt einfach mal wieter mit Artikeln:

    27 Mio Sklaven weltweit. Rekord in der Menschheitsgeschichte:
    projectcensored.org/...

    Alles paletti da draußen!

  30. J. Martin

    Die Welt, *kicher* …

    Der heutige Dilbert paßt schön zum Thema.
    dilbert.com/fast/

    ^_^J.

  31. marie

    das ist jetzt wohl ein wenig spät, und ich hab auch nicht alle kommentare durchgelesen. aber was ich mal zum thema gier, system und so weiter in den raum werfen wollte:

    ein übel sehe ich eindeutig im lobbyismus: meiner ansicht nach sind politik und wirtschaft einfach keine getrennten systeme (mehr).

    ein anderes darin, dass sich große unternehmen darauf (bis jetzt) verlassen, dass ihr lobbyismus und ihre medienmacht funktionieren.

    change it! yes we can! lol

Eure Kommentare

Feed
  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
  • WERBOU: Ich denke es ist in der Werbebranche sehr unterschiedlich. Gerade was in Sachen Grafik geht, wird meistens der Preis ziemlich gedrückt, was...
  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: Nein, tot nicht, wir leben und arbeiten ja alle und auch der Werbeblogger ist online ;-). Für die nähere Zukunft der...
  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
  • Gatzetec flashlights for friends: Wir denken der Auftrag wurde erfüllt. Gute Werbung für das Produkt und man schaut zweimal hin :-) Gibt es...
  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop