05.10.08
13:58 Uhr

Verlagsblogs im Schlafrock

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Die Verlagsgruppe Handelsblatt publiziert -eingebettet in das hauseigene Layout und die Hauptdomain “handelsblatt.de/com” – diverse Blogs. Eines der bekanntesten Blogs dieser Art ist das “Indiskretion Ehrensache” Blog von Handelsblatt-Reporter Thomas Knüwer. Weitere Blogs mit zum Teil externer Beteiligung von freien Mitarbeitern wie z.B. das vor kurzem eingestellte Blog von Vokswirtschafts-Professor Uhlig ergänzen den Themenfächer von gut einem Dutzend Handelsblatt-Weblogs.

Zu den aktuellen Entscheidungen des Handelsblattes über die Einstellung des Weblog von Professor Uhlig kommentiert die Chefredaktion des Handelsblattes, vertreten durch Bernd Ziesemer und Sven Scheffler im “Copy & Paste” Wortlaut im Werbeblogger und auch auf der eigenen Domain:

Grund für unsere Entscheidung war die Befürchtung, dass der Blog-Beitrag von Herrn Uhlig in der Öffentlichkeit irrtümlich nicht als die persönliche Meinung eines Wissenschaftlers, sondern als redaktioneller Beitrag des Handelsblatt wahrgenommen werden könnte und der Eindruck entsteht, das Handelsblatt rufe zu einem „Run“ auf die Commerzbank und andere Finanzhäuser auf. In einer Situation, die ohnehin sehr fragil ist, wollten wir jedes Risiko ausschließen, durch missverständliche Äußerungen eine Panik in der deutschen Finanzindustrie zu verursachen. Dies haben wir höher bewertet als die Meinungsfreiheit unseres Bloggers. Wir bitten Herrn Uhlig und unsere Leser dafür um Verständnis.

Die Frage über das “Hausrecht” möchte ich an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Das Wichtigste ist bereits vielfach gesagt.
Bemerkenswert finde ich in diesem Kontext aber auch die Haltung des Handelsblattes, sich im Redaktions-Kern von ihren eigenen Blog-Publikationen distanzieren zu wollen. Oder anders gesagt und das wiegt aus meiner Sicht viel stärker: Die Chefredaktion traut es offensichtlich vielen ihrer Leser nicht zu, meinungsgeprägte Publikationen wie Blogs auch als solche zu erkennen und richtig “einzuordnen”.

Tatsächlich sind die Handelsblatt-Blogs vollständig in das Design von handelsblatt.de eingebettet. Die Redaktionsleitung beim Handelsblatt (online) muss sich also durchaus die Frage stellen, warum sie – wenn sie sich doch grundsätzlich von ihren (externen) Blogschreibern distanzieren will – diese Blogangebote nicht eindeutig als “unabhängige Kommentarsektion” ausweisen, die auch für den konservativsten Leser deutlich macht, wer hier in welchem Kontext publiziert.
Eine konsequente Alternative wäre es, grundsätzlich auf die Klickraten und Besucher auf diesen Weblogs zu verzichten und sie außerhalb der eigenen Publikationsverantwortung und Redaktionsfreigaben laufen zu lassen.
Die dritte Alternative scheint mir im Moment allerdings durchaus wahrscheinlicher:

Alle Blogartikel vom Handelsblatt müssen vor Veröffentlichung durch die Redaktionsleitung freigegeben werden, um in Zukunft derartige inhaltliche Abstimmungsprobleme zu umschiffen. Allerdings: Was hätte das Ganze dann noch mit Blogs zu tun? Der Kern und Lebensinhalt eines Blogs IST die persönliche Meinung. Sie verlagsintern durch ein “Qualitätsmanagement” für “economical correctness” laufen zu lassen, torpediert jeden Wesenszug eines Blogs, der doch ergänzend zum Redaktionskern die spannenden Meinungsflanken liefern soll, oder doch nicht?

16 Kommentare

  1. Sven Scheffler

    Sehr geehrter Herr Kühl-v.Puttkamer,

    gerne möchte ich zu Ihrem Kommentar Stellung beziehen. Wir pflegen seit geraumer Zeit eine umfangreiche Blog-Community: Dort können Autoren aus verschiedenen Bereichen Meinungen, Analysen aufschreiben und diskutieren. Das darf und kann durchaus kontrovers sein.

    Anders als Sie in Ihrem Beitrag schreiben, sind die Blogs in einem anderen Design, als unsere redaktionellen Inhalte und grundsätzlich durchaus von den Inhalten zu unterscheiden. Wir sehen die Chancen von Beiträgen von qualifizierten Expertenblogs als immens an, vor allem weil die oft eine Bereicherung unseres Angebots darstellen. Aus diesem Grund haben wir auch einen Vielzahl von Ökonomie-Blogs etabliert.

    Im aktuellen Fall haben wir als Redaktion in einer angespannten, sensiblen Phase eine Entscheidung treffen müssen: Das Handelsblatt berichtet intensiv und sehr kritisch über die dramatische Entwicklung – dabei nehmen wir, sofern die Faktenlage klar und eindeutig ist, auch kein Blatt vor den Mund.

    Im Beitrag von Herrn Uhlig hat dieser unsere Leser aufgefordert Ersparnisse und Anlagen bei einem Finanzinstitut abzuheben. Da mussten wir einschreiten – alleine der Verdacht, das Handelsblatt rufe zu einem „Run“ auf die Commerzbank und andere Finanzhäuser auf, ist hochkritisch.

    In diesem Zusammenhang bitte ich unsere Entscheidung zu beurteilen.

    Gruß
    Sven Scheffler

  2. Vroni

    Unter jedem Beitrag in der good oder bad old Printpresse, der von der offiziellen Linie des Blattes abweicht oder kontrovers ist, steht solcherley Langweiliges, aber hinreichend Nützliches. Kapiert jeder tumbe Leser:
    “Dieser Beitrag stellt nicht die Meinung der Redaktion dar.”
    Und ist mit dem vollen Namen des Journalisten gekennzeichnet.

    Da kann man sich fragen, wo ist bei Online-Blättern das Problem? Und bei Blogs, die unter dem Dach deren Hauses segeln? Einfach (beim Internet besser oben als unten) nicht kleiner als 8 Punkt Perl hinschreiben den Sermon “Dieser Beitrag stellt nicht…, bla” und fertig.

    Dann erübrigt sich die scheinheilige Diskussion des Handelsblattes, dass das als Teil des Ganzen wahrgenommen würde und gewisse Beiträge daher wegmüssten.

    Man kann noch etwas Zusätzliches tun, nämlich nützliche unterschwellige Wahrnehmungs-Kosmetik. Solche Art UI-Tünche hilft im schnellen Internet, wo gerne intuitiv gesurft wird und Wichtiges übelesen wird, tatsächlich. Weiß jeder Dorf-Webdesigner. Nämlich das Design solcher Blogs eben nicht wie das Design des Online-Blattes aussehen lassen, siondenr ihne ein anderes Tempalte verpassen.

    Und schon wäre die Sache geritzt.
    Eine Frage der Konzeption.

    Für mich also reine Scheinheiligkeit und Absolutismus solcher Blätter, die unter ihrem Online-Dach Blogs versammeln. Sie könnten locker das tun, was im Print uralte Tradition ist – und vom Leser ohne Zweifel verstanden wird. Dieses sein von Print eingeübtes Verhalten nennt man “gelerntes” Leseverhalten. Aber das Online-Handelsblatt nutzt das nicht, sie tun es nicht.

    Sie tun mit ihrer Rede, als ob im Internet die Räder neu erfunden werden müssten. Sie tun, als ob der Internetleser noch nie eine Zeitung von innen gesehen hätte und ein von oben zu steuernder Esel sei, den man vor Missverständnissen (klar, wenn man Maisverstädnisse erst durch das Fehlen des Haftungsauschlusses provoziert…) bewahren müsse.

    Solche Blätter haben einen gewaltigen Strickfehler: Sie wollen gleichzeitig “modern” wirken und als fortschrittlich gelten (toll, wir haben Blogs…), alles über bord werfen, was an Habitus und gutem journalistischem Benehmen in Print sich bewährt hat, aber die Online-Schreiber gleichzeitig gängeln wie im Mittelalter. Das passt nicht zusammen und daher nehme ich dem Handelsblatt die faule Ausrede auch nicht ab.

    Das Handelsblatt sollte a) schleunigst diesen Passus oben reinschreiben in seine Blogs, b) jedem ihrer Blogautoren ermöglichen, das Frontend des Blogs an deren Stil, deren Message anzupassen (jeder lumpige MySpace-Account kann das), statt das festgezurrte Handelsblatt-Design übernehmen zu müssen und b) die Leute den Free Speech pflegen lassen.

    Dazu bräuchte es aber eine andere Unternehmenskultur. Und nicht die der Schere im Kopf.

  3. Vroni

    “Anders als Sie in Ihrem Beitrag schreiben, sind die Blogs in einem anderen Design, ”

    Zum Design:
    Wer auf Weblogs klickt auf Handelsblatt.net findet als Nächstes in der Blogübersicht Folgendes vor:
    Anreißer: gleiche blaue Overheadline in gleicher Typo, gleiche Headline-Typo in Serifen wie auf dem Online-Handelsblatt selbst.

    Klickt er dann auf einen der vorgestellten Blogs und kommt auf deren Artikel oder Startseite, dann erst ist die Head eine serifenlose. Immer noch aber alles in Handelsblattfarbe, Spalte geringfügig andere Weite.

    Sorry Leute, diesen Unterschied nimmt kein Mensch war.
    Jeder Online-Creativ-Director wird sagen: So geht das nicht, der User wird glauben, er ist immer noch auf dem offiziellen Redaktionsteil.

    Will sagen, Profis machen das deutlich unterschiedlicher, wenn es unterschiedlich sein muss. Sonst fliegt es ihnen von der Usability her um die Ohren.

  4. Uwe

    Was passiert eigentlich, falls Professor Uhlig annähernd Recht behalten sollte? Wird sich das Handelsblatt dann bei den Lesern entschuldigen, die ihr Erspartes verloren haben? Hier wird doch auf den Boten eingedroschen, nicht auf die Übeltäter – ein Verhalten, das jeglichem journalistischen Ethos Hohn spricht.

  5. Marcus

    Warum gibt es diese themenspezifischen Experten-Blogs – mehr oder weniger gut von den redaktionellen Beiträgen zu unterscheidenden aber auf jeden Fall als vom Handelsbatt angebotenen Content wahrnehmbar – eigentlich?

    Sicher gibt es dafür eine Vielzahl von Gründen. Mediainteressen zum Beispiel, also die Möglichkeit Werbung viel spitzer zu platzieren und infolge zu verdienen. Aus meiner Sicht geht es aber dabei vor allem um die Schärfung des eigenen Profils. Handelsblatt als die deutsche Tageszeitung für Wirtschaft und Politik profitiert natürlich davon, wenn renommierte Experten wie Professor Uhlig, und eben nicht eine “unbakannte” Redaktion, zu einem Thema Stellung nehmen und aufgrund ihres Wissens unter Umständen viel tiefen in die Materie eintauchen und folglich die interessanteren Rückschlüsse ziehen können. Soweit ist das jedem ja klar. Nur dem Handelsblatt anscheinend nicht. Der Transfer von Images vom Sender zum Empfänger ist in aller Regel nicht filterbar. Wer also, wie in diesem Fall, den Glanz und den Intellekt der externen Experten über sich strahlen lassen will, darf auch den Schatten nicht fürchten. Und ich glaube das Handelsblatt fürchtet sich nicht.

    Es geht hier doch um etwas anderes. In einem Fall, wie den Äußerungen eines Professors für Volkswirtschaft, hilft auch keine Distanzierung wie: “Dieser Beitrag stellt nicht die Meinung der Redaktion dar.”

    Professor Uhlig ist Volkswirt. Das hat Gewicht. Wenn in einer renommierten Wirtschaftszeitung ein renommierter Ökonom (so wird es doch wahrgenommen) zur Auflösung der Konten aufruft (ob das berechtigt ist oder auch nicht) ist das ein durchaus diskussionswürdiger Sachverhalt.

    Ich habe von Zertifikaten, den Geschäften der Hypo Real Estate oder den Dimensionen der Finanzmarktkrise keine Ahnung. Fakt ist aber, und sollte für jeden verständlich sein, dass ein Run auf die Spareinlagen, die der Sicherheitsfond nicht abdeckt, das Gerüst des Finanzmarkts zusammenbrechen lässt.

    Das das Handelsblatt so handelt wie es eben gehandelt hat, dafür mag es auch eine Menge kritikwürdiger Gründe geben. Aber man sollte zumindest den Gedanken zulassen, dass es sich dabei nicht ausschließlich um die Beschneidung der Meinungsfreiheit aufgrund handelsblatt-interner Interessen, sondern um eine Form von unternehmerischer Verantwortung handelt.

  6. meistermochi

    aus handelsblatt-kreisen wurde ja auch darauf verwiesen, dass die sache so hochgekocht und schlecht kommuniziert worden ist, weil wochendende war.

    schon klar. aber auf die kfw und die millionen-überweisung wurde ach eingeprügelt oder nicht, handelsblatt?

  7. Patrick Breitenbach

    Nun springt der Staat auffällig laut in die Bresche und will nun plötzlich ALLE Spareinlagen in Deutschland absichern (woher kommt eigentlich auf einmal all das Geld?): spiegel.de/wirtschaf...

    So wie es aussieht, waren die Ansichten des Herrn Prof. Uhlig nicht ganz verkehrt, im Gegenteil, die Löschung seines Beitrags unterstreicht nur noch die Wichtig-, Richtig- und Dringlichkeit seiner Warnung.

  8. derherold

    Du kannst das beurteilen, Patrick ?

    Hier geht es nicht um Werbe-schischi, sondern darum, daß keine(!) Bank einem sog. *bank run* gewachsen ist.

    Vllt. fehlt dem einen oder anderen das Vorstellungsvermögen, was das für eine Gesellschaft heißen würde. Es gibt keine Anzeichen für den Verlust von Spareinlagen … wenn allerdings noch ein paar Schlaue auf die Wichtig-, Richtig- und Dringlichkeit einer “kollektiven Abhebung” hinweisen, ändert sich dies.

  9. saizew

    Du kannst das beurteilen, herold?

    Hier geht es nicht um den Verkauf, die Vermittlung irgendwelcher Hinterhofklitschen, bei denen man deren Eigenschaften schönredet und fette Provisionen einstreicht, sondern darum, dass man hart arbeitenden Menschen die Möglichkeit, die Freiheit gibt, sich ihre eigene Meinung zu bilden um ihr Geld eventuell vor gewissen- und rücksichtslosen Abzockern und Kriminellen in Sicherheit zu bringen.

    Eine Replik auf Deinen restlichen arroganten Unsinn erspare ich mir…

  10. Vroni

    @ Marcus
    “Professor Uhlig ist Volkswirt. Das hat Gewicht.”

    Viel mehr Gewicht hat, was in der Vorzeit passiert ist und uns vorgeführt wurde: panische Banker und Großbanken, die sich gegenseitig kein Geld mehr verleihen.

    Das nimmt dermaßen viel Vertrauen bei den Sparern und Einlagenbesitzern weg, dass ein promovierter Volkswirt mehr oder weniger das Unkraut auch nicht mehr fett macht. Er hat nur gesagt, was viele eh schon denken.

    Die wahren Urheber eines möglichen “Bank-Runs”, wenn es denn einen “Bank-Run” gibt, die wahren Urheber des Misstrauens sind ganz schön die verantwortlichen Banker selber, die immer noch nicht aufhören, einerseits immer noch zu schachern und andererseits Regierungen zu erpressen. Sehr vertrauensbildend das.

    Natürlich gibt es das Prinzip des einen zusätzlichen Tropfens Meinung oder Nachricht, der das Fass Misstrauen zum Überlaufen bringt. Das wird erst dann sein, wenn es sich bis zum letzten Sparer herumgesprochen hat. Aber dann werden besser Informierte längst ihr Happchen-Pappchen abgehoben haben. Dazu braucht es das Blog eines Wirtschaftsprofessors nicht. Und einfache Leute lesen sowas eh nicht, die aber wird es treffen..

  11. Patrick Breitenbach

    “Es gibt keine Anzeichen für den Verlust von Spareinlagen”

    Achso, deshalb muss man so dringend kommunikativ und staatlich reguliert werden?! Welche bösen Mächte sind da am Werk? Die des unwissenden Pöbels oder des unwissenden “Werber-Wischis”? Mir ist schon klar, dass man plötzlich mit diesem Gros an Informationen nicht klarkommt, aber die Suppe hat man sich mit Verlaub selbst eingebrockt, jetzt versucht man das also auch noch auf die “kleinen Leute” abzuwälzen, die durch ihre panische Angst schon wieder ihr Geld zu verlieren alle Banken putt machen.

    Witzig finde ich persönlich ja, dass sich manche Banken plötzlich mit so vielen kleinen Privatkunden brüsten. Jahre davor war denen das noch peinlich bis ein Dorn im Auge, weil die Renditen dadurch natürlich nicht so happig ausfielen, wie die Spielchen im Börsencasino. Heute macht Kleinvieh Mist und rettet plötzlich die Ärsche mancher Banken?!

    Hier geht es um vorherrschende reale Ängste bei der von dir vielleicht für dumm betrachteten Bevölkerung (also Demokratie, Staat und sowas).

    Nochmal zur Prophezeiung, die sich selbst erfüllt: Kommunikation ist ein kausaler Prozess und ich kann Watzlawick nicht oft genug rezitieren: Man kann nicht nicht kommunizieren. Die anscheinende Beschwichtigung wirkt kontraproduktiv, jedenfalls solange die gesamte Krise weiterhin so intransparent und komplex ist, dass selbst die Experten keinen Schimmer haben, was genau los ist. Also wirkt eine Unterdrückung von Information mindestens genauso bis verstärkend auf die Prophezeiung ein. Ganz einfach weil das Vertrauen dahin ist und der Ursprung der Krise Nicht-Kommunikation, Desinformation und Beschwichtigung war. Dank Internet verflacht die Informationsasymmetrie, was für diesen speziellen Fall aber ungünstig ist. Es baut sich ein gigantisches Komplexitätsmonster auf, was einzelne Menschen (Entscheidungsträger und Machthaber, die sonst Vertrauen genossen) nicht mehr bändigen können. Die Informationen tanzen Samba. Alles geht. Nichts geht mehr.

    Man wollte doch Casino, oder?

  12. Patrick Breitenbach

    Zur Abwechslung mal handfeste Informationen. Deutschlandradio-Sendung als Podcast zum hören:

    dradio.de/dkultur/se...

  13. Marcus

    Was wird hier eigentlich diskutiert? Die Glücksspielmentalität und Habgier der Banken und die möglichen Folgen oder die Vorgänge beim Handelsblatt? Es scheint hier wird nach belieben das eine mit dem anderen vermischt. Mir jedenfalls erschließt sich bei manchen Argumenten nicht unbedingt ein kausaler Zusammenhang.

    Das ein Unternehmen wie das Handelsblatt sein eigenes Angebot “modifiziert” muss man akzeptieren. Das dabei Blogeinträge zensiert werden, ärgert mich auch. Fragen muss man sich, warum das geschehen ist. Man kann darüber streiten ob es sich um Verantwortung oder Selbstschutz handelt – aber das Handelsblatt hat doch nun wirklich nichts mit den Vorgängen im Bankengeschäft, dem Vertrauensverlust gegenüber diesem oder gar der Bürgschaft des Staates in dieser Sache zutun.

    Für mich bleibt die Frage: Wie ist das zensieren eines Blogeintrags unter diesen Vorzeichen zu bewerten – aus Sicht eines “Werber-Wischis”. (Und das ganze ohne sich gegenseitig anzupissen. @saizew/herold ?)

  14. dot tilde dot

    ahoi polloi zum thema.

    auch mal lachen, leute!

    .~.

  15. Vroni

    Marcus,
    was hier eigentlich diskutiert wird, ist a), dass Verlage sich in Online verhalten wie die Axt im Walde, sie haben kein Gefühl fürs Web. Beispiel – wieder mal – ist das Ding mit Uhlig. Und b) genereller: dass deutsche Medien in ihren redaktionellen Beiträgen kaum Klartext reden. Denn es geht auch um ihr sonstiges Verhalten: Sie sind Verlautbarungs- und dpa-Schnipsel-Weiterreicher. Deutsche Medien bieten kaum Aufklärung gegenüber kriminellen Wirtschaftsmachenschaften, sie sagen die dinge nicht in alelr Deutlichkeit. Nichts anderes als kriminell ist das, womit die Banken sich und andere reingeritten haben. Von einem Wirtschaftsblatt erwartet man mehr. Aber nicht nur das tritt nicht ein, sondern sie löschen auch noch ohne Rücksprache zu halten. Diese ganze Gemengelage führt zur Verärgerung.

    Denn für sowas braucht kein Mensch eine Zeitung.

  16. Vroni

    Einzig die FAZ spricht Klartext:
    faz.net/s/Rub4D8A76D...

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