28.09.08
01:25 Uhr

Interone sucht Sucher

Samstag abend. Ich zappe mich so durch die TV-Landschaft, nachdem ich eine gute Schauspielfreundin bei einem ihrer Endprodukte verfolgt hatte. Plötzlich bin ich auf Hamburg 1, also einem metropol-regionalen Sender, der von Axel Springer finanziert wird. Da Hamburg -ähnlich wie Berlin und Düsseldorf- ja nach einer Sendung über die Werbewirtschaft geradezu schreit, gibt es bei Hamburg 1 tatsächlich ein Format, welches sich nur um Werbung und ihre Wirtschaft dreht. Es nennt sich gleich mit Werbefreibrief – “Dauerwerbesendung” und gelegentlich bin ich ich auch geplanter oder ungeplanter Gast dieses Formates.

So komme ich dann in den Genuss, endlich einmal die BBDO-Tochter “Interone” mit ihren Protagonisten kennen zu lernen. Die da in diesem Fall medial präsent wären in Person von:

Franziska von Lewinski (bitte schon aus eigenem Interesse keine tumben Adelsspäße oder gar noch abwegigere Indiskretionen…)

und

Martin Gassner.

Ich muss gestehen, dass ich nicht vom Beginn der Sendung an verfolgen konnte, worum es geht, allerdings beschäftigte sich das Quartett, vervollständigt durch den Moderator und Hamburg1-Chefredakteur Michael Schmidt sowie Dauerwerbegast und Chefredakteur von “new business” Harald Nebel (Lieber Harald, wie alt ist denn das dort erscheinende Bild deines Konterfeis?) , mit der Website von Interone…

Beide Vertreter von Interone stellten sich also (u.a.) der Frage, warum denn Interone bei ihrem Website-Auftritt komplett auf eine klassische Navigationsstruktur verzichtet hat. Statt dessen sei ein “google-ähnlicher Ansatz” favorisiert worden, mit einem Suchfeld im “Zentrum” der Seite…

Nun haben wir uns ja gelegentlich schon mit Websites von Agenturen beschäftigt, aber ehe ich nun hier in epischer Breite meinen egozentrischen Senf abgebe, möchte ich euch bitten, eine Einschätzung über Sinn oder Unsinn eines derartigen Konzeptes zu kommentieren. Danke.

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7 Kommentare

  1. Stefan

    Mal abgesehen davon, dass die vorgeschlagenen Stichwörter mit dem nightly-build von Webkit wegen des schlecht geschriebenen JavaScripts nicht funktionieren: der Ansatz ist zwar an sich relativ nett, aber die Suche im “Zentrum” (mir ist zuerst der große Text mit den Links aufgefallen) und das angebliche Verzichten auf eine Navigationsstruktur (ich hab die Suchvorschläge erst für die Navigation gehalten, es sind auch nur gerade mal 42 statisch definierte) ist relativ unspektakulär, wenn man sich mal den technischen Hintergrund ansieht. Anstatt der erwarteten Ajax-Anfrage an den Server nach dem Suchwort, wird in einem vermutlich statischen Index mit 1306 Einträgen nur nach ausgewählten Schlagworten gesucht, “google-ähnlich” ist anders. Die Verschlagwortung ist in vielen Fällen zumindestens seltsam, meta-keywords auf manchen Seiten decken zwar SEO-wise ein breites Feld ab, aber man fragt sich dann schon welche Zielgruppe da was finden soll.
    Eine Navigation wie sie da jetzt suggeriert wird, hätte es für mich auch getan.

  2. Conny Lo

    Naja, meckern kann man immer. Mit der interaktiven Suche kann man gut spielen.

    Was weg muss:
    - die dummen Chuck-Norris Witze
    - die peinliche Bedienleiste bei den Flashfilmen (mal Stichwort: »Film« eingeben)
    - das »Rezept« für den Cocktail »Funky Cold Medina«
    - das Vier-Augen-Prinzip

    Weg also mit allen angestrengten Extragags, die sich die gepressten Praktikanten einfallen ließen.

  3. jajanene

    die seite ist interessant – denn sie zwingt den user, sich mit interone zu beschäftigen.

    keine wege vorzugeben, ist auch eine aussage. nur: die kann man sich nur erlauben, wenn was dahinter steckt. ich könnte mir auch vorstellen, dass gerade die (kunden), die das nicht verstehen, die seite auch nicht mehr besuchen und andere zum pitch o.ä. einladen.

    grundsätzlich wird wohl das prinzip “serendipity” — freudvolles entdecken — angewandt.

    schön ist vor allem die gestaltung der hintergrundbilder, die für authentizität sprechen — statt doofes stock-material oder schlechte animationen einzubauen.

    damit ist die seite individuell, ohne sich auf andere “quellen” oder “hosts” fallen zu lassen, wie sinnerschrader dies mit dem zweinull-anmutenden kaskaden-epos versuchte.

    die video-steuerung ist maximal “nett”; sie wird dadurch mäßig, dass sich diese gezeichneten elemente nicht in das overall-design einfügen und damit im (ungeschulten) auge ggf. als “peinlich” hervorstechen.

    @conny:
    deine kritik der “dummen chuck-norris witze [sic!]” ist wohl als oxymoron zu verstehen… ?!

  4. Tim Stäglich

    Ich finde die Seite super, schlicht udn einfach weil ich so eine Seite mit jenem Ansatz noch bei keinem anderen Unternehmen aus der werbebranche gesehen habe. Stylische Flash Filmchen findet man überall, einen so neuen Ansatz als Unternehmens Website nirgends.

  5. Andreas

    Ich habe die Seite sofort intern weitergeleitet, als ich sie vor einiger Zeit entdeckte. Weil ich den Ansatz und die damit verbundene Aussge(n) richtig klasse fand!

    Ich hoffe nur, die Agentur hat zuvor abgewägt, wie viele Kunden sie online generiert. Denn verstehen, was da abgeht, das tut nicht jeder potenzielle Kunde. Insofern ist es ein toller, wenn auch gewagter Schritt.

    @Tim S.: Stylische Filmchen können allerdings auch sehr neckisch sein: http://www.la-red.de

    ;-)

  6. pasquale

    so neu oder kreativ ist dies auch wieder nicht… hier der vorreiter:

    s-w-h.com/index.php?...

    P.

  7. Tim Stäglich

    @Andreas
    hehe, okay ich hätte z.B. als Link 2advanced.com für die Flash Fetischisten – wow.

    @pasquale
    Ja aber deren Ansatz ist anders: Weil es dieser typische Flash-Slide-Wir-sind-hipp Ansatz ist. Bei IO hast Du tatsächlich den “Google” Effekt

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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