14:33 Uhr
Anthropomorphischer Kannibalismus
Wie Roland sehr richtig in seinem Beitrag bereits konstatierte, haben sich selbstverzehrende Geschöpfe scheinbar einen gewissen viralen Effekt. Das mag daran liegen, dass ein Tabubruch an und für sich beim Menschen auch immer den Drang hervorruft, sich entweder darüber zu empören oder das ganze aufgrund seines rebellischen Eigengeschmacks als richtig “cool” zu klassifizieren. Das Tabu “Kannibalismus” ist in der Faunageprägten Werbewelt schon lange keines mehr. Dennoch geht diese Themenwelt noch einen kleinen Schritt weiter. Denn meist werden diese Tiere ja vermenschlicht dargestellt, also anthropomorphisiert. Es werden mittlerweile sogar extra Sammlungen und Fotoreihen zu diesem Thema angelegt (Danke an Julian für den Tipp). Aber warum um alles in der Welt stehen wir auf sich selbstverspeisende Kreaturen, die uns so ähnlich sehen? Klar, zur Not frisst der Teufel Fliegen und der gläubige Christ schonmal den ein oder anderen Muslime, aber wieso meinen wir, dass wir mit sich selbstverputzenden Tieren auch mehr Fleisch/Fisch verkaufen können? Ich bin so gut, dass ich mich sogar selbst essen würde?
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21 Kommentare
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- André: Auch auf ICE Strecken zwischen HH und Berlin ist/war das gängige Praxis. Der Mitfahrermarkt war fest in der Hand von südländischen...
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Am 27. August 2008 um 14:43 Uhr
bei Maoam wird sogar Geschlechtsverkehr mit Comicfiguren ausgeübt…
derstandard.at/?ress...
images.derstandard.a...
…auf einem Produkt für Kinder!!! ;)
Am 27. August 2008 um 14:44 Uhr
Müsste der Titel nicht “Antropomorpher Kannibalismus” lauten?
Am 27. August 2008 um 14:46 Uhr
Was es nicht alles gibt.
neben kanibalismus gibts auch Geschlechtsverkehr. Siehe Maoam
derstandard.at/?ress...
images.derstandard.a...
http://www.maoam.com (Gelbe Packung)
;)
Am 27. August 2008 um 14:56 Uhr
@Alexander: Meinst du? duden.de/duden-suche...
Am 27. August 2008 um 15:53 Uhr
Der Kannibalismus ist ein inhärenter Teil nahezu aller Entstehungsmythen weltweit. Besonders in archaischen Kulturen ist der Kannibalismus ein wichtiger Teil der Stammesmythologien. Dieser Aspekt tritt meist in Kombination mit der Vermehrung auf. Hieraus lässt sich auch die anscheinend viral wirkende Natur oben gezeigter Werbung ableiten. Der Kannibalismus ist zudem auch immer noch ein wichtiger Bestandteil heutiger Glaubenzeremonien, auch wenn dieser mittlerweile in einen symbolischen Akt transferiert wurde (die Christen trinken das Blut Jesu Christi und verzehren seinen Leib). Der antropomorphe Aspekt geht ebenso auf das Archaiukum zurück, in Form von geübten Verwandlungen, allgemein bekannt unter dem Begriff Toteme.
Dies sind lediglich Erklärungsansätze. Zu Vertiefung empfehle ich das Werk “Masse und Macht” von Elias Canetti, der sich ausgiebig mit archaischen Mythen, Selbstverzehrung und den Zusammenhang mit Macht beschäftigt. Persönlich glaube ich, dass die Darstellungen von sich selbstverspeisenden Lebensmitteln, älteren menschlichen Verhaltensmustern entspringen, die uns aufgrund unserer heutigen Lebensweise nicht mehr als nahliegend oder logisch vorkommen.
Am 27. August 2008 um 17:43 Uhr
Er hier macht mich immer noch am meisten an:
werbeblogger.de/2005...
Am 27. August 2008 um 18:08 Uhr
Hallo!
Ich schaue regelmässig auf diese Seite, um mich schnell und gut über aktuelle Werbung zu informieren. Das nämlich macht ihr prima.
In letzter Zeit häufen sich allerdings Artikel wie dieser, die mich in ihrer Pseudointellektualität als Leser peinlich berühren. Alleine der willkürliche Gebrauch von Fremdwörtern ist grauenhaft, ganz zu schweigen erst von der inhaltichen Aneinanderreihung von Phrasen.
Entschuldigt meine Ehrlichkeit, und fokussiert doch einfach wieder auf eure Kernkompetenz: Gute Werbemassnahmen finden, hochladen und pointiert (!) kommentieren.
Am 27. August 2008 um 18:19 Uhr
@Andreas: Vielfalt in Stil, Themen und Inhalten macht den Werbeblogger aus. Werbung ist gelegentlich also nur die kommunikative Spitze einer essenzielleren Thematik und wir beabsichtigen nicht, nur an der Oberfläche zu streicheln oder zu kratzen. Der inhaltliche Mix insgesamt sollte aber auch für die schnelle Werbenummer etwas hergeben :-)
Am 27. August 2008 um 18:46 Uhr
@Andreas: Dann geh doch rüber zu den Kollegen von Wuff oder Horizonk. Die machen das bestimmt viel besser, aktueller und vor allem völlig poseudointellektuellenfrei.
Am 27. August 2008 um 19:30 Uhr
Ich bin ein Poseudoproll.
Am 27. August 2008 um 19:36 Uhr
Ich hab Pseudokrupp …
Am 27. August 2008 um 23:17 Uhr
Hehe, hat Patrick wieder mal versucht, intellektuell zu klingen? Wir haben auch so einen Junior-Berater, der das immer versucht. Wir mögen ihn trotzdem. Genau wie Patrick. Weiter so, Patrick!!!
Am 28. August 2008 um 08:06 Uhr
mein pseudo: Hat sicher etwas mit gegenseitigen Gefühlen zu tun. Wenn ich etwas so sehr begehre, dann wünsche ich, dass es auch so begehrt werden möchte. Das Essen soll sich uns freiwillig hingeben.
“sich selbst verzehrende Geschöpfe” finde ich großartig.
Am 28. August 2008 um 08:45 Uhr
Ich finde einfach, man sollte sich so ernsthaften und weltbewegenden Themen mit der gebotenen verbalen Distanz nähern.
Die lange Pause von Werbeschmarrn und das kontinuierliche D-Radiohören hat mir anscheinend einfach nicht gut getan.
Aber das mit den Phrasen finde ich unfair. Werbung ist nach Sportjournalismus die Königsdizsiplin der Phrasendrescherei.
Am 28. August 2008 um 14:11 Uhr
Gerde die Formulierung “sich selbst verzehrende Geschöpfe” weist unaufdringlich auf einen möglicherweise dem Thema inhärenten Subtext hin: Steht doch in mindesetens lyrizistischer Sprache eben diese Formulierung gleichsam metaphorisch für die Sehnsucht nach erfüllter Lieb zu einem Partner. Die obenstehende Diskussion subsumieren, darf man hier wohl konsatieren, dass das Sich-selbst-verzehren hier als tiefe Eigenliebe, vulgo: Narzissmus dieagnostiziert werden darf, wo nicht muss. Ein Phänomen, das bekannter Weise auch und gerade bei Werbern (im Allgemeinen und) im Besonderen im Verlauf ausschweifender Blog-Threads auftritt… was wollte ich gerade sagen?
Am 28. August 2008 um 14:17 Uhr
ick hab mich zum fressen jern!
Am 28. August 2008 um 14:38 Uhr
Ich sehe gerade, in meinem Formulierungsfuror habe ich doch allzufiele Tippvehler gemacht. Mea Culpa.
Am 28. August 2008 um 15:26 Uhr
Ich denk da gar nicht so kompliziert:
Der Hintergrund von Werbung mit sich selbst als Essen anbietenden Kühen(Schweinen/Hühnern ist, dass der Konsument damit die innere Erlaubnis bekommt, das_zu_essen. Denn das Vieh isst sich immerhin auch selbst. Also darf man.
Freudianisch angehauchte Verpüschologisierung mit Narzissmus oder Kannibal-Lecterismus ist mir da zu weit hergeholt. Die meisten Menschen ticken an der Oberfläche einfach viel schlichter und welcher Abgrund dennoch darunter sein mag, öffnet sich einem Hobbysoziologe nicht so rasch. Besser ist das auch.
Am 28. August 2008 um 16:29 Uhr
Also ich war grad echt positiv überrascht das Thema hier zu entdecken, diese (meist als Aufsteller vor den Restaurants/Fleischereien) zu findenden Kanibalen fallen mir shcon seit Ewigkeiten immer wieder auf, bisher hab’ ich aber nur ein Axelzucken bekommen, wenn ich ein Gespräch in die Richtung starten wollte. Nice :)
Am 28. August 2008 um 17:29 Uhr
Für Essen ist es nichts Schreckliches gegessen zu werden, sondern im Gegenteil etwas Erstrebenswertes. so ist das
Am 28. August 2008 um 22:17 Uhr
Wie es für den Arbeiter nichts Schreckliches ist, sich zu Tode zu arbeiten, sondern im Gegenteil etwas Erstrebenswertes.