14:51 Uhr
Jedem seine Dokusoap?
Mikroblogging-Dienste und Social Networks leben von der Aktivität der User und derer, die diese Aktivitäten verfolgen wollen. Soweit, so gut. Jeder kann freiwillig beobachten, was einzelne Menschen wann gerade so tun oder lassen. Nicht umsonst ist der “Blick durch das Schlüsselloch eines inszenierten Lebens” auch immer wieder erfolgreicher Kernbestandteil von Dokusoaps im TV. Die soziale Neugier wird bedient und befriedigt.
Was spricht also dagegen, sich das Bloggerleben etwas einfacher zu gestalten und ein privates Weblog auf den “digitalen Aktivitätsradar” der Person zu beschränken, indem man ausschließlich aggregierte Web-Aktivitäten des Nutzers darstellt, ohne mühsame Erstellung und Formulierung von umfangreicheren eigenen Texten und Gedanken?!
Das ganze nennt sich dann “Lifestreaming“, dargestellt werden je nach Wunsch z.B. die Kurztexte via Twitter, Nutzeraktivitäten aus den “Feeds” innerhalb sozialer Netzwerke, Bildmaterial aus Flickr usw. usw.
Schon werden Stimmen laut, die hier auch für Corporate Blogs ein Anwendungsfeld sehen. Allerdings sollte man dabei berücksichtigen, dass vor der höheren Schule des sozialen Markentangos erst einmal die Grundschritte beherrscht werden. Die wenigen Corporate Blogs, die sich zumindest bei den großen Marken nach “außen” zeigen, sind gerade erst in die Tanzschule des Social Web eingestiegen. Jetzt gilt es erst einmal, die Tanzpartner einzuladen und sicheren aber gleichzeitig lockeren Schrittes tiefer einzusteigen.
Ich erkenne durchaus Anwendungsfelder für Markenblogs bei Twitter & Co., bitte nicht falsch verstehen. Nur macht es für Marken keinen Sinn, nur aus Reichweitengründen überall mitmischen zu wollen. Was ist der Nutzen für die Markenfans, was sind die Inhalte (auch wenn es nur 140 Zeichen sind), warum sollte ein Kunde oder Interessent das überhaupt verfolgen wollen?
Die zahllosen Dienste im Web sind oft genug gratis; die konzeptionellen Arbeiten, diese Werkzeuge in ein sinnvolles Gerüst für Markenkommunikation und z.B. Kundenservice einzubauen, allerdings überhaupt nicht, im Gegenteil: Es wird komplexer.
3 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 12. August 2008 um 15:13 Uhr
Sehr guter Artikel. Knapp und auf den Punkt gebracht. Vor allem der Hinweis, dass der Einsatz von Social Media auch sehr viel Arbeit bedeutet(konzeptionell und inhaltlich)und kein Selbstläufer ist, ist noch nicht zu jedem durchgedrungen.
Am 12. August 2008 um 16:38 Uhr
Der einzige Grund der für das Mitmischen von Marken in diesen Netzwerken spricht, ist die Positionierung durch Aktualität um auch in den Köpfen derer Online-User einen Platz zu ergattern, welche stets die “neuesten” Trends ausprobieren und einen derart kommunikativen Charaklter aufweisen, dass Sie wieder als Meinungsführer für Unternehmen interessant werden. Was aber wohl gegen den Gang in diese Dienste spricht, ist der Vorsichtsgedanke. Denn gemäß dem Sprichwort “Zeige mir deine Freunde und ich weiß wie du tickst” oder so ähnlich =) hätten evtl. aufkommende negative Einstellungen gegenüber dieser “Micro-live-streaming-Netzwerke” auch negatives Transferpotential auf die Marke.
Vielleicht hab ich mich aber auch doch zu sehr hineingedacht und der Grund weshalb Markenanbieter díese Dienste nicht nutzen ist viel primitiver: Sie sind dem Markenmanagement gar nicht bekannt, oder die Reichweiten werden nicht erkannt.
Am 12. August 2008 um 22:27 Uhr
“[...]ein privates Weblog auf den “digitalen Aktivitätsradar” der Person zu beschränken, indem man ausschließlich aggregierte Web-Aktivitäten des Nutzers darstellt[...]”
Meine Güte, bei dem Gedanken stellen sich mir die Haare auf. Wieder ein Schritt weiter in “g00gle controls the world” – Denn auf deren Seite würde man ja den RSS Feed auf der Browserstartseite integrieren können.
Hart.