01:00 Uhr
Go Pentax! Go Marketing Conversation Storytelling!
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Scheiss auf Werbung, Marketing, PR oder “Märkte sind Gespräche”. Das alles ist NICHTS ohne den entsprechenden Kern: Das Storytelling.
Wo keine Story, kein spannender Inhalt, keine sinnvolle Essenz, da greift weder Branding, Marketing, WOM, Viral noch was oder sonstige magischen Formeln der “Creative Industry”. Der Name sollte eigentlich Programm sein: Kreativität. Das muss nicht neu und bahnbrechend sein. Das muss nur in den Kontext passen. Also passende Geschichten gekonnt und atmosphärisch passend umsetzen. Eine Geschichte, die wie für die Marke gemacht ist, die authentisch ist (und dabei noch nicht einmal unbedingt wahr). Der Grund warum es so viele schlechte Formen der Unternemenskommunikation gibt ist nicht der mangelnde Wahrheitsgehalt, sondern das lieblose meist ganz und gar fehlende Storytelling. Inhalt, Kontext und äußere Form passen nicht zusammen und ergeben als Ganzes nicht den erwünschten Kaufimpuls oder überhaupt ein Fünkchen im menschlichen neuronalen Netzwerk. Diese Dinge werden unterschwellig zwar (bei sich wiederholendem, kostspieligem Mediaengagement auf allen Kanäle) wahrgenommen, aber sie werden nicht stimmig genug verfeinert. Qualität ist der entscheidende Multiplikationsfaktor, der ein Produkt, eine Marke oder eine Person zum Rennen bringt. Qualität des Produktes – und wenn das fehlen sollte – Qualität der Geschichte, die zu dem Produkt verkauft wird. Das Produkt zur Not als Accessoire zur Geschichte, zur Emotion, zum Lifestyle.
Keine Ahnung inwieweit diese Aktion von Pentax gefördert wurde oder ob Flickr einen Deal mit Pentax hat, (spielt auch in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle) jedenfalls hat diese Geschichte (mit etwas Glück) einen enormen Aufmerksamkeitswert für die spitze, aber zunehmend breiter werdende Zielgruppe der semiprofessionellen Fotografen oder Hobbyknipsern. Auf der Suche nach der richtigen Kamera verbringt der ein oder andere Geek vor dem Rechner sehr viel Zeit damit 1000 Tests von 1000 Leuten zu lesen, was am Ende rein gar nicht weiterhilft. Klinische Laborberichte sichern eine Kaufentscheidung zwar zusätzlich ab, aber entscheidend ist das Herz- und Bauchgefühl. (Und wie das Ding in der Hand liegt) und in der Regel die Wahl zwischen den beiden Topmarken (ist ja auch Geschichte auf langer Sicht).
Die Geschichte vom Hobbyfotografen, der eine digitale Spiegelreflex (Marke Pentax) mit Hilfe eines Wetterballons in den Orbit schickt und damit Hobbyfotografengeschichte schreibt ist jedenfalls “Branding as its best” und schießt die Marke Pentax einen weiteren Schritt nach oben. Die dazugehörigen Fotos sprechen Bände und wenn es eine DSRL ohne NASA schafft wundervolle Fotos aus dem All mitzubringen, dann kann diese, im Angesicht dessen, geradezu günstige Kamera für den kaufwilligen Hobbyfotografen nicht verkehrt sein. Wenn das Ding den Trip über die Wolken und zu den Sternen heil übersteht, dann wird es wohl auch zum heimischen Bedarf seine treuen Dienste verrichten. (Ich selbst bin übrigens Nikonknipser)
Menschen sehnen sich nach Geschichten, weil sie durch sie selbst darin vorkommen können. Kreative wiederum haben einen verdammt harten Job innerhalb kürzester Zeit und mit minimalsten Budget eine Geschichte aus einem Bild und einer Zeile Text zu zimmern, bei der das Logo möglichst groß erscheinen muss. Aber sie dürfen nicht jammern. Sie sind selbst schuld, wenn sie sich zum Sklaven der meist identitätslosen Kunden machen. Ich bemängel nicht die Awardvergaben mit sehr vielen tollen kreativen Arbeiten, ich bemängel, dass diese Arbeiten nur sehr, sehr selten auch passend zur Marke, zum Produkt oder was auch immer damit verkauft werden soll, sind. Was nutzt es, wenn man besonders kreativ ist, aber das Schaffen immer wieder das ursprüngliche Ziel verfehlt. Und auf der anderen Seite, was nützt es mir als Kunde, wenn ich die Kreativen nicht ihren Job machen lasse und diese herausfinden wer ich als Marke bin und welche Geschichte am Besten zu mir passt – unabhängig von Political Correctness, Wettbewerb oder sonstigen x-beliebigen Benchmarks?
Kreativität ist immer noch zu 90% Bauchgefühl, so wie Kommunikation zu 90% Bauch-/Körpersprache ist. Kreativität ist aber auch das Ergebnis auch intensiver Beschäftigung mit einem Thema, denn wo der Input nicht richtig erfasst wird, kann der Output eigentlich nur daneben liegen, oder?
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9 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
- ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...

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Am 8. August 2008 um 01:37 Uhr
Kreativität und Storytelling
LOL — gerade vor ein paar Minuten veröffentlichte ich einen Eintrag, der auf die Biorhythmus-Umfrage auf dem Werbeblogger Bezug nahm, und schon fand ich beim Checken meines Backtracks dort einen neuen Eintrag vor von Patrick Breitenbach ……
Am 8. August 2008 um 14:04 Uhr
[...] bin ich beim Werbeblogger auf einen tollen Beitrag gestoßen. „Go Pentax! Go Marketing Conversation Storytelling!” Scheiss auf Werbung, Marketing, PR oder „Märkte sind Gespräche“. Das ist alles NICHTS ohne [...]
Am 10. August 2008 um 23:28 Uhr
´Schulligung, ich bin ja nicht so der Experte aber ich habe da mgl.weise etwas bei dem “storytelling” falsch verstanden.
Bisher dachte ich immer, eine Firma müßte eine “story” haben – vllt. auch, wenn man diesem einem PR-Berater, diesem Dings,glauben darf auch ein Manager/Vorstandsvorsitzender.
Hier sehe ich aber nur eine Story für ein Produkt. Wenn nun Pentax in 18 Monaten die “DSLR-3000″ herausbringt, erzählen die dann eine neue “story” ?
Am 12. August 2008 um 08:17 Uhr
@derHerold: Solche Geschichten wirken sich logischerweise auch auf die Marke aus, sogar wesentlich stärker als auf die Produktreihe selbst. Ich weiß nicht mehr, welche Produktreihe es war, ich weiss aber sehr wohl noch, dass es um den Hersteller Pentax geht. Aber natürlich kann so eine Geschichte nicht ewig nachwirken, dennoch ist sie wirksamer als ein 08/15-Spot für diese Baureihe.
Am 12. August 2008 um 22:52 Uhr
[...] via WERBEBLOGGER [...]
Am 13. August 2008 um 12:14 Uhr
[...] kleiner und großer elektronischer Gimmicks die uns den Alltag verteuern, umschmeichelt seine neue Digi-Cam aus der Lumix Produktreihe. Wie sie das tun, sollte jedem CG-Arena-Leser natürlich klar sein: Via [...]
Am 13. August 2008 um 15:11 Uhr
nachdem ich gedachte habe du schriebst nichts mehr im werbeblogger. habe ich mich nach dem ersten absatz ernsthaft gefragt, wie roland jetzt auf so gute Inhalte kommt :-) also ich dann den verfasser gelesen habe, wusste ich bescheid :D.
sehe ich genauso wie du. es ist wichtig um die marke eine für den menschen leicht verdauliche und interessante story aufzubauen. Die marke sollte nicht kern sein, sonder die story. das produkte/marke sollte einfach nur intelligent und eng verknüpft werden.
Am 13. August 2008 um 23:18 Uhr
schön, dass du dich hier auch einmal wieder inhaltlich aufgehoben fühlst…
Am 14. August 2008 um 09:05 Uhr
@roland: gute Inahlte = inhalte mir denen ich überereinstimme
ich fühl mich auch sonst inhaltlich gut aufgehoben roland :) die formulierung war nur etwas schlecht gewählt