14:34 Uhr
Mercedes Sound Logo revisited
Auf die assoziative Wirkung des neuen Mercedes Sound Logo hatte ich bereits hingewiesen und durchaus ein breit gefächtertes Feedback an Meinungen erhalten. Von “Sternenklarer Sound. Ich finde es sehr gelungen.” bis zu “Wie ein Kind in einem Horrorfilm” streuen sich die Reaktionen.
Ganz uncharmant konservenartig kommt es allerdings Benutzern der Sound Library “Symphony of Voices” von Spectrasonics vor, wenn sie nahezu komplett identisch das Sound-Logo von Mercedes im Archiv vorfinden. Natürlich ist es grundsätzlich nichts Verwerfliches, sich bestimmter Grundsounds aus Sample-Libraries zu bedienen, im Gegenteil. Viele Kompositionen nutzen diese Quellen für zum Teil beeindruckende, oft sakral-gruselige, Klangteppiche.
Mindestens irritierend ist schon eher die “schöpferische Höhe”, die hier für eine Weltmarke als “Sound Logo-Konzept” erreicht wird, vergleichbar nur mit Grafikvorlagen aus einem Standard-Softwarepaket, welche einem Kunden als bahnbrechende visuelle Logoentwicklung vorgestellt würden.
Link: www.youtube.com
45 Kommentare
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- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
- ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...
- Brian: Der Titel ist genial. Danke :).

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Am 23. Juli 2008 um 15:56 Uhr
Man kann ja noch hoffen dass sie es nicht einfach so kopiert haben sondern vielleicht sogar selbst draufgekommen sind und das ganze vielleicht doch nur ein Zufall ist…………
Am 23. Juli 2008 um 16:15 Uhr
Aua, immer doof wenn auffliegt, dass die Kreation sich nen faulen lenz gemacht hat. Aber mal ehrlich: Warum nicht einfach so ein Sample nehmen etwas verzerren oder zurechtschnipseln und dann wieder verkaufen? Man kann ja auch das Rad nicht jeden Tag neu erfinden
Am 23. Juli 2008 um 16:41 Uhr
Man muss aber dazu sagen das Mercedes das Ganze mindestens o,1 Sekunden schneller ablaufen lässt! ;D
Am 23. Juli 2008 um 16:42 Uhr
Nur interessehalber: Hat auch schon mal jemand nachgeprüft, ob das so stimmt? Denn wir wissen ja alle: Nur weil Bild und Ton in einem Video gleichzeitig kommen hat das noch nichts zu sagen.
Ich bin da inzwischen sehr skeptisch.
Am 23. Juli 2008 um 16:44 Uhr
[...] ein fertiges Sample aus einer Sound Library. Schon lustig. Gerade zufällig beim Werbeblogger [...]
Am 23. Juli 2008 um 16:48 Uhr
Waere es nicht sogar ein vorstellbares Szenario, dass das schlechte Logo + das YouTube Video eine eingefaedelte Sache ist?
Die meisten Leute werden ja nicht mitbekommen, dass das Logo aus einer Sound Library ist. Und die die es wissen posten es im Internet und das Video geht um die Welt…
Am 23. Juli 2008 um 16:51 Uhr
@Annette: Meine Kollegen in der Studio-Produktion sagen definitiv ja. Das Sample ist -wie im Video zu hören und zu sehen- anspielbar.
Am 23. Juli 2008 um 16:53 Uhr
@Zettt: Viral funktionieren auch peinliche Dinge, klar. Aber ob das so gut für das Bild der Kreativen ist, weiß ich nicht. Allerdings stimmt auch: Die Mehrheit der Konsumenten weiß natürlich nichts darüber…
Am 23. Juli 2008 um 16:55 Uhr
Ich fand das Soundlogo von der Anmutung her doch etwas zu verspielt, mythisch und wenig eigenständig – ich dächte das die Phrase in mindestens einem Film vorkam, das sich jetz heraus stellt, es sei ein Sample von Spectrasonics (deren Librarys) ich gut kenne, ist schon peinlich …
Am 23. Juli 2008 um 18:11 Uhr
Hat denn irgendjemand behauptet, das Ding stamme nicht aus einer Soundlibrary? “Probably spent” ist noch lange nicht “definitely spent”.
Am 23. Juli 2008 um 19:16 Uhr
Das Thema ging vor ein paar Wochen durch die einschlägigen Foren für Komponisten und Sounddesigner. Eric Persing, das Mastermind von Spectrasonics und u.a. Entwickler der Symphony of Voices, klärte dann darüber auf, dass es sich um einen offiziellen Deal mit Mercedes gehandelt habe, die die exklusiven Rechte für die Verwendung des fraglichen Samples als Soundmarke direkt von Spectrasonics erworben hätten. Ein zwielichtiger Sounddesigner, der mal eben mit einem Tastendruck Unsummen abgeräumt hat, war also nicht im Spiel.
Am 23. Juli 2008 um 19:55 Uhr
@Jan: Blöde Frage: Wie kann Mercedes denn noch die Exklusiv-Rechte erhalten, wenn die Soundbibliothek schon zig-fach an andere Nutzer mit anderer Lizenz verkauft wurde. Man kann denen ja schlecht postwendend die Lizenz für dieses eine Sample entziehen …
Am 23. Juli 2008 um 20:03 Uhr
Markus: Wenn ich es richtig verstanden habe, bezieht sich die Exklusivität nur auf die Nutzung als Soundlogo. Das wäre auch mit der “normalen” Nutzungslizenz der Library konsistent, die verbietet nämlich die isolierte Verwendung der Samples außerhalb von Musik-Arrangements, so dass das Mercedes-Logo der erste (legale) Fall einer solchen Nutzung ist.
Am 23. Juli 2008 um 20:37 Uhr
Soweit ich das mitbekommen habe, ging es auch nie um einen “zwielichtigen Sounddesigner, der mal eben mit einem Tastendruck Unsummen abgeräumt hat”. Was die meisten Menschen irritieren dürfte, ist wohl eher: dass seitens JvM immer kommuniziert wurde, man habe da aber mal wieder eine geniale Sache abgeliefert und sich ein wirklich fantastisches Soundlogo AUSGEDACHT…
Am 23. Juli 2008 um 21:35 Uhr
Hmm, das ganze zeigt doch schön, dass man theoretisch auch mit wenigen finanziellen Mitteln etwas gutes schaffen kann.
Ob das Soundlogo nun passend ist oder nicht ist sicher auch Ansichtssache…
Am 23. Juli 2008 um 23:19 Uhr
ich bin ein absoluter plagiat-verachter. jedoch wie oben schon genannt, kann man das rad nicht immer neu erfinden. 1 zu eins kopien sind – ganz klar – nicht so top.
ich find das soundlogo aber trotz allem gut. und es hat einen extremen wiedererkennungswert. und das zählt nun mal… leider oder nicht?
Am 24. Juli 2008 um 01:50 Uhr
Nun is es doch aber wohl lediglich ein Buy-Out gewesen und kein Plagiat.
Und die größere Leistung ist eh, die Art des Soundlogos zu erdenken, als es umzusetzen. Wenn man bei der Suche nach einem sphärischen, sternenklaren Sound auf das perfekte Sample trifft – warum dann also schlechter nachmachen als die Rechte einkaufen?
Am 24. Juli 2008 um 10:47 Uhr
[...] Ein interessanter Blogeintrag auf werbeblogger.de zum Mercedes Soundlogo. Super geschrieben und kandiert mit phänomenalen, markerschütternden Peinlichkeiten. Hier gehts zum Artikel. [...]
Am 24. Juli 2008 um 10:55 Uhr
Wie jetzt? In eine Musikstück darf ich’s verwenden? Zum Beispiel im Soundtrack eines Horrorfilms? Bei dem Autos zu Todesfallen werden?
na denn.
Am 24. Juli 2008 um 12:00 Uhr
friedrich bringts voll auf den punkt. der rest ist orginalitätsdünkel und denkverbotsgeplänkel. da kommt mir doch glatt der “geniale” titel von faris yacobs blog in den sinn: “Talent imitates – genius steals”.
btw: pop und die allermeisten anderen musiken sind so gesehen auch schon seit mindestens 30 jahren in einem selbstreferentiellen recycle-loop unterwegs – mal ganz davon abgesehen, dass trotz schönbergs oder boulez’ bemühungen immer noch in der essenz die harmonien verwendet werden, die in der RENAISSANCE tatsächlich noch ERFUNDEN wurden. musik als memetisches (und statisches) soundlogo kultureller entwicklung…
und das mit dem “stern”enklaren sound schnallt doch kein mensch da draussen. das ist, als wenn man das ein plätschern zum soundloge von bmw machen würde, nur weil sich auf den produkten eine NIERE befindet… programmmusik war eben schon immer problematisch
Am 24. Juli 2008 um 12:54 Uhr
Ich stell mir grad vor wie Horden von JvMlingen durch tausende von Samples kriechen auf der Suche nach was “Einzigartigem”.
Seis drum, leider kein “Skandal”, den hätt ich allen Beteiligten gegönnt – ich find das Soundlogo nämlich total mies. ;-)
sp
Am 24. Juli 2008 um 13:01 Uhr
“Ich stell mir grad vor wie Horden von JvMlingen durch tausende von Samples kriechen auf der Suche nach was “Einzigartigem”.”
Ach Gottchen, die paar drei Töne, ja.
Das Gleiche passiert jeden Tag genauso mit Bilder und Bildideen, Film-Footage: Horden von Praktikanten kriechen durchs Unterholz der Stock- und Bildarchive auf der Suche nach etwas Einzigartigem. Statt selber sich die Bildidee auszudenken, hinzuskribbeln und zu shooten.
Denkfalle:
Blöd, dass etwas, was da ist (in Stocks) eben schon gibt und damit sofort nicht mehr einzigartig ist. Vielleicht brauchen die Werber Zusatz-Schulung in Mathematik und Philosophie. Könnte helfen.
:-)
Am 24. Juli 2008 um 15:37 Uhr
Es ist schon manchmal sehr grenzwertig wie in Blogs wie diesem hier über Jung von Matt abgelästert wird. Woher kommt diese Abneigung? Ist es Neid?
Ich finde das Soundlogo nach wie vor gelungen. Und die Diskussion, die hier geführt wird, sogar ein wenig albern, weil:
a)Wir nicht genügend Hintergründe kennen um hier von einem Skandal sprechen zu können. Buy-Outs sind kein Skandal, über die Verwendung eines Getty-Bildes bei einer Anzeige würde sich schließlich auch niemand aufregen.
b) Oft basieren Markenlogos und die Optik eines Slogans auf klassischen Standard-Typos. Mercedes etwa nutzt eine Times-Variante, Calvin Clein nutzt Futura etc. Niemand würde aber auf die Idee kommen den Kreativen Faulheit oder sonstige böse Absichten zu unterstellen. Grundlage der Entscheidung sollte immer die Markenidentität sein, und nicht die Exklusivität eines gestalterischen Mittels.
Am 24. Juli 2008 um 15:40 Uhr
Es geht um die Exklusivität einer Idee.
Und eine Agentur, die damit hausieren geht, Türen zu öffnen mit ganz dollen neuen Ideen, aber kopiert und mopst wie nicht gescheit…, wie nennt man das.
Am 24. Juli 2008 um 15:41 Uhr
@Michael:
Wir lästern nicht nur, wir “featuren” auch.
werbeblogger.de/2007...
Von “Skandal” ist übrigens nicht die Rede in meinen Beiträgen.
Am 24. Juli 2008 um 15:53 Uhr
Sorry Roland, ich habe damit nicht dich oder das Werbeblogger-Team gemeint, sondern den Grundton der in den Diskussionen (vor allem in den Kommentaren) herrscht. Und das nicht nur in diesem Beitrag, sondern auch in den “Features” (s. Fragen an K. Heumann).
Am 24. Juli 2008 um 15:58 Uhr
@Vroni: Nur weil es den Soundschnippsel schon gibt, heißt das ja nicht gleich, dass die IDEE dieses als Soundlogo für die Marke zu verwenden, nicht gut ist. Ich kenne kein einprägsameres Soundlogo für eine Automarke.
Als für den T-Home Spot ein Lied der Rolling Stones verwendet wurde, oder Vodafone The Jets verwendete, da spricht ja auch niemand von geklaut. Die Spots haben durch die bereits bekannte Musik enorm an Kraft und Einzigartigkeit gewonnen.
Am 24. Juli 2008 um 16:03 Uhr
Lächerliche Diskussion…
Gutes Sample -> gekauft -> verwendet
na und?
Am 24. Juli 2008 um 16:04 Uhr
@Heribert: Seh ich genauso.
Am 24. Juli 2008 um 16:22 Uhr
Guckst du Fachpresse zur Zeit der Soundlogo-Einführung, steht da nicht “gefunden, gekauft, verwendet”. Sondern “Jung von Matt kreiert Soundlogo”.
horizont.net/aktuell...
Und genau darum geht’s – niemand würde JvM was vorwerfen, wenn sie sich nicht laufend mit fremden Federn schmücken bzw. dauernd ihre vermeintliche Genialität raushängen lassen würden. Das ist halt einfach nur peinlich.
Am 24. Juli 2008 um 16:28 Uhr
@ M
hat Recht.
Und:
Diese ganze Diskussion ist von einem ganz anderen Standpunkt her lächerlich.
Am 25. Juli 2008 um 06:01 Uhr
—-
quote von Michael:
“Mercedes etwa nutzt eine Times-Variante, Calvin Clein nutzt Futura etc.”
—-
Mercedes nutzt ein Derivat der Weidemann, und Calvin Klein nutzt eine Abwandlung der Avantgarde.
Am 26. Juli 2008 um 01:58 Uhr
…auch hier ganz interessant!
tyred.de/mercedes_be...
Am 27. Juli 2008 um 16:27 Uhr
All zu schlecht finde ich das Soundlogo nun auch wieder nicht, ich bin nur erstaunt darüber wie sich alle darauf stürzen und auch noch Hollywoodfilme finden, in denen ein ganz ähnlicher Sound verwendet wurde.
Am 27. Juli 2008 um 23:08 Uhr
@Werner; Vielleicht sind sie gar nicht auf die Suche gegangen, sondern sagten sich: Irgendwo hab ich das schonmal gehört ;-)
Am 28. Juli 2008 um 12:50 Uhr
Hier mein Artikel vom Juni zu dem Thema, für den sich Erik Persing von Spectrasonics zu einem Kommentar bereiterklärt hat.
das.blogsport.de/200...
Am 31. Juli 2008 um 08:59 Uhr
[...] ich jetzt in mehreren Blogs gelesen habe, dass der Entstehungsprozess unseres Mercedes-Benz Soundlogos kontrovers [...]
Am 31. Juli 2008 um 10:42 Uhr
Daimler reagiert im Blog auf Misstöne rund um das Soundlogo von Mercedes…
Wahrscheinlich ist es für Daimler selbst eine kleine Kulturrevolution, der ein langer Marsch interner Debatten vorausgegangen sein dürften. Für den Daimler-Blog ist es jedenfalls ein fantastischer Schritt hin zu einer offeneren Diskussio…
Am 31. Juli 2008 um 11:05 Uhr
Daimler Corporate Blogging: jetzt wird’s spannend!…
Wer zum Thema Marketing 2.0, Word of Mouth Marketing und Medienwandel etwas zu sagen hat, wird nicht müde zu betonen, wie wichtig in den neuen Kanälen der echte Dialog ist. Diesen Dialog und den Echtzeitaustausch mit den Kunden im Netz…
Am 6. August 2008 um 01:48 Uhr
Mir kam das schon vorher bekannt vor. Wer “End of Days” mit Arnold Schwarzenegger gesehen hat, weiß, was ich meine. Da taucht oft ein ganz ähnlicher Chord auf.
Am 8. August 2008 um 11:17 Uhr
Social Media PReview – Folge 16…
SMPR Folge 16 mit folgenden Themen: Social Media Brand-Jacking am Beispiel Guinness Fake Viral Video & ExxonMobil Fake Twitter Profil // Mercedes-Benz Soundlogo Kontroverse und die Reaktion im Daimler-Blog
Einen direkten Downloadlink zu dieser Ausg…
Am 16. Oktober 2008 um 08:02 Uhr
[...] Spott und Häme in der Blogosphäre. Andere Blogs machten sich lustig über die Entstehung des Soundlogos von Mercedes-Benz. Es gab ein Video auf YouTube und überall unterhielt man sich [...]
Am 12. November 2008 um 11:03 Uhr
Der Holger Jung muss mal in Bezug auf "Gratiskultur" vorsichtig sein: tinyurl.com/5seow3
Am 4. Dezember 2009 um 17:11 Uhr
Mercedes-Benz & Sound Branding: MB beendet ihren weltweiten Einsatz des Sound Logos! Die Story ist – vorerst – am Ende! Danke Mercedes-Benz! http://bit.ly/5uQ5yl
Am 9. November 2010 um 10:55 Uhr
[...] Töne: Statt schöpferische Höhe hatte das Soundlogo für Mercedes eher ein mediales Echo der Belustigung. Daimler sieht sich zu Erklärungen [...]